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Reichert, Dr. Ludwig Verlag

 
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Timm, Stefan: Das christlich-koptische Ägypten in arabischer Zeit (Teil 1: A-C). Eine Sammlung christlicher Stätten in Ägypten in arabischer Zeit, unter Ausschluß von Alexandria, Kairo, des Apa-Mena-Klosters, der Sketis und der Sinai-Region. 2007. 494 S. 24 x 17 cm. (Tübinger Atlas d. Vorderen Orients (Beih.) B 41) Pb EUR 74,00 ISBN: 3-88226-208-7 L, Reichert
Archäologie der antiken Bischofssitze I: Spätantike Bischofssitze Ägyptens. Hg. von Hans Reinhard Seeliger, bearbeitet von Kirsten Krumeich. Sprachen und Kulturen des Christlichen Orients. Bd. 15. 2006. 8°. 120 S., 35 Abb., Gb. EUR 49,00 ISBN: 978-3-89500-501-5 L, Reichert
Mehr als einhundert Bischofssitze sind in Ägypten gegen Ende der Spätantike historisch bezeugt. Doch welche Bauformen wählte man für die bischöflichen Kirchen und welchen Ort nehmen sie innerhalb der Stadttopographie ein? Mit welchem Aufwand wurden die Episkopien gestaltet? Lassen sich karitative Einrichtungen der Bischöfe baulich nachweisen? Im Rahmen der neu begründeten Reihe „Archäologie der antiken Bischofssitze“ werden in Band 1 diejenigen zwölf Stätten Agyptens vorgestellt, an denen sich materielle Zeugnisse der bischöflichen Präsenz nachweisen lassen oder hypothetisch mit ihr verbunden wurden. Die Belege erstrecken sich vom Patriarchensitz Alexandreia bis zur Nilinsel Philai in der Thebais II. Einleitende Beiträge analysieren die spätantiken ägyptischen Bischofslisten und die archäologischen Befunde. Ferner sind dem ausführlichen Katalog Pläne und Abbildungen beigegeben.
Die Verfasser:
Hans Reinhard Seeliger ist Inhaber des Lehrstuhls für Alte Kirchengeschichte, Patrologie und Christliche Archäologie an der Katholisch-Theologischen Fakultät der Eberhard-Karls-Universität Tübingen. Er hat zahlreiche kirchenhistorische und ikonographische Publikationen vorgelegt und war über viele Jahre im Bereich der Erforschung der Malerei und Geschichte der römischen Katakomben tätig.
Kirsten Krumeich hat mit der Arbeit „Spätantike Bauskulptur aus Oxyrhynchos“ (Reichert-Verlag 2003) promoviert, für die sie mit dem „Juliana-Anicia-Prcis“ ausgezeichnet wurde. Sie war von 2001 bis 2006 Mitarbeiterin am Forschungsprojekt „Archäologie der antiken Bischofssitze“ (ARABS) an der Universität Tübingen und ist Assistentin am Seminar für Orientalische Archäologie und Kunstgeschichte der Martin-Luther-Universität Halle.
Ulrike Ehmig. Die römischen Amphoren im Umland von Mainz. 2007. 4°, 358 S., 8 fb. und 96 sw. Tafeln, zahlr. Tabellen. Gb., EUR 98,00 ISBN: 978-3-89500-567-1 L, Reichert
Anschließend an die Untersuchung zu den römischen Amphoren aus Mogontiacum – Mainz (Frankfurter Archäologische Schriften 4) wurden in einer dreijährigen Studie 9.000 Amphoren ausgewählter Fundorte im Umland der Provinzhauptstadt und des Legionslagers ausgewertet. Zum ersten Mal können damit wirtschaftsarchäologische Fragen innerhalb eines größeren Raumes mit wichtigen Siedlungen unterschiedlichen Charakters behandelt werden. Neben den Hauptorten der zivilen Gebietskörperschaften sind dies Kastelle und Kastellvici sowie einige ländliche Villen. Im Vergleich der Funde läßt sich ein vielgestaltiges Bild davon gewinnen, welche Waren in welchen Mengen aus dem Mittelmeergebiet importiert worden waren, und welche Bedeutung lokalen Produkten beizumessen ist. Wie keine zweite Materialgruppe vermitteln die Amphoren so eine Vorstellung, wie sich die Menschen in den ersten drei bis vier Jahrhunderten n. Chr. in der Region ernährt haben. Mediterrane Öle, Oliven, Weine und Fischsaucen gelangten in alle untersuchten Fundorte, Unterschiede zeichnen sich allerdings in ihren Anteilen ab. Am augenfälligsten ist, daß in den Beständen rund um das Zentrum Mainz kaum Fischsaucen- und Olivenamphoren zu finden sind. Diese Beobachtung rückt die Frage nach andersartigen Speisesitten in Provinzhauptstadt und Legionslager einerseits und dessen ländlichem Umland andererseits in den Blick. Im Zuge der Studie wurden Töpfe vermutlich Mainzer Produktion entdeckt, die ihren Aufschriften zufolge dem Verkauf von Oliven in kleinen Mengen dienten. Sie widersprechen dem Gedanken, daß diese Produkte abseits des Zentrums nicht konsumiert wurden und korrigieren zugleich die Ansicht, daß das Fehlen von Amphoren notwendigerweise auch das Fehlen der in ihnen importierten Waren vor Ort bedeutet. Ergänzend zu den Warenimporten gilt den in Obergermanien seit der Mitte des 2. Jahrhunderts stark vertretenen lokalen Amphoren besondere Aufmerksamkeit. Mit geochemischen Analysen können rund ein dutzend Produktionen im Mainzer Umland ausgemacht werden. Bemerkenswert ist die Zahl dieser Amphoren an solchen Orten, wo nur wenige importierte Weinamphoren gefunden wurden. Diese und weitere Beobachtungen erlauben Rückschlüsse auf einen entsprechenden Inhalt der Amphoren. Korrekturen und Präzisierungen bisheriger Arbeiten bringt auch die erneute Diskussion der gestempelten südspanischen Ölamphoren. Sie schließt argumentativ an die Auswertung der gestempelten Amphoren aus Mainz an. Drei Beiträge naturwissenschaftlicher Kollegen runden die Studie ab: Prof. Dr. Klaus Ruthenberg bespricht die Überreste von 30 Verpichungenresten, Dr. Karin Kraus analysierte die Kalkfüllungen in einer Reihe von Amphoren aus Mainz und dem Mainzer Umland. Dr. Gerwulf Schneider und Dr. Małgorzata Daszkiewicz haben Dünnschliffe und Nachbrennversuche an den lokal produzierten Amphoren durchgeführt.
Late Antique and Early Christian Gems. Von Jeffrey Spier. Spätantike - Frühes Christentum - Byzanz. Kunst im ersten Jahrtausend. Hrg. Beat Brenk Johannes G. Deckers, Arne Effenbeger, Lieselotte Kötzche. Reihe B. Studien und Perspektiven, Band 20. 2007. 4°, 388 S., 1300 Abb., Gb. EUR 198,- ISBN: 978-3-89500-434-6 L, Reichert
This study gathers all known engraved gems of the late antique period (late third to the early seventh centuries) and discusses their chronology, workshops, and iconographical significance. Approximately 1000 gems and cameos are described, most of which are illustrated in over 150 plates. Many of these objects have never before been published.
Engraved gems used as personal seals had been used in the Graeco-Roman world for many centuries and survive today in large numbers. The gems and cameos of the late antique period are, however, far rarer, reflecting the rapid decline, beginning in the mid-third century, of this long artistic tradition. Remarkably, the early Christians of the late third and early fourth centuries began to use seals of traditional form but engraved with distinctive images and inscriptions. Symbols, such as the fish, anchor, and Good Shepherd, appear, as do Old and New Testament scenes.
Although there was a remarkable revival of fine quality engraved gems at the time of Emperor Constantine and his successors, by the end of the fourth century few gems were being cut. However, several new workshops emerged in the late fifth and sixth centuries, producing gems in fine materials, such as garnet, sapphire, amethyst, and rock crystal. The iconography of these gems reflects the interests of Christian artists of the early Byzantine period.
Other chapters in the book are devoted to cameos, Christian Sasanian seals, Jewish seals, magical amulets, and the history of scholarship and collecting. Three appendices discuss engraved rings, lead seals, and monograms, and much comparative material is illustrated.
The catalogue presents an important body of material that has been largely unpublished and neglected. The range of Christian images found on the early gems is similar to that found in the catacombs of Rome, although it is mostly of Eastern rather than Western origin. The early Byzantine workshops identified in the catalogue attest to the revival of this classical tradition in the luxurious court art of Constantinople and other prominent cities of the Byzantine Empire.
Das alte Vietnam. Auf den Spuren des Abbé Charles-Thomas de Saint-Phalle in Tunkin. Mit einem vollständigen Nachdruck des Werkes. „Sittliche und natürliche Geschichte von Tunkin“. von Heinrich August Ottokar Reichard herausgegeben, kommentiert und illustriert von Andreas Reinecke und Nguyê~ n Thi. Thanh Luyên. 2007. 8°. 264 S., 110 s/w- und 4-fb. Abb., Gb., EUR 49,00 ISBN: 978-3-89500-570-1 L, Reichert
Im Jahre 1779 übersetzte der Reisebuchautor Heinrich August Ottokar Reichard das Buch „Histoire naturelle, civile et politique du Tonquin“ von Jérôme Richard aus dem Französischen. Dieses Werk war ein Jahr zuvor in Paris publiziert worden und enthielt Aufzeichnungen des Missionars Charles-Thomas de Saint-Phalle, der zwischen 1730 und 1738 Viet-nam bereist hatte. Während sich das Original zum großen Teil mit missionarischen Aspekten beschäftigte, rückte Reichard in seiner Über-tragung „Sittliche und natürliche Geschichte von Tunkin“ die Menschen mit ihrem Alltag, ihrer Kultur und Geschichte in den Mittelpunkt und beschrieb sie detailliert.
Die Autoren kommentieren die Neuausgabe ausführlich und ergänzen sie durch zahlreiche Illustrationen. Ein Vergleich mit anderen historischen Berichten über Vietnam zeigt den außergewöhnlichen Wert der Arbeit von Reichard. Andreas Reinecke, geboren in Leipzig, Studium und Promotion in Berlin. Zwischen 1991 und 1993 war er Herausgeber der populärwissenschaftlichen Zeitschrift „Das Altertum“, seit 1993 ist er als Referent für Südostasien an der Kommissi-on für Archäologie Außereuropäischer Kulturen des Deutschen Archäologischen Instituts tätig. Seither unternimmt er alljährliche Feldforschungen in Vietnam und den Nachbarländern.
Nguyên Thi. Thanh Luyên, geboren in der Provinz Ha’ i Du’o’ng in Nordvietnam, lebt seit 2005 in Deutschland. Nach einer Ausbildung als Theater-Drehbuchautorin am Spezialgymnasium für Kultur und Kunst in Saigon, studierte sie Jour-nalistik an der Universität in Saigon. Bis 2005 arbeitete sie als Redakteurin und Journalistin bei verschiedenen vietname-sischen Zeitschriften und Zeitungen. Seither ist sie als freie Journalistin tätig.
Der Mensuralcodex St. Emmeram. Faksimile der Handschrift Clm 14274 der Bayerischen Staatsbibliothek München Kommentar und Inventar von Ian Rumbold unter Mitarbeit von Peter Wright. Einführung von Martin Staehelin. Hrsg. von der Bayerischen Staatsbibliothek und Lorenz Welker 2006. 22,5 x 32 cm. Faksimile, 328 S.; Kommentar deutsch und englisch, 160 S., 20 Abb., zahlr. Tabellen, Ln., zwei Bände im Schuber, EUR 258,– ISBN: 978-3-89500-506-0 L, Reichert
Der Mensuralcodex St. Emmeram ist eine der wichtigsten, wenn nicht die wichtigste Quelle zur Überlieferung von internationaler Mehrstimmigkeit in Mitteleuropa, die uns aus dem späten Mittelalter erhalten ist. Sie ist mit Sicherheit die älteste erhaltene Sammlung internationaler Mehrstimmigkeit im deutschen Sprachbereich (vor den Handschriften in Aosta und Trient) und sie gibt in besonderer Weise Zeugnis für die allmähliche Akzeptanz eines internationalen Stils im „rückständigen“ Mitteleuropa.
Der Codex (Clm 14274 der Bayerischen Staatsbibliothek) ist eine Papierhandschrift im Format 28,5 x 21 cm und umfaßt 158 Blätter in 13 Lagen. Er enthält etwa 280 ein- und mehrstimmige Musikstücke sowie einen Index. Angelegt wurde er etwa in den Jahren 1435-1443, wobei der größte Teil des Inhalts von dem aus Bayreuth stammenden Schulmeister und Büchersammler Hermann Pötzlinger eingetragen wurde. Da Pötzlinger seine Bibliothek dem Kloster St. Emmeram in Regensburg hinterließ, wo er seit spätestens 1448 als Schulmeister wirkte, kamen die Bände aus seinem Besitz mit den übrigen Beständen der St. Emmeramer Klosterbibliothek im Jahr 1812 im Zuge der Säkularisation in die damalige Königlich Baierische Hof- und Centralbibliothek nach München, die spätere Bayerische Staatsbibliothek. In der Handschriftenabteilung der Bayerische Staatsbibliothek befinden sich heute noch insgesamt 92 Bände aus Pötzlingers Besitz, davon wurden 56 Handschriften zumindest teilweise von ihm selbst geschrieben. Die heute übliche Bezeichnung des Clm 14274 als „Mensuralcodex St. Emmeram“ verweist auf die Herkunft aus dem Regensburger Kloster.
Die Handschrift überliefert unter anderem große Teile des Werks von Komponisten wie Guillaume Dufay, wie kein anderer die musikalische Sprache Europas an der Wende vom Mittelalter zur Renaissance geprägt hat, und zwar mit zum Teil eigenständigen Fassungen und zahlreichen Unica. Dufay ist mit 42 Werken der wichtigste Komponist der Sammlung. Weiterhin finden sich in der Sammlung Werke von Gilles Binchois und John Dunstable, aber auch Sätze von wenig bekannten Komponisten wie Hermann Edlerauer und Urbanus Kungsperger. Neben internationaler Polyphonie dokumentiert der Codex die weiterbestehenden genuin zentraleuropäischen Traditionen in der liturgischen Einstimmigkeit, der usuellen Mehrstimmigkeit und in den lokalen Kompositionen, die bereits am Vorbild eines internationalen Stils.
Inkulturation des Christentums im Sasanidenreich. Hrsg. von Arafa Mustafa und Jürgen Tubach in Verbindung mit G. Sophia Vashalomidze. 2007. 8°. 342 S., 41 s/w Abb., Gb. EUR 69,– ISBN: 978-3-89500-560-2 L, Reichert
Wolfgang Hage: Die Anfänge der Apostolischen Kirche des Ostens nach Gregorius Barhebräus, Gerard P. Luttikhuizen: Waren Manis Täufer Elchasaiten?
Siegfried G. Richter: Die Verwendung der Bibel bei den Manichäern. Alexandr L. Khosroyev: Manichäismus: eine Art persisches Christentum? Der Definitionsversuch eines Phänomens.
Christiane Reck: Die Bekehrung einer Christin zum mani­chäischen Glauben? Probleme bei der Interpretation eines fragmentarischen Textes.
Antonio Panaino: The Pazand version of the Our Father Stefan R. Hauser: Christliche Archäologie im Sasanidenreich: Grundlagen der Interpretation und Bestandsaufnahme der Evidenz.
Jens Kröger: Die Kirche auf dem Hügel Qasr bint al-Qadi und weitere Zeugnisse christlichen Lebens im Bereich der sasanidischen Metropole Ktesiphon.
Josef Wiesehöfer: Narseh, Diokletian, Manichäer und Christen Karin Mosig-Walburg: Die Christenverfolgung Shâpûrs II. vor dem Hintergrund des persisch-römischen Krieges.
Theresia Hainthaler: Der Brief des Simeon von Beth Arsham über den Nestorianismus in Persien: Eine Positionsbestimmung der persischen Anti-Nestorianer auf der Grundlage des Henotikon Geevarghese Chediath: The Christology of Mār Bābhai the Great Dietmar W. Winkler: Zur christologischen Terminologie des Katholikos-Patriarchen Ishoyahb II. von Gdhala (628–646) Harald Suermann: Bedeutung und Selbstverständnis des Katholikos-Patriarchen von Seleukia-Ktesiphon.
Martin Tamcke: Christ und Iraner zugleich. Seelsorgerliches Handeln des Katholikos-Patriarchen Sabhrisho I. im Spannungsfeld christlich-iranischer Existenz
Karl Pinggéra: Das Bild Narsais des Großen bei Barhadhb­shabba ‘Arbhaya. Zum theologischen Profil der „Geschichte der heiligen Väter“ .
Jacob Thekeparampil: Beispiele für Gemeinsamkeiten in der Ost- und der Westsyrischen Liturgie.
Baby Varghese: East Syrian Liturgy during the Sasanid Period Bertram Schmitz: Die Tauftradition der nestorianischen Kirche und die Frage der Inkulturation.
Walter Beltz: Die Entsakramentalisierung der syrischen Kirche im Sasanidenreich.
Samuel N. C. Lieu: The Luminous Religion (Ch’ing-chao, i.e. the Church of the East or Nestorianism) in China: A historical survey
Klaus Wolf. Hof - Universtität - Laien. Literatur- und sprachgeschichtliche Untersuchungen zum deutschen Schrifttum der Wiener Schule des Spätmittelalters. Wissensliteratur im Mittelalter, Band 45. 2006. 8° viii, 424 S., Ln, EUR 49,- ISBN: 978-3-89500-540-4 L, Reichert
Begriff, Umfang und zeitliche Erstreckung der spätmittelalterlichen Wiener Schule sind mit dieser Monographie nun klarer als bisher umrissen. Während die bislang angestellten Definitionsversuche auf religiöse Inhalte in Kombination mit der Form des volkssprachigen Prosatraktats abhoben, wurde hier ein wesentlich umfassenderer Ansatz gewählt: Ausgehend von institutionengeschichtlichen Untersuchungen konnte gezeigt werden, daß auf Initiative des österreichischen Landesherren nicht nur die Theologische Fakultät, sondern auch Juristen, Mediziner und Artisten für die Produktion universitären Schrifttums in der Volkssprache zum Nutzen der Landesherrschaft und der an wissenschaftlicher Bildung interessierten, nur der Volkssprache mächtigen Laien herangezogen wurden. Der Erfolg dieses Unternehmens war so groß, daß es nach der Anfangsphase sogar ohne die unmittelbare Unterstützung des Wiener Hofs und über dessen Einflußbereich hinaus florierte.
Das von der 1365 gegründeten Wiener Universität beförderte Hochschulwissen in deutscher Sprache für Laien wurde dabei in vielfältigen Formen präsentiert, vom Flugblatt bis zur Enzyklopädie, in Reim und Prosa, von der Handschrift bis zum Druck. Auch bildliche oder graphische Darstellungen kamen (als Momente multimedialer Performanz) zum Einsatz, um das anvisierte laikale Zielpublikum ebenso anschaulich wie zuverlässig auf universitärem Niveau zu informieren; dem gebildeten Laien, dem adligen oder stadtbürgerlichen Hausvater, den Konversen und Klosterfrauen wurde so seriöses Wissen vermittelt, um deren Lebenspraxis besser zu bewältigen. Besonders produktiv war die Wiener Schule dabei auf den Gebieten der Frömmigkeitstheologie, der Medizin und der Astronomie. Die laikalen Rezipienten der Wiener Schule wurden dabei auf wissenschaftlich gediegene und doch verständliche Weise, hierarchiekonform und häresiefrei katechesiert, umfassend in Prophylaxe und Therapie sowie wissenschaftlich fundiert medizinisch aufgeklärt und gegen gefährliche, weil den sozialen Frieden störende, astrologische Irrlehren mit seriöser Astronomie gewappnet. Dieser ‚aufklärende‘ Impetus gegen Häresie und superstitio, gegen medizinische und astrologische Scharlatanerie ist aber nicht nur pro populo zu werten, sondern – ebenso wie mit volkssprachigen Anleitungen zum rechten Regieren und strategischen Kriegsführen – in erster Linie zum Nutzen der Landesherrschaft und deren Bemühen um stabile politische Verhältnisse zu sehen (hierin trifft sich die Wiener Schule mit der Universitätsgründung der Luxemburger). Dementsprechend zielte das Bildungsprogramm der Wiener Schule neben den politischen Eliten auch auf den frommen Untertan, der gegen hussitische Irrlehren immun war, auf den umsichtigen Hausvater, der Leben und Arbeitskraft seiner Familie, der Keimzelle des Staates, und seines Gesindes durch medizinisches Wissen sicherte, aber auch auf die gehorsamen, praktisch tätigen Konversen in den Klöstern.
Interessenten: Germanisten, Mittellateiner, Historiker, Theologen, Volkskundler
Die Inschriften der Stadt Passau bis zum Stadtbrand von 1662. Bearb. v. Steininger, Christine. 2006. 732 S., 222 sw. Abb. (Dt. Inschr. Heidelb. Reihe Band 10) Ld EUR 89,00 ISBN: 3-89500-553-3 L, Reichert
Aizanoi. Band 1/ Archäologische Forschungen 23: Aizanoi, Dokimion und Anatolien. Stadt und Land, Siedlungs- und Steinmetzwesen vom späteren 4. bis ins 6. Jahrhundert n. Chr. Von Philipp Niewöhner. 2006. 4°. 320 S., 632 s/w-Abb. und 2 fb. Abb. EUR 58,– In Vorbereitung ISBN: 3-89500-547-9 L, Reichert
Die Alttürkenzeit in Zentralasien. Band 6: Studien zu Archäologie und Geschichte pastoralnomadischer Gruppen und ihrer Interaktion mit Sesshaften vom 6.–8. Jh. Von Sören Stark 23 x 17 cm. 456 S., Gb EUR 88,– ISBN: 3-89500-532-0 L, Reichert
Diese Studie untersucht Aspekte der Archäologie und Geschichte der ‚Alttürkenzeit‘ in Zentralasien (ca. Mitte des 6. bis Mitte des 8. Jhs.). Im Fokus stehen Wechselbeziehungen zwischen den Pastoralnomaden der politischen und kulturellen Sphäre der Türk-Qanate und der seßhaften Bevölkerung der Oasen des Mawarannahr. Die Grundlage der Analyse bilden archäologische, literarische und epigraphische Quellen, die erstmals gleichberechtigt und im direkten Vergleich zu Wort kommen.
ZAAK 1 (2006). Hg. von der Kommission für Archäologie Außereuropäischer Kulturen des Deutschen Archäologischen Instituts. 2006. 320 S., 162 s/w- und 46 fb. Abb. 18 Tab., EUR 68,– ISBN: 3-89500-537-1 L, Reichert
Archäologische Forschungen. Hg. von der Zentrale des Deutschen Archäologischen Instituts in Berlin. Priene Band 1/Archäologische Forschungen 22: Die figürlichen Terrakotten von Priene. Fundkontexte, Ikonographie und Funktion in Wohnhäusern und Heiligtümern im Licht antiker Parallelbefunde Von Frank Rumscheid. 2006. 4°. 760 S., 926 s/w-Abb., EUR 98,– ISBN: 3-89500-484-7 L, Reichert
Über 400 hellenistische Tonfiguren von oft höchster Qualität aus Priene in der Westtürkei, die auf verschiedene Museen verteilt sind, werden hier erstmals vollständig und mit zahlreichen Abbildungen dokumentiert und ikonographisch analysiert. Im Gegensatz zu anderen antiken Terrakotten ist ihre Herkunft (bis hin zu einem bestimmten Raum eines Gebäudes) sicher, sie sind häufig hervorragend gearbeitet und können in vielen Fällen recht genau datiert werden. Anhand dieser Gattung, die in Priene in allen drei wichtigen Bereichen der antiken Stadt, Wohnhäusern, Heiligtümern und Gräbern, gefunden wurde, beantwortet diese Arbeit die Frage, ob figürliche Terrakotten in der Antike von ihren Käufern gezielt nach thematischen Gesichtspunkten für eine spezifische Funktion ausgesucht wurden.
Es stellt sich heraus, dass Terrakotten, die häufig eher mit Heiligtümern und Gräbern assoziiert werden, über die Zeiten hinweg zum Hausinventar im gesamten griechisch besiedelten Gebiet gehörten. Mit solchen Figuren wurden jahrhundertelang besonders weibliche Gottheiten verehrt, während man etwa seit dem Hellenismus Terrakotten auch nach ihrem Repräsentations- oder Unterhaltungswert aussuchte. Den Votivfiguren aus dem prienischen Demeter-Kore-Heiligtum werden solche aus 15 anderen ostgriechischen Heiligtümern der Göttinnen gegenübergestellt. So werden allgemeine Züge von lokalen Produktionen unterschieden und Quellen für die Absichten der Weihenden, spezielle Rituale und Auffassungen vom Wesen der Gottheiten erschlossen.
Interessenten: Archäologen, Historiker, Altphilologen, Religionswissenschaftler
Arms and Armour as Indicators of Cultural Transfer. The Steppes and the Ancient World from Hellenistic Times to the Early Middle Ages. Ed. by Jürgen Tubach and Markus Mode in Cooperation with G. Sophia Vashalomidze. 2006. 8°. 520 S., 219 Abb., 3 Tabellen, Gb. EUR 110,– ISBN: 3-89500-529-0 L, Reichert
This volume gives an impression of contemporary archaeological, art historical, and historical research in military equipment of and under the influence of nomadic peoples in Eurasian history. Arms and armour have to be explained within their archaeological context – that is, as parts of a complex system of remains from past societies. Seen from this perspective, they explain, beyond their primary character as military sources, the broader sphere of life of nomadic peoples, their efforts in technology and in art, and key aspects of their spiritual world.
Lebenswelten. Bilder und Räume in der römischen Stadt der Kaiserzeit. Hrsg. v. Neudecker, Richard /Zanker, Paul. 2006. 256 S., 124 sw. Abb. 29 x 22 cm. (Palilia Band 16) Pb EUR 45,00 ISBN: 3-89500-515-0 L, Reichert
Kaiserzeitliche Städte sind geschichtliche Räume mit einem reichen Potential zur Erforschung antiker Handlungs- und Erlebniswelten. Über ihre Bewohnbarkeit und Funktionalität sowie über die Bildersprache, in der ihre Bewohner kommunizierten, informieren uns Architekturen, Bilder, Rituale und Lebensformen, sobald sie als historische Dokumente betrachtet werden. Das Buch präsentiert Beiträge eines Symposiums am Deutschen Archäologischen Institut Rom und Untersuchungen im Rahmen des Forschungsprojektes «Stadtkultur in der römischen Kaiserzeit», in denen sowohl neue Erkenntnisse als auch methodologische Ansätze vermittelt werden. Um zu einem Panorama der kaiserzeitlichen Stadtkultur zu gelangen, sind traditionelle archäologische Arbeiten neben historiographische und philologische Untersuchungen gestellt.
Le città di età imperiale sono spazi storici, che, in quanto tali, detengono un ricco potenziale per analizzare la sfera del vissuto. Architetture, immagini, rituali e forme di vita quotidiana, laddove li si consideri come documenti storici, ci informano sulla loro vivibilità e funzionalità, nonché sul linguaggio delle immagini, mediante il quale comunicavano gli abitanti. Questo libro presenta i contributi di un simposio tenuto presso l’Istituto Archeologico Germanico di Roma e le indagini svolte nell’ambito del progetto di ricerca «La cultura urbana nell’età imperiale». Vi si riferisce sia di nuovi risultati che di approcci metodologici. Per poter presentare una panoramica della cultura urbana di età imperiale, si sottopongono al confronto ricerche archeologiche tradizionali con indagini storiche e filologiche.
Byzantinische Bleisiegel. Von Christos Stavrakos. 160 S., 120 s/w-Abb., 17 x 24 cm, Gb. In Vorbereitung ISBN: 3-89500-502-9 L, Reichert
Grenzgänge im östlichen Mittelmeerraum. Byzanz und die islamische Welt vom 9. bis 13. Jahrhundert. Hg. von Ulrike Koenen und Martina Müller-Wiener. 2006. 8°. 288 S., 50 Abb., Gb. EUR 58,00 ISBN: 978-3-89500-403-2 L, Reichert
Dieser Band versammelt Beiträge von Autoren aus vier Fachrichtungen:.
Orientalische Archäologie und Kunst, Spätantike und Frühchristliche Archäologie, Byzantinische Kunstgeschichte, Islamische Kunstgeschichte und Archäologie. Der Begriff „Grenzgänge“ ist in mehrfacher Hinsicht programmatisch zu verstehen..
Er umschreibt schlagwortartig einen Ansatz, der das Denken in den Grenzen institutionell verankerter akademischer Disziplinen hinterfragt und überkommene Erklärungsmuster einer kritischen Revision unterzieht. Zugleich verweist er auf die Problematik, die mit der künstlichen Abgrenzung von ethnisch, linguistisch und religiös definierten Einheiten verbunden ist und den historischen Gegebenheiten nicht gerecht wird. Einen alternativen Ansatz bietet die Auffassung des Mittelmeergebietes als umfassender Kulturraum, der eine Vielzahl kultureller, religiöser und nationaler Entitäten zu einer über diverse Kontaktfelder und Kommunikationsebenen verbundenen Gesamtheit zusammenfasst. Stärker als das vorübergehend Trennende sich ständig verändernder politischer Grenzziehungen, die in ihrer Wirkung und Ausprägung in keiner Weise mit heutigen Vorstellungen von Grenzen verglichen werden können, wirkt als ein wesentliches verbindendes Element das spätantike Erbe, das den Grundstock bildet für die Ausbildung einer gemeinsamen „visuellen Kultur“. Ständig sich verändernden politischen Kraftfeldern steht eine kulturelle „Osmose“ künstlerischer Ausdrucksformen gegenüber, die aus einem lange währenden Prozess wechselseitigen Austauschs resultiert. Eine solche Sichtweise richtet den Fokus auf Fragen nach den Mechanismen und der Dynamik von transferprozessen, die bei der Übertragung von geistigen Inhalten, Normen, Riten, Repräsentationen und Bildern zum Tragen kommen und die wesentlich auch über die materielle Kultur vermittelt werden. In diesem Sinne bietet der Band ein breites Spektrum von verschiedenen Ansätzen, jeweils ausgehend von unterschiedlichem Material wie theoretisch methodenkritisch angelegte Beiträge (Koenen), objektorientierte Untersuchungen (Bosselman-Ruickbie, Müller-Wiener) und solche, bei denen die Auswertung von Schrift- und Bildquellen (Hauser, Shalem, Effenberger, Asutay-Effenberger) im Vordergrund steht.
Das Kometenjahr 1618. Antikes und zeitgenössisches Wissen in der frühneuzeitlichen Kometenliteratur des deutsch-sprachigen Raumes. Von Marion Gindhart. Wissensliteratur im Mittelalter Bd. 44. 2006. 8°. 336 S., 19 Abb., Ln., EUR 68,– ISBN: 3-89500-487-1 L, Reichert
Seit dem Altertum erfahren Kometen vielfältige Rezeption. Diese Studie untersucht exemplarisch für das Jahr 1618, in dem drei Kometen erschienen sind, den Umgang mit den Sternen in zeitgenössischen Druckschriften aus dem deutschsprachigen Raum. Anhand eingehender Analysen bisher unerschlossener volkssprachiger und lateinischer Texte und ihrer Verortung in traditionellen zeitgenössischen Diskursen wird gezeigt, welche Wissensmodelle und Wissensinhalte die frühneuzeitliche Kometenliteratur in Auseinandersetzung mit der Antike entwickelt, funktionalisiert und - in bewußten Brüchen mit der Tradition - neu zu etablieren versucht.
Das tibetische Fürstentum La stod lHo (um 1265–1642). Die Geschichte der Herrschaftsbildung nebst einer Edition der Chronik Shel dkar chos ‘byung. Von Karl-Heinz Everding und Dawa Dargyay Dzongphugpa. Contribution to Tibetan Studies. 2006. 8°. 350 S., Ln., EUR 98,– ISBN: 3-89500-496-0 L, Reichert
Diese Arbeit widmet sich der Erforschung eines im westlichen Zentraltibet gelegenen Fürstentums, das die Geschichte Tibets im 13. bis 17. Jahrhundert wesentlich mitbestimmte. In den Fokus gelangt damit die Bedeutung, die nomadische Wanderungsbewegungen, aus dem Himalaja nach Tibet einfallende Horden sowie die von der tibetischen Großmacht Sa skya unter den mongolischen Großkhanen im 13. Jahrhundert initiierte Tibet-Politik für die Gründung der Herrschaftsbildung hatten. Die Geschichte der Herrschaftsbildung und der langwierige Prozess ihres Verfalls werden sodann im Spiegel der einzelnen Fürstengenerationen untersucht. Beigegeben ist dem Werk eine diplomatische Edition der tibetischen Chronik Shel dkar chos ‘byung, der bedeutendsten erzählenden Quelle zur Geschichte des Fürstentums.
TAVO B 67: Der untere Habur. Eine archäologische Geländebegehung Teil 1. Von Hartmut Kühne und Wolfgang Röllig. 8°. 400 S., 296 Abb. und Karten In Vorbereitung ISBN: 3-89500-422-7 L, Reichert
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