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Buchillustration im 18. Jahrhundert. MGH - Die Urkunden der Dtsch.en Könige und Kaiser (14,5). Jung, Sandro. Kleine artige Kupfer. 2018. 150 S. 92 Abb. 24 x 16 cm. EUR 16,80. ISBN: 978-3-447-10931-4 Harrassowitz Verlag
Das 18. Jahrhundert stellt eine Blütezeit der literarischen Buchillustration dar, in der Ausgaben mit ganzseitigen Kupfern und Vignetten ausgestattet werden, die nicht nur zur Attraktivität des Buches beitragen, sondern Lesern auch zentrale rezeptionsästhetische Informationen liefern. Während bisherige Forschungen gezeigt haben, dass literarische Illustrationen sowohl Leseerfahrung widerspiegeln als auch als Produkte vermarktungsfördernder künstlerischer Auseinandersetzung mit einem Text zu verstehen sind, steht eine Untersuchung der Illustrationen in Ausgaben von literarischen Bestsellern wie Daniel Defoes Robinson Crusoe (1719) oder James Thomsons The Seasons (1730), die über die Grenzen des Ursprungslandes hinaus verbreitet wurden, bis heute aus.
Sandro Jung betrachtet in seiner Studie sowohl Texte, die als internationale Bestseller in illustrierten Übersetzungen einem deutschsprachigen Publikum zugänglich gemacht wurden als auch deutsche Werke, die in Anlehnung an Illustrationsmoden in England und Frankreich durch Kupferstiche bereichert wurden. Besondere Aufmerksamkeit wird im Jahrhundert der Anglophilie deutschen Illustrationen für die Übersetzungen englischer Werke gewidmet. Illustrationen für die pastorale und naturbeschreibende sowie für die komische und religiöse Dichtung werden ebenso in den Blick genommen wie diejenigen für Kinderliteratur. Zudem werden illustrierte englische, deutsche und französische Prachtausgaben vorgestellt und in die transnationale Betrachtung von Buchillustration miteinbezogen.
Teil 5: 1222–1226. Mitwirkung (sonst.) Höflinger, Klaus; Spiegel, Joachim; Friedl, Christian; Gutermuth, Katharina. Die Urkunden Friedrichs II. 2018. Latein; Dtsch. 1118 S. 42 Abb. 30 x 21 cm. EUR 230,00. ISBN: 978-3-447-10753-2 Harrassowitz Verlag
Der fünfte Band der Urkunden Friedrichs II. umfasst die Diplome und Mandate von September 1222 bis zum geplanten Hoftag von Cremona im Juni 1226. Dieser Teilband mit 270 Urkunden und einem Nachtrag zum ersten Band zeigt die gesamte Bandbreite der kaiserlichen Herrschaft: Neben Empfängern und Begünstigten aus Deutschland und dem „Regnum Arelatense“ finden sich vor allem Empfänger aus dem Königreich Sizilien und Norditalien. In dieser Zeit der sich zusehends konsolidierenden Kanzlei wird die Form des feierlichen Privilegs entwickelt, wie sie in ihrer höchsten Ausformung bis zum Ende der Herrschaft des Kaisers verbindlich bleiben sollte. Seit Dezember 1225 führte Friedrich II. nach seiner Heirat mit Isabella, der Erbin des Königreichs Jerusalem, den Titel eines „Romanorum imperator semper augustus, Ierusalem et Sicilie rex“. Sein Handeln als Kaiser wurde neben der beginnenden Konfrontation mit den norditalienischen Kommunen vor allem durch die Auseinandersetzungen mit Papst Honorius III. bestimmt. Eine Reihe von Urkunden ist von herausragender Bedeutung und auch für Nichtspezialisten in der Geschichte des Staufers von Interesse, etwa die Gründung der Universität von Neapel von Juni 1224 (D 1079), der Lübecker Reichsfreiheitsbrief von Mai 1226 (D 1169) und die in der Forschung umstrittene Goldbulle von Rimini für den Deutschen Orden, die das Datum März 1226 trägt (D 1158). Die beiden Letzteren sind jeweils in Doppelausfertigung ausgestellt und heute noch im Original erhalten.
Raumkonzeptionen im früheren Zoroastrismus. Kosmische, kultische und soziale Räume. Rezania, Kianoosh. 2018. 432 S. 51 Abb., 24 x 17 cm. EUR 89,00. ISBN: 978-3-447-19583-6 Harrassowitz Verlag
Teutsche Liedlein des 16. Jahrhunderts. Wolfenbütteler Hefte (36). Hrsg.: Aurnhammer, Achim; Rode-Breymann, Susanne; Mitwirkung (sonst.) Renno, Frederique. 2018. 384 S. 37 Abb., 23 Notenbeispiele. EUR 82,00. ISBN: 978-3-447-10933-8 Harrassowitz Verlag
Die internationale Jahrestagung des Wolfenbütteler Arbeitskreise für Renaissanceforschung 2014 widmete sich den Teutschen Liedlein des 16. Jahrhunderts. Gefragt wurde nach den vielfältigen Bezügen zwischen Text und Musik, nach dem sozialen Ort des Liedes im Spannungsfeld höfischer, städtischer oder universitärer Kunstausübung und Unterhaltungskultur, nach den Konvergenzen mit anderen Gattungen (vor allem dem Drama) und nach den wirkungsgeschichtlichen Aspekten der ‚teutschen Liedlein‘.
Der von Achim Aurnhammer und Susanne Rode-Breymann herausgegebene Sammelband vereint fünfzehn Beiträge, die in ihrer interdisziplinären Ausrichtung die unterschiedlichen Methoden der aktuellen Liedforschung repräsentieren und in musik- und texthistorischen Überblicken sowie in autor-, komponisten- und gattungsspezifischen Fallstudien unser Wissen um die Entwicklung des deutschen Liedes im literatur- und musikgeschichtlichen Kontext der Renaissance vertiefen. Während im ersten Teil des Bands musikalische Quellen unter neuen Forschungsperspektiven beleuchtet werden, bestimmen Studien zu einzelnen Liederbüchern und Komponisten den zweiten Teil, die Aufsätze des dritten Teils widmen sich rezeptionsästhetischen Aspekten der Teutschen Liedlein. Das Verhältnis von Musik und Text, die Konjunktur bestimmter Liedtexte, strophischer Formen und musikalischer Elemente sowie Themen und Topoi der Texte werden ebenso behandelt wie der soziale Ort des Liedschaffens und der Liedrezeption. Erörtert werden die Rolle prominenter Dichterkomponisten wie Leonhard Lechner, Valentin Haußmann oder Orlando di Lasso sowie die Funktion, Verbreitung und Pluralisierung der Gattung je nach Aufführungsort.
Wandering Aramaeans - Aramaeans Outside Syria. Textual and Archaeological Perspectives. Hrsg.: Berlejung, Angelika; Schüle, Andreas; Maeir, Aren M. 2018. Engl. 298 S. 11 Abb. 24 x 17 cm. EUR 58,00. ISBN: 978-3-447-19576-8 Harrassowitz Verlag
Herzog August Bibliothek Wolfenbüttel. Museumsführer. Wolfenbütteler Abhandlungen zur Renaissanceforschung (35). 2018. 136 S. 100 Abb. 20 x 12 cm. EUR 7,80. ISBN: 978-3-447-10934-5 Harrassowitz Verlag
Als achtes Weltwunder wurde die 1572 gegründete Herzog August Bibliothek schon vor gut 300 Jahren gefeiert. Sie war zur Zeit des Todes von Herzog August 1666 eine der berühmtesten fürstlichen Büchersammlungen und, was die Zahl der Drucke anlangt, wohl die größte Bibliothek der Welt, die Sammlung mittelalterlicher Handschriften gehörte zu den bedeutendsten in Europa. Berühmte Bibliothekare wie Gottfried Wilhelm Leibniz und Gotthold Ephraim Lessing bauten die Bibliothek weiter aus. In ihrer bewegten Geschichte änderte sie häufig ihr Gesicht, zuletzt wurde in den 1960er Jahren das Hauptgebäude neu gestaltet. In den vergangenen Jahrzehnten entstand die heutige internationale Forschungs- und Studienstätte, die neben ihren unvergleichlichen Bücherschätzen ihren einmaligen Ruf in der Welt begründete.
Mit diesem Museumsführer präsentiert sich die Herzog August Bibliothek ihren Besuchern, ihren Benutzern und ihren Gästen in ihren verschiedenen Facetten als außeruniversitäre Forschungseinrichtung, als wissenschaftliche Bibliothek und als Museum. Vorgestellt werden einige herausragende Handschriften, wie das berühmte Evangeliar Heinrichs des Löwen und der illustrierte Sachsenspiegel. Informationen zu den Handschriften des Hauses, zur frühen Buchherstellung, zu den Globen, zum Sammlungsschwerpunkt Deutsche Drucke des 17. Jahrhunderts, zu den Malerbüchern und zur Sammlung Hermann Zapf ergänzen den Band. Ein Rundgang führt durch die musealen Räume der Bibliotheca Augusta, das Lessinghaus und das Bibliotheksquartier. Damit wird allen Interessierten ein handlicher Besucherguide geboten, der mit seiner ästhetisch ansprechenden Gestaltung noch lange an den Besuch in der Herzog August Bibliothek erinnern wird.
Untersuchungen zum Gott Sobek und den ägyptischen Krokodilgötter-Kulten von den Anfängen bis zur Römerzeit. Teil 1: Ikonographie und theologische Konzeption. Teil 2: Kulttopographie und rituelle Wirklichkeit. Teil 3: Indices, Bibliographie und Tafeln. Ägyptologische Abhandlungen (74). Kockelmann, Holger. Der Herr der Seen, Sümpfe und Flussläufe. 2018. 896 S. 100 fb. Abb. 28 x 21 cm. EUR 198,00. ISBN: 978-3-447-10810-2 Harrassowitz Verlag
Einer der ältesten, charakteristischsten und am besten bezeugten Vertreter des ägyptischen Pantheon ist der Krokodilgott Sobek. Ursprünglich ein Ressortgott des Wassers und Garant von Fruchtbarkeit gewann er spätestens Anfang des zweiten Jahrtausends weitere bedeutende Aspekte hinzu und ging synkretistische Verbindungen mit Re, Horus und Osiris ein. Die Krokodilnatur bestimmte die Konzeption des Gottes aber maßgeblich bis in späteste Zeit.
Holger Kockelmann legt hier die erste umfassende Untersuchung zu Sobek und anderen mit ihm eng verwandten Krokodilgöttern vor, die sämtliche Belegzeiten und Kultregionen einbezieht. Transdisziplinär werden dabei die unterschiedlichsten Quellen vernetzt: ägyptische Bildzeugnisse und Texte, reale Kultobjekte, architektonische und archäologische Befunde an den Kultbauten, griechische papyrologische und epigrafische Quellen, hellenistische und römische Bildzeugnisse nebst Berichten der klassischen antiken Autoren. Auf dieser breiten Materialbasis ergründet Teil 1 differenziert die Ikonografie des Gottes, die um ihn herum entwickelten vielschichtigen religiösen Vorstellungen sowie seine Wechselbeziehungen zu anderen ägyptischen wie ausländischen Gottheiten. Teil 2 widmet sich den diversen Gesichtspunkten des Kultes, insbesondere der Kulttopografie, dem Kultvollzug, Tempelausstattung und der rituellen Wirklichkeit an den Krokodilgötter-Heiligtümern mit einem besonderen Augenmerk auf Interferenzen zwischen dem Kult und der Konzeption des Sobek. Teil 3 bietet die Indices, Bibliografie und zahlreiche Tafeln.
Die Prozessionen der Kas und Hemusut in den Tempeln der griechisch-römischen Zeit. Soubassementstudien VI. Studien zur spätägyptischen Religion (18). Ventker, Bettina. Garanten der Herrschaft. 2018. 390 S. 5 Tafel(n), 55 Abb. 30 x 21 cm. EUR 98,00. ISBN: 978-3-447-10883-6 Harrassowitz Verlag
Der „Ka“ nimmt zu allen Zeiten eine zentrale und komplexe Rolle in der ägyptischen Religion ein. Als Lebenskräfte und Wesensaspekte des Sonnengottes tritt er in 14 namentlich benannten Ka-Aspekten (die Göttergruppe der „14 Kas des Re“) in diversen Quellen auf. Seit der Zeit Ptolemaios VIII. sind die 14 Kas des Re in der Gestalt von Gabenbringern im Sockelbereich belegt, wobei ihnen als weibliche Entsprechungen die Hemuset-Göttinnen zugeordnet werden. Obwohl in einem Zeitraum von ca. 250 Jahren in nicht weniger als elf Heiligtümern Prozessionen der Ka-Genien und der Hemuset-Göttinnen nachgewiesen werden können, ist ihnen in der Forschung bislang nicht dieselbe Aufmerksamkeit zuteil geworden wie anderen Prozessionstypen. Bettina Ventker geht in ihrem neuen Beitrag zu den Soubassementstudien der Frage nach, wodurch sich die Prozessionen der Kas und Hemusut auszeichnen, wie sie sich von anderen abgrenzen und welche spezifische Bedeutung den Genien in diesem Kontext zukommt. Hierzu werden alle Inschriften, bei denen es sich teilweise um Paralleltexte handelt, transliteriert, übersetzt und kommentiert und mit weiteren Quellen zu den 14 Kas außerhalb der Soubassement-Dekoration in Beziehung gesetzt. Die erstmals vollständig analysierten Texte zeigen einen wesentlichen Aspekt des vielschichtigen Ka-Begriffes auf, der vor allem im Soubassement seinen Ausdruck findet: Die Ka-Aspekte garantieren als dynastisches Prinzip die Legitimität und Kontinuität der weltlichen und göttlichen Herrschaftsordnung.
Codex Udalrici. MGH - Die Briefe der Deutschen Kaiserzeit (10). Hrsg.: Nass, Klaus. 2017. 748 S. 3 Abb., 111 fb. Abb. 24 x 17 cm. EUR 198,00. ISBN: 978-3-447-10946-8 Harrassowitz Verlag
Der Codex Udalrici ist eine umfangreiche Textsammlung des Bamberger Geistlichen Udalrich aus dem frühen 12. Jahrhundert. Er enthält 395 Texte (davon 228 Briefe, 113 Urkunden und 22 Gedichte), von denen knapp die Hälfte ausschließlich hier überliefert sind. Unter ihnen befinden sich bedeutende Dokumente zur Reichs- und Kirchengeschichte des späten 11. und frühen 12. Jahrhunderts, womit die Sammlung eine der wichtigsten Quellen zum Investiturstreit darstellt. Der von Klaus Nass herausgegebene Band 10 der Briefe der deutschen Kaiserzeit ist die erste vollständige kritische Edition des Codex Udalrici, die schon seit 1831 auf dem Programm der Monumenta Germaniae Historica steht. Sie beschränkt sich nicht auf die reine Textkonstitution, sondern berücksichtigt auch die Überlieferung der Texte außerhalb des Codex Udalrici, um so Udalrichs Vorlagen und Arbeitsweise bestimmen zu können. Die Einleitung bietet zudem neue Erkenntnisse über die Quelle: Die einzelnen Textschichten werden voneinander abgegrenzt (Widmungsfassung von 1125, Ergänzungen und Fortsetzung um 1134) und Uldarich wird mit dem 1127 verstorbenen Bamberger Domkustos identifiziert. Zudem wird aufgezeigt, dass der Codex nicht als Mustersammlung, sondern als Lesebuch und Handreichung für angehende Prälaten aus dem Bamberger Domkapitel gedacht war.
Julius Kurth (1870–1949).. Berliner Japansammler, Gelehrter und Pfarrer. Mit seinem unveröffentlichten Sharaku-Schauspiel. Asien- und Afrikastudien der Humboldt-Universität zu Berlin (51). Hrsg.: Walravens, Hartmut; Beitr.: Kuwabaru, Setsuko. 2017. 226 S. 58 Abb. 24 x 17 cm. EUR 52,00. CHF ISBN: 978-3-447-10950-5 Harrassowitz Verlag
Der Pfarrer, Sammler und Wissenschaftler Julius Kurth (1870–1949) hat sich insbesondere durch seine Sammlung ägyptischer Kleinkunst, die sich heute in der Universität Halle-Wittenberg befindet, und durch zahlreiche Veröffentlichungen zum japanischen Farbholzschnitt einen Namen gemacht. Während seine Verdienste auf ägyptologischem Gebiet von archäologischer Seite bereits durch einen vorzüglichen Bestandskatalog gewürdigt sind, stand eine Darstellung und Wertung seiner übrigen Leistungen noch aus.
Der von Hartmut Walravens herausgegebene Band verzeichnet und bespricht Kurths sämtliche Publikationen. Von besonderer Bedeutung sind seine Monographien über die japanischen Maler und Holzschnittkünstler Utamaro, Harunobu und Sharaku sowie seine Geschichte des japanischen Holzschnitts, die zwischen 1925 und 1929 in drei Auflagen und drei Großquartbänden erschien. Kurth, der Japanisch als Autodidakt gelernt hat, hatte bereits 1904 von der geheimnisvollen Persönlichkeit Sharakus fasziniert ein Schauspiel verfasst, das im vorliegenden Band nun erstmals veröffentlicht wird. Kurths eigene Holzschnittsammlung, die eine wichtige Grundlage für seine Arbeiten bildete, wurde von seinen Erben veräußert. Doch anhand der Abbildungen und Verweise in Kurths Veröffentlichungen lässt sich wenigstens ein Teil der Kollektion rekonstruieren.
Ergänzt wird der Band durch die Briefe des Zeichners und Exlibriskünstlers Franz von Bayros (1866–1924) an Kurth und durch einen gesonderten Beitrag der Kunsthistorikerin Setsuko Kuwabara zu Kurths Interesse für Japan-Exlibris.
Schwabenspiegel und Augsburger Stadtrecht. MGH-Schriften (73). Wüsthof, Lucas. 2017. 3668 S. 5 Abb. 22 x 16 cm. EUR 74,00. ISBN: 978-3-447-10840-9 Harrassowitz Verlag
Der Schwabenspiegel – eine große Unbekannte unter den deutschen Rechtsbüchern – der noch heute in knapp 400 Handschriften überliefert ist, widmet sich mit großer Detailfreude einer Vielzahl von Rechtsproblemen, deutet sie vor dem Hintergrund der spätmittelalterlichen Gesellschaft und ist so im wahrsten Sinne des Wortes ein „Spiegel“ seiner Zeit.
Lucas Wüsthof widmet sich diesem Klassiker der deutschen Rechtsgeschichte und untersucht seine engen Parallelen zum Augsburger Stadtrecht von 1275/76. Der Zusammenhang von Schwaben- und Deutschenspiegel spielt dabei eine ebenso große Rolle wie die Quellen des Schwabenspiegels, die Frage nach Oralität und Schriftlichkeit sowie nach dem Einfluss städtischer Rechtsgewohnheiten auf das Rechtsbuch. Die Anklänge des Stadtrechts an ländliche Rechtsgewohnheiten und auch die Existenz eines städtischen Lehenrechts zeigen, dass eine deutliche Trennung im Augsburger Stadtrecht nicht vollzogen wurde. So entstanden fall- und praxisbezogene Rechtssammlungen in denen sich regionale und städtische Eigenheiten sowie Rechtsfiguren aus dem Reich der Mythen und Sagen miteinander verbanden. So schwierig eine verbindliche Einordnung der beiden Rechtsquellen in ein Rezeptionsgebilde bleibt, umso leichter lässt sich feststellen, dass der Schwabenspiegel zu Unrecht in Vergessenheit geraten ist: Nach den Unsicherheiten des Interregnums diente er zunächst als identitätsstiftendes Element im süddeutschen Rechtsraum und war später bis weit über die süddeutschen Landesgrenzen hinaus verbreitet, damit stand er ebenso wie der Sachsenspiegel in einer europäischen Tradition.
Katalog der festländischen Handschriften des neunten Jahrhunderts (mit Ausnahme der wisigotischen). Gesamtregister. Bearbeitet von Birgit Ebersperger. Bischoff, Bernhard. 2017. 322 S. 24 x 17 cm. EUR 98,00. ISBN: 978-3-447-10912-3 Harrassowitz Verlag
Der als Ergebnis jahrzehntelanger Forschungsarbeit von dem Paläographen und langjährigen Münchener Ordinarius für Mittellateinische Philologie Bernhard Bischoff verfasste Katalog verzeichnet – mit Ausnahme der insularen und der westgotischen – die erhaltenen Handschriften und Fragmente des 9. Jahrhunderts. Diese für die Überlieferung der klassischen und patristischen Literatur so bedeutende Epoche war auch für die Schriftentwicklung immens fruchtbar; der Katalog ermöglicht einen Gesamtüberblick über die erhaltenen Handschriften des 9. Jahrhunderts und eröffnet so neue Erkenntnisse über die Buchproduktion und die Schriftentwicklung in bereits bekannten wie auch bislang unbehandelten Skriptorien.
Die drei aus dem Nachlass von Birgit Ebersperger herausgegebenen Bände bieten höchst reichhaltige und vielfältige Informationen, die durch den nun vorliegenden Registerband erschließbar werden. Neben den aus den Bänden I–III zusammengeführten Registern der Schreiborte und Schriftprovinzen und den Registern der zitierten Handschriften wurden zusätzliche Register neu erarbeitet: Ein Autoren- und Werkregister, ein Sachregister, ein Personenregister, ein Ortsregister sowie Register der Buchstabenformen, Ligaturen und Kürzungen.
Regional History and the Coin Finds from Assur. From the Achaemenids to the Nineteenth Century. Heidemann, Stefan; Butcher, Kevin. Engl.; Dtsch. 2017. 160 S. 51 meist fb. Abb. 5 Tabelle(n), 2 Landkarte(n). 35 x 24 cm. Gb. EUR 82,00. ISBN: 978-3-447-10761-7 Harrassowitz Verlag
In July 1914, the excavation of one of the most significant capitals in human history, Assur, ended successfully. After a division of finds, the objects were dispatched to Berlin on the eve of the First World War. Assur is currently the most important reference site for coin finds in northern Iraq. They constitute an independent source for the history of the settlement, the Tigris region, and for coin circulation after the fall of the Assyrian empire in 614 BC, from the Achaemenid to the late Ottoman empire. These coin finds fill an important gap in the history of Assur, whose name in the post-Assyrian period is hardly attested to. For the Arsacid period, the coin finds highlight the surprising permeability of the border from the Roman provinces to Arsacid north-eastern Mesopotamia.
With the Sasanian conquest in about 240/1, life in Assur apparently stopped. For the following 1,600 years we can distinguish at least three separate settlement phases, and almost each phase corresponds to changing names for the city. While we do not know what the settlement between the 7th and 8th century was called, in the 12th and 14th centuries it was referred to as al-Aqr. For this period, we have more literary references to its history, at least compared with the preceding 1,800 years. The coin finds, together with the textual references, allow for an insight into the political and economic development of “a large village”. For the 17th and 18th centuries, the coins point to a revived settlement, now under the name of Qal`at Shirqat.
The Case of the Zagros in the First Millennium BCE. Classica et Orientalia (18). Balatti, Silvia. Mountain Peoples in the Ancient Near East. Engl. 2017. 452 S. 1 Schaubild(er), 18 Abb., 22 Tafel(n), 3 Tabelle(n), 3 Diagramm(e). 24 x 17 cm. EUR 89,00. ISBN: 978-3-447-19638-3 Harrassowitz Verlag
Since Prehistory, communities principally engaged in herding activities have occupied the intermontane valleys and plains of the Zagros (Western Iran). Relations, tensions and cultural exchange between the inhabitants of the mountains and the Mesopotamian plains already occurred during the Bronze Age. These contacts increased in the course of the 1st millennium BCE, as is suggested by Near Eastern and subsequently by Greek and Latin sources which provide us with numerous new names of peoples living in the Zagros. The present volume investigates the social organisation and life style of the peoples of the Zagros Mountains in the 1st millennium BCE and deals with their relationships with the surrounding environment and with the political authorities on the plains.
Among these peoples, for example, were the ‘fierce’ Medes, breeders and purveyors of fine horses, the Manneans, who inhabited a large territory enclosed between the two contending powers of Assyria and Urartu, and the ‘warlike’ Cosseans, who bravely attempted to resist the attack of Alexander the Great’s army. The Southern Zagros Mountains, inhabited by mixed groups of Elamite and Iranian farmers and pastoralists, were also of key importance as the home of the Persians and the core area of their empire. Starting from Fars, the Persians were able to build up the largest empire in the history of the ancient Near East before Alexander.
The interdisciplinary approach adopted in this study, which juxtaposes historical records with archaeological, zooarchaeological, palaeobotanical and ethnographic data, provides a new, holistic and multifaceted view on an otherwise little-known topic in ancient history.
Constructing Authority. Prestige, Reputation and the Perception of Power in Egyptian Kingship. Budapest, May 12–14, 2016. Königtum, Staat und Gesellschaft früher Hochkulturen (4,5). Hrsg.: Bacs, Tamas A.; Beinlich, Horst. 8. Symposium zur ägyptischen Königsideologie/8th Symposium on Egyptian Royal Ideology. Engl. 2017. 296 S. 81 Abb., 1 Landkarte(n). 24 x 17 cm. EUR 78,00. ISBN: 978-3-447-19705-2 Harrassowitz Verlag
Royal ideology constitutes one of the key topics that had an enormous impact on all aspects of ancient Egyptian culture. Therefore, it is not surprising that in the series of conferences "Tagung zur Königsideologie" meetings have regularly been organized since 1995 to bring together scholars working on various aspects of this topic. The 8th session took place in Budapest in May 2016 focusing on “Prestige, Reputation and the Perception of Power in Egyptian Kingship”.
Tamás A. Bács, The Pride of the Ramessides: a Note on a Late Ramesside King-List
Horst Beinlich, Der Herrschaftsbereich als Prestige-Objekt
Monika Dolinska, Birds and Felines in Royal Iconography
Elizabeth Eltze, The Creation of Royal Identity and Ideology through Self-Adornment: The Jewels of Ancient Napata and Meroë
Christopher Eyre, Calculated Frightfulness and the Display of Violence
Shih-Wei Hsu, Images of the Pharao
Jiří Janák and Filip Coppens, The Near and the Distant King. Two Oppositions in the Concept of Divine Authority of the Egyptian King
Dieter Kurth, The wnn-Formula in the Ritual Scenes of the Late Temples and the Presence of the King
Ewa Laskowska-Kusztal, The “Centre for Development” of the Royal Authority in Kalabsha
Ulrich Luft, The Gate of Power
Massimiliano Nuzzolo, Human and Divine: the Royal Paradigm in Fifth Dynasty Egypt
Christine Raedler, Creating Authority - The High Priest of Osiris Wenennefer and a Special Kind of Deification of Ramesses II
Anthony Spalinger, Ramesses III at Medinet Habu: Sensory Models
Carola Vogel, From Power to Reputation and Vice Versa: The Relationship between Thutmosis III and Senuseret III Reconsidered
Festschrift für Linda-Marie Günther zum 65. Geburtstag. Philippika (116). Hrsg.: Beck, Hans; Eckhardt, Benedikt; Michels, Christoph; Richter, Sonja. Von Magna Graecia nach Asia Minor. 2017. 376 S. 71 Abb., 1 Landkarte(n), 4 Diagramm(e), 1 Tabelle(n), 1 Frontispiz. 24 x 17 cm. EUR 74,00. ISBN: 978-3-447-10907-9 Harrassowitz Verlag
Das Grab des Qa‘a. Architektur und Inventar. Engel, Eva-Maria; Beitr.: Hikade, Thomas. Archäologische Veröffentlichungen des Deutschen Archäologischen Instituts (UF899), Band: 100. 2017. XXIV/600 S. 400 Abb., 72 Tabellen, 48 fb. Abb. Gb. EUR 158,00 ISBN: 978-3-447-10876-8 Harrassowitz Verlag
Der letzte König der 1. Dynastie, Qa’a, wurde gegen 2800 v.Chr. in Umm el-Qaab bestattet. In dem unterirdischen Lehmziegelgebäude ist die königliche Grabkammer von Räumen für weitere Bestattungen und Magazinen für Beigaben umgeben. Das Grab wurde im Laufe der über 20-jährigen Regierungszeit des Königs mehrfach an geänderte Anforderungen angepasst und erweitert, wie die hier präsentierten Ergebnisse der Nachuntersuchungen des Deutschen Archäologischen Instituts in Kairo zeigen konnten. Durch diese Veränderungen stellt das Grab ein typologisches Bindeglied zwischen den Gräbern der 1. Dynastie in Abydos und der 2. Dynastie in Saqqara dar. Die Verteilung der Funde innerhalb des Grabes wiederum spiegelt das Verhältnis des Königs zu seiner Umwelt wider: Beigaben und Personen in den Nebengräbern sollten als Abbild des Hofstaats der Versorgung des Königs im Jenseits dienen.
Bei den Ende des 19. Jahrhunderts begonnenen Ausgrabungen in Umm el-Qaab wurden Umschichtungen des beweglichen Inventars der Gräber vorgenommen, sodass das Fundmaterial in originäre Bestandteile der Grabausstattung und Beigaben einerseits sowie intrusive Objekte andererseits genau getrennt werden musste. So kann die datierende Funktion der Artefakte aus dem Grab des Qa’a gewährleistet und an anderen Grabungsplätzen als Referenz für das Ende der 1. Dynastie herangezogen werden.
Studien zum spätklassischen und frühhellenistischen Städtebau in Arkadien, der Dodekanes und Makedonien. Philippika (114). Tombrägel, Martin. 2017. 236 S. 75 Abb. 24 x 17 cm. EUR 58,00. ISBN: 978-3-447-10902-4 Harrassowitz Verlag
Im 4. Jahrhundert v.Chr. werden drei Regionen der östlichen Mittelmeerwelt durch urbanistische Maßnahmen tiefgreifend umgestaltet. Während in Arkadien mit Megalopolis eine neue Metropole entsteht, folgen in der Dodekanes auf die Neugründung von Rhodos die Städtebauprojekte von Halikarnassos, Kos, Knidos und Myndos und in Makedonien baut König Archelaos Pella zu seiner neuen Hauptstadt aus.
Martin Tombrägel rekonstruiert in seiner Studie Verlauf, Ursachen und Hintergründe der städtebaulichen Vorgänge in diesen drei Regionen unter Berücksichtigung neuerer Ausgrabungsergebnisse. Dabei gilt das Hauptinteresse den urbanistischen Errungenschaften der neuen spätklassischen Städte, in denen u.a. mit der Gestaltung individueller Stadtbilder experimentiert wird. Tombrägel nähert sich seiner Fragestellung unter Berücksichtigung zweier übergreifender Forschungsdiskurse: Einerseits wird analysiert, inwieweit sich die naturräumlichen, geopolitischen und ökonomischen Unterschiede der jeweiligen Regionen auf den Verlauf der Städtebauprojekte ausgewirkt haben, andererseits ist mit der Untersuchung ein methodenkritischer Ansatz verbunden, der danach fragt, wie literarische und archäologische Quellen einzeln und zusammenhängend historisch interpretiert werden können.
Akten des 6. Internationalen Kolloquiums zum Thema »Vorderasien im Spannungsfeld klassischer und altorientalischer Überlieferungen« aus Anlass der 80-Jahr-Feier der Entdeckung des Festungsarchivs von Persepolis Landgut Castelen bei Basel, 14.–17. Mai 2013. Classiet Orientalia (17). Hrsg.: Jacobs, Bruno; Henkelman, Wouter F. M.; Stolper, Matthew W. Die Verwaltung im Achämenidenreich – Imperiale Muster und Strukturen. Administration in the Achaemenid Empire – Tracing the Imperial Signature. Engl.; Franz.; Deutsch. 2017. 888 S. 64 Tabelle(n), 2 Diagramm(e), 134 Abb., 1 Landkarte(n), 1 graphische Darstellung(en). 24 x 17 cm. Gb. EUR 128,00. ISBN: 978-3-447-10793-8 Harrassowitz Verlag
In den vergangenen Jahrzehnten sind zahlreiche lokale Archive und andere Primärquellen der Achämenidenzeit neu erschlossen oder weiter aufgearbeitet worden, darunter insbesondere das Tontafelarchiv aus der Festungsmauer der Zitadelle von Persepolis und die Korrespondenzen der Satrapen von Baktrien und Ägypten mit ihren Untergebenen. Zahlreiche Beiträge dieses Bandes versuchen, die Vorgänge, die diese Quellen dokumentieren, als Protokolle von Abläufen innerhalb eines reichsumspannenden Netzwerks der Verwaltung zu verstehen und einzuordnen. Dabei werden wiederkehrende Muster erkennbar, und es zeichnet sich eine Systematik von Hierarchien und Strukturen ab. Zu den Bereichen, die die Verwaltung regelte, gehörten u.a. die Versorgung von Reisenden und damit die Sicherung der Kommunikation zwischen dem Reichszentrum und seinen Provinzen, aber auch der Unterhalt von Arbeitern, die zur Verrichtung ihrer Dienste aus anderen Provinzen ins persische Kernland entsandt worden waren.
Andere Beiträge konfrontieren die Primärquellen mit Informationen, die die klassische Überlieferung zur Verwaltung des Achämenidenreichs bietet. Bei dieser Gegenüberstellung dient die Primärüberlieferung als Korrektiv und Interpretationshilfe. In Kombination führen beide Herangehensweisen zu ähnlichen Ergebnissen: Nicht Umbrüche und spontanes Krisenmanagement, sondern Kontinuität und Stabilität erweisen sich als bestimmende Charakteristika der Reichsverwaltung und als wichtige Garanten für die beispiellose Ausdehnung und die Beständigkeit des ersten Weltreichs der Geschichte.
Episteme in Bewegung. (9). Hrsg.: Cancik-Kirschbaum, Eva; Kahl, Jochem; Lee, Eun-Jung; Engert, Michaela. Collect and Preserve: Institutional Contexts of Epistemic Knowledge in Pre-modern Societies. Engl. 2017. 177 S. 48 Abb. 24 x 17 cm. Gb. EUR 58,00. ISBN: 978-3-447-10829-4 Harrassowitz Verlag
The use of writing for the preservation and transmission of administrative, scientific, literary and sacred knowledge has a long history. From the third millennium BCE on, many forms of social processes – intellectual, religious, political and others – have been increasingly materialized in the form of a variety of document types (tablets, bones, papyri, scrolls, parchments, books). Some of them were collected in archives or libraries that were dependent on royal palaces, governmental institutions and temples but also in private contexts.
The publication Collect and Preserve assembles a number of studies devoted to material aspects of collecting texts in ancient Egypt, Mesopotamia, Qumran, Medieval Japan, and Korea under the Chosŏn-Dynasty (1392–1910).
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