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Das Grab des Königs Ninetjer in Saqqara. Architektonische Entwicklung frühzeitlicher Grabanlagen in Ägypten. Lacher-Raschdorff, Claudia Monika. Archäologische Veröffentlichungen des Deutschen Archäologischen Instituts (125). 2013 S. 335 Abb. 25 x 35 cm. Gb. EUR 198,00. CHF 267,00 ISBN: 978-3-447-06999-1 Harrassowitz Verlag
Das Grab des Königs Ninetjer (um 2780 v.Chr.), eines der vier bislang bekannten Königsgräber der 2. Dynastie, liegt in der Nekropole Saqqara, ca. 25 km südwestlich von Kairo. Angelegt ist es als unterirdisches Felsgrab, welches in Stollenbauweise in das gewachsene Kalksteinmassiv getrieben wurde. Der Komplex erstreckt sich über eine Fläche von ca. 77,00 m x 50,50 m und ist in 192 Räume gegliedert, die labyrinthartig den Felsen durchziehen. Ursprünglich befand sich oberirdisch wohl ein Grabhügel, von dem keine Reste erhalten sind.
In der vorliegenden Publikation werden die Ergebnisse der archäologischen und bauforscherischen Untersuchung der Grabanlage dargelegt. Forschungsschwerpunkt ist die Analyse der Grabarchitektur: Mit den Methoden der Bauforschung werden die Bauphasenabfolge der Grabanlage und die späteren Nutzungsphasen herausgearbeitet, die Bautechnik untersucht und die Baudurchführung rekonstruiert. Fünf Entwürfe dienen der Visualisierung möglicher Oberbauvarianten. Darüber hinaus wird erstmalig eine Interpretation für den labyrinthartigen Grundriss vorgelegt. An die bauforscherische Analyse des Königsgrabes schließt eine allgemeine bautypologische Untersuchung von Grabanlagen der 1. bis 3. Dynastie an. Auf unterschiedlichen hierarchischen Ebenen werden Entwicklungslinien aufgezeigt, wodurch eine Einordnung bislang undatierter Gräber ermöglicht wird. Ferner lassen sich verschiedene Entwicklungsstufen hinsichtlich der Grabsicherheitssysteme nachweisen, und anhand der architektonischen Gestaltung und der archäologischen Befunde können neue Aussagen zu Kultpraktiken und Jenseitsvorstellungen getroffen werden.
Rosenkränze und Seelengärten. Bildung und Frömmigkeit in niedersächsischen Frauenklöstern.Hrsg.: Kruse, Britta-Juliane. Ausstellungskataloge der Herzog August Bibliothek (98). 2013 348 S. 193 Abb.Gb. EUR 39,80. CHF 52,90 ISBN: 978-3-447-06813-0 Harrassowitz Verlag
Bereits im Mittelalter waren die niedersächsischen Frauenklöster als Orte gelehrter Bildung und einer vielfältigen Frömmigkeitspraxis bekannt: Nonnen beteten Rosenkränze und lasen in einem frühen „Bestseller“, dem „Hortulus animae“, zu Deutsch „Seelengärtlein“. Die Ausstellung Rosenkränze und Seelengärten in der Herzog August Bibliothek Wolfenbüttel zeigt erstmals zahlreiche Gegenstände aus unterschiedlichen Bereichen der Klosterkultur gemeinsam.
Der von Britta-Juliane Kruse herausgegebene reich bebilderte Katalog zur Ausstellung enthält kurze informative Essays mit aktuellen Forschungsergebnissen zur Gründungsgeschichte der Konvente, deren prächtiger Ausstattung, zu den vielstimmigen Gesängen der Nonnen und ihren herausragenden Fertigkeiten in der Textilkunst. In Verbindung mit der Beschreibung einzelner bedeutender Objekte ergeben sich zahlreiche Querbezüge, die zum Weiterlesen und Nachschlagen einladen. So sind beispielsweise von Nonnen geschriebene und gesammelte Bücher erhalten, die die Lebensverhältnisse, Interessen und Denkweisen der Nonnen spiegeln und so Informationen über die weibliche Seite des klösterlichen Lebens vermitteln. Jahrhunderte später zwischen den Seiten entdeckte Lesezeichen, medizinische Rezepte oder Andachtsobjekte führen den Alltag und die Frömmigkeitspraktiken in Musik, Text und Bild anschaulich vor Augen. Zudem bietet der Katalog interessante Einsichten, überraschende Ergebnisse und überzeugende Antworten auf die Frage, wie diese historischen Bücher im Rahmen heutiger Fragestellungen, Methoden und modernen technischen Möglichkeiten ihre Besonderheiten preisgeben.
Ess, Josef van. Im Halbschatten. Der Orientalist Hellmut Ritter (1892–1971). 2013. 330 S. 24 x 17 cm. Pb. EUR 49,00. CHF 65,90 ISBN: 978-3-447-10029-8 Harrassowitz Verlag
Arameans, Chaldeans, and Arabs in Babylonia and Palestine in the First Millennium B.C. Hrsg.: Berlejung, Angelika; Streck, Michael P. 2013. Engl.;Deutsch. 336 S. 34 Abb. 10 Tabelle(n). 24 x 17 cm. ISBN: 978-3-447-06544-3 Harrassowitz Verlag
Arameans, Chaldeans, and Arabs in Babylonia and Palestine in the First Mill. B.C. edited by Angelika Berlejung and Michael P. Streck comprises the papers presented at an international workshop in the Villa Tillmanns/Leipzig on 24th and 25th of June 2010. The interdisciplinary event was part of the research projects on "Space and Mobility in Mesopotamia, Syria and Palestine in the Time of the Neo-Assyrian and Neo-Babylonian Period". Organized by the Universities of Leipzig and of Halle-Wittenberg among others, the projects are part of the Collaborative Research Center "Difference and Integration" (SFB 586).
The resulting volume has ist focus on the interaction between nomadic, mobile and settled cultures, and possible mechanisms of inculturation. The contributors examine the material finds and written sources in order to deepen our understanding of the history, geography, culture, and religion of the Aramean, Chaldean and Arabian tribes.
David Cranz. Historie der Böhmischen Emigration. Eine historisch-kritische Edition. Hrsg.: Noller, Matthias. 2013. 285 S. 24 x 17 cm. Gb. EUR 68,00. CHF 89,00 ISBN: 978-3-447-10027-4 Harrassowitz Verlag
David Cranz (1723–1777) erlangte mit seinen Schriften zur Geschichte der Herrnhuter Brüdergemeine Berühmtheit. In den späten 1760er Jahren war er Prediger böhmischer Konfessionsmigranten in Berlin-Rixdorf, die sich dort zu einer evangelischen Glaubensgemeinschaft zusammengefunden hatten. In dieser Position beschrieb er mit der Historie der Böhmischen Emigration die Genese, Struktur und religiöse Entwicklung der Gemeinde. Das umfangreiche Manuskript war dem innergemeinschaftlichen Gebrauch vorbehalten und blieb daher unveröffentlicht.
Die historisch-kritische Edition von Matthias Noller macht dieses einzigartige Zeugnis der brüderischen Geschichtsschreibung aus dem Zeitalter der Aufklärung erstmals der Öffentlichkeit im Druck zugänglich. Zudem wird die Gemeindegeschichte der Berlin-Rixdorfer Gemeinschaft in einem breiteren Kontext präsentiert, in dem auch die Emigration aus den Ländern der Böhmischen Krone nach Sachsen – und hier besonders in die Oberlausitz – und nach Brandenburg-Preußen während der Frühen Neuzeit Berücksichtigung findet. Die Edition bietet so nicht nur einen neuen Blick auf migrations-, kirchen- und kulturgeschichtlich wichtige Zusammenhänge, sondern beleuchtet auch die bisher weitgehend unbekannte religiöse Alltagspraxis und Frömmigkeit evangelischer Glaubensflüchtlinge in der Fremde.
Theory and Reality of Feng Shui in Architecture and Landscape Art. Hrsg.: Reiter, Florian C. 2013. Engl.;Chinesisch. 185 S. 160 Abb. 4 Tabelle(n). 24 x 17 cm. Pb. ISBN: 978-3-447-10005-2 Harrassowitz Verlag
Asien- und Afrikastudien der Humboldt-Universität zu Berlin 41. Reihe herausgegeben von Bauer, Christian. Feng Shui is a practical reality that is rooted in Chinese life, merging the spiritual potential of human existence in life and death. The art of Feng Shui is not confined to houses but is also connected with landscape art. This fact becomes especially evident in traditional temple architecture and locations of Buddhist caves and statues that dot the scenery in Sichuan province and other locations.
The volume, edited by Florian C. Reiter, presents the results of a symposium held in 2012, that assembled specialists to discuss theoretical and practical aspects of Feng Shui. Some analysis in the present volume shows the inseparable connection between the ancestors, the graveyards, and the housing for the ancestry at the home altars in residential quarters. It appears that the element of a religious connotation in building practice is a condition that characterizes genuine Feng Shui and must be considered by customers and architects. Some contributions show that comparable elements exist in European building practice, which seems to prove the impact of common notions about human habitation without being due to any intercultural stimulation.
With contributions by Gyda Anders, Howard Choy, Huang Lan-Shiang, Michael Y. Mak, Florian C. Reiter, Ellen Van Goethem, Klaas Ruitenbeek, Tsai Sueyling.
Palatinatus Illustrandus. Festschrift für Helmut Bernhard zum 65. Geburtstag. Hrsg.: Zeeb-Lanz, Andrea; Stupperich, Reinhard. 2013 320 S. 273 Abb. 29 Karte(n), 2 Tabelle(n). 30 x 21 cm. Gb. EUR 58,00. CHF 77,90 ISBN: 978-3-447-06976-2 Harrassowitz Verlag
Der dem Speyerer Archäologen und Denkmalpfleger Professor Dr. Helmut Bernhard zum 65. Geburtstag gewidmete Sammelband stellt sich mit seinem programmatischen Titel in die Tradition der im 18. Jahrhundert im Auftrag des Pfälzer Kurfürsten Carl Theodor in Angriff genommenen Pfälzer Landesaufnahme: „Palatinus Illustratus“. Dass die Aufgabe der Denkmalpflege in der Pfalz andauernd fortbesteht, verdeutlichen die aktuellen Forschungsergebnisse in den 35 Beiträgen des durchgehend farbig illustrierten Bandes.
Der Großteil der Untersuchungen hat einen engeren oder weiteren Bezug zur Pfalz, andere greifen etwas weiter auf den Kontext in Südwestdeutschland aus. Allgemeinere Themen, dabei schwerpunktmäßig solche zur Luftbildarchäologie und anderen neueren Methoden der archäologischen Prospektion im Pfälzer Raum, werden ebenfalls behandelt. Mit gut 20 Beiträgen widmet sich der Hauptteil der Untersuchungen der Römerzeit. Dabei werden sowohl Funde und Analysen von Metallarbeiten präsentiert als auch unterschiedliche Fundkontexte und Anlagen, etwa römische Militärlager, Villen und anderen Bauten analysiert. Ein weiterer Teil beschäftigt sich speziell mit der Burgenforschung in der Pfalz. Alle Beiträge wurden Fachleuten, darunter anerkannte Spezialisten und eine Reihe bekannter Archäologen wie die Landesarchäologen von Bayern und Hessen, verfasst. 978-3-85881-404-3 Seit der Einführung der Bologna-Reform werden die Forschungsaktivitäten an Kunsthochschulen rege diskutiert, in jüngster Zeit vor allem die sogenannte künstlerische Forschung. Diese Publikation der Hochschule für Gestaltung und Kunst FHNW liefert einen Beitrag zum aktuellen Diskurs und stellt in zehn Textbeiträgen und Bildstrecken die Auseinandersetzung mit Wissensbegriffen, epistemischen Praktiken, mit Stadtentwicklung, (öffentlichem) Raum, Performanz und Körper vor.
Die Beiträge umfassen auch Projekte und Initiativen der Institute Kunst und Lehrberufe Gestaltung und Kunst sowie der Arbeitsgruppe Künstlerische Forschung an der Hochschule für Gestaltung und Kunst der Fachhochschule Nordwestschweiz (HGK FHNW). Als bildungspolitische Massnahme wurde dies vom Staatssekretariat für Bildung, Forschung und Innovation SBFI der Schweizerischen Eidgenossenschaft während der letzten drei Jahre unterstützt.
Autoren & Herausgeber.
Flavia Caviezel .
ist Ethnologin, Filmwissenschafterin und Videokünstlerin. Sie lehrt seit 2007 am Institut Design- und Kunstforschung der Hochschule für Gestaltung und Kunst der Fachhochschule Nordwestschweiz (HGK FHNW).
Beate Florenz
ist Kunsthistorikerin und Kunstvermittlerin. Seit 2009 Professorin für Kunst- und Designvermittlung am Institut Lehrberufe Gestaltung und Kunst, Hochschule für Gestaltung und Kunst der Fachhochschule Nordwestschweiz (HGK FHNW).
Melanie Franke .
ist Kunsthistorikerin und seit 2009 Professorin an der Hochschule für Gestaltung und Kunst der Fachhochschule Nordwestschweiz (HGK FHNW). Co-Kuratorin verschiedener Ausstellungen im Hamburger Bahnhof – Museum für Gegenwartskunst in Berlin. Jörg Wiesel
ist seit 2011 Professor mit Schwerpunkt Kulturwissenschaft und Performance an der Hochschule für Gestaltung und Kunst der Fachhochschule Nordwestschweiz (HGK FHNW).
Die Urkunden Manfreds. Bearbt.: Friedl, Christian; Bearbt.: Brantl, Markus. 2013. Dtsch;Lat. 804 S. 8 Tafel(n). 29 x 25 cm. Gb. EUR 140,00. CHF 189,00 ISBN: 978-3-447-06995-3 Harrassowitz Verlag
Manfred, ein Sohn Friedrichs II., herrschte nach dem Tod seines Vaters zunächst als Regent für seinen Halbbruder Konrad IV., später für seinen Neffen Konradin im Königreich Sizilien. 1258 ließ er sich, gegen die Ansprüche Konradins, in Palermo zum König des Regnum Siciliae krönen und versuchte fortan seinen Herrschaftsanspruch auch in Norditalien gemäß der imperialen Idee Friedrichs II. durchzusetzen. Sein Vorhaben scheiterte jedoch am Widerstand der Päpste und mehr noch an den zunehmenden Spannungen zwischen Guelfen und Ghibellinen in den norditalienischen Kommunen. Mit Karl von Anjou, dem Bruder des französischen Königs Ludwig dem Heiligen, bekam Manfred einen von den Päpsten unterstützten Gegner im Kampf um den sizilischen Thron. In der entscheidenden Schlacht bei Benevent im Februar 1266 verlor der junge Staufer nicht nur seine Herrschaft, sondern auch sein Leben.
Band 17 der Urkunden der deutschen Könige und Kaiser enthält 168 Urkunden und Briefe Manfreds von Sizilien aus der Zeit seiner Herrschaft als Regent bis kurz vor seinem Tod bei Benevent. Von herausragender Bedeutung sind dabei insbesondere fünf Schreiben aus den Briefsammlungen des Petrus de Vinea, das berühmte Manifest an die Römer von 1265 sowie die „Gründungsurkunde“ für Manfredonia von 1263, welche unter Verwendung einer bisher in der Forschung noch nicht berücksichtigten Überlieferung ediert wurde. Zusätzlich enthält der Band sechs neuzeitliche Urkundenfälschungen sowie 131 erschlossene Deperdita.
Jugoslawien in den 1960er Jahren. Auf dem Weg zu einem (a)normalen Staat?. Hrsg.: Grandits, Hannes; Sundhaussen, Holm. 2013. 325. 5 Tabelle(n). 24 x 17 cm. Br. EUR 39,00. CHF 51,90 ISBN: 978-3-447-07004-1 Harrassowitz Verlag
Paradeigma. Die antike Kunstschriftstellerei als Grundlage der frühneuzeitlichen Kunsttheorie. Koch, Nadia J. 2013. 463 S. 16 Abb. 24 x 17 cm. EUR 78,00. CHF 105,00 ISBN: 978-3-447-06573-3 Harrassowitz Verlag
Seit dem 18. Jahrhundert hat man die antike Ästhetik vornehmlich aus der Sicht der Platonischen Schönheitslehre betrachtet, die Bilder und Statuen einer strengen Kritik unterziehen und einer Generalabrechnung mit den mimetischen Verfahren als solchen gleichkommen. Andere Stimmen, etwa die Sophisten, hat die Forschung bisher weniger berücksichtigt. Doch im Zeitalter des uomo universale lag den Künstlern und Humanisten der sophistische Blick auf die Kunst näher als die Platonische Ästhetik. Auf der Suche nach universellen Formeln zur Nachschöpfung antiker Werke erkannten sie bald den systematischen Gehalt der ‚Kunstbücher‘ des Plinius, deren erste Erschließung für die malerische Praxis Leon Battista Alberti gelang, der die pictura gar zur Leitkunst der Wissenschaft erhob. Im Barock setzte Franciscus Junius diesen Weg mit seiner Schrift „De pictura veterum“ fort, indem er Albertis System um das Konzept des Erhabenen bereicherte. Damit war eine Brücke von der Kunsttheorie zur Altertumswissenschaft geschlagen, die bis in das 18. Jahrhundert hinein Bestand haben sollte.
Nadia J. Koch stellt in ihrer Studie die sophistische Sicht der Kunstproduzenten in den Vordergrund: Erstmals werden die Grundkonzepte der antiken Technai systematisch dargestellt und die richtungsweisenden Gattungen der Kunstschriftstellerei wie Werkstattabhandlung, Künstlerkatalog und Ekphrasis in ihrem historischen Wandel diskutiert. Damit leistet Koch einen entscheidenden Beitrag zur Erforschung der frühneuzeitlichen Kunsttheorie.
Theatrum Kircherianum. Wissenskulturen und Bücherwelten im 17. Jahrhundert unter redaktioneller Mitarbeit von Frederik Furrer. Asmussen, Tina; Burkart, Lucas; Rößler, Hole. 2013. 314 S. 79 Abb. 22 x 14 cm. Gb. EUR 42,00. CHF 55,90 ISBN: 978-3-447-10006-9 Harrassowitz Verlag
Die Urteile über Athanasius Kircher (1602–1680) gingen immer schon auseinander. Galt er den einen als wissenschaftliche Ausnahmeerscheinung, warfen andere ihm Scharlatanerie vor. Stellte er sich in den Dienst der katholischen Restauration oder war er doch der letzte Universalgelehrte? Dass darüber bis heute Uneinigkeit herrscht, ist der Geschichte in ihrem doppelten Sinn geschuldet – der Geschichte von Kirchers Leben und Werk sowie deren Darstellung als Geschichte. Mit dem „cultural turn“ der Wissenschaftsgeschichte weg von der Frage nach der Gültigkeit vormodernen Wissens hin zu den Bedingungen seiner Hervorbringung und Gültigkeit wuchs auch das Interesse an Kircher als interessante Figur des Wissens in der Gelehrtenrepublik des 17. Jahrhunderts.
Der Essayband fragt nach den Bedingungen, unter denen Kircher seine Rollen als Gelehrter im päpstlichen Rom und als Jesuit im Zeitalter der „wissenschaftlichen Revolution“ spielte. Die Beiträge untersuchen Kirchers Ästhetik der Wissenspräsentation, die Gestaltung seiner Werke im Kontext barocker Buchkultur, seine Strategien von Prestige und Patronage sowie das Interesse von Geschichte und Pop-Kultur an Kircher als einer Gegenfigur zur Moderne. Dabei geht es stets auch darum, Kircher nicht als autonomen Akteur darzustellen, sondern Person und Werk als Produkte kultureller Faktoren und sozialer Interessen zu verstehen. Die Widersprüche in den Einschätzungen Kirchers können – und sollen – dadurch nicht restlos aufgehoben werden. Als Reflexion dieser Sichtweisen tragen die Studien vielmehr zum besseren Verständnis einer Kulturgeschichte des Wissens bei. Zugleich führen sie mitten ins „Theatrum Kircherianum“, der ebenso faszinierenden wie exotisch-fremden Wissenswelt des Athanasius Kircher.
"Herodots Quellen - Die Quellen Herodots. 2013 Hrsg.: Dunsch, Boris; Ruffing, Kai; Mitwirkung (sonst.): Droß-Krüpe, Kerstin. Deutsch;Englisch. 24 x 17 cm. Gb. EUR 58,00. CHF 77,90" ISBN: 978-3-447-06884-0 Harrassowitz Verlag
Fremdbilder – Selbstbilder. Paradigmen japanisch-deutscher Wahrnehmung (1861–2011). 2013 Hrsg.: Köhn, Stephan. 390 S. 38 Abb. 7 Tabelle(n). 24 x 17 cm. Pb. EUR 78,00. CHF 105,00 ISBN: 978-3-447-06978-6 Harrassowitz Verlag
Die Globalisierung ehemals räumlich, ethnisch und/ oder kulturell getrennter Sphären hat mit der fortschreitenden digitalen Vernetzung zweifelsohne eine neue Dimension erreicht. Unterschiedlichste kulturübergreifende Austauschprozesse finden heute mit einer bis dato ungeahnten Leichtigkeit und Schnelligkeit statt und forcieren dabei in vielen Fällen Prozesse der Hybridisierung bzw. Kreolisierung. Nationale und kulturelle Identitäten, die im China und Japan der Nachkriegszeit - wenn auch aus verschiedenen Gründen - immer schon ein äußerst sensibles Thema dargestellt haben, werden umso mehr auf eine harte Probe gestellt, da bisherige Dichotomien ambigue erscheinen, die Grenzen sich in vielen Fällen sogar aufzulösen beginnen. Innerhalb des Spannungsfeldes von Selbstbehauptung und Fremdwahrnehmung zeugen gerade die unterschiedlichen medialen Strategien der Selbstinszenierung, Selbsterfindung und Selbstexotisierung von der scheinbar als dringlich empfundenen Suche nach einer national und kulturell distinktiven, postmodernen bzw. postkolonialen Identität im Zeitalter des Transkulturellen und Hybriden. In 14 Beiträgen fokussiert der von Stephan Köhn und Michael Schimmelpfennig herausgegebene Sammelband auf die verschiedensten Auswirkungen, welche die Konfrontation/ en mit dem Anderen - sei es nun der numinose Westen, das exotische Asien oder das unbegreiflich Fremde im vermeintlich Eigenen - auf das Spannungsfeld von nationaler, kultureller und ethnischer Selbstinszenierung und Fremdwahrnehmung ausgeübt haben.
Kampf um Rom. Bilder und Texte zum Nachleben der Antike. 2013 Wangenheim, Wolfgang von. 188 S. 118 Abb. 24 x 17 cm. Pb. EUR 25,00. CHF 35,50 ISBN: 978-3-447-06930-4 Harrassowitz Verlag
Das Rom der Neuzeit war der kulturelle Mittelpunkt Europas und das Epizentrum der Antike; aus seinem Schutt wurden Schätze geborgen, auf seinen Weiden entstanden Paläste so prächtig wie ihre zerfallenen Vorgänger. Seine Landschaft malten Künstler aller Herren Länder.
Zur gleichen Zeit wollte aber auch Paris das neue Rom werden und das alte übertreffen. Die im Begleitband zur gleichnamigen Ausstellung Kampf um Rom versammelten Bilder und Texte entstanden überwiegend im 18. Jahrhundert. Sie künden von einem Wettstreit, von einer unverwüstlichen Sehnsucht, einer zeitlosen Mode: von der Erneuerung und Verewigung der klassischen Antike.
Die Ausstellung war vom 2.2.2013 bis zum 4.4.2013 in der Aula der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg zu sehen.
Die Keramik der Älteren Ischtar-Tempel in Assur. Von der zweiten Hälfte des 3. Jahrtausends bis zur Mitte des 2. Jahrtausends v. Chr. 2013 Beuger, Claudia. 226 S. 938 Abb., 8 Diagramm(e), 14 Tabelle(n), 1 Karte(n). 35 x 24 cm. EUR 75,00. CHF 99,00 ISBN: 978-3-447-69298-8 Harrassowitz Verlag
Die Keramik der Älteren Ischtar-Tempel in Assur. Von der zweiten Hälfte des 3. Jahrtausends bis zur Mitte des 2. Jahrtausends v. Chr; Beuger, Claudia. Wissenschaftliche Veröffentlichungen der Deutschen Orient-Gesellschaft 138. 2013. X, 226 S., 938 Abb. 8 Diagramme, 14 Tabellen, 1 Karte. 35 x 24 cm, Gb. EUR 75,00 CHF 77,10 ISBN: 978-3-447-69298-4 Harrassowitz Verlag
Die sogenannten Älteren Ischtar-Tempel gelten als der am besten dokumentierte Baukomplex in Assur, der Keimzelle des späteren assyrischen Reiches. Zu Beginn des 20. Jahrhunderts wurden diese Befunde unter der Leitung von Walter Andrae bis auf den anstehenden Fels hinab ausgegraben und es konnten die vermutlich frühesten erhaltenen Kultbauten der Stadt freigelegt werden. Nachdem die Architektur und die wichtigsten Funde von dem Ausgräber selbst bereits in den 1920er Jahren vorgelegt wurden, hat sich Jürgen Bär im Rahmen des gut 70 Jahre später ins Leben gerufenen Assur-Projektes einer umfassenden Neubearbeitung der im Vorderasiatischen Museum zu Berlin einlagernden Dokumentation und Kleinfunde gewidmet.
Zum gegenwärtigen Zeitpunkt verfügt Assur als einziger Fundort über eine vergleichsweise gut dokumentierte Keramiksequenz aus dem 3. bis 2. Jahrtausend v.Chr. Da Assur in einer Brückenregion zwischen dem südmesopotamischen und dem syro-anatolischen Raum liegt, erlaubt das von Claudia Beuger vorgestellte Material auch eine neue Diskussion und Definition der Grenzen und Gemeinsamkeiten der nord- und südmesopotamischen Keramikkulturen, insbesondere da heute intensivierte Feldforschungen unter internationaler Beteiligung im Nordirak wieder möglich sind. Mit ihrer Untersuchung leistet Beuger so einen wichtigen Beitrag zur Erforschung der Keramik der Älteren Ischtar-Tempel in Assur.
Alexander und die großen Ströme. Die Flussüberquerungen im Lichte altorientalischer Pioniertechniken (Schwimmschläuche, Keleks und Pontonbrücken). 2013 Rollinger, Robert. 177 S. 39 Abb. 24 x 17 cm. EUR 38,00. CHF 50,90 ISBN: 978-3-447-06927-4 Harrassowitz Verlag
Vom Nil aus um die alte Welt. Rekonstruktionen ägyptischer, minoischer und griechischer Schiffe. 2013 Hrsg.: Kunze, Max. 155 Abb. 3 Karte(n), 1 Tabelle(n). 30 x 21 cm. Engl.Br. EUR 30,00. CHF 40,90 ISBN: 978-3-447-06956-4 Harrassowitz Verlag
Der Nil war für die altägyptische Kultur die zentrale Lebensader, er war der Hauptverkehrsweg für Handel und Materialtransport im ganzen Land. Prozessionsfeste und Vergnügungsfahrten fanden ebenso zu Wasser statt wie der Personenverkehr oder die Jagd im Papyrusdickicht. Hölzerne Schiffsmodelle sollten als prestigeträchtige Grabbeigabe ihrem Besitzer auch in der jenseitigen Welt verfügbar sein. Und nicht zuletzt diente die Barke in den religiösen Vorstellungen der Ägypter den Göttern als Fortbewegungsmittel.
Auch die Minoische Kultur (3100–1330 v. Chr.), die älteste europäische Hochkultur mit ihren imposanten Palastbauten, gründete ihren Wohlstand auf der Seefahrt. Durch die zentrale Insellage begünstigt, stand Kreta in regem Handelskontakt mit den umliegenden Mittelmeerkulturen. Einige Jahrhunderte später, vom 8. bis 6. Jahrhundert v. Chr., gelang es den Griechen dank ihrer Schiffstechnologie, Kolonien zu gründen und so ihren Einflussbereich im Mittelmeerraum entscheidend auszudehnen. Die Schiffskonstruktionen waren auf hohem technischen Niveau. Griechische Vasen bilden frühe Schiffe in vereinfachter Form ab; ägyptische Reliefs wiederum schildern detailgetreu den Schiffsaufbau oder das Handeln mit Gütern auf dem Seeweg. Anhand dieser Darstellungen, unter Einbeziehung antiker Schriftquellen wie Herodot, beschäftigt sich Michael Bormann seit vielen Jahren mit der Rekonstruktion antiker Schiffe und baut in Kleinstarbeit detaillierte Modelle. Seine Rekonstruktionen bilden den roten Faden in der Ausstellung und geben die Themenbereiche vor.
Gezeigt werden unter anderem auch zwei originale hölzerne Boote aus der Zeit um 2000 v. Chr. und weitere Originalexponate der antiken Keramik und Kleinkunst sowie Reproduktionen von ägyptischen Reliefs. Außerdem befasst sich ein Themenbereich mit der Wiederentdeckung der antiken Schifffahrt in der antiquarischen Forschung von der Renaissance bis zu Johann Joachim Winckelmann.
Civitas equitata Eine archäologische Studie zu Equiden bei den Treverern in keltisch-römischer Zeit. Martini, Simone. 2013. 536 S. 139 Abb, 2 Diagramm(e), 4 Tabelle(n). 21 x 30 cm. Gb. EUR 148,00. CHF 199,00 ISBN: 978-3-447-06934-2 Harrassowitz Verlag
Historische Geographie und Digital Humanities. Eine Fallstudie zum spätbyzantinischen und osmanischen Makedonien. Popovic, Mihailo. 2013. 40 Karte(n). 24 x 17 cm. Gb. EUR 32,00. CHF 42,90 ISBN: 978-3-447-06950-2 Harrassowitz Verlag
Den Ausgangspunkt dieser Monographie bilden die seit Jahrzehnten verankerte Methode des Projektes der Tabula Imperii Byzantini (TIB) der Österreichischen Akademie der Wissenschaften und die daraus anhand des Quellenstudiums gewonnenen Lemmata zu den Toponymen der historischen Landschaft Makedonien, wie sie im Rahmen des Teilprojektes „Makedonien, nördlicher Teil“ (TIB 16) vorab definiert wurde. Der Verfasser hat bewußt eine Mesoregion aus diesem umfassenden Bearbeitungsgebiet von TIB 16 gewählt, nämlich die Flußtäler der Strumica (StrumeÅ¡nica) und der Kriva Lakavica zwischen den Orten Å tip im Nordwesten und Melnik im Osten, um an ebendieser seine Gedanken einer innovativen Weiterentwicklung der historisch-geographischen Erforschung des Byzantinischen Reiches exemplarisch darzulegen bzw. zu formulieren.
Diese Weiterentwicklung wird in insgesamt neun Abschnitten umfassend erläutert. Ausgehend von der TIB setzt der Verfasser zunächst einen Schwerpunkt auf die Untersuchung der erwähnten Mesoregion unter dem Gesichtspunkt siedlungstheoretischer Überlegungen. Namentlich wird die modifizierte „Central Place Theory“ auf insgesamt vier Untereinheiten der Mesoregion angewandt, um deren räumliche Ausgestaltung bzw. Differenzierung vom 13. bis zum 16. Jahrhundert erfaßbar zu machen. Daraus lassen sich neben Daten zur Zentralität auch jene zur Siedlungsentwicklung - wie zum Beispiel zu Wüstungsprozessen, Kolonisation und Siedlungskontinuität - herauslesen. Aufgezeigt wird zudem die Bedeutung der Weidewirtschaft in der Nutzung von vermeintlichem „Niemandsland“ zwischen Siedlungen, die sowohl in den schriftlichen Quellen als auch im toponomastischen Befund greifbar ist.
Weiters wird veranschaulicht, wie sich der Informationsgehalt mittelalterlicher schriftlicher Quellen und archäologischer Befunde zum Bearbeitungsgebiet sinnvoll durch neuzeitliche Archivalien des 19. Jahrhunderts (d. h. aus vorindustrieller Zeit), durch Surveys vor Ort, durch die Anwendung des Global Positioning System (GPS) und durch den Einsatz der Geoinformatik ergänzen bzw. bereichern läßt. Hierbei tritt deutlich hervor, daß z. B. eine wesentliche Vertiefung der Kenntnisse über den Verlauf von Verkehrswegen in einer Region durch die Einbeziehung der besagten Aspekte (im besonderen durch „ least-cost path“-Modelle sowie Georeferenzierung neuzeitlicher Landkarten) erzielt werden kann.
Nur durch eine zeitintensive Vorbereitung läßt sich feststellen, ob aus der Kombination von schriftlichen Quellen, archäologischem Befund, ergänzenden neuzeitlichen Archivalien und von Surveys samt GPS-Einsatz ein Datensatz erstellt werden kann, der sich in das Rechenmodell geoinformatischer Anwendungen (Geographical Information Systems / GIS) einbetten läßt. Ausgehend von den GPS-Wegpunkten der auf der Basis der schriftlichen Quellen greifbaren Siedlungen, die während der Surveys vor Ort eingemessen wurden, wird eine tiefergreifende Auswertung des Zentralitätsfaktors von Siedlungen mittels historisch-geographischer Netzwerkanalyse präsentiert.
Somit stellt diese Monographie das verbindende Glied in einer langen Kette historisch-geographischer Forschungstätigkeit an der Österreichischen Akademie der Wissenschaften dar, indem sie von der bewährten Methode der TIB ausgehend durch gezielte Anwendung von Siedlungstheorien und Geoinformatik den bisherigen Weg bereichert und einen neuen in Richtung GIS, GIS-Datenbanken und verstärkter Internetpräsenz weist.
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