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Harrassowitz Verlag

 
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Die Keramik der Älteren Ischtar-Tempel in Assur. Von der zweiten Hälfte des 3. Jahrtausends bis zur Mitte des 2. Jahrtausends v. Chr; Beuger, Claudia. Wissenschaftliche Veröffentlichungen der Deutschen Orient-Gesellschaft 138. 2013. X, 226 S., 938 Abb. 8 Diagramme, 14 Tabellen, 1 Karte. 35 x 24 cm, Gb. EUR 75,00 CHF 77,10 ISBN: 978-3-447-69298-4 Harrassowitz Verlag
Die sogenannten Älteren Ischtar-Tempel gelten als der am besten dokumentierte Baukomplex in Assur, der Keimzelle des späteren assyrischen Reiches. Zu Beginn des 20. Jahrhunderts wurden diese Befunde unter der Leitung von Walter Andrae bis auf den anstehenden Fels hinab ausgegraben und es konnten die vermutlich frühesten erhaltenen Kultbauten der Stadt freigelegt werden. Nachdem die Architektur und die wichtigsten Funde von dem Ausgräber selbst bereits in den 1920er Jahren vorgelegt wurden, hat sich Jürgen Bär im Rahmen des gut 70 Jahre später ins Leben gerufenen Assur-Projektes einer umfassenden Neubearbeitung der im Vorderasiatischen Museum zu Berlin einlagernden Dokumentation und Kleinfunde gewidmet.
Zum gegenwärtigen Zeitpunkt verfügt Assur als einziger Fundort über eine vergleichsweise gut dokumentierte Keramiksequenz aus dem 3. bis 2. Jahrtausend v.Chr. Da Assur in einer Brückenregion zwischen dem südmesopotamischen und dem syro-anatolischen Raum liegt, erlaubt das von Claudia Beuger vorgestellte Material auch eine neue Diskussion und Definition der Grenzen und Gemeinsamkeiten der nord- und südmesopotamischen Keramikkulturen, insbesondere da heute intensivierte Feldforschungen unter internationaler Beteiligung im Nordirak wieder möglich sind. Mit ihrer Untersuchung leistet Beuger so einen wichtigen Beitrag zur Erforschung der Keramik der Älteren Ischtar-Tempel in Assur.
Alexander und die großen Ströme. Die Flussüberquerungen im Lichte altorientalischer Pioniertechniken (Schwimmschläuche, Keleks und Pontonbrücken). 2013 Rollinger, Robert. 177 S. 39 Abb. 24 x 17 cm. EUR 38,00. CHF 50,90 ISBN: 978-3-447-06927-4 Harrassowitz Verlag
Vom Nil aus um die alte Welt. Rekonstruktionen ägyptischer, minoischer und griechischer Schiffe. 2013 Hrsg.: Kunze, Max. 155 Abb. 3 Karte(n), 1 Tabelle(n). 30 x 21 cm. Engl.Br. EUR 30,00. CHF 40,90 ISBN: 978-3-447-06956-4 Harrassowitz Verlag
Der Nil war für die altägyptische Kultur die zentrale Lebensader, er war der Hauptverkehrsweg für Handel und Materialtransport im ganzen Land. Prozessionsfeste und Vergnügungsfahrten fanden ebenso zu Wasser statt wie der Personenverkehr oder die Jagd im Papyrusdickicht. Hölzerne Schiffsmodelle sollten als prestigeträchtige Grabbeigabe ihrem Besitzer auch in der jenseitigen Welt verfügbar sein. Und nicht zuletzt diente die Barke in den religiösen Vorstellungen der Ägypter den Göttern als Fortbewegungsmittel.
Auch die Minoische Kultur (3100–1330 v. Chr.), die älteste europäische Hochkultur mit ihren imposanten Palastbauten, gründete ihren Wohlstand auf der Seefahrt. Durch die zentrale Insellage begünstigt, stand Kreta in regem Handelskontakt mit den umliegenden Mittelmeerkulturen. Einige Jahrhunderte später, vom 8. bis 6. Jahrhundert v. Chr., gelang es den Griechen dank ihrer Schiffstechnologie, Kolonien zu gründen und so ihren Einflussbereich im Mittelmeerraum entscheidend auszudehnen. Die Schiffskonstruktionen waren auf hohem technischen Niveau. Griechische Vasen bilden frühe Schiffe in vereinfachter Form ab; ägyptische Reliefs wiederum schildern detailgetreu den Schiffsaufbau oder das Handeln mit Gütern auf dem Seeweg. Anhand dieser Darstellungen, unter Einbeziehung antiker Schriftquellen wie Herodot, beschäftigt sich Michael Bormann seit vielen Jahren mit der Rekonstruktion antiker Schiffe und baut in Kleinstarbeit detaillierte Modelle. Seine Rekonstruktionen bilden den roten Faden in der Ausstellung und geben die Themenbereiche vor.
Gezeigt werden unter anderem auch zwei originale hölzerne Boote aus der Zeit um 2000 v. Chr. und weitere Originalexponate der antiken Keramik und Kleinkunst sowie Reproduktionen von ägyptischen Reliefs. Außerdem befasst sich ein Themenbereich mit der Wiederentdeckung der antiken Schifffahrt in der antiquarischen Forschung von der Renaissance bis zu Johann Joachim Winckelmann.
Civitas equitata Eine archäologische Studie zu Equiden bei den Treverern in keltisch-römischer Zeit. Martini, Simone. 2013. 536 S. 139 Abb, 2 Diagramm(e), 4 Tabelle(n). 21 x 30 cm. Gb. EUR 148,00. CHF 199,00 ISBN: 978-3-447-06934-2 Harrassowitz Verlag
Historische Geographie und Digital Humanities. Eine Fallstudie zum spätbyzantinischen und osmanischen Makedonien. Popovic, Mihailo. 2013. 40 Karte(n). 24 x 17 cm. Gb. EUR 32,00. CHF 42,90 ISBN: 978-3-447-06950-2 Harrassowitz Verlag
Den Ausgangspunkt dieser Monographie bilden die seit Jahrzehnten verankerte Methode des Projektes der Tabula Imperii Byzantini (TIB) der Österreichischen Akademie der Wissenschaften und die daraus anhand des Quellenstudiums gewonnenen Lemmata zu den Toponymen der historischen Landschaft Makedonien, wie sie im Rahmen des Teilprojektes „Makedonien, nördlicher Teil“ (TIB 16) vorab definiert wurde. Der Verfasser hat bewußt eine Mesoregion aus diesem umfassenden Bearbeitungsgebiet von TIB 16 gewählt, nämlich die Flußtäler der Strumica (StrumeÅ¡nica) und der Kriva Lakavica zwischen den Orten Å tip im Nordwesten und Melnik im Osten, um an ebendieser seine Gedanken einer innovativen Weiterentwicklung der historisch-geographischen Erforschung des Byzantinischen Reiches exemplarisch darzulegen bzw. zu formulieren.
Diese Weiterentwicklung wird in insgesamt neun Abschnitten umfassend erläutert. Ausgehend von der TIB setzt der Verfasser zunächst einen Schwerpunkt auf die Untersuchung der erwähnten Mesoregion unter dem Gesichtspunkt siedlungstheoretischer Überlegungen. Namentlich wird die modifizierte „Central Place Theory“ auf insgesamt vier Untereinheiten der Mesoregion angewandt, um deren räumliche Ausgestaltung bzw. Differenzierung vom 13. bis zum 16. Jahrhundert erfaßbar zu machen. Daraus lassen sich neben Daten zur Zentralität auch jene zur Siedlungsentwicklung - wie zum Beispiel zu Wüstungsprozessen, Kolonisation und Siedlungskontinuität - herauslesen. Aufgezeigt wird zudem die Bedeutung der Weidewirtschaft in der Nutzung von vermeintlichem „Niemandsland“ zwischen Siedlungen, die sowohl in den schriftlichen Quellen als auch im toponomastischen Befund greifbar ist.
Weiters wird veranschaulicht, wie sich der Informationsgehalt mittelalterlicher schriftlicher Quellen und archäologischer Befunde zum Bearbeitungsgebiet sinnvoll durch neuzeitliche Archivalien des 19. Jahrhunderts (d. h. aus vorindustrieller Zeit), durch Surveys vor Ort, durch die Anwendung des Global Positioning System (GPS) und durch den Einsatz der Geoinformatik ergänzen bzw. bereichern läßt. Hierbei tritt deutlich hervor, daß z. B. eine wesentliche Vertiefung der Kenntnisse über den Verlauf von Verkehrswegen in einer Region durch die Einbeziehung der besagten Aspekte (im besonderen durch „ least-cost path“-Modelle sowie Georeferenzierung neuzeitlicher Landkarten) erzielt werden kann.
Nur durch eine zeitintensive Vorbereitung läßt sich feststellen, ob aus der Kombination von schriftlichen Quellen, archäologischem Befund, ergänzenden neuzeitlichen Archivalien und von Surveys samt GPS-Einsatz ein Datensatz erstellt werden kann, der sich in das Rechenmodell geoinformatischer Anwendungen (Geographical Information Systems / GIS) einbetten läßt. Ausgehend von den GPS-Wegpunkten der auf der Basis der schriftlichen Quellen greifbaren Siedlungen, die während der Surveys vor Ort eingemessen wurden, wird eine tiefergreifende Auswertung des Zentralitätsfaktors von Siedlungen mittels historisch-geographischer Netzwerkanalyse präsentiert.
Somit stellt diese Monographie das verbindende Glied in einer langen Kette historisch-geographischer Forschungstätigkeit an der Österreichischen Akademie der Wissenschaften dar, indem sie von der bewährten Methode der TIB ausgehend durch gezielte Anwendung von Siedlungstheorien und Geoinformatik den bisherigen Weg bereichert und einen neuen in Richtung GIS, GIS-Datenbanken und verstärkter Internetpräsenz weist.
Zypern im Spiegel antiker Zeugnisse. Ein kulturhistorischer Reisebegleiter. Roeske, Kurt. 2013. 2 Karte(n). 24 x 17 cm. Pb. EUR 29,80. CHF 40,90 ISBN: 978-3-447-06759-1 Harrassowitz Verlag
Das Buch begleitet den Zypernreisenden zu den bedeutenden archäologischen Stätten. Sorgfältige Beschreibungen helfen dem Besucher, sich zu orientieren. Texte aus der antiken Literatur vermitteln ein lebendiges Bild historischer Ereignisse und führen in viele Bereiche der Kultur und Zivilisation ein.
Der Leser erfährt von den immer wieder scheiternden Versuchen der Zyprer, sich von dem Joch fremder Mächte zu befreien, und von dem spannungsreichen Nebeneinander der beiden Völker, die auf der Insel lebten, der Griechen und Phönizier.
Zypern ist die Insel der Mythen. Die Bilder der Mosaiken in Paphos, Kourion und Salamis sind Abbreviaturen der Geschichten, die die alten Dichter und Schriftsteller erzählen. Die „Verwandlungsgeschichten“ des Ovid sind bis in die Gegenwart lebendig geblieben. G.B.Shaw, Christa Wolf, Botho Strauss und viele andere haben sich von ihnen anregen lassen. Das Buch bietet beides, die Originale in neuer poetischer Übersetzung und Beispiele aus der literarischen Rezeptionsgeschichte. Zahlreiche Abbildungen vermitteln einen guten Eindruck der qualitätvollen Kunstwerke.
Zypern ist die Insel der Göttin Aphrodite, und sie ist die Insel, auf der Paulus und Barnabas Christus verkündet haben. Von beidem ist die Rede, von der griechischen Göttin und von dem neuen Gott, und von der Auseinandersetzung der neuen mit der alten und der alten mit der neuen Religion. Aus Zypern stammt Zenon, der die Philosophenschule der Stoa gegründet hat. Sie hat die Theologie des Christentums beeinflusst und hat bis in die Neuzeit gewirkt. Ihr ist ein Kapitel gewidmet.
Was erwartete die Besucher im Theater, was im Amphitheater, was lockte sie in die Thermen? Schilderungen antiker Autoren geben Einblick in das Alltagsleben der Menschen, die vor 2000 Jahren lebten.
Ein Anhang enthält Erklärungen zu allen antiken Namen.
Ägypten und sein Umfeld in der Umfeld in der Spätantike. Vom Regierungsantritt Diokletions 284/285 bis zur arabischen Eroberung des Vorderen Orients um 635-646 Akten der Tagung vom 7.-9.7.2011 in Münster. 2013. Hrsg.: Feder, Frank; Lohwasser, Angelika. 324 S. 47 Abb. 21 x 17 cm. Pb. EUR 64,00. CHF 85,00 ISBN: 978-3-447-06892-5 Harrassowitz Verlag
Ohne Zweifel war die von tiefgreifenden politischen, religiösen und ökonomischen Umwälzungen geprägte Spätantike eine der faszinierendsten Epochen der Menschheitsgeschichte. Die Ereignisse und Veränderungen im und rund um den Mittelmeerraum vom Ende des 3. bis zum 7. Jahrhundert schufen das Fundament für eine neue Epoche, die wir gemeinhin „Mittelalter“ nennen. Hier entstand die politische und kulturelle Trennung der ‚Alten Welt’ in ein christliches Abendland und ein muslimisches Morgenland, die bis heute unvermindert unsere Wahrnehmung bestimmt.
Forscher unterschiedlichster Disziplinen kamen vom 7. bis 9.7.2011 in Münster zusammen, um Ägypten, eine der reichsten Provinzen Roms an der Schnittstelle zwischen Europa, Afrika und Asien, die uns eine Fülle von archäologischen Dokumenten und Denkmälern auch aus der Spätantike hinterlassen hat, gewissermaßen von „innen“ und „außen“ in den untersuchenden Blick zu nehmen. Der von Frank Feder und Angelika Lohwasser herausgegebene Tagungsband veröffentlicht die Ergebnisse und Erkenntnisse dieser multidisziplinären Tagung und vermittelt einen umfassenden Einblick in die kulturelle Situation des östlichen Mittelmeerraumes in der Spätantike mit Fokus auf Ägypten.
Amor sacro e profano. Modelle und Modellierungen der Liebe in Literatur und Malerei der italienischen Renaissance. Rosen, Valeska von; Steigerwald, Jörn. 2013. 390 S. 89 Abb. Gb. EUR 78,00. CHF 105,00 ISBN: 978-3-447-06848-2 Harrassowitz Verlag
Die interdisziplinäre Erforschung des Verhältnisses von himmlischer und irdischer Liebe, von amor sacro e profano, ist grundlegend für das Verständnis der historischen Konfigurationen von Liebe in der italienischen Renaissance: In welcher Beziehung stehen himmlische und irdische Liebe zueinander? Wie wirkt sich diese Beziehung auf die Darstellung der Liebe in der Bildenden Kunst und in der Literatur aus? Der von Jörn Steigerwald und Valeska von Rosen herausgegebene Sammelband zeigt anhand von Beiträgen aus Kunstgeschichte und Literaturwissenschaft, dass erst die Erarbeitung dieser Fragen aus einer systematischen Doppelperspektive heraus ein umfassendes Verständnis für das Verhältnis von himmlischer und irdischer Liebe ermöglicht. Der Fokus auf die je eigenen medialen Bedingungen und Möglichkeiten von Literatur und Malerei eröffnet dabei einen genaueren Blick sowohl auf die Pluralität der Liebesdarstellungen als auch auf die spezifischen historischen Bedeutungsinhalte der künstlerischen Modellierungen.
Belgrad zwischen sozialistischem Herrschaftsanspruch und gesellschaftlichem Eigensinn. Die jugoslawische Hauptstadt als Entwurf und urbane Erfahrung. Münnich, Nicole. 2013. 480 S. 23 Abb. Gb. EUR 78,00. CHF 105,00 ISBN: 978-3-447-06881-9 Harrassowitz Verlag
In den 1960er Jahren war Belgrad das Zentrum des „Dritten Wegs“ zum Sozialismus, auf dem sich das sozialistische Jugoslawien in den Zeiten des Kalten Krieges durch eine Annäherung an den Westen bewusst zwischen den Blöcken positionierte. In der Hauptstadt wurde die Kombination von sozialistischer Planung und westlichem „Way of life“ verhandelt und es entstanden neue Spielräume für gesellschaftliche Partizipation. Belgrad verhieß das Modell einer neuen Gesellschaft, eines „anderen“ Sozialismus, der sich vor allem in der Alltagskultur spiegelte und dank wirtschaftlichen Aufschwungs und zunehmender Verfügbarkeit von Konsumgütern das Versprechen einer echten Alternative einzulösen schien.
Nicole Münnich lotet in ihrer Studie die Partizipationsspielräume aus, die der „Dritte Weg“ für die Belgrader Gesellschaft eröffnete. Am Beispiel von sozialistischer Stadtplanung, Wohnungsbau/Wohnen und Konsumkultur, den drei zentralen Aspekten des urbanen Lebens, werden die Strategien der Partei beleuchtet, Belgrad zu einer sozialistischen Metropole, einem „jugoslawischen Washington D.C.“, zu formen. Im Mittelpunkt der Beobachtung stehen dabei die Reaktionen der Bewohner der Hauptstadt auf diese Lenkungsversuche sowie die alternativen Entwürfe, die die Belgrader entwickelten. Es zeigt sich, dass gerade aus den Reibungsprozessen zwischen sozialistischer Planung und gesellschaftlichem Aneignungswillen heraus eine urbane Blütezeit Belgrads entstand, die weit über die Grenzen Jugoslawiens hinaus strahlte.
Begrifflichkeit, Konzepte, Definitionen. Schreiben über Kunst und ihre Medien in Giovan Pietro Belloris Viten und in der Kunstliteratur der Frühen Neuzeit. 2013. Hrsg.: Oy-Marra, Elisabeth; Bernstorff, Marieke von; Keazor, Henry. 300 S. 34 Abb. Gb. EUR 54,00. CHF 71,90 ISBN: 978-3-447-06857-4 Harrassowitz Verlag
Giovan Pietro Belloris in der zweiten Hälfte des 17. Jahrhunderts verfassten Lebensbeschreibungen von 15 namhaften zeitgenössischen Malern, Bildhauern und Architekten wie Caravaggio, Annibale Carracci, Rubens, Algardi und die persönlich mit ihm bekannten und befreundeten Poussin und Maratta werden heute vor allem aufgrund ihrer herausragenden Bildbeschreibungen hoch geschätzt.
Coptica. Koptische Ostraka und Papyri, koptische und griechische Grabstelen aus Ägypten und Nubien, spätantike Bauplastik, Textilien und Keramik. 2013. Hrsg.: Hodak, Suzana; Richter, Tonio Sebastian; Steinmann, Frank. Gb. EUR 69,90. CHF 95,00 ISBN: 978-3-447-06790-4 Harrassowitz Verlag
Der Großteil der Sammlung des Ägyptischen Museums in Leipzig stammt aus der Ausgrabungs- und Ankaufstätigkeit seines Namenspatrons Georg Steindorff (1861–1951). Auch wenn diese Stücke sich bereits seit bald hundert Jahren in Leipzig befinden, sind doch die Fragen an die Objekte immer wieder neu zu stellen und der rasante Erkenntniszuwachs in der Altertumswissenschaft des östlichen Mittelmeerraums bietet immer wieder neue Möglichkeiten für Interpretation und Publikation.
Mit den Coptica, Band 3 des Katalogs ägyptischer Sammlungen in Leipzig, werden die koptischen und spätantiken Bestände erstmals umfassend in rund 100 Katalogeinträgen und teils farbigen Fotografien publiziert. Unter den edierten Ostraka befinden sich Teile der Korrespondenzen des Bischofs Abraham von Hermonthis, des Priesters Markus vom Topos des St. Markus und des thebanischen Geistlichen Apa Aron. Die im Zweiten Weltkrieg weitgehend verlorene Kollektion nubischer Grabstelen aus Qasr Ibrim mit so bedeutenden Stücken wie der Stele eines Eparchen und der Stele der Tochter eines Bischofs wird anhand von Archivphotos präsentiert. Zudem umfasst das Spektrum auch ein Stück reich dekorierter Bauplastik mit einer frühen Darstellung des Apostels Petrus, eine Assemblage von Purpur- und Buntwirkereien sowie eine Gruppe von Menas-Ampullen.
Gauer, Werner. Der Zorn des Zeus und die klassische Kunst der Griechen. Einladung zu einer Griechenlandreise. 208 S., zahlr. Abb. 21 x 14 cm, Gb. Philipp Rutzen, Ruhpolding 2012. EUR 29,80 CHF 40,90 ISBN: 978-3-447-06741-6 Harrassowitz Verlag
Die Absicht des Buches ist es, die klassische Kunst der Griechen mit der Geschichte zu versöhnen, indem gezeigt wird, wie das Volk von Athen sich seinerseits durch die Kunst mit seiner Geschichte versöhnt hat.
Gegenstand ist das, was man als das griechische Wunder bezeichnet, die klassische Kunst des 5 Jh. v.Chr. vor dem Hintergrund der Perserkriege. Die Kunst scheint nach den bis heute gängigen rein mythologischen Deutungen und dem immer noch vorherrschenden idealistischen Verständnis der Klassik von dem Existenzkampf der Generation von Salamis keine Notiz zu nehmen Unmittelbar nach den Perserkriegen wurde der Zeustempel von Olympia erbaut und eine Generation später der Parthenon. An beiden Bauten findet man kaum eine Spur von dem großen Erlebnis. Am Zeustempel hat man sie nie gesucht, am Parthenon hat man sie gelegentlich gefunden, beispielsweise mit der ansprechenden Vermutung, daß in den Reitern des Panathenäenfrieses die 192 Gefallenen der Schlacht von Marathon gemeint sein könnten.
Am Anfang der Perserkriege steht eine Mordtat, der die historische Forschung zu wenig Aufmerksamkeit geschenkt hat, der nur von Herodot überlieferte Doppelmord an den Gesandten des Königs Dareios. Dieser Mord, für den die Athener im Gegensatz zu den Spartanern nie Buße geleistet haben, hat Geschichte gemacht wie kaum ein anderes Ereignis der Weltgeschichte. Er hat den Gegenschlag des persischen Weltreichs zum unausweichlichen Muß gemacht, und er hat den Zorn des Zeus und die vom delphischen Orakel vorausgesagte Zerstörung Athens und seiner Heiligtümer nach sich gezogen. Vor allem hatte der Mord eine späte Bußleistung der Athener zur Folge, als sie kurz nach der Mitte des 5. Jahrhunderts ihren Frieden mit dem Perserkönig machen wollten. Das Ergebnis dieser späten Beichte haben wir am Parthenon vor Augen. Wie sie aussieht, und wie das alles zusammenhängt, ist eine spannende Geschichte.
Auslieferung für Verlag Franz Philipp Rutzen
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Echnaton - Tutanchamun. Daten, Fakten, Literatur. Schlögl, Hermann A. 2013. 138 S. 16 Abb. 20 x 13 cm. Pb. EUR 19,00. CHF 27,50 ISBN: 978-3-447-06845-1 Harrassowitz Verlag
Amenophis IV. Echnaton und sein Sohn Tutanchaton/Tutanchamun sind heute wohl die berühmtesten Könige des Alten Ägypten. Steht bei Echnaton die ungewöhnliche und schillernde Persönlichkeit des Herrschers und die von ihm selbst ausgelöste Kulturrevolution im Mittelpunkt des Interesses, so ist der Name des jung verstorbenen Tutanchamun mit der sensationellen Wiederentdeckung seines einmaligen Grabschatzes verbunden.
Die nunmehr fünfte Auflage von Hermann Alexander Schlögls bewährtem Bändchen wurde auf Grundlage der neuen und spektakulären Erkenntnisse, die die historische und interdisziplinäre Forschung in den letzten zwei Jahrzehnten geliefert hat, vollständig überarbeitet und erweitert. Mit zahlreichen Hinweisen und bibliographischen Angaben wird der Leser durch die verzweigten Pfade der Fachliteratur zu Echnaton und Tutanchamun geführt. Die ausführliche Bibliographie ist chronologisch und thematisch geordnet, ein kurzes einleitendes Kapitel informiert jeweils über die wichtigsten historischen Zusammenhänge. Zudem stellt ein umfangreicher Anhang dem Leser wichtige Quellen der Zeit in Übersetzung zur Verfügung.
Frauenbilder - Frauenkörper. Inszenierungen des Weiblichen in den Gesellschaften Süd- und Ostasiens. Köhn, Stephan. 2013. Hrsg.: Moser, Heike. 552 S. 85 Abb., 3 Tabelle(n). 24 x 17 cm. Gb. EUR 98,00. CHF 129,00 ISBN: 978-3-447-06858-1 Harrassowitz Verlag
Spätestens seit der Globalisierung ist der imaginierte Raum Asien besonderen Spannungen ausgesetzt, da unser kolonialistisch geprägtes Bild eines exotischen Asien mit der Entwicklung asiatischer Länder zu neuen Global Playern der Weltwirtschaft konfrontiert wird. Die dadurch erfolgte Egalisierung bzw. Umkehrung eines ehemals asymmetrischen Kräfteverhältnisses wird in den westlichen Medien mit Skepsis betrachtet. Sie richten ihren kritischen Blick nicht mehr auf die Wirtschaftsleistung, sondern auf die Qualität des soziokulturellen Wandels. Indem sie diesen Ländern gesellschaftliche Rückständigkeit attestieren, wird ihre Erfolgsgeschichte in Frage gestellt.
Diese Rückständigkeit wird von den Medien häufig an der Rolle der Frau festgemacht, die als Indikator für den Grad an Demokratie und Modernisierung herangezogen wird – ungeachtet der Umsetzungsprobleme von Gender Equality im Westen. Der von Stephan Köhn und Heike Moser herausgegebene Sammelband untersucht das Themenfeld „Frau in Asien“ aus einer neuen Perspektive. Mit einer thematischen Einführung und 25 Beiträgen aus den Fächern Indologie, Japanologie und Sinologie werden die unterschiedlichen Facetten der Inszenierung des Weiblichen in süd- und ostasiatischen Gesellschaften beleuchtet. Die Projektionen und Repräsentationen von Frauenbildern und -körpern im öffentlich-medialen Raum werden dabei aus kulturwissenschaftlicher Perspektive, unabhängig von der Frage des dahinter stehenden biologischen Geschlechts der involvierten Akteure betrachtet. Denn das Frausein in Asien kennt in Wahrheit viele Gesichter.
Felix Martin Furtwängler. Der Maler liebt die Einsamkeit. Lagerkatalog I, Malerei. Erik Stephan (Hg.) Texte: Lothar Lang, Gerhard Fichtner. 2013. 239 S., 158 Abb. 30 x 27 cm, Gb. EUR 39,00 ISBN: 978-3-447-06818-5 Harrassowitz Verlag
Felix Martin Furtwängler, vielen bekannt als herausragender Buchkünstler, ein „peintre-éditeur“ im besten Sinne, ist mit seinen Malerbüchern und graphischen Werken in weit über hundert Sammlungen weltweit vertreten. Die Wanderausstellung Der Maler liebt die Einsamkeit zeigt als Schwerpunkt Furtwänglers Bilder in Acryl, Lascaux und Gouache auf Holztafeln aus drei Jahrzehnten. Seit 1996 hatte Furtwängler bewusst auf die Ausstellung seiner Malerei verzichtet, hatte in den folgenden 16 Jahren sein bisher gemaltes Werk überarbeitet, verändert und ergänzt, so dass heute ein geschlossenes malerisches OEuvre vorgestellt werden kann, das den Zeitraum von 1988 bis 2012 umfasst.
Der Ausstellungskatalog wird um einen kunstwissenschaftlichen Beitrag zum ‚verlorenen Menschen‘ bei Furtwängler sowie um die posthum gedruckte Rede von Gerhard Fichter zur Ausstellung „Tohuwabohu“ ergänzt.
Die Wanderausstellung ist in Schweinfurt, Speyer, Memmingen, Potsdam, Stuttgart und Burgk zu sehen.
Die alexandrinischen Gaumünzen der römischen Kaiserzeit. Die ägyptischen Gaue und ihre Ortsgötter im Spiegel der numismatischen Quellen. Weber, Manfred; Geissen, Angelo. 2013. 460 S. zahlr. Abb., 4 Karte(n), 4 Tabelle(n). Gb. EUR 124,00. CHF 167,00 ISBN: 978-3-447-06846-8 Harrassowitz Verlag
In der römischen Kaiserzeit wurden für die Provinz Ägypten in einer Zeitspanne von mehr als 300 Jahren (ca. 30 v.Chr. bis 298 n.Chr.) Münzen in Alexandria geprägt. Der besondere Wert dieser alexandrinischen Münzen nicht nur für die politische, sondern auch für die kulturelle Geschichte des Landes liegt in der Fülle der Rückseitendarstellungen, bei denen sich eine stetig zunehmende Anpassung an die Anschauungen und Interessen der ägyptischen Lebenswelt feststellen lässt. Bilderserien mit religiösen Themen zeigen neben der griechischen auch die ägyptische Götterwelt, es erscheint nicht nur die offizielle Trias des Landes (Sarapis, Isis, Harpokrates), sondern es werden auch die lokalen Ortsgötter aus den zahlreichen Gauen und einigen Städten des Landes sowie ihre heiligen Tiere und Symbole in eigenen Serien dargestellt, die zum Anlass besonderer Feste der Kaiser Domitian, Trajan, Hadrian und Antoninus Pius (91−145 n.Chr.) erschienen.
Die Bedeutung dieser Gruppe der alexandrinischen Münzdarstellungen ist von außergewöhnlichem Wert für die ägyptische Religionsgeschichte während der römischen Kaiserzeit. In ihrer Untersuchung zeigen Angelo Geissen und Manfred Weber, dass den Darstellungen der Ortsgötter auf den Münzen − im Gegensatz zu den bisher die Forschung dominierenden Auffassungen − eine geradezu wohl durchdachte Konzeption zugrunde liegt. Die Auswahl der Motive lässt zudem sogar auf die Mitwirkung eines kompetenten ägyptischen Priesters am Hofe des Praefectus Aegypti, des Stellvertreters des Kaisers in Ägypten, schließen. Damit wird deutlich, dass sich in der Wiedergabe der Motive zugleich die offizielle Auffassung der obersten Behörden des Landes von der Vielfalt der Kulte widerspiegelt.
Attische Grabbezirke klassischer Zeit. Breder, Jan. 2013. 30 x 21 cm. Gb. EUR 128,00. CHF 172,00 ISBN: 978-3-447-06868-0 Harrassowitz Verlag
Um 430 v.Chr. setzten die attischen Grabbezirke ein. Diese Komplexe aus Architektur, Bestattung mit Beigaben, Opferstellen und Stelenausstattung standen im Kontext der langen griechischen Sepulkraltradition. Besonders interessant ist der Aspekt der Gestaltung des Innenraumes der Grabbezirke, also die Frage, ob die Grabanlagen terrassenartig hoch verfüllt waren oder nach einer Umfriedung den Bestattungsplatz umschlossen, woraus sich erkennen lässt, ob Bestattungen oder spätere Gedächtnisriten innerhalb des Grabbezirks oder auf dessen Oberfläche stattfanden.
Jan Breder untersucht in seiner Studie am Gegenstand der Grabbezirke die Frage, ob bestimmten Bauformen eine inhaltliche Bedeutung immanent war, die über ihre reine Funktionalität hinausging. Die Analyse von Konstruktion und Wandaufbau zeigt, dass die Umfassungsmauern der Grabbezirke denen von Heiligtümern entsprachen, durch ihr spezifisches Erscheinungsbild evozierten sie die Konnotation als „Temenos“ und boten den Hinterbliebenen die Möglichkeit, die Grabstätte im Habitus einer Kultstätte zu präsentieren. Auch in der Ausstattung der Grabbezirke mit Stelen und Marmorgefäßen lassen sich sakralisierende Elemente beobachten, zudem wurden seit langem etablierte Objekte der Grabpflege wie Lekythen in den Grabbezirksfassaden in Marmor monumentalisiert. Breder stellt überzeugend dar, dass sich als Beweggrund für die Gestaltung der Grabbezirke auf eine dauerhafte Darstellung der als Nomizomena bezeichneten Totenriten schließen lässt.
Ausgrabungen 1998-2001 in der Zentralen Oberstadt von Tall Mozan/Urkes. Die Keramik der Früh-Gazira V- Alt-Gazira II-Zeit. Schmidt, Conrad. 2013. 940 S. 84 Abb., 49 Tabellen, 28 Tafeln. 31 x 24 cm. Gb. EUR 184,00. CHF 248,00 ISBN: 978-3-447-06825-3 Harrassowitz Verlag
Im vierten Band der „Studien zur Urbanisierung Nordmesopotamiens“ (SUN), Serie A, widmet sich Conrad Schmidt der Keramik der Früh-Ǧazīra V- bis Alt-Ǧazīra II-Zeit (ca. 2100 bis 1600 v. Chr.) aus den Grabungen in der zentralen Oberstadt von Tall Mozan/Urkeš in Nordostsyrien. Diese Perioden entsprechen dem Ende der Frühen und einem großen Teil der Mittleren Bronzezeit und schließen damit den Übergang vom dritten ins zweite vorchristliche Jahrtausend ein.
Schmidts Studie umfasst die Auswertung der gesamten stratifizierten Keramik aus den betreffenden Nutzungsphasen in Tall Mozan und verfolgt mit ihrer vollständigen und unselektierten Beschreibung einen neuen methodischen Ansatz in der Vorderasiatischen Archäologie. Neben zahlreichen Statistiken, Tabellen und Diagrammen wird die Aufbereitung der Daten zu Waren, Gefäßtypen, Formtypgruppen, Formtypen und Ware-Formtypen in den jeweiligen Nutzungsphasen durch einen umfangreichen Katalog mit über 4360 Zeichnungen erweitert. Ausgewählte Einzeluntersuchungen, einschließlich eines relativchronologischen Exkurses zur wichtigsten Nutzungsphase des Untersuchungszeitraums, C 7 (Früh-Ǧazīra V-Zeit), und eines regionalen und vor allem überregionalen Vergleichs mit Keramik derselben Zeitstufe aus anderen Fundorten ergänzen die Auswertung und leisten einen wichtigen Beitrag zur Diskussion über den immer noch schwer herzustellenden Synchronismus der ägyptischen, levantinischen und mesopotamischen Chronologie.
Körper und Kosmos. Untersuchungen zur Ikonographie der zodiakalen Melothesie. Hübner, Wolfgang. 2013. 496 S. 16 Abb. Gb. EUR 98,00. CHF 129,00 ISBN: 978-3-447-06922-9 Harrassowitz Verlag
Die eigentümlichen, seit dem 13. Jahrhundert in Handschriften und Drucken vielfältig überlieferten „Tierkreismänner“ sind seit Beginn des 20. Jahrhunderts auf ein beträchtliches wissenschaftliches Interesse gestoßen. Dem mittelalterlichen Konzept vom Menschen entsprechend, der als Mikrokosmos mit dem allumfassenden Makrokosmos korrespondiert, wurden in den Darstellungen der Tierkreismänner die Glieder des menschlichen Körpers in der Nachfolge der antiken „Melothesie“ vom Scheitel bis zur Sohle auf die zwölf Tierkreiszeichen verteilt. Dabei wurden verschiedene Strategien angewendet, um den runden Zodiakos an den aufrechten menschlichen Körper anzupassen oder sogar beides ineinander zu integrieren, was in einigen Fällen überraschende Übereinstimmungen mit spätägyptischen Wiedergaben in Tempeln und auf Mumiensarkophagen aufweist. Die mit der Zeit zunehmend genutzte zweigeteilte axialsymmetrische Form des Körpers bot sich nicht nur für gepaarte Tierkreiszeichen an, sondern ermöglichte auch in einer besonderen ‚Zickzackform‘ den Abstieg von Kopf bis Fuß. Auch hier finden sich Rückgriffe auf die antike Ikonographie, beispielsweise in der Darstellung des Wassermanns mit zwei Urnen an den Unterschenkeln, wofür es zwar in der griechisch-römischen Ikonographie keine Parallele gibt, wohl aber in babylonischen und spätägyptischen Quellen.
Wolfgang Hübner zeichnet in seiner umfassenden und reich bebilderten Studie zur zodiakalen Melothesie die Entwicklungen in der Ikonographie der Tierkreiszeichen nach, ermittelt allgemeine formale Strukturen, erhellt ihre Genese, Zwänge und gegenseitigen Abhängigkeiten und deckt gemeinsame Strategien bei den auf den ersten Blick so unterschiedlichen Darstellungen der Tierkreismänner auf.
Erinnerungen eines Archäologen. Einige bedeutende Kapitel aus der Kulturgeschichte der Republik Türkei. Akurgal, Ekrem. 2013. 24 x 17 cm. Gb. EUR 35,00. CHF 46,90 ISBN: 978-3-447-06875-8 Harrassowitz Verlag
Die 1999 auf Türkisch erschienenen Lebenserinnerungen des Archäologen Ekrem Akurgal (1911−2002) spiegeln ein bedeutendes Kapitel türkischer Kulturgeschichte. Sie beginnen mit seiner Kindheit noch zur Zeit des Osmanischen Reiches, seine Jugend hingegen war geprägt durch die Reformen des Staatsgründers Atatürk. Akurgal studierte Klassische Archäologie in Berlin und kam später an der Universität Ankara als Assistent und Ordinarius Atatürks Aufforderung nach, die Archäologie seines Landes als identitätsstiftende Wissenschaft der modernen Republik in Lehre und Forschung zu etablieren.
In seinen Publikationen hat Ekrem Akurgal die Kunst der Hethiter, Urartäer, Phryger, Lyder, Karer und Lykier behandelt; Mittelpunkt seiner Forschungen aber waren die griechische, insbesondere die ionische Kunst und Kultur. Ihnen waren auch seine Grabungen gewidmet: Alt-Smyrna, Kyzikos, Sinope, Phokaia, Daskyleion, Pitane und Erythrai. Ekrem Akurgal setzte sich aktiv für die türkisch-griechische Verständigung und Freundschaft ein. In seinen Lebenserinnerungen bekennt er sich als überzeugter Türke, als engagierter Vertreter der von Atatürk gegründeten modernen Republik Türkei, zugleich aber auch als überzeugter Europäer. Er war Weltmann und Humanist. Seine Memoiren sind nicht nur ein wichtiges Buch für seine Landsleute, sondern sollen in Übersetzung nun auch einer breiteren Öffentlichkeit in Deutschland, Europa und Übersee ein besseres Verständnis der Türkei, ihrer Geschichte und ihrer Kulturgeschichte ermöglichen. Sie sind ein historisch aufschlussreiches und kulturhistorisch bedeutsames, reich bebildertes Dokument und zugleich ein ganz persönliches Zeugnis eines großen Gelehrten.
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