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Martin G Schmid – serververse. Hrsg.: Keiper, Elke; Beitr.: Carmine, Giovanni; Kleemann, Birte. 2014. Dtsch; Engl. 112 S. 23 x 30 cm. geh. EUR 45,00 CHF 56,00 ISBN: 978-3-86833-149-3 modo
Er selbst spricht von einem „visuellen Stottern“ und vom „collagierten Material“ seiner Bilder. Die wandfüllenden Malereiinstallationen und Bilder von Martin G. Schmid wirken wie Schnitte durch geologische Schichtungen und sind durch geometrische Figuren und spitze Winkel bestimmt. In dieser Parallelwelt ist alles gleich und gleichermaßen. Tatsächlich strebt der 1968 in Urach geborene und mittlerweile in Berlin und Zürich lebende Künstler eine Aussöhnung von klassischer Malerei und digitaler Technologie an. Was auf den ersten Blick nach mehrfach gebrochenen kristallinen Formen aussieht, sind fragmentierte Kompositionen, die erst in Einzelteile zersplittert und dann zu einem gänzlich neuen Bild wieder zusammengesetzt werden. Schmidt speist den Computer sowohl mit kunsthistorischen als auch mit medialen Daten und provoziert dabei Fehlleistungen des Rechners, am Ende bearbeitet er die Bildflächen mit Farbe. Die Bildwelten, die dabei entstehen, kommen ganz ohne Linearität und Chronologie aus. Die Publikation zu Martin G. Schmids Ausstellung in der Städtischen Galerie Waldkraiburg zeigt neue Arbeiten und enthält Aufsätze von Giovanni Carmine und Birte Kleemann.
pe wolf – Fotografie. Ohne Auftrag. Text: Michael Hübl. 244 S. 238 Duotone- und fb. Abb. 15 x 21 cm, Gb. EUR 22,50 CHF 28,00 ISBN: 978-3-86833-143-1 modo
Als pe wolf in den späten 1960er und 1970er Jahren sich mehr und mehr der Fotografie zuwandte, war dies auch die Zeit als diese zunehmend theoretische Beachtung fand.
Wegweisende Essays von Susan Sontag und Roland Barthes sollten in den kommenden Jahren erscheinen und allmählich musste sich, wer Fotografie als Kunst ausübte, nicht mehr legitimieren. Der Karlsruher pe wolf, der 1944 in Weikersdorf geboren wurde, hat sich zeitlebens auch mit der handwerklichen Seite der Fotografie befasst. Dort, wo er in den 1960er Jahren studierte, sollte er einige Jahre später für mehr als drei Jahrzehnte die Werkstatt Fotografie an der Staatlichen Akademie der Bildenden Künste Karlsruhe leiten. Man kann pe wolf also nichts vormachen, Technik und Ästhetik sind bei ihm untrennbar miteinander verbunden.
Das vorliegende Buch, das anlässlich seiner Ausstellung in der Städtischen Galerie Karlsruhe erscheint, blickt auf sein umfassendes Schaffen zurück und zeigt überwiegend Schwarzweiß-Aufnahmen, die sich mit klassischen Formen der Fotografie auseinandersetzen. Akte, Landschaften, Stillleben, aber auch Sujets der Straßenfotografie versammelt dieser Band. Manchmal setzt pe wolf das Licht derart ein, dass es Sichtbares auslöscht oder er verdoppelt die Wirklichkeit durch ihre Nachahmung. Auf charakteristische Eigenheiten seines Werkes macht der Kunstkritiker Michael Hübl in einem einführenden Aufsatz aufmerksam. Ein Buch wie ein Spaziergang in Bildern.
Franz Bernhard – ZEICHNUNGEN / Erich Thies – EINANDER. Hrsg.: Andreas C. H S chell Stiftung. 2014. 56 S. 30 x 21 cm. EUR 26,00 CHF 33,00 ISBN: 978-3-86833-144-8 modo
Bücher haben ihre Schicksale. Der Tod des Bildhauers und Zeichners Franz Bernhard im Jahr 2013 ließ Erich Thies mit dem lang gehegten Wunsch der beiden nach einem weiteren gemeinsamen Buchprojekt allein zurück. Das Einander, das Thies in diesem Band beschwört, weiß von verpassten Chancen und zu frühen Abschieden. Thies, der 1994 als Professor für Philosophie und Pädagogik an die Humboldt- Universität Berlin berufen wurde, ist ein unakademischer Denker. Was er in diesem kurzen Essay entwickelt, ist eine sehr lebensnahe Philosophie eines Einanders, das auf Liebe und Freundschaft beruht. Im Wechsel mit Franz Bernhards Papierarbeiten entfaltet sich auf den Seiten des Buches die Utopie von menschlichem Zusammenleben. Thies‘ Text findet seine Entsprechung in Zeichnungen von Franz Bernhard, die immer von Doppelstrukturen ausgehen, von Paaren, Menschen und abstrakten Elementen, dies nie aber als selbstverständlich nehmen. So ist dieses Buch, an dessen Anfang eine gemeinsame Idee stand, ein schönes Beispiel von Lebenskunst geworden.
Robert Schad – Der Linie lang. Eine Skulptur für Villingen-Schwenningen. Beitr.: Renn, Wendelin; Landsberg, Ralf. 2013. 80 S. 24 x 17 cm. Geh. EUR 22,00. CHF 28,00 ISBN: 978-3-86833-140-0 modo
Nicht, dass Robert Schad keine Erfahrung mit Großprojekten hätte. Gut 50 Skulpturen des Bildhauers finden sich im öffentlichen Raum. Doch das Kunst am Bau-Projekt in Villingen-Schwenningen „Der Linie lang“ ist eine Kategorie ganz eigener Art. Mit gutem Recht hat der Leiter der Städtischen Galerie Villingen-Schwenningen Wendelin Renn es in seinem Textbeitrag als „ein Abenteuer um 20 Tonnen Stahl“ bezeichnet. Nicht weniger wiegt das zweiteilige Werk, das den Vorplatz des Schwarzwald-Baar-Klinikums mit dem eigentlichen Gebäude verbindet und das eigens von Mitarbeitern einer Schiffswerft errichtet wurde. Die Publikation dokumentiert mit zahlreichen Fotografien diesen spannenden Aufbau. Die Monografie ist ganz dieser Skulptur gewidmet, die einerseits in das OEuvre des 1953 in Ravensburg geborenen Künstlers eingeordnet und die andererseits in ihrem Verhältnis zum Bau des Düsseldorfer Büros TMK Architekten Ingenieure beleuchtet wird. Der Titel der Arbeit „Der Linie lang“ benennt einen wichtigen Aspekt im Werk Robert Schads.
Der Künstler arbeitet mit oxidierten Cortenstahl derart, dass er seine physische Masse zu verlieren scheint und Linie werden kann. Eine Linie, die tanzt oder die sich – wie bei dieser Skulptur – zu einer Endlosschlaufe fügt. Ihre Entsprechung findet sie in einer zweiten, horizontalen Linie, die auf der Dachkante des Klinikums aufliegt. So sehen Abenteuer in 20 Tonnen Stahl aus.
Franz im Gehäus. Hrsg.: Morat-Institut f. Kunst u. Kunstwissenschaften, Freiburg i. Br.; Beitr.: Böhm, Gottfried; Rihm, Wolfgang; Stadler, Arnold; McKeever, Ian; Bauermeister, Volker; Morat, Eva M.. 2013. 200 S. 27 x 23 cm. Geh. EUR 35,00. CHF 45,00 ISBN: 978-3-86833-124-0 modo
Zwei Institutionen feiern Geburtstag: Das Freiburger Morat-Institut für Kunst und Kunstwissenschaft begeht sein dreißigjähriges Jubiläum und dessen Gründer Franz Armin Morat wird 70. Gründe genug, mit einem Buch zu feiern. „Franz im Gehäus“ ist eine Publikation, die sich sowohl mit der Sammlung, als auch mit dem Sammler intensiv in Wort und Bild beschäftigt. Langjährige Weggefährten von Franz Armin Morat wie Gottfried Boehm, Wolfgang Rihm, Arnold Stadler, Ian McKeever und Volker Bauermeister liefern sehr persönlich abgefasste Textbeiträge, zahlreiche Fotografien führen gar bis in die 1970er Jahre zurück. Eva M. Morat, die Frau an der Seite des Impresarios hat das Vorwort, und mit Reden und Aufsätzen kommt Franz Armin Morat schließlich auch ausführlich selbst zu Wort. Die erste große Retrospektive des OEuvres von Carl Schuch in der Kunsthalle Mannheim, die Veranstaltungen zum Werk von Kurt Kocherscheidt, die Präsentationen der Morandi-Sammlung, die 20 Ausstellungen der vollständigen Sammlung von Goya-Radierungen – lang ist die Liste der Veranstaltungen. All das kann nun noch einmal nachgelesen werden. Der umfangreiche Teil mit dem Pressespiegel aus 30 Jahren Morat-Institut macht es möglich.
Angeli Janhsen – KUNST SELBST SEHEN – Ein Fragenbuch. 2013. 160 S. 17 x 12 cm. Pb. EUR 13,90. CHF 18,00 ISBN: 978-3-86833-122-6 modo
Warum soll das hier Kunst sein? Sind Sie wegen der Kunst gekommen? Welchen Kontext hat diese Kunst jetzt hier? Wenn Sie dieses Buch erstmals in einer Ausstellung aufschlagen, kann es sein, dass Sie Fragen an die Kunst stellen, auf die Sie sonst nicht gekommen wären. Wenn Sie dieses Buch zuhause lesen, kann es sein, dass Sie auf eine ganz grundsätzliche Weise über Kunstvermittlung nachdenken. Die Kunsthistorikerin Angeli Janhsen hat mit „Kunst selbst sehen“ ein Fragenbuch geschrieben, das anregt, sich seinen eigenen Weg zur Kunst zu suchen − ohne sich durch institutionelle Vermittlungsangebote wie Audioguides, Saaltexte, Führungen und Kataloge bevormunden zu lassen. Jedem begegnet Kunst anders. Angeli Janhsens
Fragen sind mal provozierend, mal erheiternd, immer aber rühren sie daran, wie Einzelne Kunst betrachten. „Kunst selbst sehen“ will anregen, Antworten zu suchen und selbst Fragen zu stellen. Angeli Janhsen, die Professorin am Kunsthistorischen Institut der Universität Freiburg ist, bietet einen Fragekontakt an und räumt in ihrem Buch selbst Platz für Notizen, Gedanken und Ideen ein. Ihr Buch, das weder Blankbook noch Ratgeber sein will, lädt zum Dialog ein. Es macht aufmerksam für Kunst. Es vermittelt auf niederschwellige Weise Kunst, ohne den Betrachter zu entmündigen, und es reflektiert zudem über seine eigenen Voraussetzungen. Wenn die Kunstgeschichte des 19. Jahrhunderts eine der Ordnungssysteme war, dann ist die zeitgenössische Kunstbefragung eine des offenen Diskurses. Und nichts ist dabei so wichtig wie Fragen. Nur Kunst selbst sehen ist wichtiger.
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Ingo Ronkholz – Der tatsächliche Raum. Hrsg.: Stadt Viersen; Beitr.: Brunner, Dieter; Danne, Rainer. Skulptur und Zeichnung. 2013. Dtsch/Engl. 172 S. 128 fb. Abb. 30 x 24 cm. Gb. EUR 32,00. CHF 45,00 ISBN: 978-3-86833-126-4 modo
"Nichts darstellen. Nichts abbilden. Nur den Kräften folgen, die das Innere mit dem Äußeren verbinden“. Seit nunmehr schon 35 Jahren ist Ingo Ronkholz dieser selbst gestellten Aufgabe treu. So lange schon widmet sich der Krefelder Künstler der Skulptur und der Zeichnung. Die radikale Reduktion auf die Abstraktion schaute er sich bei den Minimalisten ab. Künstler wie Donald Judd, Bruce Nauman und Ellsworth Kelly beeindruckten Ronkholz, der zuerst an der Werkkunstschule Krefeld, dann an der Staatlichen Kunstakademie Düsseldorf studierte, nachhaltig. Mit den Amerikanern teilt er auch das Interesse am Raum und am Material, das Ingo Ronkholz jedoch nicht als sich wiederholendes Modul einsetzt. Ingo Ronkholz ist vielmehr ein Bildhauer im traditionellen Sinn, dessen Plastiken häufig auf dem Prinzip der verlorenen Form entstehen und die immer auch Innen und Außen thematisieren. Was Ingo Ronkholz in den verkanteten Plastiken schafft, sind Räume, die mit den Augen begehbar sind, Denkräume, die einladen über das Zusammenspiel von Kunst und Architektur sowie Innen und Außen zu reflektieren. Ingo Ronkholz, der bereits während seines Studiums bei Gotthard Graubner mit Eisenoxid zeichnete und experimentierte, hat sich im Verlauf der Jahre gleichermaßen von der Art Brut und dem Dekonstruktivismus beeinflussen lassen und konsequent sein Werk weiterentwickelt.
Eva Borsdorf – Installation und Zeichnung. Wolken / Raum / Projektion. Hrsg.: Städtisches Kunstmusem Spendhaus, Reutlingen. Beiträge Langer, Heiderose: Meinhardt, Johannes. 2013. 64 S., 49 fb. Abb., 24 x 17 cm, Pb. EUR 19,00 CHF 24,00 ISBN: 978-3-86833-068-7 modo
Die Zeiten, in denen eine Zeichnung nichts anderes als eine Vorstudie oder eine schnell hingeworfene Skizze war, sind lange vorbei. Die Kunst der Zeichnung liegt in ihrer Innovation, in ihrer Möglichkeit Wirklichkeiten und Räume neu zu denken. Eva Borsdorf gehört zu jenen, die dieses Potential für sich entdeckt haben. Der Katalog, der ihre Ausstellung in der Städtischen Galerie Reutlingen begleitet, zeigt, wie die 1966 geborene Künstlerin auf die örtlichen Begebenheiten reagiert hat. Richtet Eva Borsdorf Ausstellungen ein, schafft sie zugleich bühnenartige Räume mit eigenen Blickachsen und Konstellationen. Ihre Werkgruppe der Fadenzeichnungen, die mit Faden und Nägeln entstehen, spiegeln und klären zugleich die konkrete Situation vor Ort.
Innen und Außen scheinen sich zu durchdringen. In einer zweiten Werkgruppe setzt sich Eva Borsdorf, die an der Staatlichen Akademie der Bildenden Künste Stuttgart studiert hat, intensiv mit der Natur auseinander. Den Lichteinfall in Laubwäldern, auf Akazien und Salbei setzt sie in Schattenbilder um, die eine poetischer Sichtweise der Realität sind. Überhaupt spielt das Licht eine wichtige Rolle in diesem zeichnerischen Werk. Indem es einen Doppelgänger der Fadenzeichnung auf den Untergrund wirft, und indem es Wolken oder andere Wetterphänomene derart durchlässig erscheinen lässt, dass sie mehr Hauch als Zeichnung sind. Eva Borsdorf Grundlage ihres künstlerischen Handelns sind Prozesse der Veränderung.
Marianne Hagemann – Linie finden. Malerei und Zeichnung 2013. Text von Bernd Storz. Dtsch/Engl. 2013. 136 S. 99 fb. Abb. 27 x 21 cm,Br. EUR 26,00 CHF 34,00 ISBN: 978-3-86833-120-2 modo
„Alles, was ich ausdrücke, muss im Bild synchron enthalten sein“, sagt Marianne Hagemann. Kein Wunder also, dass sich der Schaffensprozess bei der in Allensbach am Bodensee lebenden Künstlerin offen gestaltet. Unabhängig davon, ob Marianne Hagemann Gegenständliches in ihren Werken aufscheinen lässt oder abstrakt arbeitet, nimmt sich die Künstlerin ihre Inspiration dazu oft aus der Lyrik, Hilde Domin ist eine ihrer Quellen geworden. Tatsächlich versteht die 1942 geborene Marianne Hagemann Malen als Verstehen und Nicht-Verstehen, als Kommen und Gehen, das einen geistigen Raum im Bild eröffnet. Den Beginn macht bei ihren Werken oft eine zeichnerische Setzung, die ein Herausbilden der Formen und eine Farbigkeit nach sich zieht, die sich nicht selten in mehreren Schichten ereignet. Die Zeichnung jedoch gliedert und rhythmisiert die Komposition, die offen für eine ganze Vielzahl an Bedeutungen sein will. Denn Marianne Hagemann geht es in ihren Werken, zu denen nicht allein Bilder, sondern auch Zeichnungen und Objekte gehören, nicht zuletzt um grundsätzliche Fragen des Sehens.
Es erscheint eine Vorzugsausgabe.
Vera Röhm. Mengden, Linda von. Hrsg.: Skulpturenpark Heidelberg e.V. Deutsch. 2013 64 S. zahlr. Abb. 24 x 17 cm. Gb. EUR 20,00. CHF 28,00 ISBN: 978-3-86833-136-3 modo
Die Skulpturen und Installationen von Vera Röhm sind im besten Sinne Versuchsanordnungen. Da ist nicht nur das naturwissenschaftliche Interesse der 1934 in Landsberg geborenen Künstlerin, das Vera Röhm in ihrer Auseinandersetzung mit kosmischen und kosmologischen Phänomenen auslebt. Da ist auch ein Arbeitsprozess, der oftmals beim Zerlegen und Einschneiden beginnt, um dann die Geometrie vordergründig zu zerstören und daraus etwas Neues zu machen. Vera Röhms Werk ist ein wahres Formlaboratorium, ein Lehrstück darüber, wie Module sich zu immer neuen Gestaltungen verbinden lassen. Im Skulpturenpark Heidelberg, der zum städtischen Universitätsklinikum gehört, sind von der Künstlerin acht großformatige Skulpturen und drei Installationen zu sehen, die die charakteristische geometrisch-konstruktive Formensprache Röhms erkennen lassen. Regelmäßig ergänzen Einzelausstellungen die 25 Dauerexponate des Skulpturenpark Heidelberg. In diesem Jahr ist sie der in Darmstadt und Paris lebenden Künstlerin gewidmet. Licht und Schatten sind Phänomene, die Vera Röhm in ihren Arbeiten im Außenraum aufgreift, Materialien wie Cortenstahl und Plexiglas spiegeln dies wider.
Irene Bisang. Magic Onion. Wesle, Anna. Hrsg.: Museum Franz Gertsch, Burgdorf, Schweiz. 2013. Dtsch/Engl. 64 S. 26 x 18 cm. Geh. EUR 20,00. CHF 28,00 ISBN: 978-3-86833-123-3 modo
Eine „Magic Onion“, also eine wunderbare Zwiebel, ist für die junge Künstlerin Irene Bisang, wenn aus einer Anhäufung von Knochen eine durchgeschnittene rote Zwiebel wächst, auf der ein Pärchen Unzertrennliche miteinander schnäbelt, das wiederum in abstrakte Malerei übergeht. Irene Bisang, die an der Hochschule für Grafik und Buchkunst Leipzig studiert hat und Meisterschülerin von Neo Rauch war, hat zweifellos eine Affinität zum Surrealen. Ihr geht sie in ihrer Ausstellung im Museum Franz Gertsch in Burgdorf nach und ihr kann man in dem begleitenden Katalog folgen. Die Publikation führt mit einem Aufsatz von Anna Wesle in das Werk der 1981 geborenen Luzernerin ein und dokumentiert es mit einem umfangreichen Bildteil. Irene Bisang entwickelt ihre Aquarelle, Ölgemälde, Zeichnungen und Collagen gleichermaßen aus ihrem Vorstellungsvermögen als aus ihrer Bildmaterialsammlung. Es sind sehr existentielle Themen, denen sie sich widmet. Ein wahres Füllhorn des Lebens begegnet dem Betrachter in ihren Werken: Liebe und Sexualität, Alltägliches findet sich neben Außergewöhnlichem, sie spielt gleichermaßen auf die Fruchtbarkeit wie auf die Vergänglichkeit an. In der letzten Zeit hat sich Irene Bisang einer erotisch aufgeladenen religiösen Symbolsprache zugewandt. Es scheint, als führten diese Bildvorstellungen weit hinter das Christentum zurück, zum Ursprung des Lebens. Irene Bisang berührt dabei surreale und manieristische Strömungen wie sie immer die Kunstgeschichtsschreibung begleitet haben.
HAK x 2. Knubben, Jürgen; Kammerer, Bernd. Hrsg.: Rüth, Bernhard. 2013. Deutsch. 80 S. 30 x 22 cm. EUR 24,00. CHF 34,00 ISBN: 978-3-86833-137-0 modo
Er selbst bezeichnet sich als Hybrid-Künstler. Tatsächlich überbrückt Robert Hak, der1978 in Rottweil geboren wurde, Kunst und angewandtes Design und damit zwei Bereiche, die oft als getrennt gedacht werden. Die Wurzel, aus der beides entsteht, ist eine Haltung, die im öffentlichen Bewusstsein Spuren hinterlassen will. Robert Hak, der in Frankfurt eine Ausbildung zum Mediendesigner absolvierte, war jahrelang als Streetart-Künstler unterwegs. Die grafische Kunst, darunter Flyer, Postkarten und LP-, bzw. CD-Cover, ist eine folgerichtige Weiterentwicklung dieser Linie. Für die Ausstellungsreihe Hak x2 hat Robert Hak ein Konzept entwickelt, das die Bandbreite seines Werkes vorstellt und das zugleich neue Installationen integriert. Mittlerweile ist die vom Rottweiler Künstler Jürgen Knubben organisierte Veranstaltung auf ein neunteiliges Projekt ausgewachsen, das im Kultur- und Museumszentrum Schloss Glatt und im Hofgut Bernstein gezeigt wird. Hak ist jemand, für den Kunst auch einen sozialen Aspekt hat, er sieht sich als Teil einer Gemeinschaft und macht diese in seinen Arbeiten sichtbar. Für seine Video-Installation „Ich bin nur ganz Auge“ hat er Freunde und Bekannte gebeten, ihm Aufnahmen ihrer Augen zur Verfügung zu stellen, um sie auf mit Papier kaschierten Styroporkugeln zu projizieren. Was an Robert Haks Kunst hybrid anmutet, ist Ausdruck eines sehr bewussten Umgangs mit Einflüssen. So zitiert Hak in seiner Arbeit nicht nur eine Radierung von Horst Janssen, sie greift auch zeitgenössische Positionen wie Tony Oursler sowie kulturhistorische Vorstellungen auf. Robert Hak ist insofern ein hybrider Künstler, als jeder Künstler hybride ist.
Ika Huber – Paysage. Bischoff, Nikolaus. Hrsg.: Morat-Institut f. Kunst u. Kunstwissenschaften, Freiburg i. Br. 2013. 64 S. 28 x 23 cm. Geh. EUR 22,00. CHF 31,00 ISBN: 978-3-86833-139-4 modo
Seit Ika Huber ihre Fotografien öffentlich macht, weiß man, dass die Farbakkumulationen, die duftigen Kringel, die satten Setzungen ihrer Bilder mitunter auf Naturimpressionen zurückgehen. Auf voll aufgeblühte Ranunkeln, zarte Mimosen oder eine verschneite Schwarzwaldwinterlandschaft. Über den Prozess der Übertragung und Übersetzung von der konkreten Erscheinung hin zur abstrakten Komposition sagen die C-Prints nichts. Dieser bleibt ein Geheimnis der Künstlerin. Die Aufnahmen, die die Freiburger Malerin mit ihrem Smartphone macht, haben für sie den Charakter eines digitalen Skizzenbuches, das immer zur Hand ist. „Das Malen ist für mich ein Hervorholen von Motiven oder Stimmungen aus einem Strom, der fließt – bewusst oder unbewusst. Die Bilder sind Konkretisierungen dieses Moments“, sagt die 1953 geborene Ika Huber über ihre Malerei. Die Künstlerin beherrscht dabei das umfassende Vokabular der gestischen Malerei, all die gesetzten Farbtupfer, die geradlinigen Pinselzüge. Das verleiht den Bildern einen alternierenden Rhythmus, der das Bild in Schwingung versetzt und eine Staffelung des Bildraumes, die eine Bildtiefe entstehen lässt. Und es gibt ihnen die Autonomie einer Arabeske, die immer wieder neue Formen und innere Landschaften entstehen lässt.
Thomas Ritz – Der doppelte Blick. Vorwort von Jean-Christoph Ammann. Mit einem Ateliergespräch zwischen Thomas Ritz und Guido Nussbaum. Hrsg.: Markgräfler Museum Müllheim. 2013. 96 S. 28 x 23 cm. Geh. EUR 25,00. CHF 33,00 ISBN: 978-3-86833-121-9 modo
Der Katalog zeigt die wichtigsten Aspekte der Malerei von Thomas Ritz auf und beleuchtet das Werk im Diskurs zeitgenössischer Malerei, die zwischen Fotografie und Zeichnung für sich eine eigenständige Bedeutung beansprucht. Das zentrale Thema des Werkes von Thomas Ritz ist die Wechselwirkung von inneren und äußeren Bildern, von Abstraktion und Gegenständlichkeit und die Selbstreferenzialität der Malerei. Die Bilder des 1966 geborenen Künstlers weisen eine große Durchlässigkeit aus. Die Landschaften und surrealen Räume, die Thomas Ritz in Mischtechnik malt, sind voller Übergänge und Zwischenstadien. Sie erscheinen, um zu verschwinden. Die hier unternommene Standortbestimmung wird durch einen chronologisch geführten Bildteil von ausgewählten Arbeiten der letzten zehn Jahre verdeutlicht. Zum ersten Mal rücken die Fotografien, die zur Entstehung der Malerei des Basler Künstlers beitragen, in den Fokus der Aufmerksamkeit. Ein Text des Kunsthistorikers Simon Baur vertieft die Auseinandersetzung mit dem Werk, zudem geht ein Ateliergespräch zwischen den beiden Malern Thomas Ritz und Guido Nussbaum der Frage nach dem Bild und den Bedingungen seines Entstehens nach.
Bernd Völkle im Blankenhorn-Palais. Eine Ausstellungsdokumentation. Koepplin, Dieter; Merk, Jan. Hrsg.: Markgräfler Museum Müllheim; Foto(s) von Völkle, Gerd. 2013. 80 S. 21 x 21 cm. EUR 19,80. CHF 25,00 ISBN: 978-3-86833-103-5 modo
Mit dem Markgräfler Museum Müllheim verbindet Bernd Völkle regelrecht eine Geschichte. Völkle, der in Tannenkirch im Markgräflerland lebt und sich hier sein Atelier eingerichtet hat, stellte über die Jahre hinweg immer wieder im Museum in Müllheim aus. Zuletzt in der Schau „Zeitspur“ im Jahr 2010, die er gemeinsam mit Karlheinz Scherer bestritt. Das Markgräflerland ist dem 1940 geborenen Bernd Völkle nicht nur Lebensmittelpunkt und Inspirationsquelle, sondern auch eine Art Rückzugsort. Von hier aus betrachtet er aus der Distanz die neuesten Entwicklungen auf dem Gebiet der zeitgenössischen Kunst und ist doch nah genug an der Messe- und Museumsstadt Basel, um Einflüsse aufzunehmen. Als „leichtgängigen schwermütigen Trotz“ hat der Kunstkritiker Hans-Joachim Müller die Grundstimmung des Künstlers beschrieben, mit der dieser sich immer wieder neu mit der Malerei auseinander setzt. In der Ausstellung „Zeitspur“ suchte Bernd Völkle zudem die Gegenüberstellung mit den Exponaten des Regionalmuseums. Eine überdimensionierte Axt-Skulptur lehnte 2010 neben dem Flügel des Museums, andere Arbeiten fanden sich neben dem Porträt einer Frau in Markgräflertracht. Aus der Hommage des Hauses an die Künstler wurde, so der Leiter des Markgräfler Museums Jan Merk, eine Hommage der Künstler an das Haus.
Ilona Ruegg – Drop out. Bitterli, Konrad; Hardmeier, Daniela; Müller, Vanessa J. Hrsg.: Hardmeier, Daniela. 2013. Dtsch;Engl. 24 x 16 cm. Engl. Broschur. EUR 19,00. CHF 24,00 ISBN: 978-3-86833-119-6 modo
Ilona Ruegg schafft in ihren plastischen und installativen Werken lose Zusammenfügungen von Elementen wie Fenster, Türdurchgänge, Wandstücke oder Tische, die sie aus ihrem üblichen Gebrauch herausnimmt und mit ihnen neuartige Konstellationen bildet. In diesem Umwandlungsprozess interessiert Ilona Ruegg stark eine durch die Verschiebung entstehende veränderte Ökonomie der Objekte. Ihre Funktionalität öffnet sich auf ganz andere Möglichkeiten hin: sie nehmen beispielsweise doppelte und mehrfache Funktionen oder Rollen ein oder sie generieren neue Teile, frei von einer zweckgebundenen Bestimmung. Begleitend zu ihrer grossen Einzelausstellung im Kunst(Zeug)Haus in Rapperswil-Jona erscheint die Publikation „Drop out“ mit drei Textbeiträgen zu verschiedenen Aspekten der neuen Werkgruppe von Konrad Bitterli, Daniela Hardmeier und Vanessa J. Müller.
The futures of the past. Annette Amberg, Asier Mendizabal, Yelena Popova im Dialog. Schaad, Gabrielle; Brückle, Wolfgang; Brunnschweiler, Heidi. Hrsg.: Brunnschweiler, Heidi; Kunst Raum Riehen. 2013. Dtsch./Engl. 32 x 23 cm. geh. EUR 25,00. CHF 33,00 ISBN: 978-3-86833-135-6 modo
Das von Francis Fukuyama Anfang der 1990er Jahre prognostizierte Ende der Geschichte ist weder eingetroffen, noch ist die Rückbesinnung auf die Utopien der Moderne mit dem Zusammenbruch des Kommunismus verabschiedet worden. Unter diese Paradoxie hat sich auch die von Heidi Brunnschweiler und Dominique Mollet kuratierte Gruppenschau „The futures of the past“ im Kunst Raum Riehen gestellt. Die drei beteiligten Künstlerinnen und Künstler Annette Amberg, Asier Mendizabal und Yelena Popova sind auf ganz unterschiedliche Weise mit den Versprechungen der Moderne in Berührung gekommen. So wuchs Yelena Popova in einer der geschlossenen Städte der UdSSR auf, die der nuklearen Forschung und Produktion gewidmet waren und untersucht in ihren Arbeiten die Widersprüche dieses Gesellschaftsmodells. Annette Amberg nimmt das Erbe ihres kambodschanischen Onkels, der Le Corbusiers’ Modernismus mit der lokalen Bautradition zu verschmelzen suchte, zum Ausgangspunkt ihrer skulpturalen und performativen Erkundungen. Asier Mendizabal hingegen untersucht in seinen Arbeiten das Verhältnis von Menge und Individuum, indem er mit historischen und künstlerischen Repräsentationen von Menschenmassen arbeitet, wie sie die Moderne hervorgebracht hat. Als Vorlagen dienen ihm u.a. Reproduktionen von Walter Ruttmanns oder Alexander Rodschenkos berühmten Collagen. Im Katalog, der die Ausstellung begleitet, werden die Arbeiten der jungen Künstlerinnen und Künstler wissenschaftlich aufgearbeitet.
Nicole Schmölzer – In Fluss verweilend / in flow, rest. Guarda, Claudio; Buhmann, Stephanie. 2013. 80 S. 28 x 24 cm. geheftet. EUR 22,00. CHF 31,00 ISBN: 978-3-86833-047-2 modo
Pinselspuren oder andere offensichtliche Gesten der Künstlerin wird man auf den Werken von Nicole Schmölzer nicht finden. Ihre Bilder entstehen aus dem Zusammenspiel von Zufall und Struktur. Denn die Schweizer Künstlerin lässt verdünnte Tinte über Leinwand fließen, so dass amorphe Ballungen und zarte Auflösungen erscheinen, die mitunter einen organischen Eindruck hinterlassen. Waren vor einigen Jahren noch das Weben, Flechten und Verstricken, oft auch ein Verschleifen der Farbe, die Bild konstituierenden Handlungen der 1968 geborenen Nicole Schmölzer, so drängt auf ihren gegenwärtigen Bildern alles ins Offene. Die Bedeutung der Farbe, vor allem eines intensiven Gelbtons, der deutliche Akzente setzt, hat sich erhalten. Fast glaubt man, auf den Leinwänden der bei Basel lebenden Künstlerin, werfe das Licht selbst einen atmosphärischen Schatten. Wer bislang dachte, nur das Wasser könne fließen, wird feststellen, dass auch das Licht im Fluss ist. Der Katalog, der zur Ausstellung von Nicole Schmölzer im Museum Elisarion im tessinischen Minusio erscheint, präsentiert neue Arbeiten, Stephanie Buhmann und Claudio Guarda entwickeln in ihren Aufsätzen Zugänge zum Werk der Künstlerin zwischen der Tradition der abstrakten Farbfeldmalerei und einem visuellen Erleben, das dem Betrachter neue Erfahrungen eröffnet.
Tilmann Moser / Antje Stocker – Verlorene Nähe, tragische Fremdheit. Das malerische Werk in psychoanalytischer Deutung. Moser, Tilmann; Stocker, Antje. 2013. 96 S. 22 x 17 cm. geheftet. EUR 22,00. CHF 28,00 ISBN: 978-3-86833-127-1 modo
Ohne die Biografie dieser Zeitzeugin ist das Werk der Staufener Malerin Antje Stocker (*1933) nicht zu verstehen. Ihre bewusste Lebensspanne reicht vom frühen Tod des Vaters über mehrfache Heimatverluste, Einschulung in Berlin, Ausbombung, Klostererziehung, Lehrerdasein, malerische Ausbildung, Jahrzehnte als Kinderanalytikerin, bis hin zum Berufsende und der dann endlich möglichen Entfaltung des Spätwerks. Antje Stockers Bilder kreisen mit ungeheurer Einfühlung um das Thema Beziehung und Familie, geben Einblick in das Glück von Liebe und die Abgründe schmerzlicher Verstrickung. Sie ist Zeichnerin und Malerin in einer Person und wechselt je nach Bedarf von einem Medium ins andere.
Tilmann Moser, (*1938) erfahrener Psychoanalytiker und Autor zahlreicher Publikationen, steht staunend vor diesem Schatz an bildnerischer Weisheit und Wahrheit und deutet mit tiefenpsychologischen Mitteln ausgewählte Werke des malerischen Schaffens dieser inzwischen 80jährigen Künstlerin.
Jürgen Meyer-Isenmann – Vitrine. Hrsg: Morat-Institut für Kunst und Kunstwissenschaft Freiburg. Texte von Sebastian Baden. 2013. 40 S. 46 Abb., 28 x 24 cm, Br. EUR 14,00 CHF 19,00 ISBN: 978-3-86833-125-7 modo
Die Art der Präsentation bestimmt die Einsichten, die man über ein Werk gewinnt. Betitelt man einen Katalog „Vitrine“ ist sie geradezu zentral. Der Titel beschreibt, wie Jürgen Meyer-Isenmann seine Werke im Freiburger Ausstellungsraum Morat-Institut für Kunst und Kunstwissenschaft zeigt. 20 Papierarbeiten hat er auf einer langen Tafel in Tischhöhe aneinander gereiht und mit Glas abgedeckt. Wer sie betrachtet, muss sich bücken, er muss aber nicht der vom Waldkircher Künstler festgelegten Anordnung folgen. Hierarchiefrei kann sich der Besucher der Ausstellung vor, neben und hinter dieser Vitrine bewegen. Diese besondere Form der Präsentation berührt Fragen der Struktur und Organisation eines Werkes. Das Gespräch zwischen Jürgen Meyer-Isenmann und Franz Armin Morat vom gleichnamigen Institut greift Begriffe wie Bildstrecke, Werkgruppe, Serie sowie Werkzyklus auf und die allgegenwärtige Zeit, die sich in der Installation als Dauer spiegelt. Ein theoretischer Text des Karlsruher Kunsthistorikers Sebastian Baden ordnet diese verschiedenformatigen Arbeiten, die in Mischtechnik entstehen und die oftmals tiefere Schichten von Nesselstoff, Zeitungspapier oder Erlenholz aufweisen, ein. Sebastian Badens Referenz ist dabei die Tradition der Malerei, die sich immer noch als ausgesprochen ergiebig für neue Formfindungen erweist.
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