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Reichert, Dr. Ludwig Verlag

 
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"Deambulatorium Angelorum" oder irdischer Machtanspruch. Der Chorumgang mit Kapellenkranz ­von der Entstehung, Diffusion und Bedeutung einer architektonischen Form. Donat Grueninger. 2005. 8°. 444 S., 104 Abb., Gb., EUR 49,-­ ISBN: 3-89500-377-8 L, Reichert
Selten in der Kunstgeschichte bezeichnet sich ein Objekt selbst so eindeutig wie der Chorumgang mit Kapellenkranz: Er habe Pilgern zur umgehenden Bewegung um ein Heiligengrab im Chor und als Hinführung zu sich anschließenden Kapellen gedient. Häufig zu selbstverständlich ging die bisherige Forschung daher auch davon aus, dass die Entstehung und Verbreitung jenes Bauelements ausschließlich in seiner baupraktischen Funktion begründet liege.
Die vorliegende Dissertation stellt derartige Thesen infrage. Der Autor erarbeitet die Entwicklung der Formen von den frühen Zeugnissen bis zu den Monumenten des 11. Jhs. und weist nach, dass von einer einheitlichen Funktion der Chorumgänge keine Rede sein kann, ja dass sogar die meisten Chorumgänge gar keine feststellbare Nutzung erfuhren, die ihre Gestalt hätte determinieren können. Selbst bei den oft sogenannten Pilgerkirchen erklärt sich die Bauform nicht durch die Pilgerfahrt nach Santiago de Compostela.
Es bleibt die Frage nach dem Grund für die immense Verbreitung dieser Form, der im zweiten Teil der Arbeit nachgegangen wird. Der Autor vertritt die Annahme, dass der Auftraggeber Bauelemente einsetzte, um dem Publikum auf diese Weise Aussagen zu vermitteln. Architektur wird durch eine solche Sichtweise zu einem Kommunikationsprozess, in dem das Bauelement die Rolle eines künstlerischen Kommunikationsmediums übernimmt.
Dieser Funktion gilt es nachzuspüren. Auf der Basis historischer Kenntnisse und mit Hilfe sozialgeographischer Forschungsansätze wird ein Konzept entwickelt, um den Verstehenshorizont des zeitgenössischen Kirchenbesuchers zu rekonstruieren. Es geht um das Wissen der Auftraggeber und des Publikums, und wie durch die visuellen Mittel der Architektur konkrete Aussagen repräsentiert werden konnten. Die Modalitäten und Möglichkeiten dieser Repräsentation erforscht der Autor am Beispiel der Pilgerkirchen im normannischen England und in Italien. Dabei zeigt sich die Vielfalt der Aussagen, die der Chorumgang in unterschiedlichen Situationen ermöglichte.
Diese Schrift zeigt neue Perspektiven auf, die von Formen, Funktionen und dem historischen Umfeld zu neuen Interpretationsmodellen führen und die ein umfassenderes Verständnis von Architektur in ihrem Kontext anstreben.
Interessenten:
Architekturhistoriker, Kulturhistoriker, Kunstgeographen, Kunsthistoriker, Kunstsoziologen, Mediävisten, Sozialgeographen, Pilger
Verzeichnis Düsseldorfer Drucke 1555–1806. Bearbeitet von Manfred Neuber, Marianne Riethmüller und Rudolf Schmitt-Föller (= Schriften der Universitäts- und Landesbibliothek Düsseldorf. Bd. 39) 2005. 8°. 300 S., Geb. EUR 39,– ISBN: 3-89500-436-7 L, Reichert
Wenn auch Düsseldorf nicht zu den Zentren frühneuzeitlicher Buchproduktion gehörte, so wurde hier doch zwischen 1555 und 1806 eine beachtliche Anzahl von Drucken hergestellt. Gestützt auf Vorarbeiten u.a. von Ludwig Merländer aus dem 19. Jahrhundert, konnte die Universitäts- und Landesbibliothek Düsseldorf in mehrjährigen Recherchen rechtzeitig zum 450. Jubiläum des Buchdrucks in Düsseldorf sowohl im eigenen Bestand, als auch in den Bibliotheken und Archiven Düsseldorfs und anderer Städte 862 Monographien und 30 Periodica mit Druck- oder Verlagsort Düsseldorf aus diesem Zeitraum ermitteln und erstmals vollständig im vorliegenden Verzeichnis zusammenstellen. Sie schließt damit eine Lücke, die schon in der Mitte des 20. Jahrhunderts erkannt, aber wegen des großen Aufwandes nicht geschlossen werden konnte. Düsseldorf brachte als Residenzstadt zahlreiche Publikationen hervor, die dem Umfeld des Hofes, der Verwaltung oder Gesetzgebung zuzuordnen sind, so dass hier zahlreiche rechts-, verfassungs- und verwaltungsgeschichtliche Quellen erschlossen werden. Die Bandbreite ist jedoch wesentlich weiter und umfasst theologische Titel genauso wie solche aus dem späteren 18. Jahrhundert, die einer bürgerlichen Kultur der Aufklärung verpflichtet sind. Ein Überblick über den Forschungsstand und ein kurzer Abriss der Geschichte des Buchgewerbes sollen nun gemeinsam mit der Bibliographie Einführung, Arbeitsinstrument und Anstoß für diejenigen sein, die sich in Zukunft mit der Druck-, aber auch der Kultur- und Geistesgeschichte Düsseldorfs von der Mitte des 16. bis zum Beginn des 19. Jahrhunderts beschäftigen werden. Gleichzeitig leistet die Ermittlung der Drucker und Verleger sowie ihrer Produktion einen wichtigen Beitrag zur Wirtschaftsgeschichte Düsseldorfs und des Niederrheins, da Kooperationen mit und Abhängigkeiten von Druckern, Verlegern, Illustratoren und Künstlern etwa aus Köln und Duisburg nachweisbar sind.
Das Verzeichnis weist insgesamt den Weg zu einem wesentlichen Teil des kulturellen Lebens einer Residenzstadt der Frühen Neuzeit und eröffnet so zahlreiche Forschungsperspektiven.
Interessenten:
Studierende und Lehrende der Fächer Buchwissenschaft, mittelalterliche Geschichte, Landesgeschichte, Historische Hilfswissenschaften, Altgermanistik und Germanistik, Mittellatein, Theologie (besonders Kirchen- und Frömmigkeitsgeschichte); Kunstgeschichte; Wissenschaftsgeschichte (vor allem Verwaltungs-, Kultur- und Geistesgeschichte)
Entstehung und Frühgeschichte des Flügelaltarschreins. Hrsg.: Krohm, Hartmut /Krüger, Klaus /Weniger, Matthias. 2003. 308 S., 250 sw. u. 29 fb. Abb. 28 x 21 cm. Pb EUR 79,- ISBN: 3-89500-343-3 L, Reichert
Cristoforo Buondelmonti, Liber insularum. (ULBD Ms. G 13) Faksimile. Hg. von Irmgard Siebert und Max Plassmann. Beiträge von Arne Effenberger, Max Plassmann und Fabian Rijkers (= Schriften der Universitäts- und Landesbibliothek Düsseldorf. Bd. 38) 2005. 30 x 43 cm. 168 S., 61 Faksimile-Tafeln, Ln., EUR 158,– ISBN: 3-89500-435-9 L, Reichert
Der Florentiner Cristoforo Buondelmonti (ca. 1380/ 85-1431) besuchte während des ersten Drittels des 15. Jahrhunderts auf mehreren Reisen die ägäische Inselwelt, Kreta, die ionische Westküste und Konstantinopel. Seine dabei gewonnenen geographischen Erkenntnisse legte er in zwei Schriften nieder, nämlich in der Descriptio insulae Cretae (1417) und im Liber insularum archipelagi (1420), die beide in der Folge in verschiedenen Fassungen eine weite Verbreitung fanden. Sie sind unter anderem in der unter der Signatur Ms. G 13 in der Universitäts- und Landesbibliothek Düsseldorf verwahrten spätmittelalterlichen Sammelhandschrift überliefert, die geographische, historiographische und astronomisch-astrologische Texte vereint.
Die besondere Bedeutung dieser Düsseldorfer Fassung des Liber insularum liegt in der Illustration des Textes. Denn die zahlreichen Abschriften wurden zumeist unabhängig von den begleitenden Illustrationen gefertigt, so dass Text und Bild nicht immer korrespondieren und auch von unterschiedlicher Qualität sein können. Der Wert der Düsseldorfer Fassung liegt eindeutig nicht beim Text, der zum Teil verderbt und verstümmelt ist, sondern bei den Illustrationen, nämlich den Karten von den einzelnen beschriebenen griechischen Inseln mitsamt Einzeichnung wichtiger Bauwerke. Von überragender Bedeutung ist dabei eine ganzseitige Ansicht von Konstantinopel, die völlig neue Aufschlüsse zu Topographie und Baugeschichte der Stadt im späten 15. Jahrhundert gibt und deren Quellenwert weit über den begleitenden Text hinausweist. Aus diesem Grunde wird die Düsseldorfer Fassung als Faksimile präsentiert, um sie der Wissenschaft leichter zugänglich zu machen.
Exemplarisch für die Forschungsperspektiven, die sich durch das Faksimile ergeben, hat Prof. Dr. Arne Effenberger (Museum für Byzantinische Kunst Berlin) diese Stadtansicht bearbeitet. Sein kunsthistorischer Kommentar führt eindringlich den Quellenwert des Faksimiles bzw. des zugrunde liegenden Originals vor Augen, ohne zu beabsichtigen, es abschließend auszuwerten.
Dr. Max Plassmann und Fabian Rijkers, M.A., von der Universitäts- und Landesbibliothek haben schließlich einen Beitrag zur unklaren Überlieferungsgeschichte der Handschrift beigesteuert.
Interessenten:
Studierende und Lehrende der Fächer Handschriftenkunde, mittelalterliche Geschichte, Kunstgeschichte, Byzantinistik, Mittellatein, Theologie, Kunstgeschichte; Wissenschaftsgeschichte (vor allem Geographie- und Baugeschichte)
Malerei und Skulptur des späten Mittelalters und der frühen Neuzeit in Norddeutschland. Künstlerischer Austausch im Kulturraum zwischen Nordsee und Baltikum. Hrsg.: Krohm, Hartmut /Albrecht, Uwe /Weniger, Matthias. 2004. EUR 110,- ISBN: 3-89500-344-1 L, Reichert
Mitteilungen zur Spätantiken Archäologie und Byzantinischen Kunstgeschichte. Hrsg. von Johannes G. Deckers und Marcell Restle im Auftrag des Vereins Spätantike Archäologie und Byzantinische Kunstgeschichte e.V. München Heft 4: Hrsg. von Johannes G. Deckers, Marcell Restle und Avinoam Shalem. 2005. 8°. 196 S., 25 Tafeln mit 31 Abb., kart., EUR 32,­- ISBN: 3-89500-430-8 L, Reichert
Aus dem Inhalt:
Anthony Cutler:
Silver across the Euphrates. Forms of Exchange between Sasanian Persia and the Late Roman Empire
Josef Engemann:
Diplomatische "Geschenke" ­ Objekte aus der Spätantike?
Franz Alto Bauer: Herrschergaben an Sankt Peter
Avinoam Shalem: Objects as Carriers of Real or Contrived Memories in a Cross-cultural Context
Franz Tinnefeld:
Mira varietas. Exquisite Geschenke byzantinischer Gesandtschaften in ihrem politischen Kontext (8.­12. Jh.)
Günter Prinzing:
Zum Austausch diplomatischer Geschenke zwischen Byzanz und seinen Nachbarn in Ostmittel- und Südosteuropa
Diether Roderich Reinsch:
Die Kultur des Schenkens in den Texten der Historiker der Komnenenzeit
Alexandru Stefan Anca:
Ehrerweisung durch Geschenke in der Komnenenzeit: Gewohnheiten und Regeln des herrscherlichen Schenkens
Anhang:
Vorträge und Exkursionen des Vereins. Spätantike Archäologie und Byzantinische Kunstgeschichte e.V. 2002­2004
Falk Eisermann: Verzeichnis der typographischen Einblattdrucke des 15. Jahrhunderts im Heiligen Römischen Reich deutscher Nation (VE 15). 2004. 8°. 3 Bände. Zus. 1536 S., 100 Abb., Ln., EUR 148,– ISBN: 3-89500-375-1 L, Reichert
Dieses Werk enthält Beschreibungen von etwa 2150 typographischen, in deutscher (inkl. niederdeutscher und niederländischer) oder lateinischer Sprache abgefaßten Einblattdrucken des 15. Jahrhunderts einschließlich solcher Blätter, die in älteren Arbeiten als Inkunabeln eingestuft wurden, jedoch ins frühe 16. Jahrhundert zu datieren sind. Zahlreiche Drucke werden hier erstmals beschrieben. Der Zuwachs gegenüber dem Vorgängerwerk ,Einblattdrucke des XV. Jahrhunderts‘ (1914), das auch die nicht in Deutschland gedruckten Blätter berücksichtigte, beträgt über 500 Nummern. Trotz seiner einheitlichen Erscheinungsform - es handelt sich durchweg um einseitig bedruckte, häufig mit Holzschnitten ausgestattete Einzelblätter mit in sich abgeschlossenem Text, die selbständig publiziert wurden – ist das Medium Einblattdruck von einer enormen formalen und thematischen Vielfalt geprägt. Überliefert sind Ablaßbriefe und Ablaßbullen, Almanache, amtliches Schriftgut (päpstliche, kaiserliche, königliche, bischöfliche, fürstliche und städtische Mandate, Schützenbriefe, Notariatsinstrumente), humanistische Flugblätter, volkssprachige Reimpaartexte, Lieder, Gebete, katechetische Kleintexte, Pestregimina, Rezepte, akademische Thesenblätter, Bücher- und Vorlesungsanzeigen und vieles andere mehr.
Die Katalogisate bieten zunächst eine Autorbestimmung (bei anonymen Texten einen Sachtitel) und nennen Druckort, Drucker, verwendete Drucktypen und bibliographische Daten: Umfang des Satzspiegels, Zeilenzahl, Ausstattungsmerkmale, z. B. Holzschnitte, Zierleisten, besondere typographische Elemente. Es folgt ein ausführliches Druckzitat, das Initium und Textschluß umfaßt, ggf. weitere wichtige Textstellen aufführt und mehrere auf einem Druck enthaltene Texte voneinander absetzt. Wichtige Neuerungen des VE 15 sind die ausführliche Kommentierung von druck- und überlieferungsgeschichtlichen, literarischen, historischen und kunst-historischen Problemen der jeweiligen Ausgabe sowie die detaillierte Beschreibung der erhaltenen Exemplare mit Angaben zu Signatur, Erhaltungszustand, handschriftlichen Zusätzen und Besitzgeschichte. Durch die Verbindung inkunabelkundlicher und historisch-philologischer Methoden werden erstmals die druckgeschichtlichen Kontexte der Blätter, ihre Entstehungs- und Rezeptionshintergründe sowie ihre historischen, literarischen und künstlerischen Traditionszusammenhänge herausgearbeitet.
Die beiden Katalogbände werden von einem Einleitungsband erschlossen, der eine Erläuterung des Artikelaufbaus und der Katalogisierungsmethode, ein Register der Drucker, Namen- und Sachregister, Literaturverzeichnis sowie Konkordanzen enthält. Etwa 300 von nichtdeutschen Offizinen publizierte Inkunabel-Einblattdrucke sind in einer Negativliste zusammengestellt. Einhundert Abbildungen ermöglichen einen repräsentativen Überblick über die formale und inhaltliche Vielfalt der Drucke. Das VE 15 dokumentiert in umfassendem Zugriff die Bedeutung des Einblattdrucks für die Medienwelt des 15. und frühen 16. Jahrhunderts und stellt einen großen Quellenfundus für viele an der typographischen Kultur des späten Mittelalters interessierte Disziplinen bereit.
Klemm, Elisabeth: Die ottonischen und frühromanischen Handschriften der Bayerischen Staatsbibliothek. 2 Bde/Tle. 2004. 544 S., 689 sw. u. 32 fb. Abb., Textbd: 276 S., Tafelbd: 268 S. 32 x 24 cm. (Kat. d. illuminierten Handschr. d. Bayer. Staatsbibl. In Mchn. 2) Gb EUR 220,- ISBN: 3-89500-348-4 L, Reichert
Madrider Mitteilungen 45, 2004. Engl. /Ital. /Dt. Hrsg. v. Deutsches Archäologisches Institut Madrid. 2004. VI, 615 S., 191 Abb., 32 Taf. und 2 fb. Taf. 25 x 19 cm. Ln EUR 98,- ISBN: 3-89500-401-4 L, Reichert
Uerpmann, Hans P /Uerpmann, Margarethe: Stone Age Sites and their Natural Environment. The Capital Area of Northern Oman. Part III. 2004. 280 S. 24 cm. (Tübinger Atlas d. Vorderen Orients (Beih.) B ) Kt EUR 88,- ISBN: 3-89500-373-5 L, Reichert
Elisabet Enß: Spätantike · Frühes Christentum · Byzanz. Reihe A. Band 13: Holzschnitzereien der spätantiken bis frühislamischen Zeit aus Ägypten. Funktion und Dekor. 2004. 4°. ca 600 S., ca. 1000 s/w-Abb., Gb., ca. EUR 178,– ISBN: 3-89500-398-0 L, Reichert
Die in zahlreichen Sammlungen weltweit zerstreuten Holzschnitzereien des spätantiken bis frühislamischen Ägypten sind hier in einem wissenschaftlichen Katalog zusammengestellt. Erstmalig wird durch eine Analyse von Form und Verbindungsmöglichkeiten von mehr als 400 Stücken eine Gliederung der Objekte in Funktionsgruppen ermöglicht. Weiterhin wird der ornamentale und figurale Dekor der Schnitzereien untersucht, zum einen hinsichtlich der Funktion der Stücke und zum anderen in Bezug auf die Dekoration von Objekten anderer Gattungen und/oder Provenienzen des östlichen Mittelmeerraumes.
Die Taliban im Land der Mittagssonne. Geschichten aus der afghanischen Provinz. Erinnerungen und Notizen von ‘Abdurraªm¡n Pahw¡l. Aus dem Dari übersetzt und hrsg. von Lutz Rzehak. 2004. 120 S., 4 Abb., Kt. EUR 16,90 ISBN: 3-89500-416-2 L, Reichert
Dieses Buch enthält die deutsche Übersetzung einer in Persisch (Dari) verfassten und bislang unveröffentlichten Handschrift, die der Herausgeber und Übersetzer im Herbst 2002 bei einer Forschungsreise nach Afghanistan finden konnte. Die Handschrift beinhaltet persönliche Erinnerungen und Notizen des inzwischen verstorbenen afghanischen Intellektuellen Abdurrahman Pahwal an die Zeit der Taliban-Herrschaft. Diese Aufzeichnungen, größtenteils während der Taliban-Herrschaft angefertigt, sind die erste umfassende Schilderung der Geschichte der Taliban aus innerafghanischer Perspektive. In zeitlicher Hinsicht gibt die Handschrift einen chronologisch geordneten Überblick über die Ereignisse, die sich vom Auftauchen der Taliban bis zum Ende ihrer Herrschaft im Herbst 2001 zugetragen haben. Gelegentlich wird auch auf frühere Ereignisse Bezug genommen, die bis in die 1950er Jahre zurück liegen.
In räumlicher Hinsicht konzentriert sich die Schilderung auf die Geschehnisse in der Provinz Nimruz, also einer Gegend abseits der in den Medien viel beachteten Regionen Kabul, Kandahar, Kunduz oder Mazar-i Sharif. Nimruz ist in den sonstigen Berichten weitgehend unbeachtet geblieben, obwohl die Mehrheit der Bevölkerung Afghanistans gerade dort zu Hause ist. In ihrer Erzählstruktur sind die Erinnerungen Pahwals zwischen oraler Erzähltradition, Memoirenliteratur und moderner Geschichtsschreibung anzusiedeln. Der Verfasser sieht sich in erster Linie als Bewahrer der Erinnerung an vergangene Ereignisse. Seine Aufzeichnungen weisen einige Merkmale auf, die auch schon aus der persischsprachigen Memoirenliteratur bekannt sind. Abschnitte aus dem Leben des Verfassers werden rekonstruiert und von Zeit zu Zeit mit der Darstellung der Geschichte der Taliban-Herrschaft in Nimruz verflochten. Insgesamt ist das Werk aber keine Autobiographie, denn der Autor folgt seinem Anspruch, vornehmlich politische bzw. historische Ereignisse und Prozesse der jüngeren Vergangenheit festzuhalten und möchte seine schriftstellerische Tätigkeit vor allem unter historiographischen Gesichtspunkten gewürdigt sehen. Mit der oralen Erzähltradition verbindet ihn der Brauch, vergangenes Geschehen in Form einzelner Geschichten zu erzählen. Auch eine wohlgebildete Geschichte gilt dabei als pragmatisch defizitär, wenn sie keine Antwort auf die Frage nach dem Sinn des Geschehens anbieten kann. Deshalb wird Geschichte wie bei oraler Überlieferung gern in Form von metaphorischen Geschichten erzählt, bei denen fiktional-dichterische Elemente gegenüber dem faktualen Geltungsanspruch einer historiographischen Darlegung keine alternative, sondern eine zusätzliche Dimension der Sinnbildung darstellen. Darüber hinaus wollte Abdurrahman Pahwal aber auch den Ansprüchen jener modernen Geschichtsschreibung genügen, mit der er aufgrund seiner universitären Ausbildung und akademischen Tätigkeit vertraut war. All diese Ansprüche lassen sich in der Absicht bündeln, vergangenes Geschehen als objektiv sinnvollen und kohärenten Zusammenhang mit erklärbaren kausalen Verknüpfungen zu begreifen. Gelegentlich bietet Pahwal deshalb analytische Zusammenfassungen oder er führt jene Faktoren an, die das eine oder andere Ereignis seiner Meinung nach bewirkt haben.
Sein Text bietet so anschauliche Informationen über die Helfershelfer der Taliban im Ausland sowie aus den Kreisen der einheimischen Bevölkerung. Wir lernen Personen kennen, die es verstanden haben, ungeachtet ideologischer Vorbehalte jedem Herrschaftssystem zu dienen, das es in den vergangenen 25 Jahren in Afghanistan gegeben hat. Das Phänomen Taliban wird somit seiner ideologischen Überfrachtung entrissen.
Sprachen und Kulturen des Christlichen Orient. Die koptischen Textilien im museum kunst palast Düsseldorf. Teil 1: Wirkereien mit figürlichen Motiven. Von Karl-Heinz Brune. 2004. 312 S., 34 s/w- und 32 fb. Abb., 24 cm, Gb., mit Bild-CD, EUR 98,- ISBN: 3-89500-397-2 L, Reichert
Das museum kunst palast ehemals Kunstmuseum Düsseldorf beherbergt etwa 500 koptische Textilien, der größte Teil davon Mitte der achtziger Jahre des 19. Jahrhunderts durch Ankäufe des Kunsthändlers Franz Bock erworben. Er hatte auf seinen Reisen nach Ägypten zahlreiche Textilien aus spätantiker bis früh-islamischer Zeit erstanden, die er später in Europa an verschiedene Museen veräußerte. Er selbst war es auch, der in Düsseldorf im Jahre 1887 die erste und bisher einzige Ausstellung dieser damals 458 Exponate organisierte und einen (unbebilderten) Katalog dazu verfasste. Seitdem war diese großartige Sammlung bis auf einige wenige Wirkereien den Blicken der Öffentlichkeit entzogen.
Im vorliegenden Werk werden nun in Form eines Katalogs die 150 Stücke mit figürlichen Motiven vorgestellt. Sie umfassen den Großteil des ikonographischen Materials, das den Webern in der Zeit der Spätantike und des frühen Christentums zur Verfügung stand. Deswegen lässt sich an etlichen Beispielen der Übergang von einer paganen zu einer christlich geprägten Thematik nachvollziehen, wodurch die Rolle der koptischen Kunst als Brücke zwischen Heiden- und Christentum verdeutlicht wird. Bei der Realisierung dieses Projekts war eine anschauliche und möglichst ausführliche Bilddokumentation ein vordringliches Anliegen. Deswegen wurde für diese Publikation der Entwicklung neuer Medien Rechnung getragen und dem Katalog eine Bild-CD beigegeben. Auf ihr sind alle Stoffe, teilweise mit bis zu einem halben Dutzend Detailaufnahmen, im jpg-Format dokumentiert. Um eine möglichst hohe Bildqualität zu erzielen, wurden die Textilien, soweit möglich eingescannt, also ohne den Umweg über das Fotografieren direkt digital erfasst. Das hat entscheidende Vorteile, denn so können die Textilien am Bildschirm in starker Vergrößerung und damit in allen Details betrachtet werden. Selbst im Original weniger gut erkennbare Partien können durch digitale Bearbeitung (Helligkeitswechsel, Kontrastverstärkungen) besser visualisiert werden.
Die Tatsache, dass nun am Bildschirm unter Umständen mehr Einzelheiten zu erkennen sind als am Original und erst recht auf Buchabbildungen, eröffnet für die wissenschaftliche Diskussion natürlich ganz neue Perspektiven. Speziell die Diskussion z.B. über Darstellungen, deren ikonographischer Gehalt noch nicht entschlüsselt worden ist, sollte auf diese Weise eine deutliche Belebung erfahren. 57 der insgesamt 150 Stoffe werden aber in der herkömmlichen Bildform im Buch selbst auf Tafeln präsentiert, so dass sich auch beim „normalen„ Lesen durchaus ein guter Eindruck der Sammlung gewinnen lässt.
Verzeichnis der typographischen Einblattdrucke des 15. Jahrhunderts im Heiligen Römischen Reich deutscher Nation. Von Falk Eisermann. 2004. 3 Bde., Bd.1: 360 S., 100 Tafeln; Bd. 2: 636 S., Bd. 3: 652 S., 100 Abb. Ln., 24 cm, EUR 148,- ISBN: 3-89500-374-1 L, Reichert
Das VE 15 enthält Beschreibungen von etwa 2150 typographischen Einblattdrucken des 15. und frühen 16. Jahrhunderts, von denen viele hier erstmals erfaßt werden. Neben der bibliographischen Erschließung bietet der Katalog ausführliche Kommentare zu druck- und überlieferungsgeschichtlichen, literarischen, historischen und kunsthistorischen Problemen. Register und Konkordanzen erschließen das Verzeichnis. 100 Abbildungen bieten einen repräsentativen Überblick über die Vielfalt des Materials. Das VE 15 dokumentiert umfassend die Bedeutung des Einblattdrucks für die Medienwelt des 15. Jahrhunderts und stellt einen großen Quellenfundus für viele an der Kultur des späten Mittelalters interessierte Disziplinen bereit.
Governing the Holy City. The Interaction of Social Groups in Jerusalem between the Fatimid and the Ottoman Period. Hrsg.: Korn, Lorenz. 2004. EUR 39,- ISBN: 3-89500-404-9 L, Reichert
The history of Jerusalem during the Islamic Middle Ages was not confined to the foundation of sanc-tuaries, and the struggle over their control — even if these aspects could not be ignored in the context of Jerusalem. Different kinds of sources — buildings, inscriptions, documents and chronicles — inform us about the history of Jerusalem between the Fatimids and the Ottomans, and on the changing social and political factors which shaped the urban environment.

Jerusalem im islamischen Mittelalter — zwischen Fatimiden und Osmanen — hat vor allem durch seine Heiligtümer, die die Stadt zum wichtigsten muslimischen Heiligtum nach Mekka und Medina erheben, Aufmerksamkeit erfahren. Die umayyadische Ausgestaltung des ehemals jüdischen Tempelberges knüpfte an die alten Heiligtumstraditionen an und schuf ein einzigartiges architektonisches Ensemble. Auch wenn diese Prägung an keiner Stelle außer Acht gelassen werden kann, nähert sich Governing the Holy City dem Phänomen des islamischen Jerusalem aus einem anderen Blickwinkel: Wie behandelten Herrscher und Gouverneure die Stadt, und wie lebten darin die verschiedenen gesellschaftlichen Gruppen?
Die in diesem Buch versammelten Aufsätze behandeln Themen aus der Geschichte Jerusalems über einen Zeitraum von über sechshundert Jahren. Kann man in Anbetracht der politischen Wechselfälle von einer kontinuierlichen gesellschaftlichen Entwicklung in Jerusalem sprechen? Wie stellt sich die Situation während und nach der Kreuzfahrerherrschaft in dieser Hinsicht dar? Wandelte sich die Beteiligung gesellschaftlicher Gruppen an städtischen Angelegenheiten?
Wie artikulierte sich Opposition? Welche Art von Selbstdarstellung betrieb die politische Führung? Unter diesen Vorzeichen lassen sich verschiedene Aspekte der politischen Kontrolle über die Stadt darstellen. Dabei werden die verschiedensten Quellen berücksichtigt: Sie reichen von Bauten über Inschriften und Urkunden bis zu chronikalischer Literatur. Die Beiträge zu diesem Sammelband gehen auf ein Panel auf dem 28. Deutschen Orientalistentag in Bamberg zurück. Teilnehmer verschiedener Nationalität, darunter insbesondere Palästinen-ser und Israelis, diskutierten die Geschichte des islamischen Jerusalem.
Aus der Perspektive des Historikers wird nicht nur deutlich, dass die Herrschaft über die Stadt immer wieder umstritten war, sondern auch, wie Mechanismen von Herrschaft und Opposition funktionierten.

Fachgebiete:
Islamwissenschaft, Mittelalterliche Geschichte, Byzantinistik, Osmanistik/Turkologie, Kunstgeschichte
Theis, Lioba: Flankenräume im mittelbyzantinischen Kirchenbau. Zur Befundsicherung, Rekonstruktion und Bedeutung einer verschwundenen architektonischen Form in Konstantinopel. 2004. 376 S., 259 Abb. 24 cm. (Spätantike Frühes Christentum Byzanz. B 18) Gb EUR 98,- ISBN: 3-89500-359-X L, Reichert
Spätbyzantinische Kirchenanlagen (seit dem 13. Jh.) in den ehemaligen Kernbereichen von Byzanz, besonders in Konstantinopel, Griechenland, aber auch auf dem Balkan sind in der Regel viel-teilig. Sie bestehen aus dem Kernbau von Bema, Naos und Narthex und werden häufig auf Nord- und Südseite von Nebenräumen flankiert. Die vorliegende Untersuchung erbringt den Beweis, daß solche Anlagen schon in mittelbyzantinischer Zeit (sicher seit dem 10. Jh.) in der Hauptstadt Konstantinopel entwickelt wurden und sich von dort in den byzantinischen Kernlanden, aber auch in allen von Byzanz beeinflußten Ländern (z.B. in Russland) verbreitet haben. Form und Funktion dieser Raumteile im Verhältnis zum Gesamtbau werden anhand des archäologischen Befundes der konstantinopolitanischen Beispiele exemplarisch untersucht.
Monumenta Artis Romanae (MAR). Hg. vom Forschungsarchiv für Antike Plastik am Archäologischen Institut der Universität zu Köln. Band II: Römische Skulpturen des späten Hellenismus und der Kaiserzeit. Teil 2: Werke nach Vorlagen und Bildformeln hellenistischer Zeit sowie die Skulpturen in den Magazinen (= MAR XXXIV). Bearbeitet von Christiane Vorster. 2004. 376 S., 560 s/w-Abb., 24 cm, Ln., EUR 110,- ISBN: 3-89500-392-1 L, Reichert
Mit dem vorliegenden Katalogband wird die Publikation der rundplastischen Idealskulpturen des Museo Gregoriano Profano zum Abschluß gebracht. Im Hauptteil des 172 Denkmäler umfassenden Kataloges werden die im Museum ausgestellten Skulpturen, die hellenistischen Vorbildern folgen, in ausführlichen Katalogtexten vorgelegt. Ein zweiter Teil ist den magazinierten Skulpturen gewidmet, deren Bearbeitung erst durch einen Ende der 90er Jahre erfolgten Umbau der vatikanischen Skulpturenmagazine möglich wurde. Ziel des Katalog ist, die besprochenen Skulpturen nicht nur typologisch und chronologisch einzuordnen, sondern sie darüberhinaus als Elemente einer umfassenden römischen Bildsprache verständlich zu machen.
Fleischer, Andrea: Zisterzienserabt und Skriptorium. Salem unter Eberhard I. von Rohrdorf (1191-1240). 2004. 324 S., 95 Abb. 24 cm. Ln EUR 68,- ISBN: 3-89500-315-8 L, Reichert
Im Zentrum dieser Arbeit steht das Zisterzienserkloster Salem, das 1134 gegründet wurde und durch seine Nähe zum Bodensee in eine Kulturlandschaft eingebunden ist. Zu nennen sind die Klöster Reichenau, St. Gallen, Weißenau, Weingarten, die Konstanzer Dombibliothek und auch das weiter entfernt gelegene Zwiefalten.
Unter dem fünften Abt von Salem, Eberhard I. aus der einflussreichen Familie der Grafen von Rohrdorf bei Meßkirch, erlebte das Zisterzienserkloster eine wirtschaftliche Prosperität, die auch dem Skriptorium einen ersten Höhepunkt beschied. In einer ausführlichen paläographischen Untersuchung wird die Salemer Schreibschule dieser Zeit rekonstruiert, und in einem kunsthistorischen Teil werden die verschiedenen Initialstile der Werkstatt untersucht.
Auf diesen Grundlagen basieren die nachfolgenden Fragestellungen, inwieweit die Ausstattung der Salemer Handschriften mit den rigiden Statuten des Zisterzienserordens konform ist und den ästhetischen Vorstellungen des bedeutendsten Zisterziensers Bernhard von Clairvaux entsprechen. Dabei wird das Skriptorium sowohl im Vergleich mit seinem zisterziensischen Schwesterkloster Kaisheim betrachtet als auch im Spannungsfeld seiner Eingebundenheit in eine bereits bestehende Klosterlandschaft — hervorzuheben sei das Kloster Weingarten unter Abt Berthold und Zwiefalten mit Reinhard von Munderkingen. Im Folgenden wird die Wissenschaftspflege der Zisterzienser behandelt sowie zusammengestellt, welche Texte in der Salemer Klosterbibliothek zu Beginn des XIII. Jahrhunderts abgeschrieben und gesammelt wurden. Schließlich erfährt die eigene literarische Produktion eine besondere Würdigung. Aus der Feder eines gewissen Johannes Gallus sind Gedichte auf Dietheim von Krenkingen, dem Abt von der Reichenau und Bischof von Konstanz, der in Salem seine letzte Ruhestätte fand, ebenso überliefert wie ein Epitaphgedicht auf zwei bislang unbekannte Grafen, die als Mitglieder der Familie des Eberhard von Rohrdorf identifiziert werden konnten und als Laien in Salem ebenfalls eine Grabliege erhielten.
Einen besonderen Höhepunkt bilden aber die Verse des Johannes Gallus über den Staufer Philipp von Schwaben, der 1208 in Bamberg hinterrücks ermordet wurde. Diese werden mit anderen zeitgenössischen Gedichten über den Königsmord zu Bamberg verglichen. Ferner wird eine Vision über ein Eucharistiewunder — auf Abt Eberhards Veranlassung in Salem niedergeschrieben — in dieser Arbeit nach der Urfassung ediert. Mit der Zusammenstellung der Texte, die in Salem gesammelt wurden, und der Würdigung der eigenen literarischen Produktion gelang es, das bislang gültige Bild zu revidieren, dass Eberhard von Rohrdorf ein nüchterner Zisterzienser gewesen wäre, der sich um kulturelle Angelegenheiten wenig Verdienste erworben hätte. Vielmehr förderte und kultivierte der Zisterzienserabt die Hagiographie und die Visions- und Mirakelliteratur sowie die Memoria an Menschen, die mit Salem verbunden waren, in hohem Maße.
Contributions to Tibetan Studies, Edited by David P. Jackson, Vol. 2. Die Statue und der Tempel des Arya Va-ti bzang-po. Ein Beitrag zu Geschichte und Geographie des tibetischen Buddhismus. Von Franz-Karl Ehrhard. 2004. 656 S. 65 Abb. und Faltkarte, Ln., EUR 98,- ISBN: 3-89500-306-9 L, Reichert
Studie zum Kult des Bodhisattva Avalokitesvara in Mang-yul sKyid-grong im südwestlichen Tibet anhand eines Pilgerführers des Brag-dkar rta-so sPrul-sku Chos-kyi dbang-phyug (1775– 1837). Neben der annotierten Übersetzung dieses als Manuskript erhaltenen Werkes werden weiterhin zwei als Blockdrucke erhaltene Texte aus dem 16. Jh. vorgestellt, die als älteste xylographierte Pilgerführer des tibetischen Kulturraumes gelten. Damit kann die religiöse Geographie einer Region erhellt werden, die einen zentralen Platz im kulturellen Gedächtnis der Tibeter einnimmt. Die für die Tibetologie und verwandte Disziplinen erstmals zugänglich gemachten Quellen enthalten auch Lobpreise für das Standbild aus der Feder verschiedener Vertreter der Inkarnationsreihe der Dalai Lamas.
Böhm, Stephanie: Klassizistische Weihreliefs. Zur römischen Rezeption griechischer Votivbilder. 2004. 132 S., 81 Abb. 29 cm. (Palilia 13) Pb EUR 22,- ISBN: 3-89500-383-2 L, Reichert
In diesem Band werden römische Marmorreliefs mit Götterbildern vorgestellt, die in der Art klassischer Weihreliefs gestaltet sind. Es handelt sich um klassizistische Arbeiten der späten Republik und Kaiserzeit, die sich am Vorbild der griechischen Votive orientieren, diese aber nicht kopieren. Die eigenständige Leistung der klassizistischen Bildhauer besteht darin, eklektische Neuschöpfungen geschaffen zu haben, deren Charakter sich in der Rezeption von Bildkompositionen und Figurentypen sowie in der architektonischen Gestaltung und im Format offenbart. Im Hinblick auf die Figurentypologie bediente man sich auch der Anregungen, die spätklassische Urkunden- und Grabreliefs boten. Doch nicht nur retrospektive Züge kennzeichnen die Reliefs als klassizistische Neuschöpfungen. Oft fließen beim eklektischen Kombinieren auch Elemente des zeitgenössischen Bildrepertoires ein.
Bemerkenswert ist indes die Stilsicherheit, durch die sich klassizistisch arbeitende Werkstätten auszeichnen. Stilformeln der Klassik werden derart gekonnt eingesetzt, daß ein Relief, dessen Figurenschmuck zum größten Teil aus eklektischen Neuschöpfungen besteht, einen ungewöhnlich klassischen Eindruck evoziert.
Besonders enge Verbindungen bestehen zwischen den klassizistischen Reliefs und den verschiedenen Denkmälergattungen des römischen Ausstattungsluxus. Innerhalb des römisch-klassizistischen Kunstbetriebes muß für die klassizistischen Weihreliefs jedoch der Status einer eigenständigen Denkmälergattung postuliert werden.

Joining Greek tradition was seeked by the sculptors who produced the marble reliefs dealt with in this study: reliefs which are held in the manner of Greek classical votive reliefs. But in fact they are no productions of the fifth or fourth century B.C., but classicist creations, dating of the late Roman Republican or imperial period. The artist’s aim was not to copy the classical prototypes. They were understood as source of inspiration. The results were creations of obviously ecclectic character basing on the reception of pictorial compositions and typology of Greek relief art. There are many features in common with other categories of Roman decorative art. Nevertheless the function of the classicist votive reliefs was not purely decorative.
Über die Autorin:
Prof. Dr. Stephanie Böhm, geb. 1958, Studium der Klass. Archäologie, Vor- und Frühgeschichte und Alten Geschichte in Heidelberg und Bonn. Promotion 1986 in Heidelberg.
Reisestipendium des Deutschen Archäologischen Instituts 1986-87. 1988-1995 Wissenschaftliche Assistentin am Archäologischen Institut Bonn. 1994 Habilitation in
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