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Reichert, Dr. Ludwig Verlag

 
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Klaus Wolf. Hof - Universtität - Laien. Literatur- und sprachgeschichtliche Untersuchungen zum deutschen Schrifttum der Wiener Schule des Spätmittelalters. Wissensliteratur im Mittelalter, Band 45. 2006. 8° viii, 424 S., Ln, EUR 49,- ISBN: 978-3-89500-540-4 L, Reichert
Begriff, Umfang und zeitliche Erstreckung der spätmittelalterlichen Wiener Schule sind mit dieser Monographie nun klarer als bisher umrissen. Während die bislang angestellten Definitionsversuche auf religiöse Inhalte in Kombination mit der Form des volkssprachigen Prosatraktats abhoben, wurde hier ein wesentlich umfassenderer Ansatz gewählt: Ausgehend von institutionengeschichtlichen Untersuchungen konnte gezeigt werden, daß auf Initiative des österreichischen Landesherren nicht nur die Theologische Fakultät, sondern auch Juristen, Mediziner und Artisten für die Produktion universitären Schrifttums in der Volkssprache zum Nutzen der Landesherrschaft und der an wissenschaftlicher Bildung interessierten, nur der Volkssprache mächtigen Laien herangezogen wurden. Der Erfolg dieses Unternehmens war so groß, daß es nach der Anfangsphase sogar ohne die unmittelbare Unterstützung des Wiener Hofs und über dessen Einflußbereich hinaus florierte.
Das von der 1365 gegründeten Wiener Universität beförderte Hochschulwissen in deutscher Sprache für Laien wurde dabei in vielfältigen Formen präsentiert, vom Flugblatt bis zur Enzyklopädie, in Reim und Prosa, von der Handschrift bis zum Druck. Auch bildliche oder graphische Darstellungen kamen (als Momente multimedialer Performanz) zum Einsatz, um das anvisierte laikale Zielpublikum ebenso anschaulich wie zuverlässig auf universitärem Niveau zu informieren; dem gebildeten Laien, dem adligen oder stadtbürgerlichen Hausvater, den Konversen und Klosterfrauen wurde so seriöses Wissen vermittelt, um deren Lebenspraxis besser zu bewältigen. Besonders produktiv war die Wiener Schule dabei auf den Gebieten der Frömmigkeitstheologie, der Medizin und der Astronomie. Die laikalen Rezipienten der Wiener Schule wurden dabei auf wissenschaftlich gediegene und doch verständliche Weise, hierarchiekonform und häresiefrei katechesiert, umfassend in Prophylaxe und Therapie sowie wissenschaftlich fundiert medizinisch aufgeklärt und gegen gefährliche, weil den sozialen Frieden störende, astrologische Irrlehren mit seriöser Astronomie gewappnet. Dieser ‚aufklärende‘ Impetus gegen Häresie und superstitio, gegen medizinische und astrologische Scharlatanerie ist aber nicht nur pro populo zu werten, sondern – ebenso wie mit volkssprachigen Anleitungen zum rechten Regieren und strategischen Kriegsführen – in erster Linie zum Nutzen der Landesherrschaft und deren Bemühen um stabile politische Verhältnisse zu sehen (hierin trifft sich die Wiener Schule mit der Universitätsgründung der Luxemburger). Dementsprechend zielte das Bildungsprogramm der Wiener Schule neben den politischen Eliten auch auf den frommen Untertan, der gegen hussitische Irrlehren immun war, auf den umsichtigen Hausvater, der Leben und Arbeitskraft seiner Familie, der Keimzelle des Staates, und seines Gesindes durch medizinisches Wissen sicherte, aber auch auf die gehorsamen, praktisch tätigen Konversen in den Klöstern.
Interessenten: Germanisten, Mittellateiner, Historiker, Theologen, Volkskundler
Die Inschriften der Stadt Passau bis zum Stadtbrand von 1662. Bearb. v. Steininger, Christine. 2006. 732 S., 222 sw. Abb. (Dt. Inschr. Heidelb. Reihe Band 10) Ld EUR 89,00 ISBN: 3-89500-553-3 L, Reichert
Aizanoi. Band 1/ Archäologische Forschungen 23: Aizanoi, Dokimion und Anatolien. Stadt und Land, Siedlungs- und Steinmetzwesen vom späteren 4. bis ins 6. Jahrhundert n. Chr. Von Philipp Niewöhner. 2006. 4°. 320 S., 632 s/w-Abb. und 2 fb. Abb. EUR 58,– In Vorbereitung ISBN: 3-89500-547-9 L, Reichert
Die Alttürkenzeit in Zentralasien. Band 6: Studien zu Archäologie und Geschichte pastoralnomadischer Gruppen und ihrer Interaktion mit Sesshaften vom 6.–8. Jh. Von Sören Stark 23 x 17 cm. 456 S., Gb EUR 88,– ISBN: 3-89500-532-0 L, Reichert
Diese Studie untersucht Aspekte der Archäologie und Geschichte der ‚Alttürkenzeit‘ in Zentralasien (ca. Mitte des 6. bis Mitte des 8. Jhs.). Im Fokus stehen Wechselbeziehungen zwischen den Pastoralnomaden der politischen und kulturellen Sphäre der Türk-Qanate und der seßhaften Bevölkerung der Oasen des Mawarannahr. Die Grundlage der Analyse bilden archäologische, literarische und epigraphische Quellen, die erstmals gleichberechtigt und im direkten Vergleich zu Wort kommen.
ZAAK 1 (2006). Hg. von der Kommission für Archäologie Außereuropäischer Kulturen des Deutschen Archäologischen Instituts. 2006. 320 S., 162 s/w- und 46 fb. Abb. 18 Tab., EUR 68,– ISBN: 3-89500-537-1 L, Reichert
Archäologische Forschungen. Hg. von der Zentrale des Deutschen Archäologischen Instituts in Berlin. Priene Band 1/Archäologische Forschungen 22: Die figürlichen Terrakotten von Priene. Fundkontexte, Ikonographie und Funktion in Wohnhäusern und Heiligtümern im Licht antiker Parallelbefunde Von Frank Rumscheid. 2006. 4°. 760 S., 926 s/w-Abb., EUR 98,– ISBN: 3-89500-484-7 L, Reichert
Über 400 hellenistische Tonfiguren von oft höchster Qualität aus Priene in der Westtürkei, die auf verschiedene Museen verteilt sind, werden hier erstmals vollständig und mit zahlreichen Abbildungen dokumentiert und ikonographisch analysiert. Im Gegensatz zu anderen antiken Terrakotten ist ihre Herkunft (bis hin zu einem bestimmten Raum eines Gebäudes) sicher, sie sind häufig hervorragend gearbeitet und können in vielen Fällen recht genau datiert werden. Anhand dieser Gattung, die in Priene in allen drei wichtigen Bereichen der antiken Stadt, Wohnhäusern, Heiligtümern und Gräbern, gefunden wurde, beantwortet diese Arbeit die Frage, ob figürliche Terrakotten in der Antike von ihren Käufern gezielt nach thematischen Gesichtspunkten für eine spezifische Funktion ausgesucht wurden.
Es stellt sich heraus, dass Terrakotten, die häufig eher mit Heiligtümern und Gräbern assoziiert werden, über die Zeiten hinweg zum Hausinventar im gesamten griechisch besiedelten Gebiet gehörten. Mit solchen Figuren wurden jahrhundertelang besonders weibliche Gottheiten verehrt, während man etwa seit dem Hellenismus Terrakotten auch nach ihrem Repräsentations- oder Unterhaltungswert aussuchte. Den Votivfiguren aus dem prienischen Demeter-Kore-Heiligtum werden solche aus 15 anderen ostgriechischen Heiligtümern der Göttinnen gegenübergestellt. So werden allgemeine Züge von lokalen Produktionen unterschieden und Quellen für die Absichten der Weihenden, spezielle Rituale und Auffassungen vom Wesen der Gottheiten erschlossen.
Interessenten: Archäologen, Historiker, Altphilologen, Religionswissenschaftler
Arms and Armour as Indicators of Cultural Transfer. The Steppes and the Ancient World from Hellenistic Times to the Early Middle Ages. Ed. by Jürgen Tubach and Markus Mode in Cooperation with G. Sophia Vashalomidze. 2006. 8°. 520 S., 219 Abb., 3 Tabellen, Gb. EUR 110,– ISBN: 3-89500-529-0 L, Reichert
This volume gives an impression of contemporary archaeological, art historical, and historical research in military equipment of and under the influence of nomadic peoples in Eurasian history. Arms and armour have to be explained within their archaeological context – that is, as parts of a complex system of remains from past societies. Seen from this perspective, they explain, beyond their primary character as military sources, the broader sphere of life of nomadic peoples, their efforts in technology and in art, and key aspects of their spiritual world.
Lebenswelten. Bilder und Räume in der römischen Stadt der Kaiserzeit. Hrsg. v. Neudecker, Richard /Zanker, Paul. 2006. 256 S., 124 sw. Abb. 29 x 22 cm. (Palilia Band 16) Pb EUR 45,00 ISBN: 3-89500-515-0 L, Reichert
Kaiserzeitliche Städte sind geschichtliche Räume mit einem reichen Potential zur Erforschung antiker Handlungs- und Erlebniswelten. Über ihre Bewohnbarkeit und Funktionalität sowie über die Bildersprache, in der ihre Bewohner kommunizierten, informieren uns Architekturen, Bilder, Rituale und Lebensformen, sobald sie als historische Dokumente betrachtet werden. Das Buch präsentiert Beiträge eines Symposiums am Deutschen Archäologischen Institut Rom und Untersuchungen im Rahmen des Forschungsprojektes «Stadtkultur in der römischen Kaiserzeit», in denen sowohl neue Erkenntnisse als auch methodologische Ansätze vermittelt werden. Um zu einem Panorama der kaiserzeitlichen Stadtkultur zu gelangen, sind traditionelle archäologische Arbeiten neben historiographische und philologische Untersuchungen gestellt.
Le città di età imperiale sono spazi storici, che, in quanto tali, detengono un ricco potenziale per analizzare la sfera del vissuto. Architetture, immagini, rituali e forme di vita quotidiana, laddove li si consideri come documenti storici, ci informano sulla loro vivibilità e funzionalità, nonché sul linguaggio delle immagini, mediante il quale comunicavano gli abitanti. Questo libro presenta i contributi di un simposio tenuto presso l’Istituto Archeologico Germanico di Roma e le indagini svolte nell’ambito del progetto di ricerca «La cultura urbana nell’età imperiale». Vi si riferisce sia di nuovi risultati che di approcci metodologici. Per poter presentare una panoramica della cultura urbana di età imperiale, si sottopongono al confronto ricerche archeologiche tradizionali con indagini storiche e filologiche.
Byzantinische Bleisiegel. Von Christos Stavrakos. 160 S., 120 s/w-Abb., 17 x 24 cm, Gb. In Vorbereitung ISBN: 3-89500-502-9 L, Reichert
Grenzgänge im östlichen Mittelmeerraum. Byzanz und die islamische Welt vom 9. bis 13. Jahrhundert. Hg. von Ulrike Koenen und Martina Müller-Wiener. 2006. 8°. 288 S., 50 Abb., Gb. EUR 58,00 ISBN: 978-3-89500-403-2 L, Reichert
Dieser Band versammelt Beiträge von Autoren aus vier Fachrichtungen:.
Orientalische Archäologie und Kunst, Spätantike und Frühchristliche Archäologie, Byzantinische Kunstgeschichte, Islamische Kunstgeschichte und Archäologie. Der Begriff „Grenzgänge“ ist in mehrfacher Hinsicht programmatisch zu verstehen..
Er umschreibt schlagwortartig einen Ansatz, der das Denken in den Grenzen institutionell verankerter akademischer Disziplinen hinterfragt und überkommene Erklärungsmuster einer kritischen Revision unterzieht. Zugleich verweist er auf die Problematik, die mit der künstlichen Abgrenzung von ethnisch, linguistisch und religiös definierten Einheiten verbunden ist und den historischen Gegebenheiten nicht gerecht wird. Einen alternativen Ansatz bietet die Auffassung des Mittelmeergebietes als umfassender Kulturraum, der eine Vielzahl kultureller, religiöser und nationaler Entitäten zu einer über diverse Kontaktfelder und Kommunikationsebenen verbundenen Gesamtheit zusammenfasst. Stärker als das vorübergehend Trennende sich ständig verändernder politischer Grenzziehungen, die in ihrer Wirkung und Ausprägung in keiner Weise mit heutigen Vorstellungen von Grenzen verglichen werden können, wirkt als ein wesentliches verbindendes Element das spätantike Erbe, das den Grundstock bildet für die Ausbildung einer gemeinsamen „visuellen Kultur“. Ständig sich verändernden politischen Kraftfeldern steht eine kulturelle „Osmose“ künstlerischer Ausdrucksformen gegenüber, die aus einem lange währenden Prozess wechselseitigen Austauschs resultiert. Eine solche Sichtweise richtet den Fokus auf Fragen nach den Mechanismen und der Dynamik von transferprozessen, die bei der Übertragung von geistigen Inhalten, Normen, Riten, Repräsentationen und Bildern zum Tragen kommen und die wesentlich auch über die materielle Kultur vermittelt werden. In diesem Sinne bietet der Band ein breites Spektrum von verschiedenen Ansätzen, jeweils ausgehend von unterschiedlichem Material wie theoretisch methodenkritisch angelegte Beiträge (Koenen), objektorientierte Untersuchungen (Bosselman-Ruickbie, Müller-Wiener) und solche, bei denen die Auswertung von Schrift- und Bildquellen (Hauser, Shalem, Effenberger, Asutay-Effenberger) im Vordergrund steht.
Das Kometenjahr 1618. Antikes und zeitgenössisches Wissen in der frühneuzeitlichen Kometenliteratur des deutsch-sprachigen Raumes. Von Marion Gindhart. Wissensliteratur im Mittelalter Bd. 44. 2006. 8°. 336 S., 19 Abb., Ln., EUR 68,– ISBN: 3-89500-487-1 L, Reichert
Seit dem Altertum erfahren Kometen vielfältige Rezeption. Diese Studie untersucht exemplarisch für das Jahr 1618, in dem drei Kometen erschienen sind, den Umgang mit den Sternen in zeitgenössischen Druckschriften aus dem deutschsprachigen Raum. Anhand eingehender Analysen bisher unerschlossener volkssprachiger und lateinischer Texte und ihrer Verortung in traditionellen zeitgenössischen Diskursen wird gezeigt, welche Wissensmodelle und Wissensinhalte die frühneuzeitliche Kometenliteratur in Auseinandersetzung mit der Antike entwickelt, funktionalisiert und - in bewußten Brüchen mit der Tradition - neu zu etablieren versucht.
Das tibetische Fürstentum La stod lHo (um 1265–1642). Die Geschichte der Herrschaftsbildung nebst einer Edition der Chronik Shel dkar chos ‘byung. Von Karl-Heinz Everding und Dawa Dargyay Dzongphugpa. Contribution to Tibetan Studies. 2006. 8°. 350 S., Ln., EUR 98,– ISBN: 3-89500-496-0 L, Reichert
Diese Arbeit widmet sich der Erforschung eines im westlichen Zentraltibet gelegenen Fürstentums, das die Geschichte Tibets im 13. bis 17. Jahrhundert wesentlich mitbestimmte. In den Fokus gelangt damit die Bedeutung, die nomadische Wanderungsbewegungen, aus dem Himalaja nach Tibet einfallende Horden sowie die von der tibetischen Großmacht Sa skya unter den mongolischen Großkhanen im 13. Jahrhundert initiierte Tibet-Politik für die Gründung der Herrschaftsbildung hatten. Die Geschichte der Herrschaftsbildung und der langwierige Prozess ihres Verfalls werden sodann im Spiegel der einzelnen Fürstengenerationen untersucht. Beigegeben ist dem Werk eine diplomatische Edition der tibetischen Chronik Shel dkar chos ‘byung, der bedeutendsten erzählenden Quelle zur Geschichte des Fürstentums.
TAVO B 67: Der untere Habur. Eine archäologische Geländebegehung Teil 1. Von Hartmut Kühne und Wolfgang Röllig. 8°. 400 S., 296 Abb. und Karten In Vorbereitung ISBN: 3-89500-422-7 L, Reichert
Die Inschriften des ehemaligen Landkreises Querfurt. (Die Deutschen Inschriften, Band 64, Leipziger Reihe 2. Band) ges. u. bearb. von Ilas Bartusch. 2006. LXIV und 264 S. sowie 47 Tafeln mit 180 Abb., 1 Tafel mit Steinmetzzeichen, geometrischen Figuren und Marken, 1 Karte, EUR 62,– ISBN: 3-89500-441-3 L, Reichert
Die Geschichte und Kultur einer Region spiegelt sich besonders anschaulich in ihren Inschriften, die ein vielfältiges Spektrum an Informationen überliefern. Dieser Band wertet die historische Quellengattung der Inschriften für den Landkreis Querfurt in seinen Grenzen bis 1994 erstmals wissen­schaftlich und umfassend aus. In einem chronologisch geordneten und reich bebilderten Katalog werden 228 im Mittelalter und in der Frühen Neuzeit bis 1650 entstandene Inschriftenträger ausführlich vorgestellt. Beleuchtet werden dabei nicht nur die Inhalte der Texte, die in einem mehrteiligen Register nach verschiedenen Kriterien aufgeschlüsselt sind, sondern auch ihre formale Ausführung. Dadurch gewinnt die allgemeine Entwicklung epigraphischer Schriftformen an Kontur und gestattet präzisere Datierungen.
96 Inschriften, die teils noch an ihrem Standort existieren, teils nur abschriftlich durch Chroniken, Kirchenbücher oder andere Archivalien überliefert sind, gelangen erstmals zur Veröffentlichung. Ein besonderer Schwerpunkt liegt auf den 57 vielerorts noch erhaltenen Glocken, von denen die frühesten bereits aus dem 13. Jahrhundert stammen. 46 Grabmäler bieten eine Fülle personengeschichtlicher und genealogischer Nachrichten zu den überwiegend länd­lichen Gemeinden, geben Einblick in die Mentalität ihrer Bewohner und vervollständigen die Kenntnisse der Wappenkunde. Inschriften an sakralen und profanen Gebäuden, Altären, Kanzeln, Taufsteinen sowie auf liturgischen Geräten liefern der Bauforschung verläßliche Daten und illustrieren die Kunstgeschichte der Region.
Asutay-Effenberger, Neslihan /Effenberger, Arne: Die Porphyrsarkophage der oströmischen Kaiser. Versuch einer Bestandserfassung, Zeitbestimmung und Zuordnung. 2006. 220 S., 63 sw. u. 11 fb. Abb., 7 Tab. 24 x 17 cm. (Spätantike - Frühes Christentum - Byzanz. B Band 15) Gb EUR 58,00 ISBN: 3-89500-353-0 L, Reichert
Nach den byzantinischen Schrittquellen, vor allem dem Gräberverzeichnis im Zeremonienbuch Kaisers Konstantins VII. Porphyrogennetos (Mitte 10. Jahrhundert), waren im konstantinischen Mausoleum und in der Apostelkirche zu Konstantinopel zwischen Konstantin dem Großen (H 337) und Markian (H 454) neun Kaiser und eine Kaiserin (Eudoxia) in Sarkophagen aus ägyptischem Porphyr beigesetzt. In Istanbul (Archäologische Museen, Hagia Eirene, Nur-u Osmaniye Moschee) sind heute noch acht Porphyrsarkophage ganz oder in Teilen erhalten; zwei weitere ließen sich aus einem 1766 von Jean-Claude Flachat publizierten Kupferstich erschließen. So konnte die Forschung bislang davon ausgehen, daß die zehn bezeugten Sarkophage zufällig noch erhalten bzw. nachweisbar seien. Durch die Auswertung von Reiseberichten und türkischen Quellen vornehmlich des 18./19. Jahrhunderts sowie durch die Einbeziehung großformatiger Porphyrplatten, die in den Höfen dreier Istanbuler Moscheen (Bayezit, Süleymaniye, Nur-u Osmaniye) verlegt sind und auf Grund ihrer Maße von Sarkophagen stammen müssen, können nunmehr mindestens 19 Porphyrsarkophage nachgewiesen werden. Die scheinbare Koinzidenz der schriftlichen und mo-numentalen Überlieferung ist damit hinfällig. Da die Schriftquellen hierüber schweigen lassen sich jedoch für die überzähligen Sarkophage keine dem Kaiserhaus nahestehende Persönlichkeiten als Inhaber namhaft machen. Nach ausführlicher Untersuchung der Abfolge der kaiserlichen Bestattungen werden anhand von Indizienketten (Auswertung der Schriftquellen, metrologische, typologische, stilistische und ikonographische Untersuchungen) vier der erhaltenen Porphyrsarkophage mit Vorbehalt bestimmten Kaisern (Konstantin, Konstantios II., Julian Apostata, Eudoxia) zugewiesen. In Auseinandersetzung mit Paul Speck werden in ei-nem Exkurs Probleme der Gestalt des konstantinischen Mausoleums und der Apostelkirche sowie der ursprünglichen räumlichen Beziehung beider Bauten zueinander behandelt. Darin wird die schon früher vertretene These untermauert, wonach sich Konstantin der Große zunächst ein Rundmausoleum errichten ließ und erst unter Konstantios II. eine kreuzförmige Apostelkirche hinzukam, die gegen 359/60 den Kult der Apostel übernahm, während das konstantinische Mau-soleum nur noch als kaiserliche Begräbnisstätte diente. Eine Auflistung sämtlicher kaiserlicher Begräbnisstätten in Konstantinopel und — sofern bekannt — der dabei verwendeten Sarkophage mit Angabe des Materials ergänzt den bislang erreichten Forschungsstand.
Palilia. Hg. vom Deutschen Archäologischen Institut in Rom Band 15: Die vestalischen Jungfrauen in der römischen Kaiserzeit. Von Nina Mekacher. 2006. 4°. 272 S., 110 s/w-Abb., Gb., EUR 45,– ISBN: 978-3-89500-499-5 L, Reichert
Die Vestalinnen bildeten die einzige selbständige weibliche Priesterschaft des traditionellen römischen Staatskults. Sie bewachten das ewige Feuer im Tempel der Vesta am Forum Romanum und waren an zahlreichen Zeremonien des römischen Festkalenders maßgeblich beteiligt. Detaillierte rechtliche Bestimmungen garantierten, daß die Vestalinnen kultisch rein und rechtlich frei waren. Während ihrer mindestens dreißigjährigen Dienstzeit unterstanden sie einem strengen Keuschheitsgebot. Die Priesterinnen waren von einem ganz besonderen Charisma umgeben und verkörperten in gewissem Maße die Göttin Vesta, das Feuer und die Gemeinschaft. In der römischen Frühzeit und während der Republik hoben sich die Vestalinnen durch zahlreiche Vorrechte von allen anderen römischen Frauen ab. Im Laufe der ersten drei Jahrhunderte nach Christus erlangte auch ein immer größerer Anteil römischer Bürgerinnen nach und nach fast alle wichtigen vestalischen Privilegien. Der soziale Status der Priesterinnen beruhte nun in erster Linie auf dem alten religiösen Charisma und auf der Nähe zum ersten Mann im Staat, dem Kaiser, der gleichzeitig Pontifex maximus und damit Vorsteher der Vestalinnen war. In einer Gesellschaft, die sich im Laufe der Zeit immer mehr zur Monarchie hin entwickelte, gewann dieses neu erlangte Prestige stetig an Bedeutung.
Dieser Band stellt die antiken Zeugnisse zu den Vestalinnen umfassend vor und deutet sie im Zusammenhang. Im Mittelpunkt stehen nicht so sehr, wie in Forschungen früherer Wissenschaftler, Vermutungen über die Priesterschaft in der römischen Frühzeit, sondern das nachprüfbare Wissen über ihr Wirken in der Kaiserzeit, im Lichte einer reichhaltigen Quellenlage. Besondere Rollen spielen dabei die Schriften der antiken Autoren, die erhaltenen Bildnisse der Priesterinnen, die hier erstmalig umfassend dokumentiert werden können, die Texte der Ehreninschriften auf Statuenbasen für Vestalinnen, römische Münz- und Medaillonbildnisse und nicht zuletzt die archäologischen Befunde im Haus der Priesterinnen am Forum Romanum.
Interessenten:
Archäologen, Althistoriker, Altphilologen, Religionshistoriker
„O glückliche, reiche, einzige Tage“. Fanny und Wilhelm Hensels italienische Reise. Mit dem Faksimile der Bildseiten aus dem „Reise-Album 1839-1840“ Von Hans-Günter Klein. 2006. 4° quer. 70 S., 20 fb. und 11 s/w. Abb., Gb. EUR 59,– . ISBN: 3-89500-482-0 L, Reichert
Zur Erinnerung an ihre gemeinsame Italien-Reise 1839/40 legten sich die Komponistin Fanny Hensel und ihr Ehemann, der preußische Hofmaler Wilhelm Hensel, ein Album an, in dem sie zunächst auf verschiedenfarbigen Papieren 18 eigene Kompositionen notierte und ihr Mann dann jeweils die erste Seite mit einer Vignette schmückte. Musikstücke und Zeichnungen beziehen sich auf einzelne Reisestationen und reflektieren den Reiseverlauf. So entstand mit dem Album, das nur für den privaten Gebrauch bestimmt war, in seiner Kombination von Bild und Musik ein einzigartiges künstlerisches Dokument.
Tradition und Wandel. Untersuchungen zu Gräberfeldern in der westlichen Han-Zeit (206 v. Chr. bis 9 n. Chr.). [China] Von Margarete Prüch und Annette Kieser. 2006. 4°. 336 S., 52 s/w- und 4 fb. Abb. Gb., EUR 69,– ISBN: 978-3-89500-543-5 L, Reichert
Vor der Reichseinigung durch den Ersten Kaiser Qin Shihuangdi (reg. 221–210 v. Chr.) ist China geprägt durch die Machtkämpfe der sogenannten Streitenden Reiche. Im Widerstreit stehen vor allem die beiden kulturell unterschiedlichen Staaten Qin und Chu. Mit der Gründung des Zentralstaates im Jahr 221 v. Chr. durch die Qin geht schließlich eine Vereinheitlichung in allen Bereichen des Lebens einher. Die Qin bleiben allerdings nur 15 Jahre an der Macht und werden durch die Westlichen Han (221 v. Chr.–6 n. Chr.) abgelöst. Nach einer Phase der Konsolidierung durch Kaiser Wen (180–157 v. Chr.) steht die Regierungszeit des Kaisers Wu dann im Zeichen forcierter Expansion. Es sind gerade diese Jahre der ausgehenden Zeit der Streitenden Reiche bis zur Regierungszeit des Kaisers Wu, die in den Fokus des wissenschaftlichen Interesses gerückt sind, da sich in der Westlichen Han-Zeit noch Traditionen der beiden Staaten Qin und Chu im Grabkult nachweisen lassen. Ausgrabung von Gräbern der Westlichen Han-Zeit in den Provinzen Huna, Hubei, Henan und Shandong sind von besonderem Interesse.
Was das kulturelle Leben und v. a. den Totenkult der damaligen Zeit betrifft, so können uns heute archäologische Funde zumindest einen Teileinblick geben. In diesem Spannungsfeld von Traditionen und Neuerungen im Bestattungsritus liegen zwei Gräberfelder der Westlichen Han-Zeit, zum einen das von Fenghuangshan, Jiangling, Provinz Hubei auf dem Gebiet des ehemaligen Zentrums des Staates Chu. Zum anderen das in Linyi, Provinz Shandong, am östlichen Rand des ehemaligen Staates, in der Nähe der späten Hauptstädte von Chu.
Im Fokus der vorliegenden Arbeit stehen die beiden Gräberfelder, die durch die Bodenbeschaffenheit, die Feuchtigkeit und vor allem die besondere Bestattungsform in einem sehr guten Erhaltungszustand waren. Lassen sich dort außer den ausgeprägten Bestattungsformen von Chu auch andere Traditionen nachweisen? Wie entwickelten sich die Bestattungsformen in diesen beiden Gebieten, gerade in der formgebenden Phase der neuen Dynastie der Han, unter den Kaisern Wen und Wu? Überlebte in diesen östlichen Gebieten ebenfalls der Grabkult der Chu bis in die Han-Zeit?
Aspekte von Tradition und Wandel im Grabkult der Westlichen Han-Zeit werden anhand der beiden Gräberfelder exemplarisch untersucht.
Interessenten: Archäologen, Prähistoriker, Sinologen, Ethnologen
Die Inschriften des Landkreises Göttingen. (Die Deutschen Inschriften, Bd. 66, Göttinger Reihe 12. Band). Ges. u. bearb. von Sabine Wehking. 2006. 470 S. 112 Tafeln mit 313 Abbildungen. EUR 62,– ISBN: 3-89500-516-9 L, Reichert
Der Band ‚Die Inschriften des Landkreises Göttingen‘ umfaßt die kommentierte Edition von 450 Inschriften bis zum Jahr 1650. Die Anhänge enthalten Jahreszahlen und Initialen, eine repräsentative Auswahl der Inschriften und Motive der Mündener Keramik, Hausmarken und Meisterzeichen sowie Nachträge zum Inschriftenband Stadt Göttingen. Zwei Schwerpunkte dieses Bandes bilden die Inschriften der Städte Duderstadt und Hannoversch Münden, deren Vergleich aufgrund der unterschiedlichen territorialen und konfessionellen Zugehörigkeit zum Kurfürstentum Mainz bzw. zum Herzogtum Braunschweig besonders interessant ist. Aber auch die Dorf- und Klosterkirchen des Landkreises haben eine beträchtliche Anzahl und Vielfalt an Inschriften aufzuweisen. Die größte Inschriftengruppe bilden die Hausinschriften, die sich auf die Fachwerkhäuser der beiden Städte konzentrieren, gefolgt von den Grabinschriften und einem recht großen Bestand an Glockeninschriften, deren älteste noch aus dem 13. Jahrhundert stammen.
Justinianische Kämpferkapitelle mit einem Dekor aus Paaren von Zweigen und die Nachfolgekapitelle im Veneto. Von Joachim Kramer. 2006. 208 S., 108 s/w-Abb., 17 x 24 cm, Gb., EUR 84,– ISBN: 978-3-89500-491-9 L, Reichert
Dieses Werk widmet sich einer speziellen Form von Kapitellen, die für die nachfolgende Baukunst von großer Bedeutung ist. Die im Kuppelraum der Hagia Sophia in Istanbul eingesetzten Säulenkapitelle werden als Kämpferkapitelle mit Voluten bezeichnet. Diese bedeutenden Zeugnisse der Steinmetzkunst des 6. Jahrhunderts entsprechen dem hohen Rang dieses Kirchenbaus. Der vorliegende Band bietet eine möglichst vollständige Übersicht über die mit ihnen verwandten, etwa gleichzeitig entstandenen Kapitelle, deren Zahl nicht gering ist, und interpretiert deren Formen und Abwandlungen. Die Varianten lassen erkennen, wie die Modelle zusammengesetzt sind und welche ornamentalen Besonderheiten sie bieten. Für die Kirche von San Marco in Venedig wurden im Mittelalter – diesen Beispielen nahekommend – weitere Kapitelle hergestellt, die aufgrund der historischen Distanz ihren eigenen Charakter haben, aber als echte Nachschöpfungen zu bezeichnen sind.
Interessenten:
Klassische und Christliche Archäologen, Kunsthistoriker, Byzantinisten, Mediävisten
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