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Andrea Zaumseil – Unbetretbare Orte. Zeichnungen, Fundstücke, Texte. Hrsg: Städt. Kunstmuseum Singen. Text: Volker Adolphs, Christoph Bauer, Ruth Diehl, Andrea Zaumseil. 2013. 224 S., 345 fb. Abb. 22 x 17 cm, Gb. EUR 28,00 CHF 36,00 ISBN: 978-3-86833-106-6 modo
Wer Andrea Zaumseils großformatige Zeichnungen betrachtet, tut gut daran, sich eine Anregung des Philosophen Vilém Flusser zu Eigen zu machen und die Gewöhnung auszuklammern. Denn die Papierarbeiten, die Andrea Zaumseil mit Pastellkreide schafft, führen in ein Zwischenreich. Es ist durch die Übergänge zwischen Zeichnung und Malerei bestimmt, die Motive changieren zwischen Anschauung und Vorstellung. Die 1957 in Überlingen geborene Künstlerin hat für diese Publikation ihr Archiv geöffnet, Zuordnungen sind folglich erlaubt. Fotos und Presseausschnitte zeigen Vulkanausbrüche, Überschwemmungen, aber auch vom Menschen verursachte Katastrophen wie der Brand der Deep Water Horizon sowie Landschaften, die von schier unvorstellbaren Kräften geformt wurden. Die Texte jedoch, die für sie wichtig sind, befassen sich mit der Erinnerung. Was Andrea Zaumseil dabei interessiert, ist ein explosionsartiger Moment extremer Verdichtung. Kaum zu glauben, dass sie diesen in einer fast beschaulichen und inständigen Arbeitsweise umsetzt. Andrea Zaumseil zeichnet mit der flächigen Seite der Kreide, so dass die Nähe zur Malerei immer schon gegeben ist. Aber auch ihre Skulpturen sind nicht fern. Die meist großformatigen Zeichnungen, aber auch die Kleinformate in den Skizzenbüchern entstehen von Anfang an parallel und gleichwertig zu ihren plastischen Arbeiten. In unmittelbarer Nähe zur bekannten Welt ist in den Papierarbeiten von Andrea Zaumseil eine unbewohnbare Fremde zu entdecken.
Albi Meier – vertraute fremde Umgebung. 2012. Hg: Mag. Thorsten Rudolph. Texte von Mag. Thorsten Rudolph, Hans Martin Erhardt, Maria Schüly, Michael Hübl. 2013. 40 S. 31 x 24 cm. geh. EUR 18,00. CHF 25,00 ISBN: 978-3-86833-105-9 modo
Albi Maier ist ein Landschaftsmaler der anderen Art. Insofern Maier nicht allein Schwarzwaldhöfe abbildet, sondern bei ihm auch die Erdoberfläche zum Bildgegenstand wird. Der 1952 in Lenzkirch geborene und mittlerweile in Titisee-Neustadt lebende Albi Maier hat sich der Malerei zudem über ein sehr traditionelles Kunsthandwerk des Schwarzwaldes angenähert. Das Restaurieren und Bemalen von Uhrenschildern brachte ihn zur Kunst. Seit den 1990er Jahren sind seine Werke immer auch Reflektionen über die Kulturlandschaft des Hochschwarzwaldes, aus der er sich, wie er sagt, nur unter der Strafe leiblichen und seelischen Verkümmerns entfernen kann. Albi Maier hat einen starken Bezug zur Stofflichkeit und viele seiner Arbeiten sind gegenständlich, doch mit konzeptuellem Hintergrund. So werden die Darstellungen von Schwarzwaldhöfen von monochromen Bildtafeln begleitet, die die Farben des Bildes wiedergeben. Der Ausstellungskatalog beleuchtet Albi Maiers Hingabe an die Landschaft und ihre Traditionen aus verschiedenen Perspektiven. Das schließt die Volkskunde ebenso mit ein wie die kollegiale Annäherung durch Hans Martin Erhardt.
NETZE. Hanna und Paul Gräb – Ein Lebenswerk. Hrsg: Hanna und Paul Gräb-Stiftung, Anne- Sophie Mutter, Arabella Wunderlich, Richard Wunderlich. Texte von Karl-Christoph Epting, Paul Gräb, Elisabeth Gräb-Schmidt, Bernd Petri, Christiane Vielhaber. 2012. 240 S. 356 Abb. 31 x 24 cm, Gb. 28,00 EUR CHF 39,00 ISBN: 978-3-86833-075-5 modo
Wehr im Landkreis Waldshut ist nicht gerade eine große Stadt. Keine 13.000 Einwohner umfasst die Gemeinde. Doch was das Pastorenpaar Hanna und Paul Gräb im Stadtteil Öflingen geleistet hat, ist wahrhaft groß. Der evangelische Pfarrer Paul Gräb ist keiner, der klein denkt. Als er 1956 die Gemeinde in Öflingen übernahm, wusste er Gemeinschaft durch Kunst zu stiften. Nicht etwa durch Sakralkunst, sondern durch zeitgenössische Malerei und Skulptur. Mit Kunstauktionen finanzierte er den Kauf einer Orgel und nach und nach den Bau von Heimen für geistig behinderte Menschen. Auch im Haus der Diakonie, in dem in Öflingen etwa 80 Menschen mit geistiger Behinderung ein Heim fanden, hat die Kunst ein Zuhause. Ganz selbstverständlich hat sie dort in den Räumen einen Platz und dient als Mittel der Kommunikation, wo „andere Kommunikationsformen oft nicht möglich sind“, so die Malerin Cordula Güdemann.
Paul Gräb, manche nennen ihn einen „begnadeten Bettler“, ist wohl auch ein begnadeter Menschenfischer. Denn die über fünfhundert Künstler, darunter Horst Antes, Otto Dix, Madeleine Dietz, Günter Förg und Arnulf Rainer, gaben und unterstützten das Projekt gerne. Nicht zuletzt wohl, weil hier jemand ist, der immer auf die Hilfe der Kunst gesetzt hat und an sie glaubt. Das Lebenswerk von Hanna und Paul Gräb steht auf solidem Fundament, da sie andere Menschen dafür begeistern konnten. Der Unternehmer Stephan Denk hat zur Hanna und Paul Gräb-Stiftung, in die die Kunstsammlung von Hanna und Paul Gräb eingeflossen ist, das Grundkapital beigetragen. Anne-Sophie Mutter steht ihr als Schirmherrin vor und Lothar Späth hat ihr einen Kunstpreis für Menschen mit geistiger Behinderung zur Seite gestellt. Der Band dokumentiert nicht nur die über 50jährige Geschichte einer Integration der besonderen Art, er erzählt auch eine sehr menschliche Erfolgsgeschichte, die immer noch weitere Kreise zieht.
Reinhard Klessinger - circumference. 2012. Texte von Hans-Dieter Fronz, Christiane Grathwohl- Scheffel, Kristina Hoge, Antje Lechleiter, Ulrike Rein, Nicoletta Torcelli. 2012. Dtsch./Engl. 64 S. 17 x 24 cm. geheftet. EUR 22,00. CHF 30,00 ISBN: 978-3-86833-115-8 modo
Das englische Wort circumference nimmt in Reinhard Klessingers Werk eine wichtige Bedeutung ein. Nicht nur benannte er 1997 seine Ausstellung in der Galerie Krohn nach diesem Gesichtskreis, auch in einem seiner Lieblingsgedichte von Emily Dickinson beschreibt die Vokabel die Verschränkung von Gegenwart und Vergangenheit. Dass er nun den Katalogband, der am Ende eines ausstellungsreichen Jahres steht, „circumference“ betitelt hat, gibt den Anstoß weiterzudenken. Denn lässt sich von den letzten sechs Einzelschauen, die in der Publikation dokumentiert werden, nicht das gesamte Werk des 1947 im Schwarzwald geborenen Künstlers fassen? Reinhard Klessinger absolvierte ein Kunststudium in Basel, Düsseldorf und am St. Martins College in London. Bereits Ende der 1960er Jahre experimentierte er mit Bodeninstallationen. Er nahm an internationalen Symposien teil und kann auf eine lange Ausstellungsagenda zurückblicken. Der Kreis gehört zu seinen wesentlichen Denkbildern, zu denen er im Laufe seines künstlerischen Schaffens immer wieder zurückgekommen ist. Als Bewegung, aber auch in Form einer Malerei, in der sich das Atmen vollzieht und in den Materialien Glas und Spiegelglas. Klessinger zieht dabei die Grenzlinie zwischen Sichtbarem und Unsichtbarem und überführt seine Arbeiten in einen Kreislauf der Reflexion und in fein differenzierte Wahrnehmungsspiele.
Annette Merkenthaler. Immer wieder aufs Neue - am Strom. Dtsch/Franz./Engl. 104 S., 112 fb. Abb. 16 x 25 cm, Br. Modo Verlag, Freiburg 2012. EUR 26,00 CHF 36,40 ISBN: 978-3-86833-087-8 modo
„Immer wieder aufs Neue – am Strom“, der Titel von Annette Merkenthalers Künstlerbuch, ist mehr als eine Ortsbeschreibung. Der Strom ist Metapher fürs Reisen, die vergehende Zeit und die Geschichten und Bilder, die er mit sich führt. Und doch meint er auch den Sankt-Lorenz-Strom, zu dem die Freiburger Künstlerin seit dem Jahr2000 immer wieder zurückgekehrt ist. „Immer wieder aufs Neue – am Strom“ vereint Fotografien, die auf diesen Reisen zwischen Montreal, Saint-Jean-Port-Joli und Rimouski, Québec entstanden sind, Gespräche mit Künstlern über diese Landschaft, ein Gedicht und der Auszug aus einem Theaterstück. Und er dokumentiert Arbeiten von Annette Merkenthaler, Skulpturen und Installationen, die sie vor Ort geschaffen hat und die Be- und Entgrenzung von Landschaft zum Thema haben. Annette Merkenthaler hat sich die Orte am Strom durch Reisen mit dem Bus, dem Auto und zu Fuß angeeignet, entsprechend vielfältig sind ihre Eindrücke. Wer durch den dreisprachigen Band blättert, sich in die Bilder und Texte vertieft, taucht ein in einen Fluss, der es dem Sankt-Lorenz-Strom gleichtut, der über die Ufer tritt, sich nicht an die Begrenzung der Seiten hält und sich zu einem Bewusstseinsstrom ausweitet.
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Miriam Prantl - Farb Licht Raum. 2012. 2012. Hg. Christoph Bauer für das Städtische Kunstmuseum Singen. Beiträge von Bauer, Christoph. 56 S. 27 x 21 cm. Engl. Br. EUR 18,00. CHF 25,00 ISBN: 978-3-86833-117-2 modo
Jedes Lichtobjekt, so sagt die österreichische Künstlerin Miriam Prantl, habe seinen eigenen Herzschlag und atme geradezu. Es wundert nicht, dass die 1965 geborene Miriam Prantl ein fast organisches Kunstverständnis hat. Auch wenn Prantl sich auf die konkrete Kunst mit ihrer reduzierten Formensprache bezieht, geht es ihr um ein Erleben, das Raum, Farbe und Bewegung miteinander verbindet. Mit weniger könnte sich jemand wie Miriam Prantl wohl auch kaum zufrieden geben. Miriam Prantl ließ sich im klassischen Tanz ausbilden und arbeitete mehrere Jahre in diesem Beruf bevor sie von New York nach London ging, wo sie Kunst studierte. Mittlerweile lebt sie wieder in Österreich und synthetisiert ihre Erfahrungen in Räumen, die etwas Pulsierendes haben. Seit 1996 verbindet sie in ihren Arbeiten Malerei mit Lichtkunst, die sie durch Videoprojektionen und LED-Technik schafft. Daneben entstehen Lichtobjekte und Bilder, die ähnlich farbig wie ihre Räume sind und deren Raster einen bestimmten Rhythmus vorgeben. Diese Publikation stellt Arbeiten der letzten Jahre vor und führt durch einen Essay des Leiters des Städtischen Kunstmuseum Singen Christoph Bauer in das Werk von Miriam Prantl ein.
Cécile Hummel – Abtauchen und Auftauchen / To Plunge and Emerge. 2012. Hg: Anna Wesle / Museum Franz Gertsch. Text von Anna Wesle.. 64 S. 26 x 18 cm. geheftet. EUR 20,00. CHF 28,00 ISBN: 978-3-86833-118-9 modo
Eine derart entspannte Aussage gegenüber der Flüchtigkeit des Lebens als das Werk von Cécile Hummel ist kaum denkbar. Ihre Zeichnungen mit Gouachen auf Papier und ihre Fotoarbeiten schwimmen mit der Bilderflut mit, tauchen ab, um wieder aufzutauchen und setzen sich im Gedächtnis des Betrachters fest. Da finden sich abstrakte Räume neben Darstellungen von Deckenlampen oder Fotografien architektonischer Details von Gebäuden, die Cécile Hummel in Italien fand. Kleiderbügel mit Augen versehen erscheinen ebenso motivwürdig wie alte ehrwürdige Bibliotheken, deren Ordnungssysteme in den Bilderkosmos von Cécile Hummel eingegangen sind. Hummels Werke sind verspielt und zugleich auf das Wesentliche reduziert. Für ihre Einzelausstellung im Museum Franz Gertsch in Burgdorf hat Cécile Hummel eine Reihe grauwertiger Gouachen geschaffen und Glasnegative bearbeitet, die aus den 1930er Jahren stammen und in einem Fotostudio entstanden sind. Ihre künstlerischen Eingriffe machen sichtbar, wie diese Aufnahmen konstruiert sind und wie sie ihrer Funktion als Medium der Erinnerung nachgekommen sind. Die Basler Künstlerin vernetzt die Bilder untereinander in ihren installativen Hängungen – seien es Fotos oder Zeichnungen –, sie schafft Querbezüge und erlaubt so eine assoziative Lesart. Sie hinterfragt dadurch die Wirklichkeit der uns umgebenden Dingwelt.
Museum Biedermann SENZA TITOLO – NUNZIO · DESSI. 2012. Hg: Margit Biedermann Foundation. Texte von Norbert Nobis, Lóránd Hegyi, Simone Jung. Dtsch/Engl.;Italienisch. 116 S. 2012. 28 x 24 cm. geheftet. EUR 28,00. CHF 39,00 ISBN: 978-3-86833-107-3 modo
Schon seit über zwanzig Jahren pflegt die Sammlerin Margit Biedermann eine enge Beziehung zur Kunst und den Künstlern der »Nuova scuola romana« (Neue römische Schule) oder auch »Officina di San Lorenzo« (Labor – und / oder – Werkstatt von San Lorenzo). Dabei handelt es sich um eine Gruppe römischer Künstler, die seit den 1970er Jahren in den Räumen und improvisierten Ateliers der stillgelegten Nudelfabrik Cerere im Stadtviertel San Lorenzo arbeiteten und zu denen auch Nunzio (*1954) und Gianni Dessì (*1955) gehörten. Die Künstler verband jedoch schon damals weniger eine bestimmte Programmatik (SENZA TITOLO), sondern vielmehr eine gewisse Haltung und Poetik. In deren Zentrum steht – nach den Reduktionen von Konzept-Kunst, Minimal-Art und Arte Povera – eine erneute, individuelle Beschäftigung mit den ästhetischen Werten und Ausdrucksfähigkeiten von Malerei und Bildhauerei. Der Katalog dokumentiert nicht nur die Ausstellungsansichten mit Werken von Nunzio und Dessì, er ordnet auch ihr OEuvre ein und erläutert ihre jeweiligen Arbeitsweisen.
Die Skulpturen und Installation von Nunzio und die Werke von Dessì, die sich auf der Schnittstelle von Malerei und Skulptur befinden, bilden einen Kontrast, der ihre jeweiligen Eigenheiten hervorhebt. Da sind die verkohlten Hölzer, das Blei bei Nunzio und die genreübergreifenden Konzeptionen von Dessì, die die Möglichkeiten des Metaphorischen ausloten. Man muss dieser Kunst aus Italien nicht gleich einen Namen geben, SENZA TITOLO macht neugierig und regt zum unvoreingenommenen Betrachten ein.
Domenico Di Nunzio – Fotografie. 2012. Hg: piccola pausa. Text von Nikolaus Cybinski. 88 S. 28 x 24 cm. geh. EUR 25,00. CHF 35,00 ISBN: 978-3-86833-112-7 modo
Noch immer ist Johann Wolfgang von Goethe der geheime Gewährsmann aller deutschen Italienfahrer. Doch was passiert, wenn ein Italiener, noch dazu in Deutschland geboren und lebend, von dem Sehnsuchtsvirus befallen ist? Wird er bei seinen Reisen in das Land, das seine Eltern zwar verlassen, aber doch nie wirklich hinter sich gelassen haben, Italien mit der Seele suchen? Domenico Di Nunzio jedenfalls ist nie mit leeren Händen nach Lörrach zurückgekehrt. Seit den 1980er Jahren hat er die Augenblicke, die ihm in den Städten und Dörfern Italiens zugefallen sind, in Schwarz-Weiß-Aufnahmen festgehalten. Sie zeigen die theatralische Seite des Landes, einen Alltag, der auf die Bühne gehoben wird. Und um Zeuge dieser kleinen liebenswürdigen Szenen zu werden, muss man wohl wie Domenico Di Nunzio Nähe mit Distanz verbinden können. In Di Nunzios Fotografien wird die ansonsten so allmächtige Antike zum beiläufigen Hintergrund. Die Hauptrollen nehmen ein: miteinander alt gewordene Paare, Kinder, die Maiskolben abnagen, Prozessionsteilnehmer und eine erstaunlich junge Nonne. Niemand, der hier nicht dem Leben zugewandt wäre. Domenico Di Nunzio wird Zeuge zufälliger Straßenszenen. Der mitunter beschwerliche Alltag wird in seinen Fotografien keinesfalls beschönigt, doch die Menschen erdulden ihn nicht, sie verschwenden sich an den Augenblick.
Rolf-Gunter Dienst – I’ll just keep on. 2012. Text von Peter Hank, Städtische Galerie Fruchthalle Rastatt.. 80 S. 17 x 24 cm. Leinen. EUR 18,00. CHF 25,00 ISBN: 978-3-86833-116-5 modo
Seit den 1960er Jahren steht das Werk von Rolf-Gunter Dienst ganz im Zeichen der Zeit. Seine Zeichnungen beruhen auf dem Moment der Wiederholung, sie setzen sich aus unzähligen abstrakten Kürzeln und Notaten zusammen, die auf dem Bildgrund eine immer wieder andere Textur ergeben. Die Tusche- und Bleistiftzeichnungen, die in diesem Band zusammengefasst und in einer Ausstellung in der Städtischen Galerie Fruchthalle Rastatt zu sehen sind, stammen aus den Jahren 1962 bis 2012. Rolf-Gunter Dienst, der über Jahrzehnte Redakteur der Zeitschrift „Das Kunstwerk“ war, exerziert seit 50 Jahren die Wiederholung zwischen Ermüdung und Befreiung. Wer diese Blätter betrachtet, wird Zeuge eines autonomen, selbstreferentiellen Werkes, das den Prozess in den Mittelpunkt stellt. Die Struktur kommt zu sich selbst und der Künstler vergewissert sich seiner selbst im Prozess. „Ich investiere keine Zeit in meine Arbeit, sondern dokumentiere Zeit“, hat Rolf-Gunter Dienst einmal gesagt. In diesem Ausstellungskatalog kann man ihr beim Stillstehen zusehen.
Alte Hofbibliothek Donaueschingen – Neue Perspektiven. Hrsg.: gäbele & raufer architekten BDA Texte von Lukas Gäbele, Tanja Raufer, Christian Schönwetter und Andreas Wilts. Deutsch. 140 S.. 33 x 23 cm. Gb. EUR 28,00. CHF 39,20 ISBN: 978-3-86833-113-4 modo
Wenn man heute die Alte Hofbibliothek Donaueschingen lesen kann wie ein Buch, ist dies der Verdienst von gäbele & raufer . architekten. BDA. 2010 wurde das Donaueschinger Architekturbüro von Eveline und Felix Banthien mit der Planung und dem Umbau der ehemaligen Hofbibliothek beauftragt. Ende 2011 waren die Arbeiten abgeschlossen und das Gebäude wird mittlerweile als Restaurant sowie als Museum und Veranstaltungsort genutzt. Das Haus ist eng mit der Residenz der Fürsten zu Fürstenberg verbunden. 1732 entstand es als Verwaltungsgebäude, 1860 wurde es zur Bibliothek umgebaut mit einem für damalige Verhältnisse innovativen Brandschutz. Anfangs umfasste die Hofbibliothek gerade einmal zwei Arzneibücher und eine Weltchronik. Erst durch die Ankäufe der Sammlung von Oberlandforstmeister Joseph Freiherr von Laßberg um 1853 wurde sie wirklich bedeutend. Unter den Werken, die Fürst Egon II. zu Fürstenberg damals erwarb, war auch die Handschrift C des Nibelungenliedes. Seine erste Seite findet sich nun in Beton gegossen am Aufzug der Alten Hofbibliothek wieder. Ranken, die von einer historischen Tapete abgenommen wurden, wuchern durch das Haus. Und seine Historie hält eine metallene Abdeckung bereit, auf der sich die Besucher im Vorbeigehen informieren können. Historische Denkmäler erfordern architektonische Eingriffe, die die Geschichte der Gebäude mitdenken. Wie bereits im Museum Biedermann in Donaueschingen haben gäbele & raufer . architekten. BDA die historische Anmutung erhalten und sie behutsam inszeniert, durchaus auch im Kontrast mit Materialien wie Beton und Corten-Stahl. Die Veröffentlichung erinnert nicht allein an die Geschichte der Alten Hofbibliothek Donaueschingen, sie dokumentiert auch die Umbauten und lädt vor allem auf eine spannende Hausbesichtigung ein, die detailliert den Bau würdigt.
Valerie Liebermann proudly presents: FEHLSTELLE. Hrsg.: Städtische Galerie Offenburg, mit einem Interview zwischen FEHLSTELLE und Valeria Liebermann. Dtsch/Engl. 108 S., 52 fb. Abb., 22 x 21 cm, Geheftet. EUR 18,00 CHF 25,20 ISBN: 978-3-86833-102-8 modo
Die Künstlergruppe FEHLSTELLE ist 2003 als lose Vereinigung von Absolventen der Klasse für Künstlerische Fotografie an der Düsseldorfer Kunstakademie entstanden. Die beteiligten Künstler – Johannes Döring (*1966), Barbara Hilski (*1974), Thomas Neumann (*1975), Thyra Schmidt (*1974) und Juergen Staack (*1978) – verstehen ihre gemeinsamen künstlerischen Aktivitäten als ein Labor, in dem verschiedene Möglichkeiten der Fotografie medienübergreifend ausgelotet werden. Parallel zu gemeinsamen Projekten geht jeder seiner eigenen künstlerischen Arbeit nach. Die unterschiedlichsten fotografischen Ansätze hinsichtlich Realitätsverweis, Original, Bildverlust, zeitlicher Ausdehnung, Immaterialität sowie Räumlichkeit, die von Ihnen hinterfragt werden, fließen wiederum in die Gruppenarbeit mit ein.
Das Künstlerbuch wird als Beitrag zu der Ausstellung von FEHLSTELLE in der Städtischen Galerie in Offenburg entwickelt, das neben einem Interview mit der Gastkuratorin Valeria Liebermann eine neue, für die Ausstellung realisierte Arbeit beinhaltet.
Gustav Metzger – Years without Art.Hrsg.: Dangel, Samuel und Schmeling, Sören. Texte von von Dangel, Samuel, Texte von Morat, Franz Armin Texte von Schmeling, Sören. 2012. 160 S. 24x 17 cm. Br. EUR 22.00 CHF 31,00 ISBN: 978-3-86833-101-1 modo
Wer im Jahr 2008 Künstler und Kuratoren aufforderte, nicht zu jeder Biennale, Messe und Ausstellungseröffnung zu fliegen, muss seine Rolle eher im Randbereich des Kunstbetriebs sehen. Es ist nicht gesichert, wie viele Gustav Metzgers Turiner Plakatentwurf folgten, doch für Metzger ist die Peripherie zum Aktionsraum geworden. Gustav Metzger wurde 1926 in Nürnberg geboren und entkam dem Holocaust 1939 durch das Refugee Children Movement nach England. Nach Kriegsende begann er Kunst zu studieren und engagierte sich bereits Mitte der 1950er Jahre gegen den Atomkrieg. Gleich seine erste Ausstellung 1959 galt der Verweigerung gegenüber konventioneller Kunstproduktion und dem Ausstellungswesen. In den 1970er Jahren rief er zu „Years without Art“ auf: drei Jahre sollten Künstler auf jegliche Form der Kunstproduktion verzichten. Seitdem verbindet Gustav Metzger künstlerische Aktionen, Interventionen und Installationen mit umwelt- und soziopolitischen Fragen und rückte dadurch in den letzten Jahren in das Interesse bedeutender internationaler Ausstellungen und Biennalen, wie in der diesjährigen dOCUMENTA (13).
Im Freiburger Morat-Institut für Kunst und Kunstwissenschaft befindet sich ein Teil der Bibliothek des Künstlers. Ein kunsthistorisches Seminar an der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg und eine Ausstellung wird diese nun als Arbeits- und Denkraum in das öffentliche Bewusstsein rücken und mit Freiburger Institutionen vernetzen. Eine Faltbeilage dokumentiert die Rekonstruktion der politisch motivierten Ausstellung „passiv-explosiv“ – von Gustav Metzger, Cordula Frowein und Klaus Staeck kollektiv organisiert. Der Katalog verbindet dabei wissenschaftliche Texte mit Bildessays sowie Werkdokumentation mit tagesaktuellen politischen Interventionen und versteht sich als Hybrid zwischen Buch und Zeitung.
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Regula Dettwiler – It’s my Nature. Herausgegeben vom Kunstverein Friedrichshafen und Andrea Jahn. Texte von Lorraine Daston, Andrea Jahn, Gabriele Mackert und Heinrich Steinfest.. 2012. Deutsch;Englisch. 112 S. 27 x 20 cm. geheftet. EUR 20,00 CHF 28,00 ISBN: 978-3-86833-114-1 modo
Im Mittelpunkt des Werkes von Regula Dettwiler steht die Auseinandersetzung mit der menschlichen Aneignung und Konstruktion von Natur. Die in Wien lebende Schweizer Künstlerin schickt Zimmerpflanzen in die Sommerfrische oder gibt Orchideen in geradezu naturwissenschaftlicher Genauigkeit wieder. Man muss genau hinsehen, um das Künstliche in Dettwilers Naturabbildungen zu erkennen Etwa die Spitze, mit der sie Dickblattgewächse umgarnt oder den Draht, der Seiden- und Plastikorchideen stützt Nicht selten sind die Pflanzen, die die Künstlerin in Aquarelltechnik akribisch genau zeichnet „made in China“ und stammen aus den Malls der globalisierten Konsumwelt. Regula Dettwilers Leit-Thema ist die Natur, der sie sich in Papierarbeiten und Installationen nähert. Der Zugang der 1966 geborenen Dettwiler ist dabei kein naiver, sie stellt Natur in ihrer kulturhistorischen Vermittlung dar, als Surrogat und Repräsentation. Die Künstlerin zitiert dabei gleichermaßen die Entdeckung und Banalisierung des Exotischen im 18. Jahrhundert als auch deren Verbreitung im dekorativen Kunsthandwerk. Dabei folgt sie in ihren Arbeiten der Faszination für die Schönheit der Natur und hinterfragt zugleich kritisch unser Verhältnis zu Flora und Fauna. Der vorliegende Katalog erscheint anlässlich der Einzelausstellung von Regula Dettwiler im Kunstverein Friedrichshafen.
gestern – heute – morgen. Ausstellung und Kolloquium des Künstlerbundes. Baden-Württemberg zum 60-jährigen Jubiläum des Landes Baden-Württemberg. 2012. Hrsg.: Künstlerbund Baden-Württemberg e.V. 188 S. 393 Abb. 16 x 23 cm, Br. EUR 18,00 EUR CHF 25,20 ISBN: 978-3-86833-111-0 modo
Es ist ein umfassender Dreischritt, den der Künstlerbund Baden-Württemberg anlässlich des 60-jährigen Bestehens des Landes Baden-Württemberg unternimmt. Blickt der Verband doch gleichermaßen auf die Vergangenheit, in die Gegenwart und die Zukunft. So erinnert er an die verstorbenen Mitglieder, macht das Schaffen seiner Mitglieder publik und veranstaltet ein Symposium über die Zukunft von Künstlernetzwerken und deren Funktion in der Gesellschaft. Der Katalog, der zur Ausstellung im Stuttgarter Kunstgebäude erscheint und zugleich ein Kompendium des Kunstschaffens in Baden-Württemberg ist, spiegelt dies wider. Voraus ging dieser Publikation eine umfassende Recherche über die verstorbenen Mitglieder, die nun in alphabetischer Ordnung vorgestellt wird und eine Ausschreibung an seine Mitglieder, Arbeiten im Din A4-Format einzureichen. René Acht ist unter den präsentierten Künstlern, Dieter Krieg, aber auch Anton Stankowskis und manche der Biografien gehen weit über das Bestehen des Landes Baden-Württemberg hinaus. Gestern – heute – morgen ist so auch ein schönes Sinnbild für den kollegialen Zusammenhalt unter Künstlerinnen und Künstler.
Raffi Kaiser - Le voyage des voyages. Hrsg.: Morat-Institut für Kunst und Kunstwissenschaft Freiburg. 2012. Deutsch;Französisch;Englisch. 276 S. 32 x 23 cm. Gb. EUR 35,00. CHF 49,00 ISBN: 978-3-86833-108-0 modo
Transkription und Erinnerungsspur zugleich sind die Zeichnungen von Raffi Kaiser. Seit er sich Ende der 1970er Jahre für einen radikalen Schnitt entschied, sind ausschließlich Landschaften entstanden. Womöglich sind die Unterschiede zwischen seinen surrealen Bildern und seinen phantastisch genauen Zeichnungen nicht so groß wie es scheint. Raffi Kaiser, der 1931 in Jerusalem geboren wurde, erwanderte sich Wüsten und später Japan und China. Im Rückblick kommentiert er diesen Schritt mit einem Bedürfnis nach Einsamkeit und Zeit zum Nachdenken.
Die monumentalen und zugleich filigranen Zeichnungen, die der Künstler von diesen Landschaften schafft, entstehen im Atelier, entweder mit der Feder oder mit hartem Bleistift. Raffi Kaisers Zeichnungen sind chinesischen und japanischen Künstlern verbunden und dabei doch westlichen ästhetischen Vorstellungen treu geblieben. So zeigt er seine Reisen oft als Paravent oder auch als Panorama, das die Rezeption seines Werkes für den Betrachter in zurückgelegte Wegstrecke und verstrichene Zeit übersetzt. Diese Bilderbögen können durchaus eine Länge von über 50 Metern einnehmen. Die Publikation „Le voyage des voyages“
dokumentiert nicht allein diese zentrale Arbeit, die die unterschiedlichsten Landstriche in einem Werk vereint und nun erstmals in jedem Strich nachzuvollziehen ist. Sie stellt „Le voyage des voyages“ auch als Wegbegleiter ein ganzes Kompendium von Texten zur Seite, die von Kuratoren, Schriftstellern, Übersetzern und Kulturhistorikern stammen, die eng mit Raffi Kaisers Werk verbunden sind. Die Reise in die Natur wird zu einem Parcours auf einem weißen Blatt Papier. Der Betrachter kann dieser Reise nun mit den Augen und im Geist folgen.
Mit Texten von: Franz Armin Morat, Markus Brüderlin, Katharina Epprecht, Nicholas Fox Weber, Ulrich Schneider, Jeanette Zwingenberger, Marc Scheps, François Fédier, Irving Wohlfarth sowie einem Gespräch zwischen Michaël Ferrier und Raffi Kaiser.
Robert Schad - Tanz. Hrsg.: Skulpturenpark Heidelberg e.V.; Beitr.: Riedl, Peter Anselm; Ruhrberg, Bettina. 2012. 64 S. 40 Abb. 24 x 17 cm. Gb. EUR 16,00 CHF 22,40 ISBN: 978-3-86833-109-7 modo
Titel wie „Subirat“, „Varull“, „Kender“ und „Zmorg“ lassen nicht unbedingt an Zeitgenossen denken. Und doch haben die Skulpturen von Robert Schad etwas Anthropomorphes an sich. Nicht in dem Sinne, dass vor dem inneren Auge konkrete Menschen entstehen würden, eher durch den besonderen Fluss der Linie, die Körper in Bewegung vorstellen könnte. Angesichts von Schads Stahlskulpturen, die aus einfachen Vierkantstäben aus Baustahl bestehen, der zerschnitten, zerteilt und in stumpfen oder spitzen Winkeln wieder zusammengeschweißt wird, möchte man von tanzenden Linien sprechen. Tatsächlich lädt der 1953 geborene Bildhauer immer wieder Tänzerinnen und Tänzer ein, auf seine Werke performativ zu reagieren. Mit ihrem neuen Standort, dem Park der orthopädischen Klinik Heidelberg, gerät der Aspekt des Anthropomorphen verstärkt in den Fokus. Robert Schad ist nicht der erste Künstler, der im Skulpturenpark Heidelberg seine Werke zeigt, zuvor waren hier Arbeiten von Fritz Wotruba, David Nash und Gisela von Bruchhausen zu sehen. „Ich habe den Anspruch, denjenigen, die der Skulptur begegnen, einen Impuls zu geben, um sich auf die Reise zu ihrer ureignen Assoziationswelt zu machen“, kommentiert Robert Schad die besonderen Ausstellungsbedingungen des öffentlichen Raumes. Der Band dokumentiert nicht allein Vorstudien dieser monumentalen Arbeiten und ihren Aufbau, er gibt auch einen Einblick in ihre faszinierende Entstehung in der Werkstatt.
Elisabeth Sonneck – In Farbe. Ortsspezifische Malerei, Arbeiten 2006–2011. Hg.: Brunnhofer Galerie, Galerie Hein Elferink. Texte: Dorothée Bauerle-Willert, Ulrich Loock. 2012. 104 S., 130 fb. Abb. 21 x 30 cm,Gb. EUR 25,00 CHF 35,00 ISBN: 978-3-86833-104-2 modo
Es war Josef Albers, der die farbigen Wechselwirkungen als Maler grundlegend erforscht hat. Die in Berlin lebende Künstlerin Elisabeth Sonneck nimmt die Relativität der Farbe zum Ausgangspunkt und verbindet Malerei dialogisch mit dem realen Raum. Man erlebe Farbe nicht rein optisch, sagt sie, sondern im Verbund von Ort, Zeit und Person. Für die 1962 geborene Künstlerin ist die Malerei sowohl ein Instrument der Recherche als auch der unmittelbaren Erfahrung. Ihre Arbeiten zeigen den Prozess des Malens und der Farberzeugung. Die vielfach übereinander gelagerten, halbtransparenten, teils minimal seitlich versetzten Farbbahnen ihrer Bilder sind in langsamer, freihändiger Bewegung mit Pinseln immer derselben Breite gemalt. Dabei entsprechen die stets quadratischen Formate exakt ihrer körperlichen Reichweite Elisabeth Sonnecks Raummalerei und Farb-Installation nimmt die jeweilige architektonische Konstellation auf und übersetzt die Maße in farbige Rhythmen. Diese Arbeiten werden eigens für den Ort geschaffen und sind meist temporär.
Zudem gehen Sonnecks Farbräume auf den spezifischen Ort ein, indem sie auch vorgefundene Merkmale wie Gebrauchsspuren, abfallende Böden oder einen Riss in der Wand einbeziehen. „Neigung 13%“ oder „Temperaturen in Schinkels Blau“ heißen ihre Werke im Hinblick auf die Besonderheiten des Ortes, für den sie entstanden sind. Sie erweitern die Proportionen des Raumes um die Dynamik der Farbe.
Geheimnis der sieben Sakramente. Theologie und zeitgenössische Kunst im Dialog. Hrsg.: Hastetter, Michaela C.; Leiter, Daniela. 2012. 80 S. 24 x 17 cm. Pb. EUR 16. CHF 22,40 ISBN: 978-3-86833-110-3 modo
Die Schwierigkeit für die Kirche besteht darin, eine neue angemessene Form des Umgangs mit dem Phänomen Kunst zu finden, die dem Selbstverständnis der Gegenwartskunst entspricht“, zitiert Günther Oberhollenzer in einem Interview in diesem Band den deutschen Theologen Horst Schwebel. Günther Oberhollenzer ist Kurator beim Museum Essl in Klosterneuburg, das trotz des kirchlichen Namens ein sehr weltliches ist. Kunst und Kirche, lange in fast symbiotischer Beziehung, tun sich seit der Moderne schwer, ihr Verhältnis neu zu definieren. Das Ausstellungsprojekt und der daraus hervorgegangene Band „Geheimnis der 7 Sakramente“ wurde von dem Lehrstuhl der Pastoraltheologie an der Theologischen Fakultät der Universität Freiburg organisiert, die Ausstellung ist in der Jesuitenkirche in Heidelberg zu sehen. Die Studierenden der Theologie haben sich mit zeitgenössischer Kunst befasst, Künstlerinnen und Künstler eingeladen sich mit den katholischen Sakramenten Taufe, Firmung, Eucharistie, Bußsakrament, Krankensalbung sowie Priesterweihe und Ehe auseinander zu setzen. Das Projekt ist eine gemeinsame Suche nach einer verbindenden Ästhetik und Sprache. Bildbeschreibungen, Interviews mit den Künstlerinnen und Künstlern sowie das erhellende Gespräch zwischen der Herausgeberin Daniela Leiter und Günther Oberhollenzer helfen dabei.
Peter Dreher - Die Kleeblume..Hrsg.: Galerie Wagner + Partner Berlin; Beiträge von Burmeister, Ralf; Interviewer Obrist, Hans Ulrich; Dreher, Peter; Hrsg.: Uhrmeister, Margret; Wagner, Cai. 2012. 128 S. 23,5 x 16 cm. Leinen. EUR 26,00. CHF 36,40 ISBN: 978-3-86833-094-6 modo
"Wenn ich etwas bereue“, so zitierte Peter Dreher einmal Auguste Rodin, „dann dies, dass ich nicht mein ganzes Leben immer ein und dasselbe Motiv gemalt habe“. So ganz ist dies nicht einmal Peter Dreher gelungen, doch die Konzentration auf wenige Motive in seinem Werk ist bemerkenswert. Bekannt geworden ist Dreher mit jenem einfachen Birnenmostglas aus dem Kaiserstuhl, das er seit den 1970er Jahren regelmäßig malt. Um die 5.000 Leinwände umfasst diese Serie „Tag um Tag, guter Tag“. Dass dieses Wasserglas von einem weiteren flankiert wurde, zeigt sich nun. Bereits Mitte der 1970er Jahre begann Peter Dreher eine einzelne Kleeblume im Glas zu malen, nun hat er die Serie vervollständigt, die in diesem Band erstmals vollständig publiziert wird. Es ist eine Art Porträt, von einem Interview und einem Text begleitet, das zugleich die Charakteristiken von Peter Drehers OEuvre hervorhebt. Bislang 80 Bilder sind von dieser allmählich verblühenden Blüte entstanden. So viele Malkartons, wie Peter Dreher an Jahren zählt. Der Klee, der auf den ersten Bildern von purpurner Farbe ist, dann immer brauner wird, während das Wasser im Glas allmählich verdunstet, ist ein Memento Mori, wie es Drehers einzelnes Glas nicht sein wollte. Im Gespräch mit dem Kurator Hans Ulrich Obrist in diesem Band widersetzt sich Peter Dreher jeglicher Forderung nach Neuheit und Abwechslung.
„Man muss nicht das Sujet wechseln, um die Liebe zur Malerei zu beweisen“, ist sich Peter Dreher sicher. Hier kann man es studieren: das Ereignis Ereignislosigkeit.
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