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Reichert, Dr. Ludwig Verlag

 
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Die Inschriften des Mainzer Doms und des Dom- und Diözesanmuseums von 1435 bis 1508. Die Deutschen Inschriften. Hrsg.: Akademie der Wissenschaften und der Literatur Mainz; Institut für Geschichtliche Landeskunde an der Universität Mainz e.V.; Überarbeitet von Kern, Susanne. 2018. 172 S. 93 meist fb. Abb. 21 x 15 cm. EUR 14,00. ISBN: 978-3-95490-292-7 L, Reichert
Der Inschriftenbestand der Stadt Mainz aus nachrömischer Zeit gehört zu den wichtigsten in Deutschland. Das von den Herausgebern initiierte Projekt „Mainzer Inschriften“ will den Inschriftenbestand auf der Basis des 1958 in der Reihe „Die Deutschen Inschriften“ veröffentlichten, aber längst vergriffenen Editionsbandes von Fritz V. Arens bearbeiten, ergänzen und in Teileditionen vorlegen. Die Grundlage für diesem und die bereits vorliegenden Bänden bildet die online unter www.inschriften.net veröffentlichte wissenschaftliche Neubearbeitung. Im 3. Band der Reihe werden nicht nur zahlreiche Klerikergrabplatten und die Grablege der Erzbischöfe behandelt, sondern auch einige interessante Grabmäler von Laien vorgestellt, die allesamt im Kreuzgang begraben wurden. Exkurse zu verschiedenen Themen sowie ein Glossar ergänzen die monographischen Texte.
Die Inschriften des Mainzer Doms und des Dom- und Diözesanmuseums von 1509 bis 1626. Die Deutschen Inschriften. Kern, Susanne. Hrsg.: Akademie der Wissenschaften und der Literatur Mainz; Hrsg.: Institut für Geschichtliche Landeskunde an der Universität Mainz e.V.; Verfasst mit Nikitsch, Eberhard J.; Oberweis, Michael. 2018. 176 S. 90 meist fb. Abb. 21 x 15 cm. EUR 14,00. ISBN: 978-3-95490-328-3 L, Reichert
Der Inschriftenbestand der Stadt Mainz aus nachrömischer Zeit gehört zu den wichtigsten in Deutschland. Das von den Herausgebern initiierte Projekt „Mainzer Inschriften“ will den Inschriftenbestand auf der Basis des 1958 in der Reihe „Die Deutschen Inschriften“ veröffentlichten, aber längst vergriffenen Editionsbandes von Fritz V. Arens bearbeiten, ergänzen und in Teileditionen vorlegen. Die Grundlage für diesem und die bereits vorliegenden Bänden bildet die online unter www.inschriften.net veröffentlichte wissenschaftliche Neubearbeitung.
Das "Debrecener Pflanzen- und Tierbuch". Die illustrierte deutsche Ps.-Apuleius Handschrift Dtsch; Engl. Brecen R 459. Faksimile, Edition, Übersetzung und Kommentare. Polhill, Marian; Müller, Irmgard. Hrsg.: Groos, Arthur; Schnell, Bernhard. 2018. 384 S. 90 fb. Abb. 24 x 17 cm. EUR 98,00. ISBN: 978-3-95490-270-5 L, Reichert
Das unter dem Namen des Apuleius überlieferte medizinisch-pharmakologische Handbuch ist das wichtigste Bindeglied zwischen den antiken und mittelalterlichen Kräuterbüchern. Die älteste Übersetzung in deutscher Sprache, das ‚Debrecener Pflanzen- und Tierbuch‘ aus dem zweiten Viertel des 15. Jahrhunderts, wird hier erstmals ediert, ins Englische übersetzt und durch umfangreiche fachübergreifende Untersuchungen erschlossen.
San Vitale in Ravenna and Octogonal Churches in Late Antiquity. Spätantike - Frühes Christentum - Byzanz (44). Johnson, Mark J. Engl. 2018. 280 S. 90 fb. Abb. 24 x 17 cm. EUR 98,00. ISBN: 978-3-95490-289-7 L, Reichert
Diese Schriftenreihe widmet sich speziell den Forschungen zur Christlichen Archäologie und Kunstgeschichte in spätantiker und frühchristlicher Zeit. Sie umfasst die gesamte Epoche der Spätantike bis zum frühen Mittelalter, im Bereich des byzantinischen Reiches auch darüber hinaus.
Die Reihe ist überkonfessionell und ohne Bindung an bestehende Institutionen, arbeitet jedoch mit der „Arbeitsgemeinschaft Christliche Archäologie zur Erforschung spätantiker, frühmittelalterlicher und byzantinischer Kultur“ zusammen. Sie konzentriert sich vor allem auf die Kunstdenkmäler und versteht sich daher nicht als Konkurrenz, sondern als Ergänzung zu schon bestehenden Reihen, die in der Regel nicht nur die materielle Hinterlassenschaft der alten Kirche, sondern stets auch literarische, theologische und philologische Themen behandeln.
Einer klareren Zuordnung und einer größeren Bandbreite der verschiedenen Disziplinen wegen wurden zwei Unterreihen eingerichtet:
Die Reihe A „Grundlagen und Monumente“ setzt sich schwerpunktmäßig mit einzelnen Denkmälern bzw. Denkmalgruppen im Sinne einer korpusartigen Erfassung der Denkmäler auseinander. In der Reihe B „Studien und Perspektiven“ werden einerseits Vorträge der Tagungen der „Arbeitsgemeinschaft Christliche Archäologie“ publiziert, andererseits bietet sie ein Forum für Untersuchungen zu den verschiedensten Fragen aus dem Gebiet der spätantiken/byzantinischen Archäologie und Kunstgeschichte.
This book examines the octagonal churches of Late Antiquity from the origins of the type in the fourth century to its sixth-century culmination in its most famous example, the church of San Vitale in Ravenna. The buildings, limited in number and many overlooked in modern scholarship, served several functions including funerary oratory, martyrium, and cathedral, though most were martyr or memorial shrines. Beyond addressing questions of function, architectural design, structural solutions, chronology, literary sources, and possible symbolism are also studied.
Die Inschriften der Stadt Xanten. Düsseldorfer Reihe (9); Die Deutschen Inschriften (92). Ley, Paul. Verfasst mit Giersiepen, Helga. 2018. 512 S. 238 z. T. fb. Abb. 27 x 19 cm. EUR 69,00. ISBN: 978-3-95490-144-9 L, Reichert
Der Band präsentiert in ca. 260 Katalognummern die mittelalterlichen und frühneuzeitlichen Inschriften der Stadt Xanten in ihren heutigen Grenzen. Der ganz überwiegende Teil des vielfältigen Bestandes steht in Verbindung mit dem Kanonikerstift St. Viktor und seiner Kirche. Dazu gehören Inschriften auf Reliquiaren, liturgischen Gefäßen oder den zahlreichen Textilien des Kirchenschatzes ebenso wie solche auf Altären, Glasfenstern und Glocken. Inschriften an Türen, Chorschranken und anderen Baugliedern geben einen Eindruck von baulichen Erweiterungen und Veränderungen des Domes und der Kanonikerkurien. Einzigartig ist der Bestand von über 40 Epitaphien des 15. bis 17. Jahrhunderts im Kreuzgang, die neben szenischen Darstellungen auch sprachlich anspruchsvolle und technisch hochwertig gearbeitete Inschriften tragen. Desweiteren enthält die Edition die Inschriften der ersten evangelischen Kirche in Xanten, der Pfarrkirchen in Wardt und Vynen sowie der im 15. Jahrhundert errichteten Wallfahrtskirche Marienbaum.
Geschichte des Archäologischen Museums der Universität Jena 1846-1962. Jenaer Archäologische Schriften (2). Richter, Heike. 2018. 320 S. 184 z. T. fb. Abb. 30 x 21 cm. EUR 98,00. ISBN: 978-3-95490-155-5 L, Reichert
Das 1846 auf Initiative des Jenaer Professors Carl Wilhelm Goettling gegründete Archäologische Museum der Universität verdankt die meisten seiner griechischen Originale (besonders Vasen) der im selben Jahr erfolgten Schenkung des altenburgischen Herzogs Joseph, welcher Objekte aus dem Besitz des Antikensammlers und Archäologen Giovanni Pietro Campana in Rom stiftete. Hingegen bildeten den Hauptteil des Museumsbestandes über 600 Abgüsse antiker Skulpturen und Reliefs, die durch das Engagement von Universitätsprofessoren und Bürgern der Stadt Jena mit den Einnahmen der über 70 Jahre veranstalteten populärwissenschaftlichen Vorträge (den dafür initiierten sog. Rosenvorlesungen) finanziert wurden. Die Bedeutung des Museums, das der Einrichtung der Archäologie als selbständiges Fach an der Universität vorausging, spiegelt sich auch in dem eigens für die Aufstellung seiner Bestände entworfenen Flügel beim Bau des Universitätshauptgebäudes 1905-1908, dessen Räume ihm aber 1962 entzogen wurden. Diese facettenreiche Geschichte des Archäologischen Museums der Universität Jena wird hier erstmals zusammenfassend dargestellt und durch neu erschlossene Quellen und Fotos anschaulich belegt.
Der Bildhauer Arnold Hensler und die Fotografin Annie Hensler-Möring. Kunstgeschichte Wiesbaden (5). Hamm, Franz Josef; Kunstarche Wiesbaden e. V. Ein Künstlerpaar zwischen den Weltkriegen. 2018. 96 S. 156 z. T. fb. Abb. 21 x 22 cm. EUR 12,00. ISBN: 978-3-95490-312-2 L, Reichert
Die Reihe „Kunstgeschichte Wiesbaden“ stellt mit diesem Band das Werk eines Bildhauers vor das mit der Stadt Wiesbaden stark verbunden ist. Henslers reifes Werk „Die Quellnymphe“ steht in einer Grünanlage im Zentrum der Stadt. Die „Reisinger Brunnenanlage“ wurde von Henslers Freunden, dem Gartenarchitekten Friedrich Wilhelm Hirsch und dem Architekten Edmund Fabry, entworfen und 1932 eingeweiht. Es ist jene Verbindung von Parkanlage und sprudelndem Wasser, die das Trio Hirsch, Fabry, Hensler thematisieren wollten und die für die Stadt der warmen Quellen, an den Ausläufern des Taunus gelegen, charakteristisch ist. Aus Wiesbaden hatte Hensler schon einmal als junger Mann um 1914 einen Auftrag erhalten, nämlich am Schmuck der Kuppel im Oktogon des Museums in der Friedrich-Ebert-Allee mitzuarbeiten. Er schuf für vier Wandnischen schlanke Frauengestalten, die vollkommen weiß sich stark vom umgebenden, goldfarbenen Mosaik abheben. Auch bei diesen Skulpturen für das „Neue Museum Wiesbaden“ war das Thema die Bedeutung des Wassers. Eine Folge der Aufarbeitung der Archivalien ist ein neuer Einblick in die Jahre nach dem Ersten Weltkrieg. So zeigt das Buch die für die 20er Jahre charakteristische Gleichzeitigkeit der verschiedenen gesellschaftlichen Kreise. Auf der einen Seite die Reaktionen von Kirche und Staat auf die „Urkatastrophe des zwanzigsten Jahrhunderts“ und auf der anderen Seite Mitglieder einer eleganten Gesellschaft im damaligen Kulturleben, die den Krieg überlebt hatten und neue ästhetische Visionen entwickelten. Da die Gemeinden vor die Aufgaben gestellt waren, die Gefallenen zu ehren und die Witwen und Waisen der Gefallenen zu versorgen, ist es nicht verwunderlich, dass eine große Zahl der Aufträge des Bildhauers Kriegerdenkmale, bzw. Ehrenmale für alle vom Krieg Betroffene, waren. Anders die Aufgabenstellung der Fotografin Annie Hensler-Möring, die in ihrem Atelier ihre vom Krieg unversehrten Kunden z. B. in mondäner Garderobe porträtierte. Die Not der Bevölkerung während der Rheinlandbesatzung und die sich steigernde Geldentwertung werden deutlich an Archivalien des Stadtarchivs Wiesbaden. Alle Werke der beiden Künstler aus den betreffenden Jahren sind in einem Katalog abgebildet.
Tei1: Südharzvorland, Saale-Elster-Region, Thüringer Wald. Corpus der römischen Funde im europäischen Barbaricum (D 8,1); Dtschland. Überarbeitet von Dusek (†), Sigrid; Becker, Matthias; Eberhardt, Ines; Grasselt, Thomas; Heising, Alexander; Künzel, Heike; Peschel, Karl; Schlapke, Mario; Seidel, Mathias; Verfasst mit Aichinger, Monika; Fischer (†), Karin; Kleinschmidt, Torsten; Klischies, Frank; Pauleweit, Anette. Freistaat Thüringen. 2017. 176 S. 113 fb. Abb. 30 x 22 cm. EUR 39,00. ISBN: 978-3-95490-308-5 L, Reichert
Die erste Teillieferung „Freistaat Thüringen, Südharzvorland, Elbe-Elster-Region, Thüringer Wald“ des „Corpus der Römischen Funde im europäischen Barbaricum“ beinhaltet mit den Gräberfeldern von Großromstedt, Lkr. Weimarer Land, und Haßleben, Lkr. Sömmerda, dem Hortfund von Großbodungen, Lkr. Eichsfeld, sowie weiteren Fundkomplexen Schlüsselbefunde von europäischem Rang. Neben spektakulär mit römischen wie einheimischen Luxusgütern bzw. Statussymbolen ausgestatteten Grabfunden vermitteln die Fundaufkommen der Siedlungen einen Eindruck vom Gebrauch römischer Erzeugnisse in der Alltagskultur. So im Falle einer Siedlung bei Dienstedt, Ilm-Kreis, in deren Nachbarschaft das Körpergrab einer als „Fürstin“ bezeichneten Dame aus dem 3. Jahrhundert n. Chr. geborgen werden konnte. Unabhängig von den besonderen Regeln unterliegenden Bestattungssitten werden damit Fragen der sozialen Stratifizierung der Gesellschaft und Selbstdarstellung von Eliten sowie der Akzeptanz oder Ablehnung römischer Erzeugnisse und Kulturtechniken sichtbar.
Die Inschriften der Stadt Ingolstadt. Die Deutschen Inschriften (99); Münchener Reihe (18). Steininger, Christine. 2017. 648 S. 186 z. T. fb. Abb. 27 x 19 cm. EUR 89,00. ISBN: 978-3-95490-254-5 L, Reichert
Ingolstadts Inschriftenlandschaft ist geprägt vom Dreiklang Herzogliche Beamtenschaft, Bürgerschaft und Universitätsangehörige. Der Inschriftenbestand setzt relativ spät im 14. Jahrhundert ein, der Schwerpunkt der Überlieferung liegt im 16. Jahrhundert. Im Vordergrund stehen Inschriften des Totengedenkens. Reich ist besonders der Bestand an Epitaphien. Herzogliche Verwaltungs- und Stiftungstätigkeit wird in der Ausstattung der Universitätskirche und den inschriftlichen Zeugnissen der Befestigungsanlage sichtbar. Denkmäler aus dem Umfeld der Universität zeigen interessante Zeugnisse der Latinität der frühen Neuzeit und zeigen eine frühe Differenzierung zwischen Universitätslehrern aus dem Laienstand und Mitgliedern des Klerus. Die Denkmäler stellen außerdem eine zusätzliche Quelle für Ingolstadts Rolle als Festung in der frühen Neuzeit dar. Zeugnisse aus den eingemeindeten Orten bieten zusätzlich einen Ausblick in das Umland.
Studien zur westgriechischen Altararchitektur im 6. und 5. Jahrhundert v. Chr. Sonderschriften des Deutschen Archäologischen Instituts Rom (21). Voigts, Clemens. Selinus VI. Die Altäre in den Stadtheiligtümern. 2017. 194 S. 242 z. T. fb. Abb. 34 x 25 cm. EUR 78,00. ISBN: 978-3-95490-213-2 L, Reichert
Der Band befasst sich mit den monumentalen Brandopferaltären Selinunts. Die an der Südwestküste Siziliens gelegene griechische Kolonie erweist sich dabei als eine äußerst reichhaltige archäologische Stätte. Während griechische Altäre andernorts meist schlecht erhalten und deshalb nur wenig bekannt sind, finden sich in den Stadtheiligtümern Selinunts die Reste von neun großen Altarbauten aus dem 6. und 5. Jahrhundert v. Chr.
Die Altäre werden in detaillierten Bauaufnahmen dargestellt und zeichnerisch rekonstruiert. Ihre dichte zeitliche Abfolge wird genutzt, um die architektonische Entwicklung in archaischer und klassischer Zeit nachzuvollziehen: Von schlichten, aber großen Opfertischen hin zu aufwändig gestalteten Bauten, die mit dem Formenapparat der dorischen Ordnung geschmückt waren. Spuren von Umbauten, die minutiös beobachtet werden, ermöglichen zudem Rückschlüsse auf die Benutzungsweise, sodass erstmals ein anschauliches Bild von den Altären des griechischen Westens entsteht.
Die Ägyptenreise von Max und Otto Meyerhof im Winter 1900/01. Menschen – Reisen – Forschungen (3). Lehnert, Isolde. Zur Kur an den Nil. 2017. 280 S. 263 meist fb. Abb. 27 x 21 cm. EUR 69,00. ISBN: 978-3-95490-136-4 L, Reichert
„Zur Kur an den Nil“ ist die kommentierte Edition eines Reisetagebuchs vom Winter 1900/01 aus den Archivbeständen des Deutschen Archäologischen Instituts Kairo. Es stammt von dem deutsch-jüdischen Augenarzt und Orientalisten Max Meyerhof (1874-1945), der mit seinem jüngeren Verwandten Otto Meyerhof (1884-1951), dem späteren Nobelpreisträger für Medizin, aus gesundheitlichen Gründen für fünf Monate nach Ägypten reiste. Nach einem sechswöchigen Aufenthalt im damals renommierten Kur- und Badeort Heluan bei Kairo ging es über Luxor weiter nach Assuan. Neben den medizinischen Anwendungen blieb ausreichend Zeit, um neugierig in dieses fremdartige, so exotisch wirkende orientalische Umfeld einzutauchen. Das Tagebuch beschreibt das Gesehene und Erlebte in einem äußerst lebendigen und unterhaltsamen Stil, entspricht jedoch dem eurozentrischen Duktus jener Epoche, einer ambivalenten Mischung aus Faszination und (ab)wertender Distanz. Verglichen mit Zitaten aus zeitgenössischer Reiseliteratur, deren Ton von überheblich und geringschätzig bis hin zu deutlich rassistisch eingefärbten Äußerungen reicht, können Meyerhofs Bemerkungen eher als gemäßigt eingestuft werden. Sicher auch, weil ihm als Augenarzt die Zusammenhänge zwischen dem allgegenwärtigen Schmutz und den zahlreichen Augenleiden bewusst waren, die Ägypten für Jahrhunderte den Beinamen „Land der Blinden“ eintrugen. Er knüpft Kontakte zur einheimischen Ärzteschaft und wird sein weiteres Leben der Linderung dieser Plage widmen. Die diversen Reisebekanntschaften umfassen prominente Personen wie beispielsweise Karl Neufeld (1856-1918), der als Gefangener des Mahdi Schlagzeilen machte, oder Mohareb Todrous (ca. 1847-1937), den deutschen Konsularagenten und Antiquitätenhändler in Luxor. Durch seinen Vetter Wilhelm Spiegelberg (1870-1930) bringt Meyerhof nicht nur archäologisches Grundwissen mit, er kennt auch den Altmeister der Afrikanistik Georg Schweinfurth (1836-1925), der unter anderem das Wüstengebiet um Heluan kartographiert hat. Sie werden in eigenen Recherchekapiteln näher beleuchtet, ebenso wie der in Kairo ansässige Hoffotograf Paul Dittrich (1868-nach 1934), der deutsche Bierwirt August Gorff (1835-um 1902) und die beiden Stangenschen Reisebüros in Berlin, die als starke Konkurrenten von Thomas Cook das Land am Nil touristisch erschlossen. Bewusst populär-wissenschaftlich geschrieben verfolgt der reich illustrierte Band gleich zwei Ziele: altes Material aus vergangener Zeit mit „Infotainment“ zu neuem Leben zu erwecken und dabei zu zeigen, wie Ereignisse und Menschen – heute wie damals – miteinander verwoben sind. Umfangreiche Literatur- und Archivangaben sowie zwei Indices ermöglichen weitere Recherchen.
Petrie’s 1907/08 Dig Season Near Suhag. Part I: The photographic record. El-Sayed, Rafed. Studia Panopolitana (AAXYH78), Band 2. Engl. 2017. 80 S., 119 z. T. fb. Abb. 14 Tafeln. 30 x 21 cm. Br. EUR 19,95 ISBN: 978-3-95490-264-4 L, Reichert
Studia Panopolitana, Occasional Paper 2 ist der erste gedruckte Band der Studia Panopolitana. Gleichzeitig eröffnet er eine Serie von Beiträgen, die sich mit den Ausgrabungen des britischen Archäologen W. M. Flinders Petrie auf mehreren Fundplätzen nahe der Stadt Suhagˇ auf dem Westufer gegenüber von AHmim beschäftigt. Im Zentrum der Abhandlung stehen die heute im Petrie Museum of Egyptian Archaeology aufbewahrten Negative, die seit ihrer Anfertigung im Winter 1907/08 bis auf den heutigen Tag größtenteils unveröffentlicht geblieben sind.
Petrie`s 1907/08 Dig Season Near Suhag. Part II: The corpus of finds – 1. Ceramic vessels and sherds. El-Sayed, Rafed / Lakomy, Konstantin C. Studia Panopolitana (AAXYH78), Band: 3. Engl. 2017. 96 S., 156 meist fb. Abb. 30 x 21 cm. Br. EUR 29,95 ISBN: 978-3-95490-265-1 L, Reichert
Studia Panopolitana, Occasional Paper 3 ist der zweite Band einer Serie von Beiträgen, die sich mit den Ausgrabungen des britischen Archäologen W.M. Flinders Petrie auf mehreren Fundplätzen nahe der Stadt Suhagˇ auf dem Westufer gegenüber von AHmim beschäftigt. Innerhalb eines ausführlichen Kataloges werden die aus Petries Ausgrabungen stammenden (spät)antiken Keramikgefäße und -scherben, die sich heute im British Museum, dem Victoria and Albert Museum und dem Manchester Museum befinden dokumentiert, klassifiziert und rekontextualisiert. Die Abhandlung stellt zudem einen Beitrag zur ägyptologischen Forschungs- und Sammlungsgeschichte des frühen 20. Jahrhunderts dar.
Gammertingen, St. Michael. Frommer, Sören. Auswertung der archäologischen Ausgrabungen insbesondere unter herrschafts-, siedlungs- und landesgeschichtlicher Fragestellung. Forschungen und Berichte zur Archäologie in Baden-Württemberg (AAXSR03), Band: 4. 2017. 365 S., 30 x 21 cm. 286 fb. u. 311 sw. Abb. Gb. EUR 65,00 ISBN: 978-3-95490-230-9 L, Reichert
Die am Nordrand der schwäbischen Kleinstadt Gammertingen gelegene baulich unscheinbare Michaelskapelle wurde im Jahr 1981 fast vollständig archäologisch untersucht. Schon im Vorbericht wurde deutlich, dass die Kapelle in vorstädtische Zeit zurückreichte und auf eine herrschaftliche Eigenkirche zurückgehen dürfte. Dies kann nun konkretisiert werden: Die Michaelskapelle entstand im 10. Jahrhundert auf einer den Grafen von Gammertingen zuzuordnenden Niederungsburg, deren Kernburg aus zwei miteinander verbundenen und von einem gemeinsamen Graben umgebenen künstlich aufgeschütteten Hügeln bestand. Während auf dem in den benachbarten Flusslauf hineingebauten Osthügel das herrschaftliche Wohngebäude zu rekonstruieren ist, war der unscheinbarere Westhügel der sakralen Nutzung zugeordnet. Mit dem um 980 errichteten ersten massiven Kirchenbau beginnt unmittelbar die Nutzung als Familiengrablege der ansässigen Hochadelssippe. Die acht erfassten Bestattungen konnten über molekulargenetische Untersuchungen zu einem vier Generationen umfassenden Stammbaum zusammengefügt werden. Die offenbar nach festem Belegungsmuster bestatteten Toten sind mit den jeweiligen männlichen Familienoberhäuptern identisch oder im ersten Grad blutsverwandt. Im Verbund mit der Gräberstratigrafie und radiometrischen Untersuchungen der Gebeine lassen sich für die Belegungszeit des 10./11. Jahrhunderts sehr exakte Datierungen formulieren, was auch Auswirkungen auf die Chronologie der in den Gräbern gefundenen Keramik hat. Der Zentralbefund Erbgrablege steht nicht allein, sondern ist in eine Entwicklung eingebunden, die mit einem ersten Herrenhof des mittleren 7. Jahrhunderts beginnt, in dessen Umfeld in größerem Maßstab Eisenverhüttung betrieben wurde. Nach einer „goldenen Generation“ der Gammertinger Grafen in der ersten Hälfte des 11. Jahrhunderts, die die neue Höhenburg Baldenstein errichten ließ und die Michaelskapelle zur Basilika mit Seitenturm ausbaute, begann ein schleichender Niedergang, der mit dem Aussterben der Grafen in der 2. Hälfte des 12. Jahrhunderts seinen Schlusspunkt fand. Nur mit Glück blieb der ausgebrannte Torso der gräflichen Eigenkirche erhalten, bis in der 2. Hälfte des 13. Jahrhunderts die Gründung der Stadt Gammertingen erfolgte. Die Michaelskapelle wurde als Schlosskapelle in den stadtherrschaftlichen Bezirk miteingebunden und erbrachte als solche bis in die Neuzeit hinein relevante Befunde zur Stadt-, aber auch zur Landesgeschichte.
Die Arbeit zeigt, dass eine interdisziplinär und methodenbewusst aufgestellte Archäologie in der Lage ist, das herrschaftsgeschichtlich effektiv immer noch „dunkle Zeitalter“ vor dem Einsetzen einer der etwas breiteren klösterlich getragenen Schriftüberlieferung im späteren 11. Jahrhundert deutlich zu erhellen. Auch wenn es erwartungsgemäß nicht gelang, eine direkte Verbindung vom spangenhelmtragenden „Fürst von Gammertingen“ des späten 6. Jahrhunderts bis zu den Grafen des Hochmittelalters zu knüpfen, kann der Befund von Gammertingen doch paradigmatische Bedeutung beanspruchen – in dem Sinn, dass die in den frühen Schriftquellen noch nicht aufscheinende Bedeutung lokaler Kontinuität für die Frage nach der Entstehung des hochmittelalterlichen Adels gleichwohl prominent mitbedacht werden muss.
Das heilige Tor. Kerameikos (19). Kuhn, Gerhard. 2017. 280 S. 7 Beilagen, 258 Abb. 30 x 21 cm. EUR 110,00. ISBN: 978-3-95490-235-4 L, Reichert
Das Heilige Tor, das nur 42 m vom größten Stadttor Athens, dem Dipylon, entfernt ist, gehört, wie dieses, zum Typus des nach außen hin offenen Hoftores. Dabei ist die Verschlusszone gegenüber der angrenzenden Stadtmauer zum Stadtinneren hin zurückversetzt. So konnten die anstürmenden Belagerer von der Seite her unter Beschuss genommen werden. Neben der Heiligen Straße, auf der die Prozessionen zum Mysterienheiligtum der Demeter und Kore nach Eleusis zogen, verließ auch der einzige im Innern des Mauerrings fließende Bach, der Eridanos, an dieser Stelle das Stadtareal. Das Heilige Tor wurde zusammen mit der Stadtmauer nach dem Abzug der Perser im Winter 479/478 v. Chr. errichtet (Thuk. 1, 93) und erlebte bis zur Zerstörung durch den römischen Feldherrn Sulla im Jahre 86 v. Chr. fünf weitere Bauphasen, die, anders als am benachbarten Dipylon, auch einschneidende Veränderungen des Grundrisses mit sich brachten. Ein wichtiges Agens dafür war der Bachlauf, der von Anfang an einen fortifikatorischen Schwachpunkt darstellte, ein anderes die seit spätklassischer Zeit zu beobachtende Entwicklung schwerer Steinkatapulte. Während der ersten sechs Phasen bestand die Bausubstanz des Heiligen Tores, ebenso wie diejenige der Stadtmauer, aus mit feinem Putz überzogenen Lehmziegeln auf steinernem Sockel. Zwei spätkaiserzeitliche Bauperioden, während derer der Torbau ganz aus wiederverwendeten Steinen errichtet war, beschließen die rund tausendjährige Geschichte des Bauwerks.
Figur und Raum in der frühgriechischen Flächenkunst. Archäologisches Symposion für Hanna Koenigs-Philipp Liebieghaus Frankfurt am Main im Juni 2008. Hrsg.: Raeck, Wulf. 2017. 156 S. 97 z. T. fb. Abb. 24 x 17 cm. EUR 59,00. ISBN: 978-3-95490-058-9 L, Reichert
In der Phase der Formierung der griechischen Polisgesellschaft vom 8. bis zum frühen 5. Jh. v. Chr. wurden die Weichen für die Entwicklung der abendländischen Bildkunst gestellt. Die Analyse der frühen Seh- und Darstellungsweisen und ihrer Veränderungen bildet die wesentliche Grundlage für unser Verständnis der früharchaischen Bilder. Seit den wegweisenden Arbeiten von Nikolaus Himmelmann und anderen vor mehr als halben Jahrhundert hat die archäologische Forschung daran zwar regelmäßig, aber doch meist nur punktuell gearbeitet. Der vorliegende Band versammelt acht thematisch eng verzahnte Beiträge von Spezialisten der frühgriechischen Kunst zum Kernproblem des griechisch archaischen Bildschaffens, dem spannungsreichen Verhältnis von Figur und Raum. Dabei wird teils bislang unpubliziertes Material vorgelegt, teils kommen altbekannte Meisterwerke zur Sprache. Eine wichtige Rolle spielt selbstverständlich die Vasenmalerei unterschiedlicher Regionen, daneben werden Erzeugnisse der Toreutik, aber auch Beispiele der Marmorskulptur berücksichtigt.
Die Autoren nähern sich dem Thema von verschiedenen Seiten, unterschiedliche Aspekte werden herausgegriffen. So steht rigoroses Beschneiden des Bildfeldes neben wohldosierten Überschneidungen zur Verdeutlichung des Raumes. Denkmälergattungen wie die anspruchsvollen Silhouettenbleche sterben aus, wohl weil sie dem neuen Bedürfnis nach Räumlichkeit nicht genügen. Votivbleche können je nach Darstellungs- bzw. Erzählintention komponiert werden. Orientalische Versatzstücke werden im wahrsten Sinne des Wortes zu ganz neuen Ensembles zusammengefügt. Ornamente erweisen sich zum einen als in alter Tradition mit Bedeutung aufgeladen, enthalten zum anderen neue Informationen über räumliche Sachverhalte, die der moderne Blick nicht ohne weiteres decodieren kann. Die Dreidimensionalität des Vasenkörpers selbst trägt zur Bildwirkung in nie gekannter Weise bei und erlaubt Bilderfindungen, wie sie später nicht wieder gewagt werden. Die Art, wie Gewandpartien in ihrem Verhältnis zueinander und zum Körper gestaltet werden, erschließt sich modernen Sehgewohnheiten nur mit Mühe, unterscheidet sich aber auch von den Darstellungskonventionen der Klassik und unterstreicht so die Notwendigkeit ernsthafter bildhermeneutischer Reflexion in besonderer Weise. Gerade in diesem Falle wird auch die Bedeutung der hier zusammengestellten Texte für Methodik der Interpretation frühgriechischer Bildkunst deutlich.
The groundwork for the development of Western figurative art was laid out during the formation of the Greek polis from the 8th to early 5th centuries BC. The analysis of early visual perceptions and representative approaches forms the main foundation of our understanding of early archaic images. Ever since the ground-breaking studies of Nikolaus Himmelmann and others half a century ago, archaeological research has steadily, yet merely selectively, worked on this topic. The present volume collects eight closely-linked thematic contributions of experts on early Greek art focusing on the core problem of Archaic imagery production: the tense interrelation between figure and space. For this purpose, unpublished material in addition to well-known masterpieces will be discussed. Obviously, vase painting from various regions is of special importance for this theme; additionally, toreutic products as well as marble sculptures are taken into consideration.
The authors approach the topic from various angles and by selecting different aspects. Rigorous cut offs of the field of view stand against well-metered overlaps to emphasize space. Object classes such as the sophisticated silhouette sheets disappear, very likely because they did not fulfill the newly developed requirements for space. Bronze votive plaques are composed in accordance with the intended depiction or narrative. Oriental set pieces get reassembled to new compositions. Ornaments on the one hand are charged with meaning based on older traditions, while on the other hand they contain special meanings that are not always easy to decode in the modern day. The three dimensions of the body of a vase itself add to the effectiveness of the images in a completely new way and represent visual developments that are not seen in later times. The manner in which parts of garments were put together in relation to each other and to the human body itself is hard to comprehend with our visual perception. However, it differs significantly from the representation habit in Classical times and again underlines the need for serious visual hermeneutical reflection. This example makes it especially clear why this collection of texts on the methodology of interpreting early Greek figurative art is of such great importance.
Karabalgasun – Stadt der Nomaden. Die archäologischen Ausgrabungen in der frühuigurischen Hauptstadt 2009–2011. Forschungen zur Archäologie Außereuropäischer Kulturen (14). Dähne, Burkart. 2017. 248 S. 207 z. T. fb. Abb. 30 x 21 cm. EUR 110,00. ISBN: 978-3-95490-126-5 L, Reichert
Die Erforschung der Urbanisierung spätnomadischer Kulturen hat in der eurasischen Steppenarchäologie bisher nur eine untergeordnete Rolle gespielt. Die Ergebnisse erster archäologischer Grabungen in der frühuigurischen Hauptstadt Karabalgasun durch die Mongolisch-Deutsche-Orchon-Expedition (MONDOrEx) der Kampagnen 2009-2011 liefern daher einen wichtigen grundlegenden Beitrag zu diesem Forschungsfeld. Der vorliegende Band bietet erstmals einen zusammenfassenden Überblick der aktuellen wie der älteren Forschungen Karabalgasuns und beinhaltet neues Kartenmaterial. Neben einer umfangreichen Forschungsgeschichte werden die ergrabenen stadtgeschichtlich relvanten archäologischen Befunde Karabalgasuns dargestellt und analysiert sowie die Bedeutung der Stadt als staatsbildender Faktor im Rahmen spätnomadischen Herrschaftsbildungen diskutiert.
Papers on the Conference held at the University of Bamberg, 31 October–2 November, 2012. Studien zur islamischen Kunst und Archäologie (2). Hrsg.: Müller-Wiener, Martina; Korn, Lorenz. Central Periphery? Art, Culture and History of the Medieval Jazira (Northern Mesopotamia, 8th-15th centuries). Engl. 2017. 280 S. 89 z. T. fb. Abb. 24 x 17 cm. EUR 98,00. ISBN: 978-3-95490-198-2 L, Reichert
The medieval Jazira has still to offer a multitude of topics for research. As a crossroads in which artistic currents from different regions met, it is unique in the history of the Near East, and at the same time, as a cultural landscape in which different traditions were worked into a dense fabric of material expressions, it is also characteristic of the history of this larger region. There will certainly be more to be discovered in and about this region that can throw light on its history and culture.
Offizielle Symbole griechischer Poleis und Bundesstaaten. Archäologische Forschungen (36). Killen, Simone. Parasema. 2017. 395 S. 36 Tafeln, 9 Karten, 541 z. T. fb. Abb. 30 x 21 cm. EUR 78,00. ISBN: 978-3-95490-234-7 L, Reichert
Parasema – griechische Staatssymbole – begegneten den Menschen tagtäglich in griechischen Poleis: Die meist kleinformatigen Symbole waren auf Objekten des alltäglichen Lebens angebracht, wie auf Marktgewichten, Münzen oder Losplaketten, aber auch auf städtischen Siegeln oder auf Urkundenstelen. Diesen Gattungen ist gemein, dass sie offiziellen Charakter besaßen, da sie von staatlichen Funktionsträgern hergestellt bzw. verwendet wurden. Das Phänomen dieser Parasema ist bislang nur unzureichend erforscht: Es fehlt ein Überblick über das archäologische Material sowie seine Auswertung unter Berücksichtigung der literarischen und epigraphischen Quellen. Diese Forschungslücke schließt die vorliegende Studie, indem sie Parasema auf Grundlage einer vollständigen Materialsammlung aller Gattungen untersucht.
Dabei wird gezeigt, dass es sich bei Parasema um ein originär griechisches Phänomen handelt, das in insgesamt 14 verschiedenen Denkmälergattungen für den Zeitraum vom 6. bis zum 1. Jh. v. Chr. nachgewiesen werden kann. Nicht nur diese lange und vielfältige Verwendung, sondern auch die weite geographische Verbreitung – Parasema sind in 96 Poleis und 8 Bundesstaaten in Griechenland, Kleinasien und an der Schwarzmeerküste belegt – zeugen von der allgemeinen Verständlichkeit der Symbole und von ihrer Bedeutung für die Bürgergemeinschaften. In der ikonographischen Untersuchung werden vor allem die Parasema der Poleis Athen, Priene und Magnesia am Maeander in Fallstudien in den Mittelpunkt gerückt. Neben den staatsrechtlichen Funktionen – Garantie, Kontrolle, Herkunftsangabe – waren Parasema aufgrund ihrer stets positiv besetzten Motive bestens dafür geeignet, die Gemeinwesen in optimaler, knapper Form zu repräsentieren.
Die Studie umfasst zudem einen umfangreichen geographisch gegliederten Katalog, mehrere Appendices sowie 36 Tafeln.
Aline und ihre Kinder. Mumien aus dem römerzeitlichen Ägypten. Ägypten im Blick (2). Hrsg.: Helmbold-Doyé, Jana. 2017. 80 S. 104 z. T. fb. Abb. 22 x 16 cm. EUR 15,90. ISBN: 978-3-95490-193-7 L, Reichert
Richard von Kaufmann entdeckte im März 1892 ein römerzeitliches Familiengrab im Gebiet des Fayum (Ägypten), in dem acht Mumien zusammen mit wenigen Beigaben lagen. Es handelt sich um einen Zufallsfund eines Berliner Sammlers, der sich vor allem den Gemälden des XIV. bis XVI. Jahrhunderts verschrieben hatte. In dem ersten Teil werden Hintergründe zu seiner Person und den persönlichen Verbindungen zu den Königlich Preußischen Museen Berlin beleuchtet, die teilweise sein Interesse an den Antiken erklären. Die Wahl Richard von Kaufmanns fiel nicht zufällig auf den Ort Hawara. Wenige Jahre zuvor hatten die Funde dieses Platzes für Furore gesorgt, denn der englische Archäologe William Flinders Petrie führte dort seit 1887 sehr ergiebige Ausgrabungen, unter anderem von römerzeitlichen Gräbern, durch. In diesen fand er aufwändig gewickelte Mumien mit Masken und - das war die Sensation schlechthin - auch mit Mumienporträts. Es handelt sich hierbei insgesamt betrachtet um einen Grabfund von immenser Bedeutung, denn zu einer von diesen Mumien gehört das weit bekannte Porträt einer Frau namens Aline. Dieses Tafelbild der Verstorbenen hat aus verschiedenen Gründen frühzeitig große Aufmerksamkeit erfahren. Es gehört zu einem der frühesten Mumienporträts, deren Malerei auf Textil aufgetragen ist. Daneben kann die Mumie mit einer Grabinschrift in Einklang gebracht werden, in der ihr Name, ihr Sterbealter von 35 Jahren und eine Datumsangabe genannt sind. Daran schloss sich eine anhaltende Diskussion um die Datierung des Grabes als solches an - insbesondere, was das Porträt der Aline angeht. Anhand neuer CT-Untersuchungen der drei Kindermumien werden an dieser Stelle aktuelle Forschungsergebnisse präsentiert. Dabei werden die Mumien dieser wohlhabenden Familie nicht singulär betrachtet, sondern eingebunden in ihren historischen und regionalen Kontext. Hinzu kommt, dass durch neue Fragen und weiterführende Erkenntnisse das Grab mit seinen Funden in einem gänzlich neuen Licht erscheint, was eine Neubewertung des eigentlichen Status quo notwendig und lohnenswert macht. Ergänzt werden die kompensierten Ausführungen um zahlreiche Fotos, die bisher noch nie gezeigt wurden.
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