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Muse Mozart. Bühnenbildentwürfe und Illustrationen. Interpretationen. Beitr. Slevogt, Chagall, Hrdlicka, Grochowiak 2006. Hrsg.: Ludwigmuseum Koblenz, Beate Reifenscheid 88 S., 42 fb. und 21 s/w Abb. 28 x 24 cm, Br. EUR 22,00 ISBN: 3-937014-61-6 modo
Mozarts Handschrift allein sei schon ein Kunstwerk, hat Max Slevogt einmal gesagt. Kein Wunder also, dass es nicht allein bei Slevogts Begeisterung für die Musik blieb. Seine Verehrung fand ihren ganz natürlichen Ausdruck in Bühnenentwürfen und Lithografien. Wie viele andere Künstler, die sich von Mozart inspirieren ließen, ging es auch Slevogt nicht allein um die Musik und die Handlung von „Don Giovanni“ oder der ~Zauberflöte“, sondern vor allem um das Künstlerische überhaupt. Auch Marc Chagall, der 1967 für eine Inszenierung der „Zauberflöte“ der New Yorker Met Bühnenbild und Kostüme entwarf, sah in diesem Unterfangen nicht etwa einen weiteren Auftrag in seiner Künstlerkarriere, vielmehr eine existentielle Auseinandersetzung mit Kunst in ihrer Perfektion.
Anlässlich des Mozartjahres hat das Koblenzer Ludwig Museum im Deutschherrenhaus veranschaulicht, was Künstler wie Max Slevogt, Marc Chagall, Thomas Grochowiak und Alfred Hrdlicka an Mozart interessierte und was er in ihnen auslöste. Die Entwürfe für das Theater, die Illustrationen und Aneignungen zeigen sowohl exemplarisches Kunstschaffen vom Anfang des 20. Jahrhunderts bis in die Gegenwart als auch Mozarts befreiende und schöpferische Wirkung. Die Bühne öffnete den Blick für einen fantastischen Realismus, die Musik für die Abstraktion. Der Künstler war den Künstlern zur Muse geworden.
Sammelsurium Eins. Forum Kunst Rottweil 1970-1981. 2007. Hrsg. Jürgen Knubben. Text Gerhard Breinlinger, 180 S. 102 Ffb. und 32 sw Abb., 24 x 17 cm, Gb., EUR 20,00 ISBN: 3-937014-62-4 modo
„Sammelsurium Eins“ beleuchtet ein Stück jüngerer Kunstgeschichte aus ungewöhnlicher Perspektive: Mehr als 300 Ausstellungen hat Forum Kunst Rottweil in den 36 Jahren seines Bestehens auf die Beine gestellt, und Sammler haben nicht wenige Bilder, Zeichnungen, Skulpturen oder Objekte daraus erworben. Eine ganze Reihe dieser Privatsammier sind jetzt bereit, ihre Werke wieder als Leihgaben zur Verfügung zu stellen. Damit wird die Erinnerung an ein breites Spektrum von Künstlern wach, die im Forum Kunst zu Gast waren. Die Liste ist beeindruckend das erste Jahrzehnt beginnt 1970 mit Rupprecht Geiger und Ansgar Nierhoff und führt über Schumacher, Meistermann und Hoehme hin zu Walter Stöhrer und Albert Oehlen. „Sammelsurium Eins“ ist der Auftakt zu einer Trilogie. Die Fortsetzungen werden im Jahre 2007 publiziert.
Jill Baroff, Stefana McClure. The Shape of Time. Hrsg. Grudun Thiessen-Schneider, Kunstverein Grafschaft Bentheim e.V. Text v. Markus Weckesser. Dtsch, Engl. 48 S., 43 fb. Abb., 15 x 22 cm, Gb., EUR 15,00 ISBN: 3-937014-60-8 modo
Wie soll man die Wirbel der Zeit, die Überschneidungen von Gegenwart, Vergangenheit und Zukunft darstellen? Als eine gerade Linie von A nach B? Die beiden in New York lebenden Künstlerinnen Jill Baroff und Stefana McClure haben sich anders entschieden. Ihr Werk spiegelt ein komplexeres Verhältnis ab, greift zyklische Naturphänomene ebenso auf wie Bild-Text-Beziehungen. Der Kunstverein Grafschaft Bentheim hat die beiden Künstler-innen zum eigenen zehnjährigen Bestehen eingeladen, sich mit der Zeit und ihrer Gestalt auseinander zu setzen.
60 Papierarbeiten, Filme und Objekte der letzten drei Jahre umfasst die Ausstellung „THE SHAPE OF TIME“, einige sind in Zusammenarbeit der Künstlerinnen entstanden. Was die Schau eint, ist ihr gemeinsames Interesse an minimalistischen Strukturen, seriellem Arbeiten und sehr konzentrierten Formen. Jill Baroffs Serie „Tide Drawings“ geben die Wasserstände verschiedener Flüsse wieder, die verschiedenartig getönte Scheibe aus aufgerolltem Papier erinnert gleichermaßen an Datenschreiber wie an organische Wachstumsprozesse. In „London Bus Map“ hat sie das Busnetz der Stadt ausgeschnitten und stellt so sehr filigran die Verbindungen der jeweiligen Orte dar. Stefana McClure hingegen hat für „Paper Balls“ einen Roman, einen Atlas und ein Comicbuch in schmale Streifen zerschnitten und sie wie ein Wollball aufgewickelt. Dass Zeit und Raum keine festen Größen sind, sieht man selten so spielerisch und zugleich ästhetisch dargestellt.
End of Season. Von Ando, Yukako /Genth, Ulrich /Griebel, Christina /Pfeifle, Martin. Vorw. v. Janssen, Karl. Beitr. v. Schmidt,Sabine M /Pisano, Hortense /Pohlen, Annelie. Hrsg. v.Wilhelm Lehmbruck Museum - Zentrum Internationaler Skulptur, Duisburg. 2006. 96 S., 7 sw. Abb., 77 Duoton-Fotos - 27 x 24 cm. Ebr EUR 15,00 ISBN: 3-937014-48-9 modo
Die vorliegende Publikation mit Textbeiträgen von Sabine Maria Schmidt (Kuratorin), Annelie Pohlen und Hortense Pisano dokumentiert drei ungewöhnliche Positionen in der aktuellen jungen Skulptur. Alle Künstler wählen große Formate, arbeiten in aufwendigen Installationen in Innen- und Außenräumen, nutzen dabei aber ephemere Materialien und auf Temporalität angelegte Konstruktionen. Diese Vorgehensweise erlaubt es, an diskursiven Orten radikale Veränderungen vorzunehmen.
Yukako Ando inszeniert kulissenartige Raumabfolgen, thematische Installationen oder musikalische Theaterperformances. In ihren vielschichtigen Werken verknüpft sie Handlungsanweisungen, Aktionen, Reflexionen und Installationen. Beiläufige Requisiten treiben die Recherche zu Grundvoraussetzungen unseres urbanen Lebens und dem Wechselspiel von Kommunikation und Rückzug voran.
Das Künstlerduo Ulrich Genth und Heike Mutter nutzt reale und selbstkonstruierte Objekte und verschiebt ihre Orte und Funktionen. Es entstehen raumgreifende Installationen, die die Widersprüche zwischen Öffentlichem und Privatem, Banalem und Pathetischem, Zitathaften und Bedeutungslosem, streng Formalisiertem und frei Improvisiertem zum Thema haben.
Martin Pfeifle reagiert auf Eindrücke aus der Alltagswelt (wie Fassadenarchitekturen oder Materialoberflächen aus Werbung und Design) und verbindet diese mit den Proportionen und Eigenheiten der Ausstellungsarchitektur. Seine Arbeit sucht neue Wege minimalisti-scher und serieller Formensprache jenseits des "White Cube". Mit einfachen, oft kurz-lebigen Materialien und wenigen gestalterischen Eingriffen und Materialbearbeitungen verwandelt er die Räume gänzlich oder offenbart ihre ihnen inhärenten Strukturen.
Mit Christina Griebel wurde zudem erstmals eine Autorin mit dem Lehmbruck-Stipendium gefördert. Sie schrieb den lyrischen Text "was ich an der ruhr sah", zu der eine kleinformatige Fotofolge gehört.
Markust Löffelhardt. Architektur in Freiburg. Stadtführer zeitgenössischer Architektur ab 1990. 2006. 2. erw. Auflage. 204 S., 250 Abb. in Duotone, 22 x 11 cm, Br., EUR 19,80 ISBN: 3-937014-34-9 modo
Freiburg als Architekturstadt? Ja und nein, wenngleich hier deutlich mehr Bauten über Wettbewerbsverfahren entstehen als anderswo und 14 städtbauliche Preise, die Freiburg gewann, sprechen auch für sich. Doch die architektonische Gestaltung realisert sich hier weniger im Spektakulären, als vielmehr in qualitätsvoller Zurückhaltung. Während andernorts über Rückbau und Abriss überschüssiger Baukapazitäten diskutiert wird, konnten in Freiburg mit Rieselfeld und Vauban neugegründete Stadtquartiere vorangetrieben werden.
Und auch dem Namen als Ökohauptstadt wird Freiburg hier gerecht: In diesem Band können Innovationsbauten vorgestellt werden denen Freiburg seinen Spitzenplatz in Sachen Solarenergie und umweltbewusstem Bauen verdankt. Ein informativer, kurzweiliger Führer zu ausgewählten Beispielen neuer öffentlicher und privater Bauten. 2. erweiterte Auflage mit 35 neuen Projekten.
Yves Boucard, 20 times more. Furniture - Möbel - Meubles. 2006. Texte Dan Klein, Rüdiger Joppien. Dtsch, Eng. Franz. 2006. 108 S., 105 fb. Abb. 24 x 17 cm, Gb. mit Schutzumschlag. EUR 27,50 ISBN: 3-937014-36-5 modo
Es sind nicht unbedingt nur Möbel, die Yves Boucard herstellt. Es sind vielmehr Möbelkunstwerke, die der 1953 in Morges bei Lausanne geborene Boucard entwirft und realisiert. Ein Möbelstück, soll es den Ansprüchen des Schweizers genügen, muss sich im Spannungsfeld von Utopie, Funktion, Traum und Realismus bewähren. Es muss perfekt gearbeitet und komfortabel sein, aber seinen Besitzer auch daran erinnern, dass Fantasie möglich ist und dass ein geschwungenes Regal, das in einer Harlekinmütze endet, nicht nur den Raum verändert. Yves Boucard hat sein Metier gründlich gelernt. Er machte eine Ausbildung zum Kunst-tischler und sog dann auf Reisen alle erdenklichen Einflüsse auf. Mittlerweile in seine Heimat zurückgekehrt, verbindet er seit Jahren handwerkliche Präzision mit einem barocken Formenreichtum. Seine Möbel dienen sich dem Körper an, leihen aber von Vögeln, Tintenfischen und Orchideen ihre Gestalt. Boucard arbeitet seine Regale, Sofas, Stühle und Tische aus laminiertem und massivem Holz, das er mit durch Harz gestärkten Glasfaserteilen stabilisiert. Seine Liebe zur Kunst und zum Handwerk zeigt sich auch auf der Oberfläche seiner Möbel, die nie monochrom und häufig kunstvoll eingekerbt ist.
Fragt man Yves Boucard nach seinen Vorbildern, nennt er Bildhauer wie Tony Cragg, Richard Long und Andy Goldsworthy, doch wer genau hinsieht, erkennt Anleihen sowohl bei den Möbeldesignern der Moderne, der Gruppe Memphis als auch bei den Kunsttischlern des 18. Jahrhunderts.
Das Museum für Kunst und Gewerbe in Hamburg zeigt vom 27.10. bis 19. 11. 2006 neue Arbeiten von Yves Boucard.
iran.com. Iranische Kunst heute – Iranian art today. 2006. Hrsg. Museum für Neue Kunst Freiburg. Texte P. Forouhar, R. Pakbaz, I. Herda, N. Torcelli. Dtsch, Engl. 2006. 128 S., 92 fb. Abb. 29,7 x 21 cm, Br. EUR 22,00 ISBN: 3-937014-49-7 modo
Wer an Iran denkt, dem fällt unweigerlich der Atomstreit, die Leugnung des Holocaust durch den iranischen Präsidenten Mahmud Achmadinedschad ein und ähnlich politisch brisante Themen mehr. Doch wie leben die Menschen in Iran, wie nehmen sie ihren Alltag wahr, was sind ihre Probleme? Diese Fragen spiegelt die Tagespolitik nicht wider. Die Kunst schon.
„iran.com“ versteht sich daher als Brücke zwischen Iran und Deutschland und ist die erste umfangreiche Ausstellung in einem deutschen Museum, die das zeitgenössische Kunst-schaffen in Iran reflektiert. Äußerer Anlass dafür war die seit dem Jahr 2000 bestehende Städtepartnerschaft zwischen Isfahan und Freiburg, innerer die Notwendigkeit genauer hinzusehen. Diesen Blick hinter die Klischees ermöglichen Künstlerinnen und Künstler wie die beiden Biennale-Teilnehmerinnen Bita Fayyazi und Mandana Moghaddam, mit ihren oftmals sehr symbolhaften Performances, Fotos und Videos. Aber auch Barbad Golshiri, Sohn des kritischen Intellektuellen Housang Golshiri, der mit seinen Projekten in den öffentlichen Raum der Islamischen Republik eindringt.
Mehr und mehr hat sich das Internet zu einem virtuellen Ort einer solchen Gegen-öffentlichkeit entwickelt. Der Titel der Ausstellung „iran.com“ spielt darauf an. Es mag schizophren wirken, dass neben einem reglementierten öffentlichen Raum weitere, durchaus liberalere Lebensformen möglich sind. Doch die Kunst war immer Teil dieser Dualität.
„Iran.com“ ist vom 22. Oktober 2006 bis zum 28. Januar 2007 im Museum für Neue Kunst Freiburg zu sehen und wird gefördert durch die Kulturstiftung des Bundes und das Auswärtige Amt. Die teilnehmenden Künstlerinnen und Künstler sind:
Mahmoud Bakhshi-Moakhar, Bita Fayyazi, Shahab Fotouhi / Neda Razavipour, Barbad Golshiri, Ramin Haerizadeh, Rokni Haerizadeh, Khosrow Hassanzadeh, Minoo Iranpour, Simin Keramati, Afshan Ketabchi, Majid Koorang Beheshti, Akbar Mikhak, Mandana Moghaddam, Ahmad Morshedloo, Farhad Moshiri / Shirin Aliabadi.
Kitzbihler, Jochen: Monolithische Systeme. Skulpturen und Fotografie 1996-2006. Beitr. v. Bleyl, Matthias /Stather, Martin /Omlin,Sibylle. Hrsg. v.Mannheimer Kunstverein /Stather, Martin. 2006. 132 S., 25 sw. u. 84 fb. Abb. 33 x 24 cm. Gb EUR 35,00 ISBN: 3-937014-38-1 modo
Das Werk von Jochen Kitzbihler (*1966 Ludwigshafen) ist bislang hauptsächlich der Skulptur verbunden. In seinen „geometrisch konzipierten Objekten unternimmt oft das Material – der Stein – den Ausbruch aus der Strenge der Linien und Flächen, in dem Bänderungen beziehungsweise Einschlüssen eine geomorphologische Geschichte zu erzählen beginnen“ (Sibylle Omlin).
Im vorliegenden Buch, das anläßlich einer Ausstellung im Mannheimer Kunstverein erschien, werden erstmals Fotografien Kitzbihlers gezeigt, die in einen fundamentalen Dialog zur Skulptur treten. Die Fotografien von (Gesteins-) Landschaften, die in Serien zusammengefasst sind, reflektieren Fragen, die in der Bildhauerei eine grundlegende Rolle spielen: Schichtungen, Einschlüsse und Strukturen, die Schwere, die Kraft und die Erscheinungsweise des Materials.
Frauen und Berge. Florence Hervé und Katharina Mayer 2006. Text Florence Hervé. Fotos Katharina Mayer. 176 S. 82 fb. Abb. 29 x 23,5 cm, Gb. Modo, Freiburg 2006. EUR 39,80 ISBN: 3-937014-47-0 modo
Der Berg ruft ...
Seit Urzeiten üben Berge eine große Faszination auf den Menschen aus. Einerseits als sagenhafte, geheimnisvolle, heilige und verwunschene Orte, andererseits als unüberwindbare Barrieren und Grenzgebiete zwischen Ländern; als Schlupfwinkel für Banditen oder als Broterwerb für deren Bewohner. Aus dem Leben der in diesem Buch vorgestellten Frauen spricht eine tiefe Verbundenheit mit der Welt der Berge. Sie arbeiten als Gletscherforscherin, als Schäferin, als Hausdame eines Berghotels oder als Wirtin einer Berghütte. Sie sind in den Bann der Berge gezogen und halten Zwiesprache als Malerin, Schriftstellerin und Musikerin. Sie leben aus dem Rucksack und erzählen von ihrer Geschichte als Widerstandskämpferin, Bergsteigerin und Extremskifahrerin. Sie kommen aus verschiedenen europäischen Ländern: den Österreichischen, Französischen, Skandinavischen und Schweizer Alpen, der Hochebenen der Sächsischen Schweiz, den Gebirgsketten des Balkan, den kalkigen Gipfeln des Jura und der Pyrenäen.
... und sie verbindet die Suche nach dem Geheimnis der Berge, der Freiheit und dem Absoluten.
Das Erhabene, die Stille, die Einsamkeit und die Schönheit ebenso wie die Gefahren in den Bergen faszinieren sie. Die Gebirgswelt erscheint als Beruf oder Berufung, auch als Sucht und Leidenschaft.
In Ihren Erzahlungen und Bildern begegnen wir grünen Tälern und bunten Almwiesen, Gipfeln. Gletschern und ewigem Eis.
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Unsichtbare Welten. Beitr. v. Peter Aerschmann, Annie Cattrell, Didier Courbet, Joachim Koester, Oswaldo Macia. Hrsg. Kunstverein Freiburg, Felicity Lunn. 2006. 62 S. 6 sw und 28 fb. Abb., 17 x 22,6 cm, Br., EUR 15,- ISBN: 3-937014-46-2 modo
Jedes überzeugende Kunstwerk sagt uns etwas, das uns zuvor nicht bewusst war. Künstlerisches Tun, gleich in welchem Medium, besteht zum Teil aus der Übermittlung von Ideen, die uns bekannt Geglaubtes neu sehen lassen. Für manche Künstler jedoch liegt dieses Erforschen von Bildern, Emotionen oder Konstrukten, die dem Auge normalerweise verborgen bleiben oder übersehen werden, im Zentrum ihrer künstlerischen Tätigkeit. Die Ausstellung Unsichtbare Welten zeigt fünf internationale KünstlerInnen, die in unter-schiedlichen Medien für gewöhnlich unsichtbare Strukturen und Konzepte aufdecken. So werden die inneren Vorgänge des menschlichen Körpers, die Textur von Sprache oder die abstrakte Schönheit des Nicht-zu-Wissenden zum Untersuchungsgegenstand. Es ist der Versuch, zu definieren, was sowohl dem Auge wie auch dem Geist gemeinhin verborgen bleibt.
Die Ausstellung im Kunstverein Freiburg zeigt Arbeiten von Peter Aerschmann, Annie Cattrell, Didier Courbot, Joachim Koester und Oswaldo Macia.
VIER IM KREIS. 2006. Hrsg. Künstlerbund Baden-Württemberg. Mit Texten von M. Fath, G. Jansen, N. Forstbauer und N. Bischoff. 196 S., 280 fb. Abb. 28 x 23,5 cm, Gb. EUR 25,00 ISBN: 3-937014-44-6 modo
An vier Orten im Landkreis Rottweil zeigt der Künstlerbund im Sommer 2006 Ausstellungen zur aktuellen Kunst in Baden-Württemberg. Die Kunstreise entlang des Neckartales führt zu bereits bekannten und für die Besucher neu zu entdeckenden, ungewöhnlichen Ausstellungsräumen in Sulz, Glatt, Rottweil und Oberndorf. Ca. 130 Mitglieder des Künstlerbundes und weitere eingeladene Künstler und Künstlergruppen werden im begleitenden Buch zu den vier Ausstellungen gezeigt und bieten zeitliche, räumliche, konzeptionelle und thematische Aspekte gegenwärtiger Kunst. In ihrer Gesamtschau zeigen sie ein einmaliges Panorama zeitgenössischen Kunstschaffens in Baden-Württemberg
Corinne Wasmuht. Malerei. 2006. Hrsg. Kunstverein Hannover. Texte von Martin Engler und Veit Loers. Dtsch, Engl., 2006. 64 S. zahlr. fb. Abb., 24 x 28,5 cm, Gb., EUR 23,00 ISBN: 3-937014-41-1 modo
Corinne Wasmuht (*1964) gehört zu den einflussreichsten Künstlerinnen der jüngeren Generation in Deutschland. Nach ihrer Kindheit in Argentinien hat die Malerin seit den 1980er Jahren in Düsseldorf und Berlin ein außerordentlich spezifisches Œuvre entwickelt, das kaum Berührungspunkte mit den übrigen Tendenzen zeitgenössischer Malerei in Deutschland und Europa aufweist.
Wasmuhts großformatige Bilder erscheinen wie geduldige Übungen in radikaler Verlangsamung. In vielen ihrer frühen Arbeiten harren Schildkröten, Frösche und Schlangen vollkommen bewegungslos aus. Die Zeichnungen der Tierkörper entwickeln ein ornamentales Eigenleben auf der Bildfläche. Die Malerei von Corinne Wasmuht zeugt von großer Liebe zum Detail und einer minutiösen, aufwändigen Arbeitsweise. In den aktuelleren Arbeiten der letzten Jahre ist das Thema der Überlagerung räumlicher Ebenen in den Vordergrund gerückt, wobei dreidimensionale Tiefenräume vereinzelt bereits in den Werken der 1990er Jahre eine Rolle spielten.
Corinne Wasmuht selbst sieht ihre Bilder als Fenster, in denen man fremde Welten entdecken kann. Innerhalb der hybridartigen Strukturen öffnen sich dreidimensionale Räumlichkeiten, werden Zentren und Peripherien generiert, die mitunter eine regelrecht sogartige Wirkung entfalten. Der Betrachter sieht sich mit räumlichen Konzepten konfrontiert, die bei aller Tiefendimension letztlich doch unbetretbar bleiben, weil sie keinerlei Halt bieten. Die uns damit zurückwerfen auf die Mechanismen und Unzulänglichkeiten der eigenen Wahrnehmung.
Die Ausstellung im Kunstverein Hannover ist bis 20. August 2006 zu sehen.
Anneli Schwager. Malerei. Hrsg. Lehniner Institut für Kunst und Handwerk e.V. Gespräch mit Anneli Schwager und Christopf Tannert. Text v. Annekathrin Stoll. 2006. 64 S., 6 sw. und 36 fb. Abb., 23 x 17 cm, Geb., EUR 18,- ISBN: 3-937014-42-X modo
Anneli Schwager, geb. 1959 in Frankfurt/Main, ist eine Malerin der Farbe. Ihr Thema ist der Mensch mit seinem Handlungs- und Erkenntnisradius, der Horizont und dessen Durchdringung und Überschreitung. Es geht ihr nicht um die Abbildung von Dingen, Ausgangspunkt ist die sinnliche Wahrnehmung. Die Künstlerin schöpft aus dem Sichtbaren, Hörbaren, Rhythmischen, aus Stimmungen und Tonarten. Die im Malprozess implizierte Begriffs- und Ideenbildung wird beim Betrachter auf seine Weise angeregt und führt zu empfindenen Erkennen. So stellt die neue Publikation "Annele Schwager - Malerei" eine Künstlerin vor, die in ihrer Malerei Sinnliches und Übersinnliches verbindet, für die Kunst auch etwas mit Spiritualität, mit "Ganzmachen" zu tun hat.
Designing Truth. Hrsg. Stiftung Wilhelm Lehmbruck Museum – Zentrum Internationaler Skulptur, Duisburg. 2006. Texte v. Sabine Maria Schmidt, Ludwig Seyfarth u.a. Dtsch, Engl. 120 S. 71 fb. Abb. 2 sw. Abb., 27 x 21 cm, Br. EUR 19,80 ISBN: 3-937014-43-8 modo
Woran glauben? In einer Zeit enormer technologischer und politischer Veränderung steigt das Bedürfnis des Menschen nach Orientierung und Verhaltensnormen, die ihm helfen, die Welt zu ordnen. Die neue Publikation „Designing Truth“ begleitet eine Ausstellung der Stiftung Wilhelm Lehmbruck Museum – Zentrum Internationaler Skulptur, Duisburg und untersucht sowohl die ästhetische Formulierung von Wahrheiten als auch ihre Destruktion. Die Kunst als System und Ort der Bedeutungskonstruktion war schon immer dazu geeignet, existentielle, religiöse und philosophische Sinnfragen zu stellen. Zugleich war sie nie der Schauplatz eindeutiger Antworten. Anhand pointierter Beispiele aus dem aktuellen Schaffen international renommierter Künstler stellt die Veröffentlichung unterschiedliche Strategien vor, die sich mit menschlicher Sinnsuche, heutiger Lebensgestaltung, wissenschaftlichen Erklärungsmodellen, gesellschaftlichen Versprechungen und Verheißungen, aber auch mit der Lust an der Täuschung beschäftigen. Immer wieder wird auch die Grenze der Visualisierbarkeit „wahrer“ Phänomene touchiert, die Frage nach der generellen Glaubhaftigkeit von Bildern gestellt.
An der Ausstellung beteiligte Künstler:
Daniele Buetti, Jimmie Durham, Jochen Gerz, Knowbotic Research, Peter Sandbichler, Sigalit Landau, Mark Lewis, Kris Martin, Grayson Perry, Michael Richter, Hinrich Sachs und das Projekt „Back & Forth“

Die Ausstellung wird noch bis zum 25.Juni 2006 im Wilhelm Lehmbruck Museum gezeigt.
TOP 06. MeisterschülerInnen der Staatlichen Akademie der Bildenden Künste Karlsruhe. Hrsg. Prof. Axel Heil für die Staatliche Akademie der Bildenden Künste Karlsruhe. Dtsch, Engl. 168 S, zahlr. sw. und fb. Abb., 21 x 15 cm, Br. EUR 22,- ISBN: 3-937014-45-4 modo
Professionalität ist gefragt, wenn junge Künstlerinnen und Künstler die Akademie verlassen und ins freie Berufsleben starten. Wie die „kunstgerechte“ Präsentation der eigenen Arbeit im Ernstfall abläuft, erproben Absolventen der Kunstakademie Karlsruhe im Rahmen ihres Meisterschülerprojektes. Ein handlicher und satt mit Abbildungsmaterial ausgestatteter Katalog dokumentiert das Ergebnis, dessen innovative profunde Form in der deutschen Hochschullandschaft Vorbildcharakter haben dürfte.
Das von Prof. Axel Heil und Dr. Jessica Mueller bereits 2001 für Band 01 entwickelte Konzept sieht die individuelle Gestaltung von Einzelbroschüren vor, die der gebundene Katalog zusammenfasst. Grundidee des Lehrprogramms ist es, den Studierenden auf professioneller Ebene Kenntnisse über Produktionsabläufe zu verschaffen, die heute in der Vermittlung, Aufbereitung und Wahrnehmung von Kunst entscheidend sind. Gleichzeitig werden Anregungen geboten, um Ideen entwickeln zu können, die das eigene künstlerische Werk über ein anderes Medium reflektieren.
TOP 06 gibt darüber hinaus Einblick in das aktuelle Kunstschaffen der Karlsruher Akademie, an der u.a. international renommierte Künstler und Künstlerinnen wie Stephan Balkenhol, Silvia Bächli, John Bock, Ernst Caramelle, Leni Hoffmann, Gustav Kluge oder Günter Umberg lehren.
Katalog TOP 06 wurde seit Dezember 2005 im Rahmen von Veranstaltungen im Bereich Experimentelle Transferverfahren mit den MeisterschülerInnen zusammen gestaltet.
Den Katalogen ist ein Faltblatt von Sanne Pawelzyk beigelegt.
TOP 06 MeisterschülerInnen erscheint anlässlich der gleichnamigen Ausstellung im Freiburger Kunstverein vom 8. April bis 14. Mai 2006 und in der Columbus Art Foundation, Ravensburg vom 24. Mai bis 4. August 2006. Katalog und Ausstellung wurden im Rahmen des Förderprogramms „Kunsthochschulen in der Region" vom Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst des Landes Baden-Württemberg gefördert.
Sulzburg Stadtgeschichte. Band II: Bemerkungen zur frühen Geschichte und zur frühen Neuzeit. Hrsg. v.Anna Hugo Bloch-Stiftung. 2005. 304 S., 23 sw. u. 6 fb. Abb. 24 x 16 cm. Gb EUR 23,00 ISBN: 3-937014-04-7 modo
Sulzburg Stadtgeschichte. Band III: Der Übergang zur Neuzeit. Hrsg. v. Anna Hugo Bloch-Stiftung. 2005. 380 S., 47 sw. u. 67 fb. Abb. 24 x 16 cm. Gb EUR 23,00 ISBN: 3-937014-28-4 modo
Werner von Mutzenbecher. Im Film sein. Hrsg. Sabine Schaschl-Cooper, Isabel Zürcher. Text. Werner von Mutzenbecher, Isabel Zürcher, Hannes Schüpach. Interview. Saniben Schaschl-Cooper und Werner von Mutzenbecher. 2006. 124 S., 60 sw Abb., 23 x 17 cm, Br. EUR 18,00 ISBN: 3-937014-40-3 modo
Ein Buch über den filmenden Maler Werner von Mutzenbecher (geb. 1937 in Frankfurt am Main, lebt in Basel und lehrte u.a. 1973-2000 an der Schule für Gestaltung) ist überfällig. Während seine Malerei mehrfach gewürdigt und dokumentiert wurde, fehlten bis heute Informationen über dessen filmisches Werk. Wie die Ausstellung „Filmmaker‘s afternoon, painter‘s night‘ im Kunsthaus Baselland im Spätsommer 2005 deutlich machte, hat sich von Mutzenbecher seit den späten 60er Jahren — nachdenklich, kontinuierlich und konzentriert wie in der Malerei — das Medium Film zu eigen gemacht. Schon früh erhielt der Künstler positive Resonanz auf seine filmischen Recherchen, als ‚anerkannter Aussenseiter‘ ebenso wie als regelmässiger Teilnehmer an den Solothurner Filmtagen. Das filmische Werk der letzten drei Jahrzehnte zu dokumentieren und im Lichte der Gegenwart zur Diskussion zu stellen, ist das Anliegen dieser Publikation.
Hartmann, Barbara /Bopp, Petra: Unsere Sicht - zwölf Frauen aus Srebrenica. Nachw. v. Koschnick, Hans. Photograph: Hartmann, Barbara. 2005. 116 S., 156 fb. Abb. 16 x 12 cm. Gb EUR 18,00 ISBN: 3-937014-32-2 modo
Vor 10 Jahren – im Juli 1995 – geschah der größte Massenmord in Europa nach dem Ende des 2. Weltkrieges. Tausende bosnischer Männer wurden in der Stadt Srebrenica innerhalb von 24 Stunden niedergemetzelt. Die traumatisierten weiblichen Familienangehörigen wurden an ihnen fremde Orte abgeschoben.
Eine die sich gegen das Vergessen dieser unvorstellbaren Mordorgie stellt, ist die Fotografin Barbara Hartmann. Im vorliegenden Buch „Unsere Sicht – zwölf Frauen aus Srebrenica“ hat sie betroffene Frauen, muslimische und serbische Bosnierinnen, dazu aufgefordert, die Kamera selbst in die Hand zu nehmen und die Spuren des Krieges aus ihrer Sicht zu fotografieren.

„Fotografische Splitter vom Weiterleben.“ „Diese privaten Fotografien der zwölf Frauen vom Krieg und seinen Folgen für ihre Umgebung, ihre Körper und ihre Vorstellungswelt unterscheiden sich grundlegend von all dem, was bislang von professionellen Kriegsfotografen oder knipsenden Soldaten bekannt wurde.“
PETRA BOPP aus der vorliegenden Publikation
Bea Otto - dry area. 2006. Texte von Sabine Maria Schmidt, Gregor Jansen und Bernd Ruzicska. Dtsch, Engl. 88 S. 74 fb. und 3 s/w- Abb. 23 x 17 cm, Br., EUR 16,- ISBN: 3-937014-39-X modo
Die Installationen, Zeichnungen und Photographien von Bea Otto (*1964, Stuttgart) lassen Orte entstehen, die dem Betrachter eine zentrale Frage stellen: "Was eigentlich ist ein Ort?" In der Auseinandersetzung mit Raumkontinuum und Raumbegrenzung sowie derVermengung realer und imaginierter Bestandteile des Raumes, hinterfragt die Künstlerin grund-legende Kriterien von Architektur. Die Grenzen zwischen Innen- und Außenräumen verfließen, Räume werden ins Flächige geklappt und umgekehrt werden flächige Strukturen ins Räumliche übertragen. Orte werden als transitorische Räume verstanden, die durch inszenierte Leere gekennzeichnet sind. Die Arbeiten artikulieren Elemente des Sichtbaren in der Erinnerung und bezeugen darin besonders ihr Verschwinden. Durchgang oder Bleibe ist ein Titel, der sagt, wie es steht. Zusammen mit den Dingen gehört dem Betrachter nur ein vorübergehender Platz im Bild. Ein vorübergehender Platz in der Erinnerung, in einem ringsum ausgeleerten Raum.
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