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Harrassowitz Verlag

 
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Spankeren, Malte van. Johann August Nösselt (1734–1807). Ein Theologe der Aufklärung. Hallesche Forschungen. Im Auftrag der Franckeschen Stiftungen zu Halle (31). 2011. 352 S. 24 x 17 cm. Pb. EUR 48,00. CHF 83,00 ISBN: 978-3-447-06593-1 Harrassowitz Verlag
Johann August Nösselt war ein bedeutender Aufklärungstheologe und unterrichtete als überaus populärer Hochschullehrer an der Friedrichs-Universität in Halle über beinahe fünf Jahrzehnte hinweg tausende angehender Theologen; unter ihnen so bedeutende wie Friedrich Daniel Ernst Schleiermacher und August Hermann Niemeyer. In die zentralen hochschulpolitischen Konflikte Preußens und der Fridericiana war er an führender Stelle involviert. So verteidigte er mit Nachdruck und erfolgreich die Freiheit der universitären Forschung und Lehre gegen eine konservative Religionspolitik im Preußen Friedrich Wilhelms II. Mit Johann Salomo Semler verband ihn eine nicht immer spannungsfreie, im Ganzen jedoch neidfreie Freundschaft. Nösselt schrieb eine wegweisende und von Tausenden von Theologiestudenten gelesene Theologische Enzyklopädie, die insbesondere den gewachsenen Stellenwert der Praktischen Theologie zukunftsträchtig reflektierte und die entsprechenden wissenschaftsspezifischen Konsequenzen zog. Als theologischer Autor verfasste er ferner u.a. eine der ersten protestantischen Schriften, die auf Rousseaus Èmile kritisch reagierten. Als Privatmann blieb der überzeugte Hallenser seiner Vaterstadt trotz auswärtiger Angebote lebenslang und in vielfältigen Funktionen verbunden und wurde ein wichtiges Mitglied der halleschen Gesellschaft in der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts. Sein Haus in der heutigen Leipziger Straße bot zahlreichen Theologiestudenten (z.B. Gottfried August Bürger) ein geräumiges Quartier. Die 2010 eingereichte Dissertation beleuchtet das Leben Nösselts als Hochschullehrer und Privatmann und präsentiert und kontextualisiert erstmalig seine wichtigsten Schriften in ihren vielfältigen historischen und theologiegeschichtlichen Bezügen.
Die Artemis von Pompeji und die Entdeckung der fbigkeit griechischer Plastik. Kataloge des Winckelmann-Museums . 2011. 96 S. 81 Abb. , 1 Frontispiz. 30 x 21 cm. Pb. EUR 28,00. ISBN: 978-3-447-06664-8 Harrassowitz Verlag
An der 1760 in Pompeji ausgegrabenen Artemis, heute im Archäologischen Nationalmuseum Neapel (Inv.-Nr. 6008), hat Winckelmann seine Theorie von der Farbigkeit der griechischen Marmorplastik entwickelt, wie die jüngere Forschung nachweisen konnte. Sie wird in der Ausstellung gemeinsam mit modernen Farbrekonstruktionen antiker Plastik vorgestellt, die dank der naturwissenschaftlichen Untersuchungen in den letzten Jahren möglich wurden. Der Katalog enthält Beiträge von Oliver Primavesi, Vinzenz Brinkmann, Ulrike-Koch Brinkmann und Heinrich Piening.
Wilde, Heike. Innovation und Tradition. Zur Herstellung und Verwendung von Prestigegütern im pharaonischen Ägypten.Göttinger Orientforschungen, IV. Reihe: Ägypten (49). 2011. IX, 305 S. 35 Abb. , 6 Tabelle(n), 11 Tafel(n). 24 x 17 cm. Pb. EUR 68,00. CHF 116,00 ISBN: 978-3-447-06631-0 Harrassowitz Verlag
Neben zahlreichen Baudenkmälern und schriftlichen Quellen verfügt die Ägyptologie über eine Vielzahl gegenständlicher Funde, deren Großteil im Laufe der Zeit Änderungen in Formgebung und Ausführung unterworfen war. Daneben lassen sich aber auch Objektgruppen belegen, die über lange Zeit kaum eine formale Entwicklung erkennen lassen. Die Faktoren, die die Dynamik oder auch Statik des überlieferten Formenspektrums bestimmten, konnten beispielsweise funktional, technologisch, ästhetisch, kulturspezifisch oder statusabhängig sein. Güter spezialisierter handwerklicher Produktion, deren Vorkommen und Verbreitung die technologische Entwicklung, wirtschaftliche Vernetzung und die gesellschaftliche Bedeutung solcher Güter innerhalb der Gesellschaft spiegeln, geben Aufschluss über die unterschiedlichen Faktoren, die auf die formale Entwicklung der Güter einwirkten.
In ihrer Studie Innovation und Tradition arbeitet Heike Wilde auf der Grundlage einer systematischen Erfassung von technologischen Neuerungen im pharaonischen Ägypten modellhaft heraus, nach welchen Prinzipien sich Innovationen ausbreiteten und in welcher Verbindung sie mit anderen Formen des Kulturwandels standen. Die Untersuchung zeigt, ob und unter welchen Bedingungen sich solche Veränderungen aus den Arbeitsprozessen selbst entwickelten oder auf Wissensimport beruhen und auf welche Weise sie in der Gesellschaft rezipiert wurden. Als repräsentative Untersuchungsgegenstände werden dabei Prestigegüter aus Gold, Silber und Fayence betrachtet, die in der großen Stiftungsliste Thutmosis III. im Amun-Tempel zu Karnak aufgelistet sind.
Reformation und Generalreformation – Luther und der PietismuS. Hrsg.: Müller-Bahlke, Thomas; Soboth, Christian. Hallesche Forschungen. Im Auftrag der Franckeschen Stiftungen zu Halle (32). 2011. 228 S. 24 x 17 cm. Pb. EUR 38,00. CHF 66,00 ISBN: 978-3-447-06594-8 Harrassowitz Verlag
Die Gegner des Pietismus wie auch der Pietismus selbst, in seinen historischen und regional-territorialen Facettierungen, haben sich in Fragen der Theologie, der Frömmigkeitspraxis und des erzieherischen wie des sozialen Handelns am Menschen und in der Welt, in Fragen der Kunst und des Umganges mit ihr auf Luther und sein reformatorisches Werk berufen: eine schwierige historische Gemengelage von gegenläufigen Begründungen und Rechtfertigungen, von Vereinnahmungen und Ablehnungen im Namen der von Luther initiierten 'Reformation der Lehre', die der Pietismus mit seinem Vorhaben einer 'Generalreformation des Lebens' hatte vollenden wollen. Die Beiträge des Tagungsbandes sind vier thematischen Blöcken zuzuordnen: Bibel / Rechtfertigung; Pädagogik und Sozialkonzepte; Staat, Gesellschaft und Ökonomie sowie Kunst. So leistet der vorliegende Tagungsband aus einem interdisziplinären Ansatz heraus eine wirkungs- und rezeptionsgeschichtlich perspektivierte Bestimmung des Verhältnisses zwischen Luthers Werk und dessen Übernahmen, Anverwandlungen und Transformationen durch den Pietismus.
Floryan, Margrethe. ""Wer Lebenslust fühlet . "". Bertel Thorvaldsen: Der Bildhauer als Zeichner.Kataloge des Winckelmann-Museums . 2011. 120 S. 82 Abb. 30 x 21 cm. Pb. EUR 34,00. ISBN: 978-3-447-06662-4 Harrassowitz Verlag
Erstmals werden in dem Katalog die Originalzeichnungen von Bertel Thorvaldsen, die er in den Sammlungen und Museen in Rom anfertigte, in einer Auswahl vorgestellt. Sie gehören zu den schönsten und interessantesten Beispielen der Zeichenkunst Thorvaldsens, die für sein plastisches Werk wesentlich wurde. Einige Zeichnungen werden zum ersten Mal publiziert. Zu einer besonderen Gruppe von Zeichnungen gehören jene, die Thorvaldsen seinen Kunden als Angebot oder Vorschlag für eine großplastische Umsetzung zukommen ließ. Daneben ließ der junge Thorvaldsen, laut der Quellen, auch Leuten Zeichnungen zukommen, dessen Unterstützung und Freundschaft er besonders schätzte.
Die Zeichnungen geben aber auch Auskunft über den Menschen Bertel Thorvaldsen, der Geselligkeiten, Künstlerfeste und Freundschaften in umfangreichem Stil pflegte. Die Ausstellung ist in Kooperation mit dem Thorvaldsen-Museum Kopenhagen entstanden. Der Katalog wurde von Margrethe Floryan, Kuratorin des Thorvaldsens Museums unter Mitwirkung von Laila Skjøthaug verfasst.
Welche Antike? Rezeptionen des Altertums im Barock. Hrsg.: Heinen, Ulrich. 2011. 1168 S. 24 x 17 cm. Gb. EUR 169,00. CHF 286,00 ISBN: 978-3-447-06405-7 Harrassowitz Verlag
"Welche Antike?" vereint die über 50 Beiträge des gleichnamigen Kongresses des Arbeitskreises für Barockforschung in Wolfenbüttel 2006. Der von Ulrich Heinen herausgegebene Band stellt umfassendes Material bereit, um fundamentale Konflikte des 17. Jahrhunderts als Reflex antiker Kontroversen zu lesen und hierin zugleich den Ursprung des Streits um Antikenbezug und Modernität zu entdecken.
Republik gegen Imperium, poetische Freiheit gegen Regelrhetorik, Kritik gegen Affirmation, Ethik gegen Wirkungsästhetik: In bedeutenden Kontroversen der Frühen Neuzeit rief jede Partei antike Zeugen für sich auf. In Wechselwirkung mit diesem Legitimationsbedarf ereignete sich schon im 16. Jahrhundert eine nicht nur quantitative Expansion der verfügbaren Altertümer, aus der „Antikerezeption“ im Singular, die – bei allen Konflikten, von denen die antike Überlieferung selbst berichtet – von der epochalen Einheit der Antike ausgeht, war eine „Antikenrezeption“ im Plural mit einer unvermittelbaren Vielzahl an Zeugnissen und Konzepten geworden. In der wachsenden Fülle des Materials suchte jede Partei legitimierende Orientierung und trug zugleich zu wachsender Unübersichtlichkeit bei. Diente um 1600 die Frage, „welcher Antike“ man den Vorzug geben wollte, der Positionierung in der eigenen Gegenwart, so liegt in ihr schon der Keim für die am Ende des 17. Jahrhunderts dominante Frage „Antike oder Moderne?“ Die mit der Ideologie der Moderne verbundene neue Normativität aber sollte um 1700 auch für die Befassung mit den Altertümern eine methodische, ethische und ästhetische Homogenisierung erzwingen und deren Resultate an die Stelle der Pluralität antik begründeter Legitimationsbezüge setzen.
Gottfried Arnolds Weg von 1696 bis 1705. Sein Briefwechsel mit Tobias Pfanner und weitere Quellentexte. Hrsg.: Büchsel, Jürgen. 2011. 290 S. 24 x 17 cm. Gb. EUR 44,00. CHF 76,00 ISBN: 978-3-447-06595-5 Harrassowitz Verlag
In der Publikation werden viele bisher unveröffentlichte und unbekannte Quellen ediert, die für das Verständnis von Arnolds Lebensweg in den Jahren 1696 bis 1705 wichtig sind. Sie geben Aufschluss über neue Details zu seiner Biographie. Den Kern der hier erstmals publizierten Quellen bildet der Briefwechsel zwischen Gottfried Arnold und dem lutherischen Theologen Tobias Pfanner in den Jahren 1700 bis 1702 mit insgesamt 17 Briefen. Dieser Briefwechsel hat eine Schlüsselfunktion für Arnolds separatistische Phase mit ihren inneren und äußeren Konflikten und ermöglicht ein differenziertes Verständnis des Streits um die Ketzerhistorie und von Arnolds persönlicher Entwicklung.
Ergänzt werden diese Quellentexte durch ausgewählte weitere Korrespondenz von Arnold und Pfanner sowie durch Berichte und Verordnungen, die für den historischen Zusammenhang wichtig sind.
Um eine theologische und historische Einordnung der Quellen zu ermöglichen, ist dem Quellenteil eine ausführliche Einleitung vorangestellt, die Arnolds Weg in der Zeit von 1696 bis 1705 nachvollzieht und eine erste Interpretation des Briefwechsels anbietet.
Orlamünde, Julia. Die Obeliskenfragmente aus Assur. Mit einem Beitrag von Eckart Frahm zu den Inschriften. Beitr.: Frahm, Eckart. 2011. IV, 97 S. 54 Tafel(n). 35 x 24 cm. Gb. EUR 62,00. CHF 106,00 ISBN: 978-3-447-06514-6 Harrassowitz Verlag
Die Mehrheit der in Assur gefundenen Obeliskenfragmente ist bisher gar nicht oder nur unzureichend publiziert worden. Julia Orlamünde legt nun eine detaillierte Beschreibung der 256 Fragmente drei unterschiedlicher Obeliskentypen vor und präsentiert eine Reihe von Zusammenschlüssen einzelner Fragmente. Gleichzeitig wird eine gute Vorstellung dessen vermittelt, was einst in Assur vorhanden war. Durch Vergleiche mit dem Rassam Obelisken, dem Schwarzen Obelisken, den Beschlägen der Balawat-Tore und der Thronbasis Salmanassars III. lässt sich das auf den Obeliskenfragmenten Dargestellte klarer erkennen und in einen größeren Zusammenhang einordnen. So ist den assyrischen Obelisken gemeinsam, dass sie im Wesentlichen Tribut seitens unterworfener Vasallen des assyrischen Reiches inschriftlich und bildlich zum Thema haben. Anhand der zahlreichen neuen Beispiele aus Assur werden die bisherigen Erkenntnisse ikonographisch und textlich vielseitig erweitert.
Der Katalog wird ergänzt durch einen Beitrag von Eckhart Frahm, in dem die Datierung der Obelisken-Bruchstücke des Typs I in die Zeit Tiglat-Pilesers I. (1114–1076) belegt wird, womit sich die Anzahl der aus der späteren mittelassyrischen Zeit stammenden Obelisken (Zerbrochener und Weißer Obelisk) um einen weiteren erhöht.
Orlamünde, Julia; Lundström, Steven. Die Orthostaten Tiglat-Pilesers I. und Assurnasirpals II. aus dem Alten Palast von Assur. 2011. 154 S. 20 Tafel(n). 35 x 24 cm. Gb. EUR 68,00. CHF 116,00 ISBN: 978-3-447-06510-8 Harrassowitz Verlag
Während Orthostaten als Architekturelement im syrischen und anatolischen Raum seit Beginn des 2. Jahrtausends gut belegt sind, sind steinerne Orthostaten an Monumentalbauten aus dem assyrischen Kerngebiet erstmals unter Tiglat-Pileser I. (1114–1076) in Assur bezeugt. Tiglat-Pileser I. begründete damit eine Tradition, die Aššur-nāṣir-apli II. (883–859) an gleicher Stelle wieder aufgriff, um sie dann in seinem neu gegründeten Palast in Kalḫu weiterzuentwickeln. Die circa 800 anikonischen Orthostatenbruchstücke Tiglat-Pilesers I. beziehen sich auf dessen Bautätigkeit am Alten Palast und lassen sich anhand des Materials (Basalt/Kalkstein) und der Inschriften in fünf Hauptgruppen hinsichtlich der Zeilenzahl unterscheiden. Sie können zudem anhand der Ausführung der Inschriften (liniiert/unliniiert) noch einmal unterteilt werden. Die ebenfalls anikonischen Orthostaten Assurnasirpals II. waren zum Teil quadratisch und maßen etwa 26,5–29,00 x 28,5–29,00 cm; für andere lässt sich eine Breite von ca. 60 bis 80 cm erschließen. Sie unterscheiden sich damit signifikant von den ungleich größeren und mit Reliefs verzierten Orthostaten im so genannten Nord-West-Palast des Herrschers in der neuen Residenzstadt Nimrud, mit dessen Bau er kurz nach seinem Regierungsantritt (885) begonnen haben muss.
Ergänzend zu dem detaillierten Katalog der Orthostaten aus dem Alten Palast werden Fragen nach Verwendung und Anbringungsorten, nach möglichen Hinweisen auf die Baugeschichte, nach der Bedeutung für die assyrische Kunst- und Kulturgeschichte und vor allem nach dem Verhältnis der assyrischen Orthostaten zu den Orthostaten des syrisch-palästinischen Bereichs behandelt.
Reculeau, Hervé. Climate, Environment and Agriculture in Assyria. in the 2nd Half of the 2nd Millennium BCE. Studia Chaburensia (2). Engl. 2011. XVI, 290 S. 39 Abb., 42 Tabelle(n), 1 Karte(n). 17 x 24 cm. Pb. EUR 69,00. CHF 117,00 ISBN: 978-3-447-06630-3 Harrassowitz Verlag
China, Japan und das "Andere". Ostasiatische Identitäten im Zeitalter des Transkulturellen. Hrsg.: Köhn, Stephan; Hrsg.: Schimmelpfennig, Michael. 2011. VIII, 300 S. 24 x 17 cm. Pb. EUR 48,00. CHF 83,00 ISBN: 978-3-447-06254-1 Harrassowitz Verlag
Die Globalisierung ehemals räumlich, ethnisch und/oder kulturell getrennter Sphären hat mit der fortschreitenden digitalen Vernetzung zweifelsohne eine neue Dimension erreicht. Unterschiedlichste kulturübergreifende Austauschprozesse finden heute mit einer bis dato ungeahnten Leichtigkeit und Schnelligkeit statt und forcieren dabei in vielen Fällen Prozesse der Hybridisierung bzw. Kreolisierung. Nationale und kulturelle Identitäten, die im China und Japan der Nachkriegszeit – wenn auch aus verschiedenen Gründen – immer schon ein äußerst sensibles Thema dargestellt haben, werden umso mehr auf eine harte Probe gestellt, da bisherige Dichotomien ambigue erscheinen, die Grenzen sich in vielen Fällen sogar aufzulösen beginnen. Innerhalb des Spannungsfeldes von Selbstbehauptung und Fremdwahrnehmung zeugen gerade die unterschiedlichen medialen Strategien der Selbstinszenierung, Selbsterfindung und Selbstexotisierung von der scheinbar als dringlich empfundenen Suche nach einer national und kulturell distinktiven, postmodernen bzw. postkolonialen Identität im Zeitalter des Transkulturellen und Hybriden.
In 14 Beiträgen fokussiert der von Stephan Köhn und Michael Schimmelpfennig herausgegebene Sammelband auf die verschiedensten Auswirkungen, welche die Konfrontation/en mit dem Anderen – sei es nun der numinose Westen, das exotische Asien oder das unbegreiflich Fremde im vermeintlich Eigenen – auf das Spannungsfeld von nationaler, kultureller und ethnischer Selbstinszenierung und Fremdwahrnehmung ausgeübt haben.
Dialoge zwischen Wissenschaft, Kunst und Literatur in der Renaissance. Hrsg.: Bergdolt, Klaus; Hrsg.: Pfister, Manfred. Wolfenbütteler Abhandlungen zur Renaissanceforschung (27). Dtsch, Engl.;Franz.;Italienisch. 2011. 332 S. Gb. EUR 84,00. CHF 142,00 ISBN: 978-3-447-06605-1 Harrassowitz Verlag
In der Renaissance tritt der Dialog zwischen den Naturwissenschaften, den Künsten und der Literatur in eine besonders intensive Phase ein. Dies wird dadurch begünstigt, dass sich in diesem Zeitraum Wissenschaft im modernen Wortsinn erst allmählich von den artes zu autonomisieren beginnt. Zahlreiche Renaissance-Gelehrte, -Wissenschaftler und -Künstler wie Vesalius, Galilei oder Bacon streben nach dem Bildungsideal des ‚uomo universale‘ und vertreten entweder die beiden noch nicht scharf getrennten Wissenskulturen in Personalunion oder zeigen doch zumindest, wie etwa Shakespeare, Leonardo da Vinci oder Montaigne, ein starkes Interesse am jeweils anderen Bereich. Dieser intensive Dialog zwischen den verschiedenen Wissenschaften und Künsten ist ein europäisches Phänomen, dem der von Klaus Bergdolt und Manfred Pfister herausgegebene interdisziplinäre Sammelband in 14 Beiträgen von internationalen Renaissance-Experten in deutscher, englischer, französischer und italienischer Sprache nachgeht.
Die Handschriften der Staats- und Stadtbibliothek Augsburg. 8° Cod 1-232. Beschrieben von Juliane Trede und Wolf Gehrt. 2011. 496 S. 28 x 19 cm. Pb. EUR 158,00. CHF 267,00 ISBN: 978-3-447-06475-0 Harrassowitz Verlag
Mit dem achten Band der Handschriftenkataloge der Staats- und Stadtbibliothek Augsburg, wird die Katalogisierung des allgemeinen Fonds mit seinen mehr als 1150 Handschriften abgeschlossen. Die 191 zur Hälfte mittelalterlichen und frühneuzeitlichen Handschriften aus 199 Bänden im Oktavformat wurden von Juliane Trede und Wolf Gehrt beschrieben. Mehr als 80 der Bände stammen aus dem Benediktinerkloster St. Ulrich und Afra in Augsburg, in dem sich in der Zeit um 1500 für die Konventualen Veit Bild, Sigismund Lang, Johannes Mickel und Clemens Sender kleine Privatbibliotheken rekonstruieren lassen, die ihre geistigen Interessen und Lesegewohnheiten offenlegen. Andere Handschriften aus St. Ulrich und Afra stehen im Zusammenhang mit den Reformbemühungen des Klosters im 15. Jahrhundert. Weitere Augsburger Provenienzen sind neben der 1537 gegründeten Augsburger Stadtbibliothek und dem Evangelischen Kolleg das Jesuitenkolleg St. Salvator, die Augustiner-Chorherrenstifte Heilig Kreuz und St. Georg, das Dominikanerkloster St. Magdalena und das Franziskaner-Oberservanten-Kloster Heilig Grab. Die Handschriften aus den Benediktinerklöstern Benediktbeuren und Irsee, der Benediktiner-Fürstabtei Kempten und dem Mindelheimer Jesuitenkolleg sind hingegen Säkularisationsgut aus Bayerisch Schwaben außerhalb von Augsburg.
Werning, Daniel A. Das Höhlenbuch. Textkritische Edition und Textgrammatik Teil I: Überlieferungsgeschichte und Textgrammatik Teil II: Textkritische Edition und Übersetzung. Göttinger Orientforschungen, IV. Reihe: Ägypten (48). 2011. XXXIII, 903 S. 48 Abb., 69 Tabelle(n), 13 Tafel(n). 30 x 21 cm. Gb. EUR 148,00. CHF 250,00 ISBN: 978-3-447-06635-8 Harrassowitz Verlag
Die Keilschrifttexte des Altorientalischen Instituts der Universität Leipzig. Hrsg.: Streck, Michael P. 2011. VII, 162 S. 45 Tafel(n). 24 x 17 cm. Pb. EUR 38,00. CHF 66,00 ISBN: 978-3-447-06578-8 Harrassowitz Verlag
Im Jahr 1903 erschien bei der J. C. Hinrichs’schen Buchhandlung in Leipzig das erste Heft des ersten Bandes der Leipziger Semitistischen Studien, herausgegeben von August Fischer und Heinrich Zimmern, den beiden Direktoren des 1900 gegründeten Semitistischen Instituts. 1920 eingestellt, fand die Reihe 1931/32 eine kurze Fortsetzung mit dem Zusatz „Neue Folge“, diesmal herausgegeben von Benno Landsberger und Hans Heinrich Schaeder. Um diese ehrwürdige Tradition fortzusetzen wurden nun die von Michael P. Streck herausgegebenen Leipziger Altorientalistischen Studien (LAOS) gegründet, deren erster Band sich den Keilschrifttexten des Altorientalischen Instituts der Universität Leipzig widmet.
Das Altorientalische Institut besitzt 58 Keilschrifttexte und ein Stempelsiegel, die bislang mit wenigen Ausnahmen unveröffentlicht waren. Die Sammlung enthält Rechts- und Wirtschaftsurkunden der Ur III-Zeit, eine früh-altbabylonische Wirtschaftsurkunde, altbabylonische Rechts- und Wirtschaftsurkunden, altbabylonische Briefe, ein altbabylonisches Omenfragment und spätbabylonische Rechtsurkunden. Der Sammelband präsentiert nun erstmals eine vollständige Edition der Texte mit Transliteration, Übersetzung, Kommentar, Autografie und Fotografien. Die Einzeluntersuchungen von Hans Neumann, Michael P. Streck, Carsten Tardi, Walther Sallaberger, Takayoshi Oshima, Vincent Walter und Suzanne Herbordt werden durch eine einleitende Darstellung der Geschichte der Leipziger Sammlung ergänzt.
Palace and Temple. Architecture – Decoration – Ritual. Cambridge, July, 16th-17th, 2007. Hrsg.: Gundlach, Rolf; Hrsg.: Spence, Kate. 2011. VIII, 210 S. 24 x 17 cm. Pb. EUR 58,00. CHF 99,00 ISBN: 978-3-447-06515-3 Harrassowitz Verlag
Three years after the 4th symposium on the Egyptian Royal Ideology (British Museum, London, 2004; published as volume 4.1 of the series Königtum, Staat und Gesellschaft früher Hochkulturen) the follow-up took place in Cambridge in 2007. The 5th symposium was hosted by the McDonald Institute for Archaeological Research at the University of Cambridge in cooperation with the Institute for Egyptology and Ancient Near Eastern Studies at the University of Mainz. The general theme of the congress was determined by archaeological aspects of Egyptian Royal Residences. Palace and Temple: Architecture – Decoration – Ritual put two primary elements of royal residences into focus. Lectures and discussions were dedicated to the interior of the residences, namely to decoration and worship.
The volume comprises the most important lectures of the Cambridge symposium and thus draws attention to specific aspects of Egyptian residence research.
verklingend und ewig. Tausend Jahre Musikgedächtnis 800 –1800. Hrsg.: Susanne Rode-Breymann und Sven Limbeck. Ausstellungskatalog der Herzog August Bibliothek Nr. 94. 308 S., 172 meist fb. Abb. 26 x 21 cm, Gb. Harrassowitz, Wiesbaden 2011. EUR 39,80 ISBN: 978-3-447-06596-2 Harrassowitz Verlag
Die Herzog August Bibliothek bewahrt eine der bedeutendsten Musiksammlungen Norddeutschlands. Wie aber stellt man Musik – eine Klangkunst – aus, deren Eigentliches sich entfaltet, wenn man sie hört, nicht jedoch, wenn man sieht, wie sie aufgeschrieben wurde? Das wieder Hörbarmachen des Verklungenen, von dem im Buch etwas aufbewahrt ist, nicht das Sichtbarmachen des im Buch prinzipiell ewig Erhaltbaren ist das der Musik ästhetisch Angemessene. Und doch: Musik, aufgeschrieben oder gedruckt in Büchern, ist oftmals von großer Schönheit.
Die Ausstellung „verklingend und ewig. Tausend Jahre Musikgedächtnis 800 –1800“ handelt von dem Miteinander von Buch und Klang, von der Spannung zwischen der verklingenden Musik und ihrer Verewigung durch Schrift: Das Klingende wird seit Jahrhunderten in Büchern verschiedenster Formate aufgeschrieben oder gedruckt, und dieses Geschriebene oder Gedruckte ist seither Grundlage für die Erinnerung an und die Aufführung von Musik. Der Ausstellungskatalog umfasst einen Essay- und einen Katalog-Teil. In den Essays wird das Sammeln und Tradieren von Musik behandelt.
Die Beiträge thematisieren außerdem die musikalische Erinnerung als Übergang vom Klang zur Schrift ebenso wie die Probleme der Verklanglichung des Aufgezeichneten (historische Aufführungspraxis).
Der Katalog enthält neben den ausführlichen Exponatbeschreibungen fundierte Einführungstexte in die Themen der drei großen Ausstellungsbereiche:
Musik kommt ins Buch. Musik kommt aus dem Buch. Musik kommt nicht mehr aus dem Buch.
Die Ausstellung ist vom 4. September 2011 bis zum 26. Februar 2012 in der Herzog August Bibliothek in Wolfenbüttel zu sehen. Zur Ausstellung erscheint eine CD mit Aufnahmen von Musikbeispielen, die in der Ausstellung und im Katalog vorgestellt werden.
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Droß-Krüpe, Kerstin. Wolle – Weber – Wirtschaft. Die Textilproduktion der römischen Kaiserzeit im Spiegel der papyrologischen Überlieferung. Philippika. Marburger Altertumskundliche Abhandlungen (46). 2011. X, 304 S. 30 Tabelle(n). 24 x 17 cm. Gb. EUR 74,00. CHF 125,00 ISBN: 978-3-447-06516-0 Harrassowitz Verlag
Textilien spielen zu allen Zeiten eine wichtige Rolle im sozialen und ökonomischen Gefüge von Gesellschaften. Zusammen mit Nahrung und Wohnung gehören sie zu den grundlegenden menschlichen Existenzbedürfnissen; sie schützen den Körper nicht nur vor extremen klimatischen Bedingungen, sie sind auch Ausdruck des geschlechtlichen, sozialen, beruflichen oder wirtschaftlichen Status’ des Trägers. Auch im Imperium Romanum nahm die Textilökonomie einen besonderen Stellenwert ein – nach der Landwirtschaft stellte sie das zweitwichtigste Betätigungsfeld dar und bot für zahlreiche Personen Verdienstmöglichkeiten. Einsichten in die kaiserzeitliche Textilproduktion erlauben vor allem ägyptische Papyri, die wie keine andere Quellengattung Auskunft über das Alltagsleben und das ökonomische Handeln von Individuen und Staat geben.
Ausgehend von einem formalistischen Ansatz wirft die Studie Wolle – Weber – Wirtschaft neues Licht auf die kaiserzeitliche Textilproduktion. Kerstin Droß-Krüpe kann mit dem Einsatz von modernen ökonomischen Begrifflichkeiten und Denkmodellen als heuristische Kategorien Zusammenhänge innerhalb der antiken Textilökonomie sichtbar zu machen, die bisher verborgen geblieben sind. Zudem stellt sie neben die Analyse der Papyri Erkenntnisse aus der (experimentellen) Archäologie, um in einer interdisziplinären Annäherung die Abläufe dieses Wirtschaftssektors sichtbar zu machen und letztlich das Verständnis der antiken Ökonomie als Ganzes zu vertiefen. Am gut dokumentierten Beispiel des römischen Ägypten werden so Modelle zur Funktionsweise der Textilproduktion entwickelt, deren Gültigkeit sich auch für anderen Gebiete des Imperium Romanum erwarten lässt.
Vorspann oder formative Phase?. Ägypten und der Vordere Orient 3500–2700 v. Chr.. Hrsg.: Morenz, Ludwig D; Hrsg.: Kuhn, Robert. Philippika. Marburger Altertumskundliche Abhandlungen (48). 2011. VI, 208 S. 24 x 17 cm. Pb. EUR 48,00. CHF 83,00 ISBN: 978-3-447-06579-5 Harrassowitz Verlag
Die formative Phase des Alten Ägypten kann wohl als eine der spannendsten der ägyptischen Geschichte gelten, da in ihr die wichtigen Elemente wie Kunstkanon, Staatsbau und Religion entstanden sind, die sich bis in die römische Zeit Ägyptens erhalten haben. Dennoch spielt diese Ära meist nur eine Nebenrolle in der ägyptologischen Fachliteratur und wird von wenigen Spezialisten betrieben. Lange Zeit wurde sie als eine Art „Vorspann“ zur eigentlichen klassischen ägyptischen Geschichte angesehen.
Um Licht in das Dunkel der ägyptischen Frühgeschichte zu bringen, wurde am 7. und 8. September 2007 in Leipzig ein Workshop veranstaltet, der sich ganz dieser frühen Phase widmete. Die von Ludwig D. Morenz und Robert Kuhn herausgegeben Tagungsbeiträge (ergänzt um zwei weitere Untersuchungen zum Thema) betrachten so unterschiedliche Aspekte wie Archäologie, Sprache, Kult/Religion und Medizin. Ebenso berücksichtigt werden die zugehörigen Nachbarkulturen und der aufgrund interkultureller Beziehungen erhebliche gegenseitige Einfluss auf die Staatswerdungsprozesse der jeweiligen Länder. In interdisziplinärer Zusammenarbeit leisten die Beiträge so einen entscheidenden Beitrag zum Verständnis der altägyptischen Frühgeschichte und machen ihren formativen Charakter sichtbar.
Rabe, Britta. Zwischen Entwurf und Produkt. Die griechisch-römischen Gipsformen aus Ägypten im Museum August Kestner, Hannover. Mit einer CD-Rom der abgebildeten Museumsobjekte. Philippika. Marburger Altertumskundliche Abhandlungen (44). 2011. 196 S. 24 x 17 cm. Br.. EUR 39,90. CHF 69,00 ISBN: 978-3-447-06484-2 Harrassowitz Verlag
Die Sammlungsgruppe „Graeco-römisches Ägypten“ nimmt im Museum August Kestner einen erheblichen Umfang ein. Ihre Bandbreite umfasst Gefäßkeramik, Öllampen, Kleinplastik (Terrakotta, Stein), Mumienporträts, Gipsmodel und Münzen. Während einzelne Teile dieser Sammlungsgruppe relativ gut bearbeitet und in Einzelfällen auch publiziert sind, fehlte bislang die wissenschaftliche Aufarbeitung für andere Gruppen, insbesondere für den Komplex der aus Mit Rahine (Memphis) stammenden Gipsmodel. Der Gesamtbestand an Gipsformen beträgt 397 Teilformen und Fragmente, die sich zu insgesamt 343 Formschalen zusammensetzen lassen, weiterhin zugehörig sind drei antike Gipsabgüsse.
Britta Rabes Bearbeitung der antiken Gipsmodel Zwischen Entwurf und Produkt macht die Hannoveraner Stücke endlich einer breiten und vor allem fachwissenschaftlichen Öffentlichkeit bekannt und klärt bestehende Provenienzfragen.
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