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Reichert, Dr. Ludwig Verlag

 
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Hellenistische Herrscherporträts auf Siegelabdrücken aus Paphos (Paphos IV B) . Kyrieleis, Helmut. Archäologische Forschungen (34). 2015. 220 S. 956 Abb. 30 x 21 cm. Gb. EUR 78,00. ISBN: 978-3-95490-077-0 L, Reichert
Bei Ausgrabungen unter den Mosaiken im „Haus des Dionysos“ in Paphos auf Zypern wurden im Jahr 1970 etwa 11000 Tonbullen mit Siegelabdrücken entdeckt. Von diesen Siegeln werden mit dem vorliegenden Band von Helmut Kyrieleis diejenigen publiziert, die Porträts aufweisen. Die eingehende und ausführlich dokumentierte Untersuchung der mehr als 1000 Siegel erbringt wesentliche Erkenntnisse zur späthellenistischen Ikonographie sowie zum Siegelwesen der Epoche.
In the series of “Archäologische Forschungen” (Archaeological Studies), monographs on the various areas of research in Classical Archaeology are published, mainly concentrating on studies concerning architecture, urban research, topography and everyday culture of Greece, Asia Minor, and the periphery of the Greek world. The chronological scope ranges from the beginning of periodized history to late antiquity. The following volumes, partly to be published in sub-series, will present the findings of research and excavations in the Hellenistic and Roman towns of Priene, Aizanoi and Pompeii. “Archäologische Forschungen” are edited by the Head Office of the Deutsches Archäologisches Institut (German Archaeological Institute) in Berlin.
Der „Korinthische Tempel“ von Knidos. Ein repräsentativer Grabbau der römischen Kaiserzeit. Mert, Ibrahim Hakan. Knidos-Studien (2). 2015. 176 S. 134 Abb. 30 x 21 cm. Gb. EUR 98,00. ISBN: 978-3-95490-057-2 L, Reichert
Der Band stellt einen wichtigen Bau der bekannten, aber noch immer unzureichend untersuchten und dokumentierten antiken Stadt Knidos vor. Das bisher als Tempel bekannte Monument erweist sich als aufwendiger Grabbau und damit als aussagekräftiges Dokument für die Selbstdarstellung eines Angehörigen der lokalen Elite im römisch-kaiserzeitlichen Knidos. Besonderes Interesse findet in diesem Zusammenhang die Kombination östlich-griechischer und westlich-römischer Architekturelemente.
Rings of the Ancient World. Egyptian, Near Eastern, Greek, and Roman Rings from the Slava Yevdayev Collection. Spier, Jeffrey; Ogden, Jack. Engl. 2015. 152 S. 179 meist fb. Abb. 24 x 17 cm. Gb. EUR 79,00. ISBN: 978-3-95490-048-0 L, Reichert
The Yevdayev Collection of ancient rings comprises 59 superb examples from Egypt, Phoenicia, Persia, Greece, Etruria, and Rome, dating from the second millennium BC to the fourth century AD. The rings are of many different shapes, most made of gold or silver and often set with gems, but some are carved from semiprecious stone, amber and shell. The collection begins with four Egyptian rings of the New Kingdom period of various types and materials, including an amethyst scarab set in a gold swivel-ring, a ring carved from cornelian with the cartouche of Pharaoh Thutmose III, and a silver ring with the name of Amenhotep II. These are followed by rare examples of a Hittite gold ring and a Persian ring carved from shell. There is a good selection of Phoenician rings dating from the seventh to fifth century BC, including rings in gold and stone scarabs set in rings. Other unusual rings include Persian examples of the Achaemenid and Sasanian period, a unique diamond ring that is likely Kushan, a Central Asian ring in Scythian style, and a gold ring with South Arabian inscription.Greek and Roman rings are particularly well represented. Classical Greek rings dating from the fifth and fourth centuries BC include examples in gold with engraved bezels, bezels decorated with filigree and granulation, and a rare ring with a swivel bezel decorated with figures in gold foil under glass. Hellenistic rings, dating from the third to first centuries BC are often set with large and fine gems, often engraved, and hoops carved in architectural style. There is also a Hellenistic ring carved from black glass and a fine example of a gold snake ring decorated with an emerald. The Roman rings date from the time of Augustus in the late 1st century BC to the fourth century AD. Many of the rings are gold set with finely engraved gems in amethyst, cornelian, green chalcedony, red jasper, and nicolo and include important portraits of Agrippina Senior in cameo and Septimius Severus in chalcedony. Other rings are set with rare gems, including an aquamarine and a diamond. There are also rings carved from other materials, including rock crystal and amber. The catalogue concludes with gold rings of the later empire (third-fourth century AD), typically with large, carved gold hoops and unengraved gems.The rings in the Yevdayev collection are notable not only for their exceptional design and craftsmanship, but for their rich imagery engraved on the rings and gems. The publication will appeal to both students of ancient art and history and to collectors and lovers of jewelry and fine art. The accompanying text places the rings in their historical and artistic context and provides valuable technical observations.
Ägyptens Aufbruch in die Geschichte. Frühe (Kultur-)Technologien im Niltal – Highlights aus dem Ägyptischen Museum und Papyrussammlung Berlin. Kuhn, Robert. Ägypten im Blick (1). 96 S. 100 meist fb. Abb. 22 x 16 cm. Pb. L, Reichert Verlag, Wiesbaden 2015. EUR 15,90. ISBN: 978-3-95490-119-7 L, Reichert
Mit diesem Thema rückt eine Epoche in den Vordergrund, die für die Entwicklung der ägyptischen Kultur grundlegend war und doch in der Wissenschaft häufig als ein bloßer „Vorspann“ der nachfolgenden Perioden angesehen worden ist. Tatsächlich vollziehen sich während dieser nahezu 500.000 Jahre andauernden Periode nicht nur die Besiedlung des Niltals, sondern auch der stufenweise Prozess der Neolithisierung mit herausragenden technologischen Neuerungen und der Entwicklung ausdifferenzierter Sozialgefüge und Siedlungsstrukturen. Aus dieser Zeit, die schließlich in der Gründung eines der ersten Einheitsstaaten der Weltgeschichte um ca. 3100 v. Chr. mündet, verfügt das Berliner Ägyptische Museum und Papyrussammlung über einen reichen Bestand, der erstmals einem breitem Publikum präsentiert wird.
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Iara, Kristine. Hippodromus Palatii. Die Bauornamentik des Gartenhippodroms im Kaiserpalast auf dem Palatin in Rom. 2015. 272 S. 87 Abb. 29 x 22 cm. Palilia (30). EUR 29,90. ISBN: 978-3-95490-088-6 L, Reichert
Der Kaiserpalast auf dem Palatin in Rom hatte als Sitz der römischen Kaiser über Jahrhunderte Bestand. Bedeutende Teile sind von ihm erhalten, allerdings hauptsächlich als Mauern in Opus caementicium ohne die ursprüngliche architektonische Ausstattung. Trotz seiner immensen architekturhistorischen und soziopolitischen Bedeutung ist der Palast erst seit den letzten 20 Jahren Gegenstand von systematischen wissenschaftlichen Untersuchungen. Diese Monographie hat einen bedeutenden Teil des Palastes zum Thema – den Gartenhippodrom und seine Architekturdekoration. In zweierlei Hinsicht erhellt sie zentrale Punkte der römischen Architekturgeschichte: Durch die geschlossene Vorlage und die umfassende Analyse der Architekturdekoration des Gartenhippodroms trägt sie zur Erforschung des stadtrömischen Ornaments bei. Zugleich schließt sie eine Lücke in der Erforschung des Kaiserpalastes.Der Hippodrom mit einer flavischen und einer severischen Hauptbauphase ist eine der größten Gartenanlagen des Palastes. Er ist zum Teil in aufgehendem Mauerwerk, zum Teil in rund 900 fragmentierten Marmorbauteilen erhalten. Im ersten Teil der Arbeit werden diese Bauteile und ihre Ornamentik erstmals vorgelegt und analysiert. Auf dieser Grundlage wird die Rekonstruktion der Architekturdekoration des Hippodroms unternommen.Der zweite Teil der Arbeit ist der Gesamtbewertung der Baudekoration und des Bauwerks gewidmet. Typologisch gehört es zu den hippodromi, einer bestimmten Ausprägung römischer Gärten aus der Villenarchitektur. Die Analyse seiner Architekturdekoration und seine Bewertung innerhalb der Palastanlage insgesamt sowie im Kontext der Garten- und Villenarchitektur der Kaiserzeit führen zu einem neuen Verständnis des Bauwerks und seiner Integration in den stadtrömischen Kaiserpalast. Der Gartenhippodrom auf dem Palatin ist ein herausragendes Exemplar dieses Bautypus. Er zeigt die aus der aristokratischen Villenarchitektur übernommene Bauform in einer gesteigerten, raffinierten Version. Die Integration einer bekannten, in der Villenarchitektur bereits etablierten Bauform in den Palast des Kaisers hatte größtmögliche Wirkung bei gleichzeitiger Akzeptanz in der Bevölkerung zum Ziel: Durch die Bekanntheit des Bautypus wurde der Eindruck von Extravaganz vermieden, zugleich aber war bereits mit dem Namen hippodromus die Großartigkeit einer solchen Anlage gewiß und verwies auf den Bauherrn, den Kaiser. Aufgrund der Bauform, der Ausstattung und der damit verbundenen Konnotationen bedeutet die Errichtung eines Hippodromgartens im stadtrömischen Palast kaiserliche Repräsentation auf höchster Ebene.
Christa Moering. Werkkatalog (1929- 2012) und Edition Tagebuch (1944-1956). Hrsg.: von Breitenbach, Petra; Zimmermann, Reinhard. 2015. 576S. 3,2 x 3 cm. 167 Abb., 1413 fb. Abb. EUR 69,00. CHF 89,00. ISBN: 978-3-95490-081-7 L, Reichert
Christa Moering (10.12.1916 – 9.6.2013), aufgewachsen in Beesenstedt bei Halle und in Naumburg, künstlerisch in Stettin, Leipzig, Berlin und Frankfurt am Main ausgebildet, verlebte die Nachkriegszeit im Taunus und lebte seit 1950 in Wiesbaden. Dort war sie eine der prägenden Figuren des Kunstlebens. Sie war Mitbegründerin der „Gruppe 50“, eröffnete 1958 das „Atelier Moering“ und leitete eine eigene Malschule. Bewusst entschied sie sich entgegen der aktuellen künstlerischen Strömung (abstrakte Malerei) für gegenständliche Malerei und entwickelte eine eigene künstlerische Ausdrucksweise. Ihr umfangreiches Werk, in dem auch die Eindrücke ihrer zahlreichen Reisen verarbeitet wurden, ist geprägt von farbenfrohen, atmosphärisch dichten Ölbildern, Pastellen und Aquarellen. 1978 erhielt sie das Bundesverdienstkreuz und wurde 1996 als erste Frau Ehrenbürgerin der Stadt Wiesbaden. 2008 wurde der zentrale Platz im neuen Künstlerviertel Wiesbaden nach ihr benannt. 2009 wurde Christa Moering Namensgeberin für das von der Stadt Wiesbaden eingerichtete Stipendium für bildende Künstlerinnen in Wiesbaden.
Von Mekka bis Berlin. Archäologie und Kulturgeschichte des islamischen Friedhofs. Sörries, Reiner. 2015. 288 S. 209 fb. Abb. 112 Tafeln. 24 x 17 cm Gb. EUR 49,00 CHF 65,90 ISBN: 978-3-95490-051-0 L, Reichert
In diesem Buch wird erstmals die islamische Bestattungskultur anhand ihrer Friedhöfe, Mausoleen und Grabarchitekturen umfänglich von den Anfängen zur Zeit Mohammeds bis in die Zeiten moderner Diaspora dargestellt. Berücksichtigt werden die wesentlichen archäologischen und kunsthistorisch relevanten Beispiele im gesamten islamischen Raum. In einem ersten Teil „Grundlagen“ werden die kulturellen und religiösen Voraussetzungen sowie die wichtigsten Friedhofs- und Grabformen vorgestellt. Erörtert werden zudem und notwendigerweise die volksreligiösen Bedingungen, unter denen sich entgegen der islamischen Theologie nicht nur eine Wert- und Hochschätzung der Gräber, sondern auch ein eigener Heiligenkult herausgebildet haben. Zudem werden die wichtigsten konfessionellen Unterschiede herausgestellt. In einem zweiten Teil „Historischer Überblick“ werden die relevanten Zeugnisse in chronologischer Folge von der Frühzeit bis zur Postmoderne vorgestellt. Der dritte Teil „Islamische Friedhofskultur der Neuzeit in Europa“ befasst sich mit den Zeugnissen außerhalb der islamischen Welt bis hin zu den Bestattungsformen unter dem Vorzeichen der Migration. Ein Orts- und Sachregister sowie das Literaturverzeichnis bilden den Schluss.
Das Haus XV B (Maison 49, 19) von Megara Hyblaia. Zur architektonischen und funktionalen Gliederung von Zweihofhäusern im hellenistischen Sizilien. Haug, Annette / Steuernagel, Dirk. 2014- 102 S., 90 sw. und 1 fb. Abb., 6 Pläne. 32 x 24 cm, Gb. EUR 58,00 CHF 77,90 ISBN: 978-3-95490-044-2 L, Reichert
Das Haus XV B (auch bekannt als Maison 49,19) in Megara Hyblaia, einer antiken Kleinstadt bei Syrakus, gehört zu den größten Wohnkomplexen des hellenistischen Siziliens. Verteilt um zwei Höfe beherbergt das Haus aus dem 3. Jahrhundert v. Chr. eine ganze Reihe großzügig geschnittener >HaupträumeAm Beispiel des Hauses XV B lassen sich einige für das hellenistische Wohnen grundsätzliche Probleme untersuchen. So erbringt die neue Analyse wichtige Erkenntnisse zur Entstehung des großflächigen Zweihofhauses im Zusammenhang und in Abhängigkeit von einem präexistenten, kleinteiligen Insula-System der vorhellenistischen Stadt. Die Unterscheidung von zwei Hauptbauphasen ermöglicht Rückschlüsse auf ein sich wandelndes Verständnis von repräsentativem Wohnen, das sich insbesondere an Wegführung innerhalb des Hauses, Zugänglichkeit von Räumen, deren Funktion(en) und kultureller Semantik aufzeigen lässt. Die detaillierte Analyse des Einzelbefundes bildet den Ausgangspunkt für eine Diskussion übergreifender Fragestellungen zu Wohnbauten hellenistischer Zeit, die unter Einbeziehung weiterer, vorwiegend sizilischer Beispiele geführt wird. In den Blick kommen so das Verhältnis von Hausgrundriss und urbanistischer Strukturierung, die Konzeption von Zweihofhäusern und insbesondere die Funktionen von Räumen und Hausbereichen. Betonten frühere, teils durch Vitruvs Beschreibung des ‚griechischen Hauses‘ angeleitete Deutungen von Zweihofhäusern die Separierung bestimmter Nutzungsformen (z. B. geschlechtsspezifisch oder im Sinne der Differenzierung von >privateröffentlicherAm Ende wird der Fall des Hauses XV B von Megara Hyblaia noch einmal in den Kontext seines historischen Umfeldes – einer bescheidenen Landstadt unter Einfluss der Metropole Syrakus – und in den Rahmen von Methodendiskussionen zu Möglichkeiten und Grenzen der Rekonstruktion antiker Nutzungsformen von Wohnarchitektur gestellt.
Peiraikos’ Erben. Die Genese der Genremalerei bis 1550. Hrsg.: Münch, Birgit Ulrike; Müller, Jürgen. 2015. 496 S., 173 z. T. fb. Abb., 29 Tafeln. 24 x 17 cm. Gb. EUR 98,00 CHF 129,00 ISBN: 978-3-95490-038-1 L, Reichert
Der Band fasst die Ergebnisse der gleichnamigen internationalen Tagung zusammen. In Zusammenarbeit mit dem SFB 804 der Technischen Universität Dresden konnten neue Erkenntnisse in der kunsthistorischen Forschung gewonnen werden. Von der Frage nach der Genese des Genrebildes bis hin zur Auffassung von Genremalerei avant la lettre gibt der mit 16 Beiträgen gefüllte Band ein ertragreiches Bild der Entwicklung und Bildung der Genremalerei des 17. und 18. Jahrhunderts.
Die Inschriften der Stadt Halberstadt. Fuhrmann, Hans. Die Deutschen Inschriften (86); Leipziger Reihe (5). 2015. 504 S. 252 z. T. fb. Abb. 3 x 1,9 cm. Gb. EUR 79,00. CHF 105,00 ISBN: 978-3-89500-966-2 L, Reichert
Dieser Band komplettiert den 75. der Reihe mit den Inschriften des Domes zu Halberstadt durch diejenigen der Stadt. Wie schon der erste Teilband enthält er die Inschriften hervorragender Kunstwerke; so an den weltberühmten stuckierten Chorschranken der Liebfrauenkirche und in den Wandmalereien ihrer Obergaden aus der ersten Hälfte des 13. Jahrhunderts. Aus dem 14. und 15. Jahrhundert stammen Inschriften an außergewöhnlichen Elfenbein- und Alabasterarbeiten. Die Glockeninschriften der Geläute von drei Stiftskirchen der Stadt sowie einer Ordenskirche, der Stadtpfarrkirche und einer Kapelle vervollständigen die Inschriften an Gußarbeiten, wie sie Taufbecken, Lichtkronen und ein Standleuchter sowie ein Beschwörungstäfelchen darstellen. Weitere Ausstattungsstücke, seien es Altarretabel, Kanzeln oder liturgisches Gerät, tragen aussagekräftige Inschriften. Einen großen Teilbestand bilden die Inschriften von 86 Grabdenkmalen, der nur noch von den 95 Hausinschriften übertroffen wird. Davon sind jedoch – aufgrund der verheerenden Zerstörungen des Zweiten Weltkrieges – nur noch 27 im Originalzustand erhalten. Der Inschriftenbestand der Stadt Halberstadt dokumentiert das Leben in einer mittelalterlichen Bischofsstadt seit dem 12. Jahrhundert bis ins Jahr 1650.
Geschichte des frühen Christentums heute. Traditionen - Hintergründe - Aktuelle Fragen. Wulfert, Heiko. 2015. 336 S. 24 x 17 cm. Gb. EUR 29,90. CHF 40,90 ISBN: 978-3-95490-060-2 L, Reichert
In der Zeit des frühen Christentums, von der Verkündigung Jesu bis zur Schließung der platonischen Akademie im Jahr 529, fallen viele grundlegende Entscheidungen in den Bereichen der Dogmatik, des Kirchenrechtes und der Frömmigkeitsgeschichte. Ein Studium dieses kirchengeschichtlichen Zeitabschnittes ist für das Verständnis der gesamten Folgezeit bis zur Gegenwart unerläßlich. Doch dazu ist es nötig, die Zusammenhänge mit der antiken Philosophie ebenso zu beachten, wie die Einflüsse aus dem Bereich der Mysterienkulte, das Gegenüber des Judentums und der Gedanken Philos ebenso, wie die Entwicklung des römischen Staatswesens. Die vielfältige Welt des Hellenismus und der frühen byzantinischen Kultur beeinflussen und durchdringen die Entwicklung der christlichen Kirche, ein Phänomen, zu dem Begriffe wie „die Hellenisierung des Christentums“ oder der „Caesaropapismus“ gehören. Diese Komplexität einer uns fernen Zeit macht ihr Studium interessant und schwierig zugleich. Eine schier endlose Menge einzelner Zusammenhänge und eine komplexe Fachterminologie erschweren eine Betrachtung dieser Epoche, die doch in unserer Zeit dringend nötig erscheint. Perspektiven für den Weg der christlichen Kirchen im 21. Jahrhundert brauchen den Hintergrund christlicher Tradition und ein Verständnis für die Gesetzmäßigkeiten kirchenhistorischer Entwicklungsgänge. Nicht nur Fachtheologen und Menschen im kirchlichen Leitungsamt sind hier gefordert, sondern auch der einzelne verantwortlich denkende und handelnde Christ als Pfarrer oder Lehrer, interessiertes Gemeindeglied, Student oder Schüler.
Im vorliegenden Buch wird der Versuch gemacht, die Geschichte des frühen Christentums in erzählender Weise zusammenhängend darzustellen. Historische Zusammenhänge und Entwicklungslinien werden deutlich gemacht, die handelnden Personen werden in ihren Lebensbezügen und mit ihren Schwerpunkten vorgestellt. Die Geschichte des frühen Christentums erscheint in ihrer lebendigen Bewegtheit und kann aus ihren zeitgenössischen Zusammenhängen verstanden werden. Fachterminologie wird im Verlauf der Darstellung erklärt. Ein Literaturverzeichnis gibt neueste weiterführende Fachliteratur zu den einzelnen Kapiteln an, die ein weiter führendes Studium ermöglicht. Ein Glossar gibt kurze und übersichtliche Erklärung wiederholt verwendeter Begriffe. So soll es dem interessierten Leser, dem Schüler, Lehrer oder Gemeindeglied sowohl möglich sein, sich einen Gesamtüberblick über die Geschichte des frühen Christentums zu beschaffen, als auch an bestimmten Schwerpunkten seine Kenntnisse zu vertiefen. Nicht wissenschaftlichen Einzelfragen, sondern einer wissenschaftlich verantworteten Gesamtdarstellung in allgemeinverständlicher Weise ist die Darstellung verpflichtet.
Die illuminierten Handschriften italienischer Herkunft in der Bayerischen Staatsbibliothek. Teil 2: Von der Mitte des 14. Jahrhunderts bis um 1540. Bauer-Eberhardt, Ulrike. 2014. 664 S., 517 fb. Abb. 31 x 24 cm, Gb. EUR 348,00 CHF 469,00 ISBN: 978-3-95490-032-9 L, Reichert
Mit dem zweiten Katalogband der teils sehr bunt geschmückten Handschriften italienischer Provenienz in der Bayerischen Staatsbibliothek wird der Zeitraum von der Mitte des 14. Jhs. bis um 1540 abgedeckt. In 285 einzelnen Katalogisaten werden die Handschriften kodikologisch beschrieben und vorgestellt, wobei ein besonderes Augenmerk auf ihre Dekoration gelegt wird: Ob nur einzelne Initialen mit Fleuronnée oder mit ornamentaler bzw. figürlicher Ausstattung versehen wurden, oder ob umfangreiche Miniaturen ganze Themengebiete (wie Rechtsprechung, Medizin, Herbarien, sakrale Bereiche oder das Schachspiel) bildhaft vor Augen führen, der jeweilige Schmuck wurde ausführlich besprochen und im gleichzeitig erscheinenden Tafelband auch durch Digitalisate präsentiert.
Hauptaufgabe des wissenschaftlichen Katalogbandes ist die kunsthistorische Einschätzung und somit Zuordnung der Handschriften in eine exakte Zeitspanne und in eine bestimmte italienische Region oder sogar Stadt. Häufig kann auch der Buchschmuck unmittelbar bestimmten namentlich faßbaren Miniatoren oder deren Werkstätten zugeschrieben werden. Durch den Abschluß und die Publikation dieses Bandes sind alle in der Bayerischen Staatsbibliothek vorhandenen Handschriften mit italienischem Buchschmuck bearbeitet und der Öffentlichkeit vorgestellt worden.
Unter den wissenschaftlichen Katalogen der europäischen Bibliotheken gehen die weitaus selteneren kunsthistorischen Bände – gegenüber den philologisch orientierten – mit einer anderen Fragestellung an die Handschriften heran: Indem deren ursprüngliche künstlerische Heimat bestimmt wird, können sie trotz ihrer sehr unterschiedlicher Zwischenstationen die einstige Entwicklung der Buchmalerei in verschiedenen italienischen Orten aufdecken oder weiter vertiefen. Demgegenüber bleiben die inhaltlichen und kodikologischen Eigenheiten der Handschriften reduziert und in Detailfragen den Textkatalogen der Bayerischen Staatsbibliothek vorbehalten. Im Idealfall ergibt sich aus dem Nebeneinander von Textkatalogen und kunsthistorischen Katalogen ein tiefgreifendes Verständnis für jede einzelne Handschrift.
Die Katalogtexte befolgen die Richtlinien der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG), die das gesamte Projekt der italienisch illuminierten Handschriften dankenswerter Weise auch finanziell getragen hat.
Bestattungsrituale in Unteritalien vom 5. bis 4. Jh. v. Chr. Überlegungen zur sogenannten Samnitisierung Kampaniens. Nowak, Christiane. Italiká (3). 2014. 200 S. 72 Abb., 26 fb. Abb. 3 x 2,1 cm. Gb. EUR 79,00. CHF 105,00 ISBN: 978-3-95490-043-5 L, Reichert
Christiane Nowak wurde am 27.01.1981 in Leipzig geboren. Ihr Studium der Klassischen Archäologie, Kunstgeschichte und Alten Geschichte begann sie im Jahr 2000 an der Universität Leipzig und setzte dieses mit einem Stipendium der Studienstiftung des Deutschen Volkes an der Universität zu Köln und in Rom fort. 2011 wurde sie im Fach Klassische Archäologie an der Universität Köln promoviert. Nach dem Reisestipendium des Deutschen Archäologischen Instituts (2011/2012) trat die Autorin die Stelle als Allgemeine Referentin am Deutschen Archäologischen Institut in Rom an. Ihre Forschungsinteressen gelten der Archäologie und Geschichte Großgriechenlands. Ein zweiter Forschungsschwerpunkt liegt auf dem Gebiet der antiken Plastik und Bauornamentik.
Ansichten des Krieges. Kampfreliefs klassischer und hellenistischer Zeit im Kulturvergleich. Pirson, Felix. Archäologische Forschungen 31. 2014. 404 S., 560 Abb. 30 x 21 cm, Gb. EUR 88,00 CHF 119,00 ISBN: 978-3-95490-035-0 L, Reichert
Felix Pirson (Jg. 1968) studierte Klassische Archäologie, Alte Geschichte und Kunstgeschichte in Bonn, Köln, München und Cambridge. Nach der Promotion 1996 in München zur Mietwohnungen in Pompeji und Herkulaneum war er am Deutschen Archäologischen Institut in Rom und an der Brandenburgischen Technischen Universität in Cottbus beschäftigt, bevor er 2000 wissenschaftlicher Assistent am Institut für Klassische Archäologie der Universität Leipzig wurde. Dort habilitierte er sich 2005 mit der vorliegenden Studie. Seit 2006 ist er Erster Direktor der Abteilung Istanbul des Deutschen Archäologischen Instituts und Leiter der Pergamongrabung. 2010 wurde er zum Honorarprofessor an der Universität Leipzig ernannt. Er ist korrespondierendes Mitglied des Amerikanischen, des Österreichischen und des Türkischen Archäologischen Instituts, Senior Fellow am Institute of the Study of the Ancient World der New York University und war 2014 Gastprofessor an der École pratique des hautes études in Paris.
Polis und Porträt. Standbilder als Medien öffentlicher Repräsentation im hellenistischen Osten. Hrsg.: Griesbach, Jochen. Studien zur Antiken Stadt 13. 2014. 192 S., 96 Abb. dav. 2 fb. 32 x 24 cm, Gb. EUR 69,00 CHF 89,00 ISBN: 978-3-95490-009-1 L, Reichert
Aus öffentlichen oder privaten Geldern errichtete Porträtstatuen zu Ehren verdienter Männer und Frauen bildeten seit dem Hellenismus die beliebteste Form individueller Repräsentation in der griechischen Poliswelt. Im vorliegenden Band zu einer internationalen Tagung in München (4. – 6. Dez. 2009) nähern sich Nachwuchswissenschaftler vor allem der Frage, nach welchen Kriterien diese multimedialen Monumente räumlich in Szene gesetzt wurden. Dabei geht es zum einen um die Rekonstruktion von Denkmälerlandschaften vor dem Hintergrund ihrer antiken Lebenswirklichkeit, zum anderen um die kultur- und sozialgeschichtlichen Erkenntnisse, die sich aus ihrer Betrachtung gewinnen lassen: Strategien zur Legitimation von selektiven Vorbildern in einer demokratisch orientierten Gesellschaft, dynamische Faktoren bei der Grenzziehung zwischen Privat und Öffentlich, ortsspezifischen Einsatz von sozialen Rollenbildern, Modelle der Integration von Vertretern einer fremden Hegemonialmacht in den eigenen Denkmälerbestand oder Konstruktionen von Geschichte über Gesichter und Körper, die man ihr aus scheinbar unvergänglichen Materialien verleiht. Anhand ausgewählter Kontexte wird so deutlich gemacht, wie den öffentlichen Räumen griechischer Städte über die Aufstellung von Standbildern Bedeutungsordnungen eingeschrieben wurden und welche Veränderungen im Verlauf der hellenistischen Epoche bis zu den Anfängen der Kaiserzeit dabei zu verzeichnen sind.
Der Polykratische Tempel im Heraion von Samos. Gruben, Gottfried. Hrsg.: Kienast, Hermann J.; Samos (27). 2014. 356 S. 123 fb. Abb. 391 Abb. 30 x 23 cm. Gb. EUR 98,00 CHF 129,00 ISBN: 978-3-95490-041-1 L, Reichert
Für Herodot war der Polykratische Tempel im Heraion von Samos der größte Tempel, von dem er Kenntnis hatte – ein Riesenbau von rund 55 m Breite und 110 m Länge. Seine Cella war umgeben von einem doppelten Säulenkranz von rund 20 m Höhe. Erhalten hat sich davon gerade noch eine halbe aufrechtstehende Säule, die als stummer Zeuge durch alle Zeiten den Bauplatz markiert und schließlich den Ausgräbern den Weg gewiesen hat. Die Fundamente wurden vor rund 100 Jahren freigelegt und beeindrucken seitdem den Besucher ebenso, wie die wenigen Exemplare der Säulenbasen und der einzigartigen Blattkranzkapitelle, die vollständig erhalten ans Licht kamen. Wie man sich die Architektur dieses Tempels vorstellen sollte, blieb unbekannt.
Gottfried Gruben, der bekannte Bauforscher und Münchener Professor, hat sich vor mehr als 50 Jahren daran gemacht, alle zu diesem Tempel gehörenden Fragmente zusammenzutragen, zu ordnen und zeichnerisch zu erfassen. Als erstes Resultat entstand die Rekonstruktion des Kapitells, mit der er als junger Mann promoviert wurde. Seine Zeichnung von diesem wichtigen Bauteil des Tempels hat schnell die Handbücher erobert; das Kapitell des Heratempels gehört seitdem zu den bestbekannten Typen der ionischen Architektur. Der eigentliche Umfang von Grubens Studie blieb dagegen unveröffentlicht.
In der posthum herausgegebenen Publikation wird nunmehr das gesamte damals erarbeitete Material vorgelegt und die Architektur des Tempels erläutert. Gruben gelang es, ein vollständiges Bild des Bauwerks zu erarbeiten und in äußerst anschaulichen Zeichnungen darzustellen. Er identifizierte die Säulen der äußeren und inneren Peristase und unterschied zwischen denen des Pronaos und der Cella. Alle diese Ordnungen konnten zuverlässig rekonstruiert, allen konnte auch der jeweilige Säulenhals sowie das Kapitell zugeordnet werden. Klar wird auf diese Weise auch, dass der samische Tempel anders als die Nachbarbauten in Ephesos und Didyma kein hypäthraler Bau war.
Der Tempel des Polykrates ist der Nachfolgerbau des ersten Dipteros, der bald nach seiner Fertigstellung wegen unzureichender Fundamente abgetragen werden musste. Begonnen wurde der monumentale Bau von dem berühmten Tyrannen, wegen des folgenden politischen Umbruchs konnte er aber nie vollendet werden. Grubens Untersuchung hat jedoch ein überzeugendes Bild des erreichten Zustandes erbracht.
Karatepe-Aslantas, Azatiwataya. Hrsg.: Cambel, Halet. Archäologische Forschungen (29). 2014. 240 S. 51 Tafeln, 4 Beilagen, 384 Abb. 30 x 21 cm. Gb. EUR 68,00. CHF 89,00 ISBN: 978-3-95490-023-7 L, Reichert
Nach “Karatepe - Aslantaş. Azatiwataya. Die Bildwerke” ist dieser Band der zweite Teil der Abschlussberichte zur Grabung in der späthethitischen Festung am Karatepe in Kilikien. Er vereint drei Aufsätze zur Architektur (Festung und Palast), zur Keramik (eisenzeitlich) und zu Klein- und Münzfunden (hellenistisch bis neuzeitlich). Die berühmten Reliefs und Inschriften vom Karatepe werden hier erstmals in ihren archäologischen Kontext eingebettet und die jeweils festzustellenden Ähnlichkeiten und Unterschiede zu anatolischen, nordsyrischen und levantinischen Parallelen diskutiert. Der Band wird ein Referenzwerk für Bauhistoriker, Archäologen und Numismatiker bilden, die sich mit den eisenzeitlichen Kulturen des Vorderen Orients beschäftigen.
Boote, Burgen, Bischarin. Heinrich Schäfers Tagebuch einer Nubienreise zum zweiten Nilkatarakt im Jahre 1900. Gertzen, Thomas L. Menschen – Reisen – Forschungen (2). 2014. 280 S. 250 fb. Abb. 27 x 21 cm. Gb. L. Reichert Verlag, Wiesbaden 2014. EUR 79,00. CHF 105,00 ISBN: 978-3-89500-964-8 L, Reichert
Im Zuge der Archivrecherchen zur Geschichte des Deutschen Archäologischen Instituts, Kairo im Rahmen des wissenschaftsgeschichtlichen Forschungscluster 5 des DAI konnte ein 134 Manuskriptseiten umfassendes Reisetagebuch des deutschen Ägyptologen Heinrich Schäfer (1868-1957) aus dem Jahr 1900, über eine gemeinsam mit Ludwig Borchardt (1863-1938), Curt von Gruenau (1871-1939), Hermann Thiersch (1874-1939) und Georg Steindorff (1861-1951) unternommene Reise nach Unternubien zum Gebiet des 2. Nilkatarakts fast vollständig wieder gewonnen werden und wird derzeit zur Publikation in der neuen wissenschaftsgeschichtlichen Reihe des DAI, „Menschen-Reisen-Forschungen“ aufbereitet.
Neben den Schilderungen einer – immer noch – abenteuerlichen Reise in den Sudan, der noch wenige Jahre zuvor durch den Mahdi-Aufstand erschüttert worden war, bietet der Band einen einführenden Überblick über die Archäologie und Kulturgeschichte des heute in den Fluten des Nasser-Stausees versunkenen Gebietes zwischen dem ersten und zweiten Nilkatarakt, zwischen Assuan und Wadi Halfa. Dabei vermitteln Schäfers Aufzeichnungen jedoch nicht nur einen Eindruck von den Hinterlassenschaften des antiken Ägypten und ihres Erhaltungszustandes um 1900, sondern bieten auch teilweise lebhafte Schilderungen der Kultur und Lebensweise der modernen Nubier.
Zur Illustration über die von Schäfer angefertigten Bleistiftskizzen hinaus, wurde der Band mit reichem zeitgenössischem Bildmaterial aus den Archiven u. a. des Ägyptischen Museums – Georg Steindorff – in Leipzig, dem Schweizerischen Institut für Ägyptische Bauforschung und Altertumskunde in Kairo und natürlich dem Archiv und der Bibliothek des Deutschen Archäologischen Institutes Kairo ausgestattet. Zusammen mit dem äußerst farbenfrohen und zum Zeitpunkt der Abfassung des Tagebuches gerade in Deutschland eingeführten Medium der illustrierten Ansichtskarten ist ein reich bebildeter Band zur Forschungsgeschichte der Ägyptologie und Sudanarchäologie sowie der Kulturgeschichte Nubiens und ihrer Erforscher entstanden.
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Theodor Wiegand und die byzantinische Kunst. Mietke, Gabriele. 2014. 96 S. 3 Abb., 75 fb. Abb. 21 x 23 cm. Pb. EUR 16,80. CHF 24,50 ISBN: 978-3-95490-042-8 L, Reichert
Vor 150 Jahren, am 30. Oktober 1864, wurde Theodor Wiegand in Bendorf am Rhein geboren. Als klassischer Archäologe wurde er bekannt und berühmt, sein großes Engagement auch für die byzantinische Kunst ist daneben kaum bekannt. Der Katalog zu einer Kabinettausstellung im Museum für Byzantinische Kunst in Berlin ist ganz diesem Thema gewidmet und gibt so erstmals einen Überblick über Wiegands Erwerbungen und Forschungen an byzantinischen Denkmälern.
Im Jahr 1897 wurde Wiegand zum Direktor an den Königlichen Museen zu Berlin mit Dienstsitz Smyrna (Izmir), später Konstantinopel (Istanbul) im Osmanischen Reich ernannt. Für den Aufbau einer neuen Abteilung für frühchristliche und byzantinische Kunst an den Berliner Museen besorgte er aus der Türkei, dem ehemaligen Kerngebiet des Byzantinischen Reiches, byzantinische Skulpturen und Kleinfunde. Darunter waren Grabungsfunde aus Milet, Priene und Pergamon, Ankäufe aus dem Kunsthandel und von privat, aber auch Geschenke des osmanischen Sultans. Die Marmorbildwerke aus der Türkei, die sich heute im Museum für Byzantinische Kunst in Berlin befinden und einen Schwerpunkt der Sammlung darstellen, wurden zum größten Teil durch ihn erworben. Daneben interessierte sich Wiegand aber auch wissenschaftlich für byzantinische Archäologie. In seinen Ausgrabungen berücksichtigte er auch byzantinische Funde. Er erforschte ausgemalte byzantinische Höhlenklöster im Latmos-Gebirge im westlichen Kleinasien und nahm die Reste der byzantinischen Kaiserpaläste in Konstantinopel auf. Im Ersten Weltkrieg leitete er das Deutsch-Türkische Denkmalschutz-Kommando in Palästina und dokumentierte in dieser Funktion spätantik-frühbyzantinische Siedlungen in der Negev-Wüste. Als Pionier der archäologischen Flugbildarchäologie ließ er sie von Militärflugzeugen aus fotografieren. Zu all diesen Themen legte er ausführliche Publikationen vor.
Der Ausstellungskatalog stellt in einem einleitenden Aufsatz Wiegands wichtige Rolle für den Aufbau der Frühchristlich-Byzantinischen Sammlung, dem heutigen Museum für Byzantinische Kunst in Berlin, und seine Forschungen zu Themen der byzantinischen Archäologie heraus. Daran schließen sich 54 durchgehend farbig bebilderte Katalogbeiträge zu biografischen Zeugnissen sowie einer Auswahl der Objekte, die mit seiner Hilfe für die Berliner Sammlung erworben wurde. Zu vielen Stücken können dabei neue Erkenntnisse zu Herkunft und Funktion mitgeteilt werden.
Der Turm der Winde in Athen. mit Beiträgen von Pavlina Karanastasi zu den Reliefdarstellungen der Winde und Karlheinz Schaldach zu den Sonnenuhren. Kienast, Hermann J. Archäologische Forschungen (30). 2014. 288 S. 42 Tafeln, 361 sw. u. 2 fb. Abb. 34 x 24 cm. Gb. EUR 98,00. CHF 129,00 ISBN: 978-3-95490-024-4 L, Reichert
Der Turm der Winde in Athen gehört zu den eigenwilligsten Architekturschöpfungen der griechischen Antike. Der oktogonale Marmorbau, der heute noch aufrecht steht, besticht durch formale Eleganz wie auch durch konstruktive Details. Seinen Namen verdankt er einem reliefierten Fries mit Allegorien von acht Winden, die den Bau bekrönen. Außen sind unter jedem der Winde Sonnenuhren angebracht, im Inneren gibt es Spuren von einem mit Wasserkraft betriebenen Mechanismus. Dass diese eine Wasseruhr belegen, konnte durch die neuen Untersuchungen jedoch widerlegt werden. Der Bau war kein Uhrturm, sondern ein Vorläufer unserer heutigen Planetarien
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