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Archeologie et histoire de la Syrie II. La Syrie de l'époque achéménide à l'avènement de l'Islam. Hrsg.: Dentzer, Jean-Marie; Orthmann, Winfried. 2014. Franz. 591 S S. 216 Abb. 9 Karte(n). Gb. Print on demand. ISBN: 978-3-447-06936-6 Harrassowitz Verlag
Heiliger Nikolaus. Leben und Wirken des Nikolaos von Myra. Hrsg.: Kunze, Max; Vollkommer, Rainer. 2014. 128 S., 140 Abb. 30 x 21 cm, Engl. Br. EUR 24,50 CHF 34,90 ISBN: 978-3-447-10306-0 Harrassowitz Verlag
Nikolaus aus Patara, der in der ersten Hälfte des 4. Jahrhunderts als Bischof in Myra in Lykien lebte, wurde zu einem der bedeutendsten Heiligen. Bereits im 6. Jahrhundert entstand über seinem Grab eine Kirche, bis heute ein Wallfahrtsort für Gläubige. Dass in Stendal der Gedanke einer Nikolaus-Ausstellung entstand, hat einen besonderen Grund. Archäologen der Winckelmann-Gesellschaft, die mit dem Museum verbunden sind, haben über zwei Jahrzehnte im antiken Lykien an Ausgrabungen teilgenommen, an Orten, die auch mit der historischen Gestalt des Nikolaos verbunden sind. So wissen wir, dass Nikolaus aus Patara stammt, einer der bedeutendsten antiken Häfen an der Südküste der heutigen Türkei.
Bisher unveröffentlichte Bilder von archäologischen Grabungen in seiner Geburtsstadt gewähren Einblicke in die kulturelle und religiöse Situation der Zeit des 3. und 4. Jh. N. Chr. Im Osten des Imperiums Romanum. Der entstehende Kult um diesen Heiligen, der in der ersten Hälfte des 4. Jahrhunderts als Bischof in Myra (Lykien) lebte, ist bis heute in dieser wichtigsten Stadt seiner Biographie erlebbar. Bis heute versuchen Archäologen, die Grabstätte in Myra zu finden; auch über diese archäologischen Forschungen wird berichtet, ebenso wie ausführlich auf die Überführung seiner Gebeine nach Bari in Italien eingegangen wird. Noch heute ist der Glaube an die heilende und helfende Wirkung des in der Krypta der Basilika San Nicola ruhenden Bischofs dort äußerst lebendig.
Sein Lebensweg und sein Wirken erklärte nicht die überragende Bedeutung des Heiligen, wenn nicht die frühste Überlieferung die Stratelaten-Geschichte erhalten hätte und in ihr seine einzigartige Fähigkeit hervorhebt, dem Kaiser und Eparchen in fernen Konstantinopel im Traum zu erscheinen und so Retter in höchster Not zu sein.
Sein Kult als Heiliger, heute meist profanisiert und zum Klamauk verkommen, wurde in den Ländern der Reformation abgeschafft, als Gabenbringer aber lebt er auch dort noch heute für Kinder weiter und wird mit seinem Todestag, den 6. Dezember, noch immer verbunden. Auch die katholische Kirche hat den Heiligen zwar jüngst offiziell entthront, d. h. aus der Liste der offiziellen Heiligen gestrichen, seine fakultative Verehrung ist an vielen religiösen Orten gestattet und lebendig geblieben. So behandeln die Ausstellung und der Katalog knapp und zusammenfassend die Ausbreitung des Nikolauskultes seit seiner Entstehung und die Gebräuche bis hin zur Erfindung des heute wichtigsten Geschenkebringers, dem Weihnachtsmann.
Barock - Moderne - Postmoderne: ungeklärte Beziehungen. Hrsg.: Flemming, Viktoria von. Wolfenbütteler Arbeiten zur Barockforschung (50). 2014. 85 Abb. 24 x 17 cm. Gb. EUR 92,00. CHF 125,00 ISBN: 978-3-447-10019-9 Harrassowitz Verlag
Das Barocke kehrt in der Kultur der Gegenwart wieder und das Interesse an ihm ist, in Anlehnung an Walter Benjamin, stets in der Gegenwart von Künstlern und Wissenschaftlern verankert. Doch wie lassen sich die Beziehungen zwischen Moderne, Postmoderne, Gegenwart und Barock adäquat fassen? Wie weit reichen Benjamins These vom Beginn der Moderne im Barock und die Behauptung der Historiker von dessen fundamentaler Modernisierungsleistung? Oder wird ganz im Gegenteil in der Wiederkehr des Barock/en die Moderne gerade überwunden, wird hier ihr weiblicher und postmoderner Gegenspieler sichtbar? Der von Victoria von Flemming herausgegebene Sammelband geht den ungeklärten Beziehungen von Barock, Moderne und Postmoderne nach und fragt nach Auffassungen von und Funktionen des Barock/en in Bezug zu einer immer wieder behaupteten Modernisierungsleistung des Barock/en. Die interdisziplinäre Struktur des Bandes soll nicht zuletzt dazu beitragen, auch die Kunstwissenschaft, die das Thema schnell der Literaturwissenschaft und der Philosophie überlassen hatte, wieder in der ebenso unabweisbaren wie schwierigen Debatte über das Verhältnis von Barock/em und (Post-)Moderne zu positionieren. Dabei zeigt sich, dass die Konzentration auf die visuelle Kultur des 20. Jahrhunderts zu kurz greift, eine historisch-systematische Perspektive dagegen neue Impulse liefert.
Encyclopaedia Aethiopica. Vol. 5, Y-Z, Nachträge A-X, Indices, Karten, Bildnachweise. Hrsg.: Bausi, Alessandro; Mitwirkung (sonst.): Uhlig, Siegbert. Encyclopaedia Aethiopica (5). 2014. Deutsch;Englisch. 1300. S. 16 Abb. 24 x 17 cm. Gb. EUR 78,00. CHF 105,00 ISBN: 978-3-447-06740-9 Harrassowitz Verlag
The encyclopaedia focuses on the cultural region consisting of Ethiopia, Eritrea, Djibouti as well as parts of the Sudan and Somalia. It additionally covers the relationships of the core zone with other regions, including Oriental and Occidental countries. The central thematic areas are history, languages, literatures, ethnology, religion, culture, society and arts. While most of the articles gear towards history, many also cover recent political and economical developments. Biographic entries provide information on personalities who played an important role in cultural or social life, or who have contributed greatly to our knowledge of the region. 275 authors from 40 countries have merged their efforts to present known and innovative research results in over 1050 articles; illustrations and maps offer additional information. The use is facilitated by cross references as well as comprehensive bibliographic references.
Codex im Diskurs. unter Mitwirkung von Ulrike Michalczik. Hrsg.: Haye, Thomas; Helmrath, Johannes; Mitwirkung (sonst.): Michalczik, Ulrike. Wolfenbütteler Mittelalter-Studien (25). 2014. 29 Abb. EUR 62,00. CHF 85,00 ISBN: 978-3-447-10255-1 Harrassowitz Verlag
Wie hat man im Mittelalter über Codices gedacht und gesprochen? Dieser Band widmet sich der Handschriftenkultur des Mittelalters, ihrer Materialität und kodikalen Praxis, ihren signifikanten Unterschieden zur Welt des gedruckten Buchs. Aus einer Tagung des Mittelalter-Komitees der Herzog August Bibliothek Wolfenbüttel entstanden, versammelt er Beiträge renommierter Historiker, Literatur- und Sprachwissenschaftler. Zentral ist der Begriff der Kodikalität: Er umfasst erstens das Materielle, den Körper des Codex mit seinen visuellen und haptischen Aspekten, zweitens das Auratische, sakral aufgeladene Magische, drittens die hermeneutische und geltungsrelevante Dimension der Texte. In den Beiträgen des Sammelbands werden subtile Diskursfelder wie etwa die Besitzvermerke, Glossen und Kolophone erschlossen und für einen europäischen Überblick genutzt, wobei auch Herstellungsformen des Codex sowie die Geschichte der wissenschaftlichen Kodikologie betrachtet werden. Handschriften mit literarischen und prophetisch mystischen Texten und ihren existenziellen und metaphorischen Bucherfahrungen werden neben Codices der pragmatischen Schriftlichkeit, des Verwaltungsschriftguts von Städten und Universitäten untersucht. Bei den Renaissance-Humanisten nimmt das Sprechen über Codices zu, mit denen man Intimität bis zum Fetischismus zelebrierte. Dies findet auch in der Rede und Zitierkultur humanistischer Universitätslehrer ihren kodikalen Niederschlag.
Der Band leistet einen wesentlichen Beitrag zur Kenntnis der Schriftkultur des Mittelalters und der Renaissance.
"Mit göttlicher Güte geadelt". Adel und Hallescher Pietismus im Spiegel der fürstlichen Sammlungen Stolberg-Wernigerode. Katalog zur Jahresaussstellung der Franckeschen Stiftungen vom 19. Oktober 2014 bis 22. März 2015. Hrsg.: Veltmann, Claus; Ruhland, Thomas. Kataloge der Franckeschen Stiftungen (31). 2014. 160 S. Engl. Br. EUR 24,00. CHF 34,50 ISBN: 978-3-447-10256-8 Harrassowitz Verlag
Die prunkvolle Repräsentanz des hohen Adels im 18. Jahrhundert und die sprichwörtliche Schlichtheit des Pietismus könnten gegensätzlicher nicht sein. Doch was ist mit dem bisher kaum erforschten und äußerst vielfältigen Beziehungsgeflecht von Adel und Pietismus? Ausgehend von der Sammlung der fürstlichen Familie Stolberg-Wernigerode zeigt die Jahresausstellung der Franckeschen Stiftungen 2014 die Ambiguität der Lebenswelt des Grafen Christian Ernst zu Stolberg-Wernigerode (1691-1771) und seiner Familie zwischen barocker Prachtentfaltung und tiefer Religiosität im pietistischen Sinne.
Der wissenschaftliche Begleitkatalog nähert sich dieser Thematik aus verschiedenen Blickwinkeln und entwirft so ein breit gefächertes und teils überraschendes Panorama adliger Kultur und christlicher Lebensführung. Einem Überblick über Vielfalt und Entwicklung des Adels im mitteldeutschen Raum folgen eine Studie über die vielschichtigen Allianzsysteme und politischen Strategien der Reichsgrafen sowie ein Beitrag zur Grafschaft Wernigerode unter dem Ehepaar Christian Ernst und Sophie Charlotte. Dass das Beziehungsgeflecht von Adel und Pietismus weit über den mitteldeutschen Raum hinaus wirkte, zeigen Beiträge zu den pietistischen Verbindungen ins Königreich Dänemark und den dorthin vermittelten pietistischen Adligen am Hof wie auch zu der bemerkenswerten politischen Allianz von Adel und Pietismus zur Unterstützung des Protestantismus in Schlesien. Beschlossen wird der Band mit einer Untersuchung über das Projekt der pietistischen Adelserziehung im Königlichen Pädagogium in den Franckeschen Stiftungen, welches die enge Beziehung von adliger und pietistischer Lebenswelt noch einmal symbolisch betont.
Jüdische Räume und Topographien in Ost(mittel)europa. Konstruktionen in Literatur und Kultur. Hrsg.: Smola, Klavdia; Terpitz, Olaf. Opera Slavi(61). 2014. 320. S. 28 Abb. 24 x 17 cm. Gb. EUR 68,00. CHF 89,00 ISBN: 978-3-447-10281-0 Harrassowitz Verlag
Die mit dem spatial turn sich vermehrt entwickelnde Fokussierung auf den (geografischen) Raum als kulturelle Größe hat für die kultur- und literaturwissenschaftliche Erkundung des Judentums eine ganz besondere Bedeutung: Hier werden semantische Repräsentationen der für die jüdische Kultur und Geschichte zentralen Begriffe von Heimat und Exil oder des Verhältnisses zwischen Zentrum (Palästina) und Peripherie (Diaspora) hinterfragt.
Der von Klavdia Smola und Olaf Terpitz herausgegebene Sammelband widmet sich den Raumkonstruktionen und topografischen Projektionen in jüdischen Kulturen unter einem slavistischen Blickwinkel. Dabei stehen nicht allein minoritäre Kulturen und Literaturen im Mittelpunkt des Interesses, sondern speziell die sie auszeichnenden Orte pluraler Existenz in Osteuropa. Historische Identitätskonzepte und (heteromediale) Poetiken, aber auch spezifische Sprachkonstrukte slavisch-jüdischer Räume werden topografisch und geokulturell analysiert. Thematisch erfasst der Band die Rekonstruktion und Reaktualisierung von Orten und Räumen in verschiedenen Medien des ästhetischen Ausdrucks: in Literatur, Performance und Film. Es werden visuelle, multimediale und museale Praktiken der jüngsten künstlerischen Geschichtsanalysen, mythenbildende Kulturmechanismen der spätsowjetischen jüdischen Dissens-Prosa, Gedächtnisräume der postkommunistischen Literatur, jüdische heterokulturelle und -linguale urbane Räume im Feuilleton um die vorletzte Jahrhundertwende, ironische Raumkonstruktionen im frühsowjetischen Schelmenroman sowie das sprachkulturelle Neben- und Gegeneinander des KZ Theresienstadt erkundet.
"Pharmakeía und crimen magiae". Frauen und Magie in der griechisch-römischen Antike. Rücker, Michaela. Philippika. Altertumskundliche Abhandlungen (78). 2014. 288 S. 24 x 17 cm. Engl. Br. EUR 58,00. CHF 77,90 ISBN: 978-3-447-10283-4 Harrassowitz Verlag
Magie war im Leben der antiken Menschen ein fester Bestandteil des kollektiven und religiösen Miteinanders. Der Umgang mit Magie war gesellschaftlichen, sozialen und politischen Änderungen unterworfen, die sich vor allem auf der rechtlichen Ebene bemerkbar machten.
Michaela Rücker definiert in ihrer Studie die antiken Begrifflichkeiten von Magie und untersucht das Verhältnis von Magie zu verwandten Bereichen wie Religion und Medizin. Um den engen Zusammenhang von Magie, Religion und Medizin herauszustellen, wählt sie eine Dreiteilung in magische Akteure, magische Handlung und magische Mittel. Die juristischen Grundlagen für den Umgang mit magischen Handlungen und Akteuren werden anhand ausgewählter Beispiele in ihrem Einfluss auf die Magieprozesse analysiert. Besonderes Augenmerk liegt dabei auf den Anklagen gegen Frauen. Deren enge Verbindung mit der Magie wurde seit den homerischen Epen in den literarischen Quellen postuliert, was darauf hinweist, wie sehr sich Realität und Fiktion hier überschneiden.
Schwerpunkte der Untersuchung sind das Athen der klassischen Zeit und Rom bis zum Ende des 1. Jahrhunderts n. Chr. Die Untersuchung liefert Erklärungsansätze für das unterschiedliche Rechtsverständnis beider Gesellschaften im Umgang mit Magie, insbesondere hinsichtlich dessen Anwendung vor Gericht.
Rechtshandschriften des deutschen Mittelalters. Produktionswege und Importwege. Hrsg.: Carmassi, Patrizia; Drossbach, Gisela. Wolfenbütteler Mittelalter-Studien (29). 2014. 416. S. 63 Abb. Engl. Br. EUR 98,00. CHF 129,00 ISBN: 978-3-447-10293-3 Harrassowitz Verlag
Die grundlegenden Fragen der Produktion, der Distribution und der Rezeption juristischer Handschriften werden in diesem interdisziplinär angelegten Band insbesondere anhand der heute in der Universitätsbibliothek Halle aufbewahrten juristischen Texte aus der Halberstädter Dombibliothek und der Stiftskirche Unserer Lieben Frau beleuchtet.
Dabei werden folgende Fragenkomplexe diskutiert: Wann und aus welchen Gründen und Motiven wurden die Rechtshandschriften gesammelt? Wo verliefen die geografischen und institutionellen Wege des Handschriftentransfers, welche Akteure waren beteiligt? Welche Rolle spielten die Halberstädter Bildungseinrichtungen, ihre Institutionengeschichte, ihre Organisationsformen und die dort vermittelten Inhalte? Welche Aufschlüsse gibt der Codex in der Materialität seiner Benutzung? Somit reihen sich die Untersuchungen in diesem Band trefflich in moderne Forschungen zu verschiedenen Beständen hochrangiger Institutionen des Mittelalters ein. Dabei geht es um die Wege der Konstituierung der Sammlungen und die damit verbundenen Phänomene wie Werküberlieferung, Ankauf und Transport von Handschriften (und Drucken) sowie den beruflichen und universitären Bedarf an Rechtscodices im Einzelnen. Damit kann der Stellenwert der Halberstädter Sammlung von Rechtshandschriften neu bestimmt und aus der Perspektive des Kulturaustausches, der menschlichen Mobilität und der gelehrten Kommunikation gesehen werden. Fallstudien zu Rechtshandschriften in der Herzog August Bibliothek, in Trier und Katalonien runden den Band ab.
Stadt und Wirtschaft im Römischen Ägypten. Die Finanzen der Gaumetropolen. Schmidt, Stefanie. Philippika. Altertumskundliche Abhandlungen (76). 2014. 352. S. 1 Abb. 24 x 17 cm. Engl. Br. EUR 68,00. CHF 89,00 ISBN: 978-3-447-10276-6 Harrassowitz Verlag
In der Forschung zu den Metropolen Ägyptens herrscht bisweilen die Auffassung, die wirtschaftliche Stabilität der Gemeinwesen sei im Wesentlichen durch finanzielle Zuwendungen der Oberschicht aufrecht gehalten worden. In der Tat setzten Amtsträger ihr Vermögen auch für öffentliche Zwecke ein. Gleichwohl zeigt die papyrologische Überlieferung, dass ihnen derartige Auslagen aus der Stadtkasse auch rückerstattet werden konnten. Das Bild eines von privaten Zuwendungen wirtschaftlich abhängigen Gemeinwesens kann demnach nicht gänzlich der Realität entsprochen haben.
In ihrer Studie Stadt und Wirtschaft im Römischen Ägypten untersucht Stefanie Schmidt die römisch-ägyptische Metropole sodann als eigenständig agierendes Wirtschaftssubjekt, das über eigene vielfältige Ressourcen verfügte und idealiter in der Lage war, eigene wirtschaftliche Ziele zu verfolgen. Zu diesem Zweck identifiziert die Autorin potenzielle Einkunftsquellen der Metropole und stellt die Frage nach der Möglichkeit einer maßnahmeorientierten Allokation der Mittel. Die Untersuchung zeigt, dass die Metropole nicht nach dem Tragfähigkeitsprinzip agierte, sondern als Marktakteur selbst Gewinn erwirtschaftete. Anhand der dokumentarischen Papyri zeigt die Autorin zudem, dass die untersuchten Gemeinwesen eine effiziente Finanzorganisation ausgebildet hatten. Sie erhoben Ressourcen, verwalteten die Erträge und prüften die Finanzbewegungen auf sachliche Richtigkeit. Das Quellenmaterial zeigt, dass die institutionellen Voraussetzungen für ein zielgerichtetes Wirtschaften in den Metropolen des 3. Jahrhunderts n. Chr. etabliert waren.
Geschichte, Theologie und Kultur des syrischen Christentums. Beiträge zum 7. Deutschen Syrologie-Symposium in Göttingen, Dezember 2011. Hrsg.: Tamcke, Martin; Grebenstein, Sven. Göttinger Orientforschungen, I. Reihe: Syria(46). 2014. 552. S. 82 Abb., 3 Karte(n). 24 x 17 cm. Gb. EUR 98,00. CHF 129,00 ISBN: 978-3-447-10280-3 Harrassowitz Verlag
Der syrische Orient gilt neben dem lateinischen Westen und dem griechischen Osten als der dritte große Traditionsbereich innerhalb des Christentums. Gerade die jüngsten Entwicklungen im Nahen Osten, aber auch das zunehmende Interesse an der Christentumsgeschichte Asiens lassen das Christentum syrischer Prägung wieder stärker im Fokus der Öffentlichkeit erscheinen. Dem Studium von Geschichte, Theologie und Kultur des syrischen Christentums widmet sich die Syrologie, die in Deutschland eine bedeutende Forschungstradition hat und heute in interdisziplinärer Ausrichtung betrieben wird. Zentrales Forum der an syrischen Studien interessierten Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern im deutschsprachigen Raum ist das Deutsche Syrologie-Symposium, das vom 16. bis 17. Dezember 2011 in Göttingen zum siebten Mal stattfand. Der vorliegende Band versammelt ausgewählte und zum Teil erheblich erweiterte Beiträge zu diesem Symposium. Thematisch sind sie weit gespannt und behandeln verschiedene Aspekte der christlich-orientalischen Tradition.
Die neuassyrische und spätbabylonische Glyptik aus Tall Šeh Hamad/Dur-Katlimmu. Teil 1: Text und Konkordanzen; Teil 2: Katalog und Tafeln. Fügert, Anja. Berichte der Ausgrabung Tall Seh Hamad / Dur-Katlimmu (16). 2014. 913. S. 1123 Abb., 10 Tafel(n). 35 x 24 cm. Gb. EUR 198,00. CHF 267,00 ISBN: 978-3-447-10285-8 Harrassowitz Verlag
Die Ausgrabungen in der Unterstadt des nordostsyrischen Fundortes Tall Šēḫ Ḥamad erbrachten zwischen 1978 und 2008 über 1500 glyptische Funde (Siegel, gesiegelte Texte und Tonverschlüsse) mit über 500 verschiedenen Siegelbildern. Die Objekte konnten aufgrund der stratigrafischen Auswertungen der Erdbefunde in die durchlaufende stratigrafische Sequenz der Unterstadt eingeordnet werden, die von der frühen neuassyrischen Zeit (10./ 9. Jahrhundert v.Chr.) über den Fall des Neuassyrischen Reiches bis in die achämenidische Zeit des 5. Jahrhunderts v.Chr. reicht.
Anja Fügert verortet zunächst die glyptischen Funde in ihren Ablagerungskontexten und wertet das Material auf dieser Basis funktional und chronologisch aus, untersucht Bildthemen und Einzelmotive und führt die Ergebnisse in einer Synthese zusammen, die neue Aussagen zur Ökonomie und Verwaltung der Unterstadtresidenzen beinhaltet. Erstaunliches Ergebnis ist, dass die politische Zäsur mit dem Zusammenbruch des Neuassyrischen Reiches und dem Wechsel zum Spätbabylonischen Reich einer Kontinuität im Glyptikkorpus gegenübersteht. Das glyptische Material erlaubt jedoch die Identifikation sozioökonomischer Veränderungen. Die Auswertung des größten eisenzeitlichen Materialkorpus eines nordmesopotamischen Fundortes stellt die wichtige - bisher unbekannte - Rolle heraus, die Siegel in der Administration der gehobenen privaten Gesellschaftskreise spielten. Durch die stratigrafische Verortung der Glyptik gelang es zudem, die „Wiedereinführung“ des Stempelsiegels in Mesopotamien im späten 9. Jahrhundert v.Chr. anzusetzen - und damit etwa ein Jahrhundert früher als bisher angenommen.
Die Urkunden Friedrichs II. Teil 4: 1220-1222. Bearbeitet von Walter Koch, unter Mitwirkung von Klaus Höflinger, Joachim Spiegel und Christian Friedl. Bearbeitet von Koch, Walter; Mitwirkung (sonst.): Höflinger, Klaus; Spiegel, Joachim; Friedl, Christian. MGH - Die Urkunden der deutschen Könige und Kaiser (14,4). 2014. 1098 S. 29 x 21 cm. Gb. EUR 215,00. CHF 290,00 ISBN: 978-3-447-10087-8 Harrassowitz Verlag
Der vierte Band der Urkunden Friedrichs II. umfasst die Diplome und Mandate von September 1220, als Friedrich nach Italien zurückkehrte, bis August 1222. Mit 272 Urkunden dokumentiert er Friedrichs Weg nach Rom, seine Kaiserkrönung, die Beschlüsse des Hoftags zu Capua, der mit seinem Revokationsedikt eine Fülle von Privilegienbestätigungen mit sich brachte, und schließlich die Rückkehr Friedrichs in das Königreich Sizilien. Im Vordergrund stehen dabei Empfänger in Italien - besonders in Reichsitalien, denn Friedrich manifestierte seinen dezidierten Herrschaftsanspruch als „Romanorum imperator semper augustus“ nicht nur auf seinem Weg durch Oberitalien bis nach Rom, sondern auch danach in den von zahlreichen lokalen Parteikonflikten geprägten Gebieten des nördlichen Italiens. Die dichte Beurkundungstätigkeit dieser beiden Jahre zeugt von Friedrichs Bemühungen, die Verhältnisse im Regnum Siciliae zu ordnen, das acht Jahre lang nur von den Familiaren regiert wurde, ebenso aber auch von seinem Bestreben, die imperialen Ansprüche über die Grenzen des Königreichs Sizilien hinaus nach Norden deutlich zu machen. Von besonderer Bekanntheit sind innerhalb dieses Urkundenkomplexes vor allem die Verordnungen zum Schutz der Kirchen und Geistlichen, die „Krönungsgesetze“ (D 705), die Friedrich II. am Tag seiner Kaiserkrönung in Rom erließ. Bemerkenswert sind aber auch die zahlreichen Bestätigungen in der Folge der Capuaner Beschlüsse, deren ausführlichste Besitzlisten (z.B. DD 667 und 747) bis zu 250 Orte, Klöster und Kirchen beinhalten.
Von Meroe bis Indien. Fremdvölkerlisten und nubische Gabenträger in den griechisch-römischen Tempeln Soubassementstudien V. Hrsg.: Kockelmann, Holger; Rickert, Alexa. Studien zur spätägyptischen Religion (12). 2014. Deutsch. 330. S. 6 fb. Abb. 30 x 21 cm. Gb. EUR 68,00. CHF 89,00 ISBN: 978-3-447-10010-6 Harrassowitz Verlag
Der vorliegende Band vereint zwei Untersuchungen von Fremdvölkerdarstellungen im Soubassement der griechisch-römischen Tempel. Holger Kockelmann bespricht sieben griechisch-römische Fremdvölkerlisten aus Kom Ombo, Komir, Esna und Xois. Streng genommen handelt es sich nicht um reine Völkerlisten, sondern um ein heterogenes Konglomerat aus echten Toponymen und abwertenden Feindbezeichnungen, zu welchen insbesondere eine bisher unerkannte Parallele zur berühmten Auflistung der Namen des Götterfeindes Apophis im Papyrus Bremner-Rhind gehört. Der Autor präsentiert das Listenmaterial mit einem Kommentar zu Inhalt und Struktur sowie zur möglichen Abhängigkeit von älteren Vorlagen. Besonderes Augenmerk liegt auf der Einbindung der Listen in die übergeordnete Tempeldekoration und auf ihrer Rolle im Kultkontext des Heiligtums: Wie die Beispiele in Kom Ombo und Esna erkennen lassen, waren sie Ziel eines im Tempel durchgeführten Feindvernichtungsrituals.
Alexa Rickert legt eine Bearbeitung der Prozessionen nubischer Städte und Regionen vor, die in nur zwei Versionen im Isistempel von Philae erhalten sind. Ein Hauptcharakteristikum dieses Typus ist die Kombination von personifizierten nubischen Ortsnamen mit begehrten Rohstoffen wie Mineralien, Ebenholz oder Elfenbein, die verschiedenen Gottheiten als Opfer dargebracht wurden. Die Autorin geht der Frage nach, inwiefern die Aufzählung der Materialien sowie ihre Kombination mit Ortschaften die ökonomische und historische Realität zur Entstehungszeit der Quellen widerspiegeln. Neben Transliteration, Übersetzung und Textkommentar enthält die Untersuchung auch eine neue Abschrift der Prozessionstexte aus Raum I des Isistempels.
Alexander the Great and Egypt. History, Art, Tradition. Warschau/Breslau, 18./19. Nov. 2011. Hrsg.: Grieb, Volker; Nawotka, Krzysztof; Bron-Wojciechowska, Agnieszka. Philippika. Altertumskundliche Abhandlungen (74). Engl. 458 S. 30 Abb., 5 Diagramm(e), 3 Karte(n), 8 Tabelle(n). 24 x 17 cm. Gb. EUR 88,00. CHF 119,00 ISBN: 978-3-447-10270-4 Harrassowitz Verlag
Dieser Band stellt die Papiere eines interdisziplinären Konferenz in Breslau im Jahr 2011 statt, um Alexanders Expedition nach Ägypten und zu seinem Leben nach dem Tod und der Legende nach Ägypten und Alexandria gebunden gewidmet ist. In Bezug auf militärische Aspekte, es gibt Zeitungen mit Schwerpunkt auf Ägyptens strategische Bedeutung im 4.- Jahrhundert griechischen Quellen als auch auf Alexanders Eroberung im Vergleich zu früheren Errungenschaften der Land am Nil. Darüber hinaus sind sie erneut zu prüfen, die Chronologie der Alexanders Aufenthalt in Ägypten und diskutieren die Gründung von Alexandria, zB durch Verknüpfung mit Stadtentwicklung 4. Jahrhundert im östlichen Mittelmeer. Da Alexander Politik in Ägypten ist zu einem großen Teil von hieroglyphischen Inschriften und Papyri reflektiert, konzentrieren weiteren Beiträgen seiner Legitimation als Pharao, seine königlichen Titel als auch auf ägyptischen Tempeln auf seine Bestellung renoviert. Alexander Expedition nach Ägypten und dem Osten war auch ein starker Stimulus für die Entwicklung der Wissenschaft in der Antike, die von Arbeiten über das Geheimnis der Überschwemmungen des Nils und die Verbreitung der Astrologie bedeckt ist. Sein Leben nach dem Tod und der Legende wird in diesem Band durch eine nuancierte Position Alexander im ptolemäischen Ideologie und Kunst präsentiert, während weitere Papiere zu hinterfragen und zu demontieren modernen wissenschaftlichen Mythen Alexander Sarkophag und sein Grab in Alexandria. Methodische Ansätze aus verschiedenen Bereichen der Wissenschaft - wie Alte Geschichte, Altertumswissenschaften, Ägyptologie und Archäologie - werden in diesem Band gegenübergestellt und kann nicht nur auf die Studie des ägyptischen Episode in der Geschichte von Alexander dem Großen bei.
Classification and Categorization in Ancient Egypt / The Legal Register of Ramesside Private Law Instrument S. David, Arlette. Göttinger Orientforschungen, IV. Reihe: Ägypten (38). 2014. Engl. 331 S. e-Bookl. EUR 68,00. CHF 95,00 ISBN: 978-3-447-19079-4 Harrassowitz Verlag
Pursuing the study of legal discourse in ancient Egypt during the well documented 19th and 20th dynasties (circa 1300–1100 B.C.), the book describes the legal language used in recording wills and gifts. It is compared with the language of royal decrees tackled by the author’s Syntactic and Lexico- Semantic Aspects of the Legal Register in Ramesside Royal Decrees (previously published in the same collection), and with some examples of legal languages associated with private instruments in Antiquity, the Middle Ages, and in modern times. After presentation of the criteria used to establish the corpus and the multiple dilemmas involved, each text is analyzed for its linguistic and graphic features, as well as the lexico-semantic features associated with the categorization system embedded in the script (for terminology of spezial legal relevance). Related textual categories such as partitions, ‘social gifts’, and contract-related records are dealt with separately as they did not constitute enforceable private law instruments. A distinct Ramesside private deeds register (variety of language distinguished according to use) emerges from the analysis, resulting from choices and strategies adapted to a specific legal topic and communicative purpose.
Codices graeci Monacenses 575 – 650 (Handschriften des Supplements). Beschrieben von Friederike Berger. Bearbeitet von Berger, Friederike. München: Catalogus codicum manu scriptorum Bibliothecae Monacencis/Abt.2 (9). 2014. 377 S. 30 x 21 cm. Gb. EUR 148,00. CHF 199,00 ISBN: 978-3-447-10192-9 Harrassowitz Verlag
In Band 9 des Katalogs der griechischen Handschriften der Bayerischen Staatsbibliothek München werden 76 Handschriften mit den Signaturen 575-650 beschrieben - das sogenannte Supplement zu Hardt. Acht dieser Signaturen stehen für ein oder mehrere Fragmente klassischer und byzantinischer Texte unterschiedlichster Provenienz, 22 für Manuskripte, die von griechischen Schreibern im byzantinischen Osten oder in Italien kopiert wurden, und 22 für Handschriften, die von westlichen Gelehrten des 15. bis 20. Jahrhunderts stammen. Elf musikliturgische Codices in spätbyzantinischer oder in der ab 1814 verwendeten reformierten Notation bilden gemeinsam mit einem Evangelienlektionar aus dem 11. Jahrhundert eine repräsentative Sammlung des byzantinischen Kirchengesangs. Drei Handschriften überliefern Heiligenviten, Apophthegmata und ähnliche Texte in Volkssprache.
Die Provenienz dieser Handschriften ist sehr unterschiedlich: Neun kamen im Zuge von Säkularisierung und Mediatisierung zwischen 1810 und 1812 in die Bibliothek; vier stammen aus der 1858 angekauften Bibliothek des französischen Gräzisten und Orientalisten Étienne Marc Quatremère, und weitere vier Handschriften konnten zwischen 1975 und 1978 aus der Sammlung Phillipps erworben werden. Eine Besonderheit der Sammlung sind die zehn Neograeca, die meist aus der Privatbibliothek König Ottos von Griechenland stammen. Unter ihnen befindet sich beispielsweise die für den König angefertigte Abschrift der griechischen Verfassungsurkunde, aber auch ein Handbuch der Athener Feuerwehr.
Das Archiv des assyrischen Statthalters Mannu-ki-Aššur von Guzana /Tell Halaf. Ausgrabungen auf dem Tell Halaf in Nordost-Syrien. Dornauer, Aron A. Vorderasiatische Forschungen der Max Freiherr von Oppenheim Stiftung (3). 2014. 116 S. 7 Abb. 1 Karte(n), 78 Tafel(n). EUR 54,00. CHF 75,90 ISBN: 978-3-447-19299-6 Harrassowitz Verlag
Im Jahr 1912 fand Max Freiherr von Oppenheim auf der Zitadelle der neuassyrischen Provinzhauptstadt Guzana (modern Tall ?alaf) die Überreste des Archivs des Statthalters Mannu-ki-Aššur (max. 808–764). Eine erste Bearbeitung der Texte von Ernst F. Weidner erschien 1940 im sechsten Beiheft des Archivs für Orientforschung. Die vorliegende Neubearbeitung von Aron A. Dornauer berücksichtigt das seitdem gewachsene Wissen und stellt die Texte in den soziohistorischen Kontext einer Phase, in der Assyrien das eroberte Obermesopotamien in das Provinzialsystem des sich formierenden assyrisch-obermesopotamischen Territorialstaats integrierte. Die administrativen Urkunden und Briefe dokumentieren Getreide, Groß- und Kleinvieh für Abgaben sowie Personal für zivilen und militärischen Frondienst. Infanteristen und Schleuderer, Streitwagen- und Hilfstruppen sowie der Tross werden ausgehoben, mit Waffen, Rüstzeug, Equiden und Proviant ausgerüstet. Gold und Gesandte aus dem Westen werden durch Guzana geleitet; Personen werden des Rechtsbruchs beschuldigt; Rituale werden organisiert. Neben der Kommunikation innerhalb der Provinz dokumentieren die Texte die Kommunikation der Provinzadministration mit königlichen Büros in Kal?u, mit Offiziellen benachbarter Provinzen und Magnaten wie dem turtanu, für den die Provinzverwaltung Streitwagen und Truppen bereitzustellen hatte. Briefformat, Schriftgebrauch und Duktus unterscheiden sich von den jüngeren Texten aus Ninive, Kal?u und Assur. Eine Besonderheit der Einleitung des Briefformulars des turtanu und des Mannu-ki-Aššur dokumentiert, dass sich in der ersten Hälfte des 8. Jahrhunderts nicht nur die Magnaten königliche Prärogative angeeignet haben.
Die Kleinfunde von Habuba Kabira-Süd. Strommenger, Eva; Sürenhagen, Dietrich; Rittig, Dessa. Wissenschaftliche Veröffentlichungen der Deutschen Orient-Gesellschaft (141). 784 S. 4 Abb., 2 Diagramm(e), 39 Tabelle(n), 258 fb. Tafeln. 35 x 24 cm. Gb. EUR 178,00. CHF 240,00 ISBN: 978-3-447-10246-9 Harrassowitz Verlag
In den städtischen Haushalten von Habuba Kabira-Süd ist die Keramik allgegenwärtig. Sie bietet mit ihrem Tonmaterial, ihrer Herstellungstechnik, ihrem Formenschatz und ihrem Dekor eine Fülle von Informationen, die auch die genauere Datierung der Stadt und ihres kulturellen Rahmens gestattet. Daher beginnt die Publikation mit der Keramik, auf die das breite Spektrum anderer Zeugen des täglichen Lebens aus Terrakotta, Stein, Metall und Knochen folgt.
Besondere Aufmerksamkeit verdienen die wenigen Tontafeln einer frühen Schriftstufe, zahlreiche wohl im Handel verwendete calculi aus Terrakotta und eine Fülle tönerner Verschlüsse mit Siegelabrollungen sowie einige originale Rollsiegel aus Stein. Mit allen erwähnten Befunden gewinnt die Diskussion über die älteste Stadtkultur Vorderasiens eine neue Basis. Untersuchungen des Metallhandwerks, der Tierknochen und Mollusken sowie des als Handelsgut gefundenen Bitumens und anderer Materialproben bieten umfangreiche Hinweise auf die wirtschaftliche Basis des Lebens in Habuba Kabira-Süd vor etwa fünf Jahrtausenden. Insbesondere bieten sie wertvolle Ergänzungen zu den bisherigen Funden aus den Metropolen in Uruk und Susa, aus deren Untersuchungen bisher nur vereinzelte Zeugnisse des täglichen Lebens hervorgegangen sind. Eine Verknüpfung der hier publizierten Objekte mit ihren im Band Ausgrabungen in Habiba Kabira I veröffentlichten Fundstellen ist stets auf direktem Wege möglich und dient somit der Gesamtbetrachtung.
Das Grab des Siamun in der Oase Siwa. Beitr. Heinz Felber; Jan Moje. Archäologische Veröffentlichungen 115 . 2014. 117 S. 1 Abb. 1 Diagramm, 3 Tabelle(n), 24 fb. Tafel(n). 35 x 25 cm. Gb. EUR 89,00. CHF 119,00 ISBN: 978-3-447-10239-1 Harrassowitz Verlag
Malerisch in der Westwüste Ägyptens gelegen und über 300 Kilometer von der nächsten Stadt entfernt, ist die Oase Siwa weithin bekannt für das sogenannte Ammons-Orakel im Tempel des Amun, dessen prominentester Besucher Alexander der Große war.
Unter den nach Alexander in Ägypten regierenden Ptolemäern entwickelte sich der Gebel el-Mota, der sich über der Oase erhebt, zu einem zentralen Bestattungsplatz der Elite. Das Grab eines Mannes namens Siamun zählt zu den bedeutendsten Privatgräbern der Oase und nimmt durch seine überaus qualitätvollen und lebensnahen Dekorationen eine Schlüsselstellung in der spätägyptischen Kunst ein.
Dieses Buch stellt die Ergebnisse eines mehrjährigen DFG-Projekts vor. Grundlage sind 1:1-Zeichnungen der Wanddekoration, die Michael Sohn vor Ort gefertigt, später eingescannt und am Computer bearbeitet hat, sowie die Fotodokumentation von Mohammed al-Roumi. Darauf basierend hat ein interdisziplinäres Team die Architektur, die Dekoration und die Inschriften analysiert. Das Ergebnis bildet nicht nur die erstmalige vollständige Dokumentation, sondern auch eine grundlegende Neuinterpretation des Grabes, das zu den wichtigsten Hinterlassenschaften aus Ägypten um die Zeitwende gehört.
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