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Reichert, Dr. Ludwig Verlag

 
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»Selbstbetrachtungen« und Selbstdarstellungen - »Meditations« and Representations. Der Philosoph und Kaiser Marc Aurel im interdisziplinären Licht. The Philosopher and Emperor Marcus Aurelius in an interdisciplinary light. Akten des Interdisziplinären Kolloquiums Köln 23. bis 25. Juli 2009. Hrsg.: Ackeren, Marcel van; Hrsg.: Opsomer, Jan. Schriften des Lehr- und Forschungszentrums für die antiken Kulturen des Mittelmeerraumes – Centre for Mediterranean Cultures (9). 2014. 400 S. 40 Abb. 24 x 17 cm. Pb. EUR 49,00. CHF 65,90 ISBN: 978-3-89500-929-7 L, Reichert
Marc Aurel war römischer Kaiser und der letzte bedeutende stoische Philosoph in der Antike. Seine Selbstbetrachtungen sind eines der meistgelesenen und über die Fachwelt hinaus bekannten antiken Schriftstücke. Er ist daher wie kaum eine andere antike Figur Gegenstand eines so großen Spektrums von Forschungsdiziplinen. Im vorliegenden Sammelband, der auf der ersten Tagung zu Marc Aurel (2009 in Köln) basiert, werden aktuelle Forschungsbeiträge aus den Fächern Geschichtswissenschaft, Archäologie, Philosophie, Philologie, Numismatik, Rhetorik, Rechtsgeschichte und Literaturwissenschaft vereint.
Politics of Qat. The Role of a Drug in Ruling Yemen. Gatter, Peer. Jemen-Studien (20). 2014. Engl. 880 S. 14 s/w- und 13 fb. Karten, 409 sw u. 84 fb. Abb, 63 Tabelle(n), 32 Abb. 28 x 21 cm. Gb. EUR 98,00. CHF 129,00 ISBN: 978-3-89500-910-5 L, Reichert
For Imam Yahya, one of Yemen's last kings, qat was a delight that he praised in poems. For his adversary, the revolutionary al-Zubayri, the plant was the "devil in the shape of a tree".
Still today the views on qat greatly diverge. For some, qat farming is the perpetuum mobile of Yemen's rural economy and qat chewing an age-old social pursuit that has helped to preserve Yemeni identity in a rapidly changing world. For others, qat is the main inhibitor of human and economic development in Yemen and is to blame for poverty and corruption, the depletion of Yemen's water resources and the country's sloppy approach to fighting Islamist terror.
While some believe that qat chewing was the very motor of Yemen's "Arab Spring", others hold it responsible for Yemen's muddled revolution with its high blood toll. In internet blogs even al-Qaeda, its affiliates, and sympathizers discuss the pros and cons of the drug, and a number of Yemeni suicide bombers have met their fate with qat-filled cheeks. A final decision of al-Qaeda on what stance to adopt towards the drug has seemingly been postponed. The Jihadists want to avoid alienating Yemen's population with a premature ban of the popular stimulant before having gained firm control over the country. Al-Qaeda has learned from the mistakes of its Islamist sister organization, the al-Shabab militia in war-torn Somalia.
With Yemen's 2011 "Youth Revolution", a decade of half-hearted qat policies and missed opportunities has come to an end - a decade, however, that has succeeded in lifting the veil of silence that was cast over qat in media and politics after President Ali Abdullah Salih came to power in 1978. This whitewash had been part of a ruling bargain between the Salih regime and the unruly tribes that had imparted highland Yemen several decades of relative stability and Salih a 33-year rule.
With the forecast depletion of Yemen's oil and gas reserves within the next decade, the economic importance of qat will further increase and will bring about an important shift in the balance of power from the central government towards the qat producing highland tribes. The challenge of addressing the qat problem is thus tremendous for Yemen's policy makers. While the transitional government is hesitant about its future qat course, Yemen's anti-qat activists have seized the current, favorable climate of change. Emboldened by Yemen's revolution and the ouster of President Salih they have recently launched a series of campaigns against the drug, dubbed a "revolution on one's self ".
Die Inschriften des Landkreises Hildesheim. Wulf, Christine. Die Deutschen Inschriften (88); Göttinger Reihe (16). 2014. 560 S. 164 Abb. 43 fb. Abb. 27 x 19 cm. Gb. EUR 69,00 CHF 89,00 ISBN: 978-3-89500-967-9 L, Reichert
Der Band bietet eine kommentierte Edition von ca. 450 Inschriftentexten sowie Jahreszahlen und Initialen von 83 weiteren Objekten aus einer dörflich geprägten Region Niedersachsens. Einen Schwerpunkt bilden die knapp 100 Glockeninschriften, die einen authentischen Einblick in die Hildesheimer Glockenlandschaft mit ihren verschiedenen Gußwerkstätten gestatten. Die zahlreichen Grabinschriften dokumentieren die Memorialkultur vor allem des ländlichen Adels sowie der evangelischen Pastoren und der herzoglichen Amtmänner. Neben den Glockeninschriften geben die Inschriften auf Altarretabeln, Opferstöcken und Kelchen wertvolle Hinweise u. a. darauf, wie sich das Innere der Kirchen durch die Reformation verändert hat und welche Rolle Stiftungen und Stifter dabei gespielt haben. Nur etwa 60 Inschriftentexte stammen aus mittelalterlicher Zeit, der Schwerpunkt der Überlieferung liegt in der frühen Neuzeit. Zusammen mit den bereits vorliegenden Inschriften der Stadt Hildesheim (DI 58) wird nunmehr auf der Grundlage von fast 1500 Inschriften, Initialen und Daten das Spannungsfeld von Peripherie und Zentrum für ein zentrales Gebiet der ehemaligen welfischen Territorien in der inschriftlichen Überlieferung sichtbar.
Zeitschrift für Archäologie Außereuropäischer Kulturen. Band 5, 2013. Dtsch.es Archäologisches Institut. Kommission für Archäologie Außereuropäischer Kulturen. Zeitschrift für Archäologie Außereuropäischer Kulturen (5). 2014. 368 S. 63 Abb. 275 fb. Abb. 28 x 20 cm. Gb. EUR 110,00 CHF 148,00 ISBN: 978-3-89500-993-8 L, Reichert
Straßen von der Frühgeschichte bis in die Moderne. Verkehrswege – Kulturträger – Lebensraum. Hrsg.: Fischer, Thomas; Horn, Heinz Günter. 2014. 344 S. 72 sw. Abb., 3 Tabelle(n). 24 x 17 cm. Pb. EUR 39,90. CHF 53,90 ISBN: 978-3-89500-930-3 L, Reichert
Straßen waren zu allen Zeiten der Schlüssel zur Erschließung neuer Räume und zum Austausch von Waren und Wissen. Als verbindendes Element zwischen Landschaften, Völkern und Kulturen gehören sie zu den Grundpfeilern gesellschaftlicher und wirtschaftlicher Entwicklung. Ziel des Kolloquiums war es, das Phänomen Straße interdisziplinär und aus unterschiedlichen Perspektiven zu diskutieren. Ein besonderes Anliegen lag darin, über die nahe liegende Präsentation von einzelnen Straßentrassen, Magistralen oder von Straßenkategorien hinauszugehen und sowohl die räumliche als auch die soziologische und zeitliche Dimension des Verkehrsbauwerkes Straße zu betrachten. Wie wird der Kulturträger Straße in verschiedenen zeitlichen Epochen, in der Antike oder im Mittelalter, wahrgenommen? Welchen Stellenwert hatte das Reisen? Mit welchen Risiken und Mühen war Mobilität behaftet? Was kennzeichnet die Gegenwart, vor allem aber was die Zukunft der Straße? Die Autoren des vorliegenden Bandes besprechen diese Fragestellungen und versuchen mögliche Antworten aufzuzeigen.
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Märchen und Geschichten der Beduinen im Sinai. Victor, Marion. 2013. 96 S. 7sw u. 20 fb. Abb. 21 x 15 cm. Pb. EUR 12,90. CHF 18,90 ISBN: 978-3-89500-985-3 L, Reichert
Der vorliegende Band versammelt erstmals Märchen und Geschichten von Beduinen aus der Stein- und Bergwüste des Sinai und erzählt von einer Welt, die gleich hinter den hohen Mauern der großen Hotelresorts beginnt.
Die jahrhundertealte Kultur der Beduinen ist geprägt von einer oralen Tradition. Ihr Leben wurde bestimmt von Wanderung und Armut. Eine Schrift- und Buchkultur konnte in diesem Umfeld nicht entstehen. Trotzdem gab es Literatur, Gedichte und Geschichten. Eine erste Sammlung von Gedichten der Beduinen legte in den 80er Jahren des vergangenen Jahrhunderts der Amerikaner Clinton Bailey vor.
Im Zuge der Sesshaftmachung der Beduinen, der Entdeckung des Landes für den Tourismus sowie mit dem Einzug der neuen Medien an den Küsten des Roten Meeres und des Golfs von Aquaba ist diese uralte Kultur im Verschwinden begriffen.
Noch gibt es einige Beduinen, die abends am Feuer unterm Sternenhimmel diese Geschichten erzählen. Aber es ist bei der Geschwindigkeit der Entwicklung absehbar, dass sie ganz aus dem kulturellen Gedächtnis der Beduinen verschwinden. Schon jetzt weisen die Geschichten Sprünge und Lücken auf, erscheinen sie uns, vergleichbar archäologischen Funden, bruchstückhaft.
Doch in der Summe ergeben die 30 Märchen und Geschichten dieses Bandes ein farbiges Bild des Beduinenlebens. Sie erzählen vom Unterwegssein, davon wie das Gehen das Leben bestimmt. Sie berichten von der Bedeutung des Kamels und des Wassers, von einem überaus harten Überlebenskampf, von Treue und Gastfreundschaft.
Die Funktion der Märchen wie der Geschichten war Regeln des Zusammenlebens und Überlebens zu vermitteln und weiterzugeben. Bei aller Fremdheit sind doch die Ähnlichkeiten zu unseren Märchen auch verblüffend, erinnern sie doch zum Teil deutlich an unsere Märchen der Brüder Grimm.
Darüber hinaus sind die Geschichten in eine lebendige Beschreibung des heutigen Alltags der Beduinen eingebettet. Sie lassen so deutlich werden, was von diesem Bild einer im Untergang begriffenen Kultur heute noch gültig ist.
Der Band richtet sich sowohl an den Märchenforscher und -liebhaber wie an alle, die mehr als die glänzenden Fassaden der großen Hotelresorts auf dem Sinai sehen wollen und einen Einblick in die Kultur der Beduinen gewinnen möchten.
Die Alttürkenzeit in Mittel- und Zentralasien. Archäologische und historische Studien. Stark, Sören. Nomaden und Sesshafte. SFB Differenz und Integration. Wechselwirkung zwischen nomadischen und sesshaften Lebensformen in Zivilisationen der Alten Welt (06). 2013 608 S. 116 Abb, 7 Karte(n). 24 x 17 cm. Gb. EUR 99,00. CHF 129,00 ISBN: 978-3-89500-532-9 L, Reichert
Zwischen der Mitte des 6. und der Mitte des 8. Jahrhunderts prägte die Großreichsbildung der Türk bzw. ihrer Teilstaaten die Kulturgeschichte der Eurasischen Landmasse über weite Strecken. Während dieser als "Alttürkenzeit" bezeichneten Periode erlebten die wechselseitigen politischen, kommerziellen und kulturellen Verflechtungen zwischen der pastoralnomadischen Welt Zentralasiens und ihren sesshaften Nachbarn in Iran, China und in den Oasen der Turanischen Senke bzw. des Tarimbeckens eine bemerkenswerte Blüte.
Im Fokus der vorliegenden Studie stehen dabei die politischen, sozialen und kulturellen Beziehungen zwischen den Türk-Nomaden und der sesshaften Oasenbevölkerung des Mawarannahr. Die hier in unmittelbar vorislamischer Zeit existierenden Kleinfürstentümer Sogdiens und der benachbarten Mikrooasen standen in regem politischen und kulturellen Austausch mit den offenen Steppen und den dortigen politischen Entitäten der Türk bzw. der Türgeš. Zugleich sind insbesondere Sogder für diesen Zeitraum nicht nur als Fernhändler und Kolonisten mannigfach entlang der Fernhandelsrouten zwischen der Krim und Nordchina nachgewiesen, sondern spielten auch an den Ordu der Türk Qayane eine wichtige Rolle als Handwerker, Beamte, Söldner, Missionare sowie als persönliche Gefolgsleute der nomadischen Reichseliten.
Ziel der Untersuchung ist eine diffenzierende Analyse dieses Wechselspiels auf Grundlage archäologischer, literarischer und epigraphischer Quellen. Hierzu unterzieht Sören Stark zunächst auf archäologischer Ebene die charakteristischen Elemente der materiellen Kultur des alttürkischen Kulturkreises einer kritischen Diskussion. Unter Einbeziehung der verfügbaren literarischen und epigraphischen Quellen betrachtet er sodann jene politischen und sozialen Strukturen und Prozesse genauer, innerhalb derer in alttürkischer Zeit Pastoralnomaden im Kontext der Gesellschaft und Kultur des sesshaften Mawarannahr bzw. sesshafte Mittelasiaten im Bereich pastoralnomadischer Staatlichkeit eine prominente Rolle spielten. Abschließend geht er der Frage nach, inwiefern sich diese Strukturen und Prozesse im archäologischen Material der sesshaften Kultursphäre des Mawarannahr abbilden, welchen Segmenten der Sach- und Geisteskultur und welchen sozialen Gruppen sie vornehmlich zugeordnet werden können. Zur Beantwortung dieser Fragen lässt die vorliegende Studie gleichermaßen archäologische als auch Textquellen zu Wort kommen.
Ciudades Mayas del Noreste del Petén, Guatemala. Análisis urbanístico y conservación. Quintana, Oscar. Forschungen zur Archäologie Außereuropäischer Kulturen (11). 2013 Spanisch. 270 S. 286 z.Tl. fb. Abb, 11 Tabellen. 29 x 19 cm. Gb. EUR 88,00. CHF 119,00 ISBN: 978-3-89500-942-6 L, Reichert
La región noreste de Petén poseyó durante el periodo prehispánico maya una especial condición de desarrollo cultural, político y constructivo. Prácticamente todo el cuadrante noreste estuvo en actividad productiva por espacio de 1200 anos (300 a. C. – 900 d. C.). En este territorio se encuentra Tikal, la poderosa gran urbe de las tierras bajas centrales mayas. Tikal es sin duda la ciudad maya más conocida e investigada de Guatemala. Pero Tikal sola, sin yacimientos como Nakum, Yaxhá, El Zotz, Uaxactún, Xultú muchos otras más, no hubiera podido funcionar como cabeza de un sistema regional. Todas las partes del conjunto, con centros urbanos grandes y pequenos, fueron importantes para producir una cultura local muy particular y espectacular de categoría mundial.
El libro se divide en cuatro partes. Luego de una exposición general, que explica los antecedentes, y la metodología de trabajo, se presenta el registro de los datos de campo. El Catálogo muestra 64 “fi chas técnicas” nuevas. De estos centros urbanos mayas, 28 son mostrados por primera vez. El nuevo corpus es presentado uno por uno, con su descripción escrita y gráfica.
Esta información individual es luego resumida y agrupada en diferentes cuadros, todos con el mismo método y calidad para ser comparables unos con otros. Importante también es el plano general de la región, el cual incorpora actualizados, los 128 sitios arqueológicos registrados hasta ahora.
Die Codices iconographici der Bayerischen Staatsbibliothek. Teil 1: Die Handschriften des Mittelalters und der Frühen Neuzeit bis zur Mitte des 17. JahrhundertS Reuter, Marianne. Katalog der illuminierten Handschriften der Bayerischen Staatsbibliothek in München (8). 2013 360 S. 60 fb. Abb auf 40 Tafeln, 46 fb. Abb. 32 x 25 cm. Gb. EUR 148,00. CHF 199,00 ISBN: 978-3-89500-848-1 L, Reichert
Der Fonds der »Codices iconographici« der Bayerischen Staatsbibliothek München umfasst spätmittelalterliche und frühneuzeitliche Bilderhandschriften und Bildsammlungen mit nur geringem Textanteil. Er ist thematisch gegliedert und enthält u.a. Werke zur Architektur, Astronomie, Botanik, Genealogie, Heraldik, zum Kostüm- und Kriegswesen und zur Zoographie. Der Katalog enthält detaillierte Beschreibungen der vor der Mitte des 17. Jahrhunderts entstandenen Handschriften.
Capua - Grab und Gemeinschaft. Eine kontextuelle Analyse der Nekropole Fornaci (570 bis 400 v. Chr.). Thiermann, Ellen. Italiká (1). 2013 322 S. 207 fb. Abb, 98 s/w-Abb und 14 Pläne auf Tafeln. 30 x 21 cm. Gb. EUR 98,00. CHF 129,00 ISBN: 978-3-89500-844-3 L, Reichert
Capua gehörte zu den ältesten und bedeutendsten Städten Kampaniens im Altertum. Bereits in der Eisenzeit gegründet, entwickelte sich die Siedlung ab dem Beginn des 6. Jahrhunderts v. Chr. zur Stadt. Diese Phase der Urbanisierung und der künstlerischen Blüte wird historisch oft als die etruskische Periode Capuas bezeichnet. Einigen Schriftquellen zufolge sollen die Etrusker die Stadt gegründet oder kolonisiert haben. Die meist isolierten, aber oft spektakulären archäologischen Funde aus Capua aus dieser Zeit wurden zur Rekonstruktion einer etruskischen Herrschaft herangezogen.
Die bewegte archäologische Forschungsgeschichte des modernen Santa Maria Capua Vetere hat allerdings - insbesondere hinsichtlich der Nekropolen - ein problematisches Erbe hinterlassen. Das einzige systematisch freigelegte Gräberfeld in località Fornaci mit über 1500 Gräbern von der Eisenzeit bis zum Ende des 5. Jahrhunderts v. Chr. war trotz der herausragenden Bedeutung dieses Befundes bisher nur in Ausschnitten bekannt.
In diesem Buch werden nun die gesamten Befunde der letzten beiden Phasen V und VI (570 bis 400 v. Chr.) der Nekropole in località Fornaci vorgelegt. Die Auswertung der bislang unbekannten Grabungsdokumentation und der Funde erlaubt erstmals Einsichten in die räumliche Struktur der Nekropole sowie eine Einbindung der Objekte in ihren ursprünglichen Kontext. In einem Katalog werden Pläne der Nekropole, eine Beschreibung jedes Grabkontextes sowie eine fotografische und zeichnerische Dokumentation der Funde präsentiert.
Auf dieser signifikant erweiterten Befundbasis baut eine umfassende Analyse der Capuaner Bestattungssitten in der archaischen und frühklassischen Zeit auf. Eine Auseinandersetzung mit den methodischen und theoretischen Problemen der Gräberfeldanalyse schafft zunächst den Rahmen für die Untersuchung dieser spezifischen Nekropole und der mit ihr verbundenen Problematiken. In einem eigenen Kapitel werden alle älteren Quellen zu den Capuaner Nekropolen ausgewertet. Dazu gehören die Bestände in internationalen Museen und die überlieferten Befunde der Grabungen des 19. Jahrhunderts.
In der folgenden Gräberfeldstudie werden - in fünf Ebenen gegliedert -, die topografische Situation des Bestattungsplatzes, die innere Struktur der Nekropole, Grabbau und Bestattungsritus, Grabbausstattung und Grabritual sowie die Funde nach Klassen ausführlich beschrieben und diskutiert.
Diese kontextuelle Analyse erlaubt es Ellen Thiermann, anhand der Nekropolen eine microstoria der Gemeinschaft zu entwerfen. Diese spiegelt weniger vermeintliche Kolonisationsprozesse oder historische Ereignisse wider, sondern gewährt neue Einblicke in die soziale Organisation der Gemeinschaft, kollektive Identitäten und die Repräsentation der capuanischen Eliten. Mit diesem ersten Band der neu gegründeten Reihe "Italiká" wird ein bedeutender Beitrag zur Aufarbeitung des archäologischen Erbes des antiken Capua geleistet und werden innovative Wege in der Interpretation von Nekropolenbefunden beschritten.
Über diese Reihe:
Mit der neuen Reihe "Italiká", die ausschließlich die Archäologie Altitaliens mit all ihren Bereichen zum Thema hat und damit einem rapide anwachsenden Forschungsinteresse entgegenkommt, schließt sich eine Lücke in der deutschsprachigen Bücherwelt. Das deutliche Profil ergab sich aus dem großen Interesse für die Archäologie des vorrömischen Italien in der deutschsprachigen Forschung und an der entsprechenden Zahl aktueller Qualifikationsarbeiten, zu denen auch die ersten drei konzipierten Bände gehören.
Die neue Reihe Italiká wird monographische Werke und thematisch einheitliche Sammelschriften aus allen Gebieten der Altertumskunde aufzunehmen, die sich im weitesten Sinne mit Quellen, Befunden und Funden zu den Bevölkerungsgruppen auf dem Territorium des heutigen Italien in vorrömischer Zeit befassen und methodisch und theoretisch innovative Ansätze bieten, die das weit gefächerte Spektrum der komplexen Welt der Kulturkontakte exemplarisch beleuchten.
Die unverzierte frühislamische Keramik aus Kharab Sayyar, Nordostsyrien.Falb, Christian. Dtsch-Syrische Ausgrabungen im islamischen Kharab Sayyar (1). 2013 176 S. 222 Strichzeichnungen, 24 s/w-Fotos und 29 fb. Abb auf Tafeln. 30 x 21 cm. Gb. EUR 78,00. CHF 105,00 ISBN: 978-3-89500-853-5 L, Reichert
Die Archäologie der frühislamischen Zeit stellt im Vergleich zu anderen archäologischen Disziplinen einen noch jungen Wissenschaftsbereich dar, in dem es vor allem im Rahmen der Keramikforschung als Grundpfeiler zur kulturellen und chronologischen Einordnung eines Fundplatzes grundlegend noch eine Reihe von Forschungslücken zu schließen gilt. In dem vorliegenden Werk wird die unverzierte, d. h. nicht mit aufwendigem plastischen Dekor, Malerei oder Glasur versehene Gebrauchskeramik aus dem seit 1997 von der Goethe-Universität Frankfurt am Main erforschten frühislamischen Fundort Kharab Sayyar in Nordostsyrien präsentiert und so erstmals der wissenschaftlichen Forschung zugänglich gemacht. Mithilfe eines, durch makroskopische und warentechnische Betrachtungen erstellten Warenkataloges, sowie eines umfangreichen, auf Tafeln zeichnerisch und fotografisch dokumentierten Typenkataloges werden Vergleiche zu dem Fundmaterial aus frühislamischen Fundorten in Syrien, der Türkei, dem Irak, Jordanien und dem Libanon angestellt und so eine kulturelle und chronologische Einordnung der frühislamischen Stadt Kharab Sayyar innerhalb ihres kulturgeschichtlichen und politischen Umfeldes und der Region ermöglicht. Zudem lassen an Proben der verschiedenen keramischen Waren durchgeführte naturwissenschaftliche Studien in Form von Röntgenfluoreszenzanalysen und Dünnschliffuntersuchungen spezifische chemische und petrografische Merkmale der Waren erkennen, die zu Erkenntnissen in Bezug auf den Herstellungsprozess und die verwendeten Grundmaterialien sowie zu naturwissenschaftlich begründeten Definitionen der untersuchten Waren führen. Die so gewonnenen Forschungsergebnisse leisten insgesamt einen wichtigen Beitrag zur Forschung zur frühislamischen Keramik des 8. bis 10. Jahrhunderts und zur kulturgeschichtlichen Entwicklung des abbasidischen Reiches im Nordosten Syriens und belegen zudem die Bedeutung Kharab Sayyars als wichtiger Referenzort für archäologisch-historische Forschungen zur frühislamischen Zeit.
Jordanien und Deutschland. Über die Vielfalt kultureller Brücken. Festschrift zum 50jährigen Bestehen der Deutsch-Jordanischen Gesellschaft e.V.Hrsg.: Kopp, Horst. 2013 254 S. 389 fb. Abb, 14 Tabelle(n). 30 x 21 cm. Gb. EUR 29,90. CHF 40,90 ISBN: 978-3-89500-945-7 L, Reichert
Dieser länderkundliche Überblick stellt Jordanien umfassend, objektiv und sachbezogen dar. Insbesondere aktuelle Entwicklungen und Probleme stehen dabei im Mittelpunkt und ergeben so insgesamt ein in dieser Breite und Dichte anderswo kaum zu findendes Kompendium über Jordanien.
Daneben umfasst der Band eine Bestandsaufnahme des breiten Spektrums deutsch-jordanischer Zusammenarbeit - ein Panorama, das von der Tätigkeit Politischer Stiftungen bis zum "Leuchtturmprojekt" German Jordanian University reicht und in dieser Vollständigkeit erstmals vorliegt.
2013 begeht die Deutsch-Jordanische Gesellschaft e.V. ihr 50jähriges Bestehen. Berichte über ihre vielfältigen Aktivitäten in den letzten fünf Jahrzehnten rundeen die im Sinne einer Festschrift verfasste Länderkunde ab.
Sämtliche Beiträge stammen von ausgewiesenen Sachkennern und sind reich bebildert.
Late Byzantine Rings, 1204-1453.Spier, Jeffrey. 2013 Engl. 112 S. 127 fb. Abb auf 24 Tafeln. 24 x 17 cm. Gb. EUR 49,00. CHF 65,90 ISBN: 978-3-89500-940-2 L, Reichert
"Late Byzantine Rings, 1204-1453" is the first study of the rings of the final years of the Byzantine Empire, the period encompassing the Latin occupation of Constantinople (1204-1261) and the restored empire under the Palaiologan rulers until the fall of Byzantium to the Turks in 1453. The rings from this period are remarkable not only for their fine design but also for the variety of inscriptions they bear, including personal names and monograms, official titles, and epigrams composed by Byzantine poets.
The book illustrates and discusses nearly fifty rings from the Palaiologan period, as well as some earlier Byzantine rings, contemporary Byzantine jewelry, and related material from Bulgaria, Serbia, and the West. Many of the rings are published here for the first time. The study begins with a review of the great diversity of rings that existed at the end of the twelfth century, just before the Latin Conquest, and suggests that in view of the occupation of both Constantinople and Thessalonica, the production of rings and jewelry in Byzantine style was disrupted. When the Byzantine workshops in Constantinople resumed after 1261, the rings took new forms, combining tradition Byzantine style with considerable Western influence apparent in the style of engraving and the occasional use of engraved gems.
The material gathered in this study will be of importance to a variety of students of Byzantine and Medieval history, literature, art, and jewelry. The rings preserve a number of previously unrecorded personal names and titles that shed light on relations between the imperial court and the new landowning class that emerged in the late Byzantine period. Find sites and names also demonstrate a great degree of political and economic contact with neighboring Serbia and Bulgaria. Influence from the West (especially Venice) is apparent in the workmanship of the rings and their frequent use of heraldic devices in Western style. Verses engraved on some rings can be identified as works of both traditional and contemporary Byzantine poets. The surviving rings also demonstrate that fine quality jewelry was still being produced in the imperial court in Constantinople in the Palaiologan period.
monumenta sanctorum. Rom und Mailand als Zentren des frühen Christentums: Märtyrerkult und Kirchenbau unter den Bischöfen Damasus und AmbrosiuS Löx, Markus Spätantike - Frühes Christentum - Byzanz. Kunst im ersten Jahrtausend. Reihe B: Studien und Perspektiven . 2013 352 S. 128 s/w Abb auf 69 Tafeln. 24 x 17 cm. Gb. EUR 69,00. CHF 89,00 ISBN: 978-3-89500-955-6 L, Reichert
Damasus (366–384) und Ambrosius (374–397) bemühten sich während ihrer sich zeitlich überschneidenden Episkopate um eine Verfestigung ihrer bischöflichen auctoritas. Dabei lassen sich Unterschiede aber auch Gemeinsamkeiten in der Instrumentalisierung der monumenta sanctorum, unter welchem Oberbegriff man Bauprojekte, literarische Selbstzeugnisse oder auch die performative Inszenierung von Heiligenauffindungen subsumieren kann, feststellen. Diese in einem detaillierten Vergleich herauszuarbeiten und Erklärungen für die gewählten Formen bischöflicher Vergegenwärtigung zu finden, ist das Ziel der vorliegenden Studie. Nach einer biographischen Skizze und einer Charakterisierung des kirchenpolitischen und sozialen Spannungsfeldes innerhalb dessen die beiden Bischöfe agierten (Kap. 1), werden die Veränderungen der christlichen Kulttopographie der Städte Rom und Mailand durch die Bauprojekte des Damasus und des Ambrosius untersucht (Kap. 2).
Zunächst werden alle dem Damasus zugeschriebenen Baumaßnahmen anhand des archäologischen Befundes kritisch überprüft, um den tatsächlichen Umfang seiner Bautätigkeit zu erfassen und den Beitrag des Damasus zur Entwicklung einer christlichen Kulttopographie Roms einschätzen zu können (Kap. 2.1; Anhang A). Ein solcher Überblick über die Baumaßnahmen dieses römischen Bischofs lag bislang nicht vor. In seiner innerstädtischen Bautätigkeit folgte Damasus dem Vorbild seiner Vorgänger, trat so aber auch in Konkurrenz zu aristokratischen Kirchenstiftungen. Dabei wurde bislang nicht beachtet, dass er seine Titelkirche durch eine solea für die Bischofsliturgie qualifizierte. Die in der Forschung häufig als umfassend beschriebenen Maßnahmen in den Katakomben können nur in einem Fall sicher mit einer architektonischen Inszenierung des Grabes unter Damasus verbunden werden. Eine Verbesserung der Zugänglichkeit der Märtyrergräber lässt sich nicht nachweisen.
Im Zentrum des darauf folgenden Abschnittes der Arbeit stehen die ambrosianischen Kirchenstiftungen (Kap. 2.2; Anhang B). Ambrosius kann entgegen der immer wieder vertretenen Meinung als Stifter von nur zwei Kirchen, die außerhalb Mailands lagen (basilica Apostolorum und basilica Ambrosiana), gelten.
Der Vergleich der Bautätigkeit beider Bischöfe ergibt, dass beide ihren Einflussbereich besonders im Suburbium erweiterten und sich eine private Form christlicher Kultausübung, die der Märtyrerverehrung, aneigneten. Indem Ambrosius Reliquien in seine Kirchen und in die Liturgie integrierte, ermöglichte er deren kollektive Verehrung, entzog die Märtyrer aber zugleich dem direkten Zugang der Gemeinde. Somit war der Mailänder Märtyrerkult stärker als in Rom an die Person des Bischofs gebunden und erhielt einen offiziellen Charakter. Damasus dagegen wurde an zahlreichen Märtyrergräbern in den Inschriften genannt und so in der privaten Kultausübung zwischengeschaltet. Durch seine Involvierung in zwei Bauten an den Gräbern der Apostelfürsten unterstrich er die Vorrangstellung seines Bischofssitzes, der als einziger über zwei Apostelgräber verfügte.
Das anschließende Kapitel bietet einen Vergleich der literarischen monumenta sanctorum (Kap. 3). Trotz des z. T. disparaten, literarischen Werks finden sich im Spiegel der epigraphischen Quellen formale und inhaltliche Übereinstimmungen. Die Unterschiede überwiegen aber: Die Märtyrer dienen in den Epigrammen des Damasus, die durch literarische Zitate die Bildung des Bischofs betonen, als historische Exempla und begründen den universalkirchlichen Führungsanspruch der römischen Diözese. Im Werk des Ambrosius spielen die Mailänder Lokalmärtyrer eine untergeordnete Rolle, heben aber die Leistung des Ambrosius hervor, der diese Wundertäter seiner Gemeinde offenbarte.
Die performative Vergegenwärtigung bischöflicher auctoritas, untersucht am Beispiel der Märtyrerauffindungen, zeigt klare Unterschiede (Kap. 4). Dabei wird folgenden Fragen nachgegangen: 1. Woher wussten Damasus bzw. Ambrosius, wo zu suchen war? 2. Wie wurde ein Grab als das eines Märtyrer identifiziert? 3. Welche kultischen Handlungen wurden bei der Auffindung des Grabes vollzogen? 4. Welches Publikum wurde im Moment der Auffindung angesprochen? Dabei zeigt sich, dass Damasus’ inuentiones gekennzeichnet sind von der Wahrung der Integrität des Grabes; er richtete sich an eine kleine Gruppe privilegierter Gemeindemitglieder. Ambrosius dagegen inszenierte die Auffindungen als Massenspektakel, das, verbunden mit der translatio, der Gemeinde seine Verfügungsgewalt über die Märtyrer vor Augen führen sollte.
Im resümierenden Kap. 5 erweitern einige Aspekte (Gabentausch, Bischofsbestattung) das Gesamtbild der Inszenierung bischöflicher auctoritas durch Damasus und Ambrosius. Abschließend eint beide die Instrumentalisierung der monumenta sanctorum zur Stärkung ihrer Stellung in innergemeindlichen Konflikten. Damasus’ Maßnahmen sind zusätzlich vom Primatanspruch des römischen Bischofssitzes bestimmt, wohingegen Ambrosius die Sicherung der eigenen memoria stärker ins Zentrum stellte. Leben und Werk der beiden Bischöfe Damasus und Ambrosius gelten als vermeintlich erschöpfend untersucht. Durch die angewandte Methode eines personalisierten Vergleichs gelingt es dennoch u. a. deren Strategien zur Sicherung der eigenen Stellung oder zur Inszenierung von Heiligkeit zu erhellen. Die dabei gemachten, neuen Beobachtungen und Erkenntnisse tragen zum besseren Verständnis des Christianisierungsprozesses und der Entwicklung des Märtyrerkultes im Allgemeinen bei. Die zukünftige Rolle des Bischofs und die Grundlagen seines teilweise überregionalen Einflusses werden in der zweiten Hälfte des 4. Jahrhunderts von Damasus und Ambrosius nachhaltig geprägt. Daher erläutert die vorliegende Detailstudie Mechanismen bischöflicher Vergegenwärtigung, die auch außerhalb Roms und Mailands zu finden sind und weit über die Spätantike hinaus Gültigkeit behalten sollten. Dieses Buch liefert somit eine wichtige Grundlage für weitere Untersuchungen zum Bischofsamt und zum christlichen Heiligenkult.
Die Christianisierung der Städte der Provinz Scythia Minor. Ein Beitrag zum spätantiken Urbanismus auf dem Balkan. Born, Robert. Reihe B: Studien und Perspektiven ; Spätantike - Frühes Christentum - Byzanz. Kunst im ersten Jahrtausend. Reihe B: Studien und Perspektiven (36). 2013 264 S. 147 Abb. 24 x 17 cm. Gb. EUR 58,00. CHF 77,90 ISBN: 978-3-89500-782-8 L, Reichert
Die zwischen der Donaumündung und der westlichen Schwarzmeerküste gelegene Provinz Scythia Minor stellte bis ins 7. Jahrhundert sowohl aus militärischer als auch kirchenpolitischer Perspektive einen wichtigen Vorposten Konstantinopels dar. Gleichzeitig war diese Region über Jahrhunderte hinweg eine bedeutende ethnische Konvergenzzone Europas. Dies illustrieren die drei Städte, die mit ihrem historisch gewachsenen Nebeneinander unterschiedlicher kultureller und damit auch urbanistischer Traditionen den Fokus der vorliegenden Studie bilden.
Am Beispiel der ehemaligen griechischen Kolonien Histria und Tomis (Constanţa) und der kaiserzeitlichen Stadtgründung Tropaeum Traiani (Adamclisi) wird eine Rekonstruktion der Veränderungen der urbanistischen Strukturen vor dem Hintergrund des Aufstiegs des Christentums zu einer zentralen Instanz von Staat und Gesellschaft in der Spätantike untersucht. Im Zentrum der Studie steht die Rekonstruktion der Veränderungen im urbanistischen Gefüge der Städte aufgrund der Analyse der vertikalen und horizontalen Bezüge der neu errichteten Kirchen und Sepulchralanlagen aber auch der bisher vernachlässigten Teilbereiche wie die Stadtmauern und die Wohn- und Handwerkskomplexe.
Slawen an der unteren Mittelelbe. Untersuchungen zur ländlichen Besiedlung, zum Burgenbau, zu Besiedlungsstrukturen und zum Landschaftswandel. Beiträge zum Kolloquium vom 7. bis 9. April 2010 in Frankfurt a. M. Hrsg.: Beug, Hans-Jürgen; Hrsg.: Lüth, Friedrich; Hrsg.: Schopper, Franz; Hrsg.: Willroth, Karl-Heinz. Frühmittelalterliche Archäologie zwischen Ostsee und Mittelmeer (4). 2013 306 S. 27 Abb, 73 fb. Abb, 75 Tabelle(n), 40 Karte(n). 29 x 19 cm. Gb. EUR 49,80. CHF 66,90 ISBN: 978-3-89500-962-4 L, Reichert
Frühgeschichtliche Forschungen zu den Slawen können in Deutschland auf eine lange Tradition zurückblicken. Umfangreiche Ausgrabungen und Forschungen in den letzten Jahrzehnten führten zu einer erheblichen Verbesserung des Kenntnisstandes zur slawischen Besiedlung und zur Erschließung neuer kultureller und historischer Zusammenhänge zwischen Elbe, Oder und Ostseeküste, vielfach einhergehend mit einer Revision bisheriger Ansätze und einer kritischen Überprüfung früherer Forschungsergebnisse. Dies betrifft auch den Raum an der unteren Mittelelbe, aus dem zu beiden Seiten der Elbe zahlreiche frühgeschichtliche Befestigungen und offene Siedlungen bekannt sind. Diese bisher in unterschiedlichem Umfange archäologisch untersuchte Region wurde daher unter grundlegenden Fragestellungen zur Raumnutzung und -erschließung, zu Besiedlungsstrukturen und zum Landschaftswandel seit 2004 im Rahmen eines interdisziplinär angelegten Forschungsprojektes erforscht, in dem neben archäologischen Ausgrabungen und der Neubewertung historischer Quellen auch geophysikalische Prospektionsmethoden ebenso zur Anwendung kamen wie bodenkundliche, paläobotanische, archäozoologische und vegetationsgeschichtliche Untersuchungen.
Die Ergebnisse der von 2004 bis 2009 durchgeführten Geländeuntersuchungen wurden vom 7. bis 9. April 2010 auf einem Kolloquium an der Römisch-Germanischen Kommission in Frankfurt/Main unter konkreten Fragestellungen präsentiert und unter Beteiligung externer Diskutanten kritisch besprochen, um Möglichkeiten und Perspektiven der Auswertung aufzuzeigen. Mit der Vorlage der Kolloquiumsbeiträge können die Ergebnisse der fünfjährigen Forschungen nun relativ zeitnah der wissenschaftlichen Öffentlichkeit präsentiert werden. In Form von 25 Einzelbeiträgen sowie kurzen thematischen Einführungen entsteht dabei eine Zusammenschau des aktuellen Kenntnisstandes zu zentralen Fragestellungen der frühgeschichtlichen Archäologie an der westlichen Peripherie der slawischen Welt, die nicht nur den enormen Erkenntnisgewinn in Bezug auf Besiedlungsstrukturen, -vorgänge und den damaligen Landschaftswandel präsentiert, sondern zeigt, dass die Region entlang der unteren Mittelelbe nur projektübergreifend als ein historischer Siedlungsraum betrachtet werden muss, in dem archäologische Ergebnisse und historisch überlieferte Ereignisgeschichte eindeutig in Zusammenhang gebracht werden kann.
Josef Strzygowski und die Berliner Museen.Mietke, Gabriele; Ehler, Elisabeth; Fluck, Cäcilia; Helmecke, Gisela. 2013 104 S. 76 fb. Abb. 21 x 23 cm. Pb. EUR 16,80. CHF 24,50 ISBN: 978-3-89500-927-3 L, Reichert
Pionier der byzantinischen Kunstgeschichte
Vor 150 Jahren, am 7. März 1862, wurde Josef Strzygowski im damals österreichischen Bielitz in Westgalizien (heute Polen) geboren. Nach einem Studium der Kunstgeschichte wurde er 1892 Professor in Graz, 1909 in Wien. Bald entwickelte er sich zu einem der ersten Wissenschaftler auf dem damals noch jungen Gebiet der byzantinischen Kunstgeschichte. Es ist sein Verdienst, die Bedeutung Kleinasiens, Ägyptens und des Vorderen Orients für die Entwicklung der christlichen Kunst herausgestellt zu haben. Später verstieg er sich zunehmend in eine Mystifikation des Nordens und in völkische Ideen, die sein Alterswerk belasten.
Josef Strzygowski und Berlin
Für den Aufbau einer hochkarätigen spätantiken und byzantinischen Sammlung an den Berliner Museen griff Wilhelm von Bode, damals Direktor der Skulpturensammlung, auf Josef Strzygowski als Experten zurück. Mit Hilfe des in Graz lehrenden Kunsthistorikers wuchs dieser Sammlungsbereich von weniger als 100 auf etwa 2.000 Objekte an. Auch das Ägyptische Museum und die Islamische Abteilung profitierten von seiner Arbeit. Auf dem Höhepunkt dieser Beziehungen erwarb Strzygowski mit 20000 Mark, die Bode besorgt hatte, in Ägypten über 1400 spätantike, byzantinische und islamische Objekte für die Berliner Sammlungen.
Josef Strzygowski handelte nicht uneigennützig. Er sah in seiner Tätigkeit für Bode die Chance, in den Berliner Museen seine These vom Primat der frühchristlichen Kunst des östlichen Mittelmeerraums über die bis dahin für dominant gehaltene Kunst Roms und Italiens monumental zu stützen. Basld nach 1904 kühlte der Kontakt zwischen Strzygowski und Bode ab.
Die Ausstellung
Der Ausstellungskatalog stellt Strzygowskis wichtige Rolle für die Berliner Museen heraus. Gezeigt werden biografische Dokumente, zeitgenössische Zeugnisse zu seiner Tätigkeit für Berlin und zahlreiche Objekte, die mit seiner Hilfe erworben wurden.
Mühlenbruch, Tobias. Baubefunde und Stratigraphie der Unterburg und des nordwestlichen Stadtgebiets (Kampagnen 1976 bis 1983). Teil 2: Die mykenische Nachpalastzeit (SH III C). Text. Tiryns 17. 2013. 448 S., 30 Zeichnungen. 32 x 23 cm, Gb. EUR 68,00 CHF 89,00 ISBN: 978-3-89500-849-8 L, Reichert
Die Ausgrabungen von Klaus Kilian in der Unterburg von Tiryns zwischen 1976 und 1983 führten maßgeblich zu einer Neubewertung der mykenischen Nachpalastzeit (SH III C), dem 12. und 11. Jahrhundert v. Chr. Der Nachpalastzeit vorangegangen war die späte mykenische Palastzeit (SH III B2), die an verschiedenen Orten in Brandkatastrophen geendet hatte, womit auch das mykenische Palastsystem mit seiner Linear B-Schrift, seinem Siegelwesen und seiner spezifischen Gesellschafts- und Wirtschaftsstruktur einen Einbruch erlebte bzw. endete. Kilians Ausgrabungen in der Unterburg von Tiryns verdeutlichen, dass SH III C mitnichten mitnichten als ein "dunkles Zeitalter" nach der Palastzerstörung anzusehen ist, sondern als eine wichtige historische Epoche in Südgriechenland zu gelten hat. So konnte Kilian feinstratigraphisch und großflächig eine Abfolge von Siedlungsschichten ausgraben, die als eine Leitstratigraphie der Nachpalastzeit anzusehen sind. Besondere Bedeutung kommt einer Sequenz von Kultgebäuden aus SH III C zu.
Tiryns 17,2 stellt eben diese Baubefunde und diese Stratigraphie der Unterburg aus SH III C Früh (Mitte) bis SH III C Spät vor, und darüber hinaus auch die der Baubefunde und der Stratigraphie von Kilians Ausgrabung in Stadt-Nordwest (SH III C Früh). Die einzelnen Siedlungshorizonte der Unterburg und der Stadt-Nordwest werden rekonstruiert, die Bauweise in der Unterburg und in Stadt-Nordwest wird vergleichend untersucht. Auf ein Modell zur Entwicklung der Gesamtsiedlung von Tiryns zwischen der späten Palastzeit und der frühen Eisenzeit folgt eine Auswertung der Wirtschaftsweise. Dafür konnten auch archäozoologische und archäobotanische Daten herangezogen werden. Abschließend wird der Fundort im Kontext des Ostmittelmeerraumes des 12. und 11. Jahrhunderts v. Chr. gestellt bewertet. Ausführlich geschieht dies für die Argolis und die Korinthia mit den Orten Mykenai, Midea, Asine sowie Korakou, sowie im Überblick für das heutige Griechenland, die türkische Westküste sowie Zypern. Hinsichtlich Zypern interessierte die Frage, inwieweit SZ III A-Siedlungen in ihrer Struktur Parallelen zu Tiryns in SH III C aufweisen, wie Kilian zur Diskussion gestellt hatte.
Die Karolingischen Miniaturen VIII. Nachträge und Gesamtregister. 2013 Mütherich, Florentine. 200 S. 27 x 19 cm. Gb. EUR 98,00. CHF 129,00 ISBN: 978-3-89500-972-3 L, Reichert
Der Band beinhaltet Nachträge zu der zwischen 1930 und 2009 in sieben Bänden vorgelegten Reihe der Karolingischen Miniaturen, Handschriften, die in Band 1 oder Band 4 zu behandeln gewesen wären, bei deren Erscheinen aber noch nicht bekannt oder nicht als zugehörig erkannt waren. Zu Band 1, der Schule von Tours gewidmet, ist eine in der Bayerischen Staatsbibliothek in München verwahrte Bibel aus der Spätzeit des Abtes Fridugisus (807-834) nachzutragen (Clm 12741), ferner eine nur fragmentarisch überlieferte Bibel aus St. Maximin in Trier, die nach dem Zeugnis der auf verschiedene europäische und amerikanische Bibliotheken verstreute Einzelblätter der Zeit Abt Vivians (843-851) zugewiesen werden kann. Die karolingische Kopie antiker Traktate zu den Aufgaben und Methoden der Landvermesser (Agrimensoren) in der Vatikanischen Bibliothek (Pal. lat. 1564) überliefert einen außergewöhnlichen Zyklus von Illustrationen, die das thematische Spektrum der in Band 4 behandelten Einzelhandschriften aus Lotharingien aus dem zweiten Viertel des 9. Jahrhunderts aufschlussreich erweitern. In deren Umkreis muss auch eine Kopie des berühmten Kalenders von 354 entstanden sein, die heute nur mehr aus Abschriften des 16./17. Jahrhunderts erschlossen werden kann und daher in verkürzter Form als Exkurs behandelt wird. Zudem erschließt ein Gesamtregister alle in den Bänden 1-8 behandelten oder erwähnten Handschriften, das die Angaben der älteren Bände nicht nur kompiliert, sondern hinsichtlich der mitgeteilten Bibliotheksstandorte und Signaturen auch aktualisiert, was den Band zu einem unentbehrlichen Nachschlagewerk zu den großen Schulen der karolingischen Buchmalerei macht.
Die Inschriften der Stadt Nürnberg III. Die Inschriften der Friedhöfe St. Johannis, St. Rochus und Wöhrd in Nürnberg Teil 3 (1609 bis 1650). Zahn, Peter. 2013. 60 s/w- und 12 fb. Abb. 1 DVD . 27 x 19 cm. Gb. EUR 98,00. CHF 129,00 ISBN: 978-3-89500-953-2 L, Reichert
Der Band setzt die Edition der Inschriften der 1518 außerhalb der Mauern Nürnbergs angelegten Begräbnisplätze fort. Er enthält 1486 Beschreibungen von Inschriften und Inschriftengruppen der Friedhöfe St. Johannis, St. Rochus (einschließlich deren Bauten) und der Vorstadt Wöhrd aus den Jahren 1608 bis 1650. Im Original oder in Fotografie sind 738 Inschriften erhalten, 748 in Abschrift oder Druck. Das Material ist und war fast ausschließlich Messingguss. Der Band schließt in der Nummernfolge an den zweiten Teilband (DI 68, 2008 an, der die Inschriften bis 1608 beschreibt. Die Pause zwischen den einzelnen Bänden macht weiterhin eine Reihe von Ergänzungen zu den ersten beiden Bänden nötig. Insgesamt nennen die Texte, Kommentare und Register wieder mehr als 4.000 Personen, rund ein Sechstel der damaligen Einwohner Nürnbergs. In den Inschriften begegnen uns Handwerker, Krämer und Großkaufleute, Geistliche, Juristen, Ärzte, Amtsleute und Patrizier, Glaubensflüchtlinge aus Norditalien, den Niederlanden und Österreich, die ihre internationalen Handelsbeziehungen mitbringen. Nürnberg ist auf der Höhe seines Wohlstandes, rüstet gegen Ende des 16. Jahrhunderts und noch am Vorabend des Dreißigjährigen Krieges die atlantische Schifffahrt aus und liefert Waffen und Kriegsgerät an die Parteien der großen europäischen Auseinandersetzungen. Aus der Vielfalt der Inschriftentexte, Wappen, Haus-, Handels- und Handwerkszeichen, den Bildszenen aus dem Alten und dem Neuen Testament und den Ornamentformen der Zeit zwischen Spätrenaissance und Barock entsteht auf den Epitaphien ein Abbild des materiellen und geistigen Lebens der Reichsstadt, deren reiche Zeugnisse innerhalb der Mauern durch den Bombenkrieg unwiderruflich vernichtet wurden.
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