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Reichert, Dr. Ludwig Verlag

 
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The Baloch and Their Neighbours. Ethnic and Linguistic Contact in Balochistan in Historical and Modern Times. [Afghanistan] Hrsg.: Korn, Agnes /Jahani, Karina. 2004. 380 S., 10 Ktn 24 cm. Gb EUR iVb ISBN: 3-89500-366-2 L, Reichert
Stadler, Martin A: Ägyptische Mumienmasken im Martin von Wagner Museum der Julius-Maximilians-Universität Würzburg. (Schenkung Gütte). 120 S., 19 sw. u. 16 fb. Abb. 24 cm. Gb. L. Reichert, Wiesbaden 2004. EUR 29,- 12. Januar 2005 ISBN: 3-89500-361-1 L, Reichert
Auf den ersten Blick wäre zu erwarten, daß ein für die altägyptische Kultur derart prominentes Charakteristikum wie Mumienmasken ein wohlerforschtes Gebiet ist. Wem fielen nicht herausragende Beispiele wie die goldenen Masken der Tuja oder des Tutanchamun ein? Doch häufig ist in der Ägyptologie gerade das in der öffentlichen Wahrnehmung Typische nur unzureichend oder gar nicht erforscht, was an der gewaltigen Materialfülle liegt, der nur wenige Ägyptologen gegenüberstehen. So sind auch die Mumienmasken ein bislang von der Ägyptologie nur oberflächlich gestreiftes Gebiet. Fragen der Datierung und der Provenienz sind noch nicht voll befriedigend beantwortet, ebenso wurden das ikonographische Programm und damit die religiösen Aussagen, die aus den Mumienmasken abzuleiten sind, kaum systematisch diskutiert.
Der vorliegende Band beschäftigt sich mit diesen Fragen aus Anlaß der Veröffentlichung von zwölf bislang unpublizierten ägyptischen Mumienmasken, die sich heute im Martin von Wagner Museum der Universität Würzburg befinden. Sie wurden vom Privatsammler Friedrich Gütte der Universität Würzburg geschenkt, wobei die Herkunft unbekannt ist. Diese Masken sind weder stilistisch noch chronologisch eine homogene Gruppe. Auch ihr Erhaltungszustand ist ganz unterschiedlich. Deshalb ist es nötig, zunächst über den kunsthistorischen Vergleich eine Datierung und Provenienz zu etablieren, um dann diese Stücke in Farbabbildungen erstmals der Öffentlichkeit vorzulegen. Zwar ist die grobe chronologische Einteilung in die ptolemäische bis frühkaiserzeitliche Epoche für die Würzburger Gruppe eindeutig, doch ist dies bei einer 400jährigen Zeitspanne nur eine grobe Datierung. In dieser Arbeit ist versucht worden, diese näher einzugrenzen.
Da die meisten Masken mit einem reichen Bildprogramm dekoriert sind, darf auch der religionshistorische Hintergrund nicht vernachlässigt werden. Zwar haben andere Museen schon in ihren Katalogen für einzelne Masken kurze Erläuterungen gegeben, aber die Ikonographie nicht als System aufgearbeitet. Hier werden nun die Bilder und Symbole auf den Würzburger Masken erstmals unter Einbeziehung der Textquellen systematisch erläutert und in einen übergreifenden Gesamtzusammenhang gestellt.
Dadurch wird ein Beitrag zur ägyptischen Totenreligion in der spätptolemäischen und frühkaiserzeitlichen Epoche geleistet, als die altägyptische Kultur sich bereits knapp 300 Jahre lang mit der hellenistischen Kultur in einem Spannungsfeld befand. Die Abgrenzung gegenüber dem Hellenismus oder Öffnung ihm gegenüber wird auch an den Mumienmasken deutlich. In den Kapiteln, die die religiöse Bedeutung der Mumienmasken für die Ägypter und das Bildprogramm erläutern, richtet sich der Band nicht nur an den Fachmann, sondern auch an den am Altertum interessierten Laien.
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Stephan-Chlustin, Anne: Artuswelt und Gralswelt im Bild. Studien zum Bildprogramm der illustrierten Handschriften. Imagines Medii Aevi Bd. 18. Interdisziplinäre Beiträge zur Mittelalterforschung. Hg. H. Brunner, E. Hösch, R. Sprandel, D. Willoweit. 2004. 360 S., 78 Abb. 24 cm. Ln EUR 68,- ISBN: 3-89500-357-3 L, Reichert
Diese Arbeit ist den sechs überlieferten illustrierten Parzival-Handschriften gewidmet: den beiden Münchner Handschriften G (Cgm 19) und Gk (Cgm 18), den aus der elsässischen Werkstatt Diebold Laubers stammenden Handschriften m (Cod. Vindob. 2914), n (Cgp. 339) und o (Ms M 66 Dresden) und dem Berner Codex Gx (Cod. AA 91), der mit den Lauber-Handschriften den sog. Volkshandschriften zugerechnet wird. Sie hat zwei Untersuchungsschwerpunkte. Der erste gilt nach einer Darstellung von Überlieferung, Datierung, Aufbewahrung, Schrift, Texteinrichtung und Ausstattung der Codices der Charakterisierung des künstleri-schen Ausdrucks der Bilder dieser Handschriften, die mit Ausnahme des Cgm 19 nicht faksimiliert sind, und beschäftigt sich zum einen mit Technik, Zeichen- und Malstil und Koloristik, zum andern mit der Darstellungsweise in den Kategorien Person, Tier, Architektur, Landschaft und Komposition. Eine vollständige und genaue Bestandsaufnahme soll dazu beitragen, das Negativurteil über die Bebilderung einiger Handschriften zu überprüfen, besonders jener aus der Lauber-Werkstatt, und sie einer vorurteilsfreieren Betrachtung zuzuführen. Das Ziel dieser Bestandsaufnahme ist nicht die Einordnung in das kunsthistorische Umfeld, auch wenn entsprechende Vergleiche vorgenommen werden, sondern die Herausarbei-tung der stilistischen Merkmale der verschiedenen Bildversionen der Parzival-Handschriften. Der zweite Schwerpunkt liegt auf der Untersuchung der Text-Bild-Beziehungen. Beide Untersuchungsschwerpunkte berücksichtigen die gelegentlich gestellte Forderung nach einer Einzelanalyse der Manuskripte. Fragen der Sachkultur, Kleidung und Rüstung werden — soweit erforderlich für die Ikonographie und dieInterpretation der Rezeption der Dichtung - von Fall zu Fall und ansonsten nur marginal gestellt. Die Arbeit stützt sich zunächst in allen Fällen auf die per-sönliche Autopsie der Handschriften. Die Beschreibung des künstlerischen Ausdrucks erfolgt ohne strenge Be-achtung des dreistufigen Prinzips nach E. Panofsky — vorikonographische Beschreibung (und pseudoformale Analyse), ikonographische Analyse, ikonologische Interpretation — auf der Basis eingehender Prüfung der Ori-ginale hinsichtlich Technik und Stil und für alle Bilder vorgenommener Farbnotate. Die ikonographische Beschreibung in den Kapiteln der Text-Bild-Analyse sucht nach größtmöglicher Genauigkeit. Die Text-Bild-Analyse setzt die Bildinhalte in Beziehung zum erzählten Bericht. Sie untersucht die Methode antizipierender, retrospektiver oder paralleler Begleitung des Textes durch das Bild. Sie überprüft die Textkenntnis des Rubrikators anhand seiner Bebilderungsvorgaben und die des Illustrators, indem sie Indizien seiner Textkennt-nis oder mangelnden Textkenntnis aufsucht. Sie untersucht die Themenauswahl mit dem Ziel, Einsicht in die Funktion des Bildprogramms zu gewinnen, und versteht und befragt es als Medium der Rezeption und Interpretation der Dichtung durch Rubrikator und Illustrator. Eine Synopse der Bebilderungssysteme und ihrer szenisch-in-haltlichen oder ikonographischen Beziehungen soll der Auffindung von Indizien einer Bildtradition der *G- und *D-Handschriften dienen.
Buchmalerei in Freiburg im Breisgau. Ein Zisterzienserbrevier aus dem frühen 14. Jahrhundert. Zur Geschichte des Breviers und seiner Illumination. Von Judit Raeber. 2003. 408 S. 85 s/w und 78 fb. Abb, Gb. EUR 98,- ISBN: 3-89500-321-2 L, Reichert
Mit dem Thema ‚Brevier‘ befasste sich vor allem die theologische Forschung, wobei das Gebet im Vordergrund stand. Die „Gebetsträger“ frühen Datums — deren Ursprung, Konzept, künstlerische Ausstattung, Handhabung — wurden bislang von der Fachwelt nicht oder nur am Rande behandelt. Es war deshalb der Autorin ein Anliegen, auf diesem interessanten Gebiet einen Forschungsbeitrag zu leisten.
Vorgestellt wird eine aussergewöhnliche, kurz nach 1300 im Raum Freiburg i. B. entstandene illuminierte Brevierhandschrift. Dieses so genannte Luzerner Brevier, ehemals für ein Zisterzienserkloster eingerichtet, ist ein repräsentativer Zeuge oberrheinischer Buchmalerei jener Zeit. Der Codex besticht durch seinen hohen künstlerischen Gehalt ebenso wie durch die zum Teil unkonventionelle Wahl der Illustrationen.
Erfreulicherweise ist es geglückt, den Auftraggeber zu eruieren, die Werkstätte zu lokalisieren sowie die spätere Uberlieferungsgeschichte relativ geschlossen zu rekonstruieren. Bei der Stilanalyse kristallisierte sich überraschend eine enge Verwandtschaft heraus mit der berühmten Weltchronik des Rudolf von Ems, so dass eine Werkstattidentität der beiden Handschriften angenommen werden darf. Diese Mutmassung enthält einige Brisanz: Die Weltchronik wurde mangels Hinweisen auf Auftraggeber bis vor kurzem aufgrund stilistischer Kriterien nach Konstanz eingeordnet, in jüngster Zeit paläographischer Eigenheiten wegen nach Zürich.
Buchgeschichtliche Aspekte zum Brevier allgemein werden in einem separaten Teil behandelt. Unter anderem wird auch die Frage der Herkunft aufgeworfen:
Spanien — Wiege des Breviers? Ein weiteres Thema ist die Benutzung des Breviers im gemeinsamen Chorgebet. Aufgrund des vorgestellten Zisterzienserbreviers lag es nahe, sich mit den Zisterziensern zu befassen und deren Offizium zu untersuchen, um dann dem Ergebnis Allgemeingültigkeit zuzuschreiben. Im letzten Teil findet sich eine minuziöse Aufarbeitung der Geschichte der Brevierillumination seit Anbeginn. Diesem langjährigen Desiderat ist die Autorin nachgekommen, zum einen, um das Luzerner Brevier auch in diesem Kontext betrachten zu können, zum andern, um eine künftige Basis zu schaffen für weitere Studien auf diesem Gebiet.
Kataloge der Universitätsbibliothek Heidelberg. Band VI. Die Codices Palatini germanici in der Universitätsbibliothek Heidelberg. (Cod. Pal. germ., 1-181) Bearb. Karin Zimmermann unter Mitwk. von Sonja Glauch, Matthias Miller und Armin Schlechter. 2003. 636 S., 41 z. T. fb. Abb., 29 cm, EUR 138,- ISBN: 3-89500-152-X L, Reichert
Die Codices Palatini germanici (Cod. Pal. germ.) bilden heute die älteste, über Jahrhunderte gewachsene größere Sammlung deutscher Manuskripte, die geschlossen erhalten ist. Überwiegend handelt es sich bei den Palatini germanici um die volkssprachigen Anteile der Schloßbibliotheken der Heidelberger Kurfürsten und ihrer Familien. Die insgesamt 848 Handschriften waren bis zum Dreißigjährigen Krieg Teil der zu ihrer Blütezeit weltberühmten Heidelberger Bibliotheca Palatina. Unter dieser Bezeich-nung werden im Kern die Buchbestände der Universität, der Stiftsbibliothek in der Heiliggeistkirche und der Schloßbibliothek der Kurfürsten von der Pfalz verstan-den, die von Kurfürst Ottheinrich (1502 — 1559; reg. 1556 — 1559) vereinigt worden waren. Durch wertvolle Zugänge wurde sie auch später noch vermehrt. Etwa ein Drittel des Gesamthestandes überliefert Medizinisches und AIchemisches. Die zweitgrößte Gruppe ist die der theologischen Codices. Etwa 120 Handschriften lassen sich den Historici zuordnen. Erst an vierter Stelle sind die gut 100 Handschriften zu verzeichnen, die mittelhochdeutsche und frühneuhochdeutsche Literatur überliefern. Auf ausdrücklichen Wunsch des Papstes war die Bibliothek nach der Eroberung Hcidelbergs durch katholische Truppen im Jahr 1622 dem Vatikan als Kriegsbeute übergeben worden. Insgesamt gelangten so etwa 3500 Handschriften und mindestens 12.000 gedruckte Titel nach Rom. Die lateinischen, griechischen und hebräischen Handschriften sowie die Gesamtzahl der Drucke befindet sich noch heute dort, während die Codices Palatini germanici aufgrund von Vereinbarungen, die während der Pari-ser Friedensverhandlungen getroffen worden waren, 1816 nach Heidelberg zurückkehrten. Der erste Band der neu bearbeiteten Kataloge der Universitätsbibliothek Heidelberg umfaßt den Signaturenab-schnitt der Codices Palatini germanici 1 bis 181. Am Anfang stehen im hier behandelten Signaturensegment ver-schiedene Texte und Sammelhandschriften astrologisch-astronomischen Inhalts. Einen umfangreichen Bestandteil mit überwiegend theologischer Literatur leiten zwei mehrbändige illuminierte Übersetzungen der Bibel aus den Werkstätten Ludwig Henfflins (Cod. Pal. germ. 16— 18) und Diebold Laubers (Cod. Pal. germ. 19—23) ein. Reformatorisches Schrifttum ist in dem beschriebenen Teil-bestand unter anderem durch Abschriften von Predigten Martin Luthers vertreten (Cod. Pal. germ. 41—49). Hierun-ter befindet sich auch ein aus dem Jahr 1530 stammendes Autograph des Reformators (Cod. Pal. germ. 40). Es folgen einige Handschriften mit literarischen Texten. Hierzu gehören beispielsweise der ‚Ackermann aus Böhmen‘ des Johannes von Tepl (Cod. Pal. germ. 76), der Prosaroman ‚Pontus und Sidonia‘ (Cod. Pal. germ. 142) oder der ‚Herpin‘ Elisabeths von Hessen-Nassau (Cod. Pal. germ. 152). Aus dem Besitz beziehungsweise dem Umfeld der für ihre literarischen Interessen bekannten Pfalzgräfin Mechthild (1419—1482) stammen unter anderem ein Manuskript mit den ‚Translatzen‘ des Niklas von Wyle (Cod. Pal. germ. 101)und ein Exemplar des ‚Buchs der Beispiele‘ von Antonius von Pforr(Cod. Pal. germ. 84). Interessenten: Historiker, Kunsthistoriker, Germanisten, Studierende und Lehrende der Fächer Mittellatein, Philosophie, Theologie, Handschriftenkunde.
Erdmann, Ulrich: Römische Spuren im Burgund. Ein archäologischer Reiseführer. 200 S., 80 sw. u. 29 fb. Abb., 24 cm., Gb., L. Reichert, Wiesbaden 2004. EUR 19,90 ISBN: 3-89500-352-2 L, Reichert
Wer wissen wollte, was sich in der Region Burgund nach der Eroberung Galliens durch Caesar bis zum Erlöschen des römisch-mediterranen Einflußes in der Spätantike tat und wie sich die verstreuten Spuren zu einem verständlichen Bild zusammensetzen lassen, hatte es schwer, sich zu orientieren. Der hier vorgelegte Wegweiser mit archäologischem Schwerpunkt, die erste Veröffentlichung dieser Art für Burgund in deutscher Sprache - ist für ein kulturgeschichtlich interessiertes Publikum geschrieben. Die historische Einführung beleuchtet die Auswirkungen der römischen Annexion Galliens für die Unterlegenen und die Sieger und zeigt den Wettbewerb keltischer Traditionen und römisch-mediterraner Einflüsse auf Kunst, Handwerk, Religion und Siedlungsformen.
Die Veröffentlichung erschließt die gesamte Region Burgund mit dem archäologisch bedeutenden Ort Autun als Ausgangspunkt: Den Angaben zur antiken Stadtgeschichte folgt eine Beschreibung der noch aufstehenden Ruinen von zwei augustäischen Doppeltoren, eines gallo-römischen Umgangstempels mit mächtiger Turmfassade, eines Theaters und einer monumentalen Grabpyramide. Um sich dem Bild der römisch geprägten Häduerstadt noch mehr zu nähern, werden weitere historisch überlieferte Bauwerke, die Ergebnisse früherer Ausgrabungen sowie die vielseitigen Sammlungen des Musée Rolin und des Lapidariums vorgestellt. In ähnlichen, den Besonderheiten der Orte angepaßten Miniaturen entsteht das Stadt- und Landpanorama einer zentralfranzösischen Kulturlandschaft in römischer Zeit, wie sie schließlich die Franken und andere aus dem Osten hereindrängende Stämme vorgefunden haben. Die Römischen Spuren in Burgund dokumentieren gleichzeitig, daß Städte wie Sens, vielleicht auch Chalon-sur-Saône an städtbaulicher Pracht und an Lebensqualität Autun nicht wesentlich nachgestanden haben dürften. Den Beweis dafür liefern Hunderte von markanten Objekten in den großartigen Museen, von denen eine Auswahl in dieser Veröffentlichung vorgestellt wird. Dieser Band ist ein ausgezeichneter Reisebegleiter für archäologisch interessierte Reisende.
Über den Autor:
Ulrich Erdmann, Jahrgang 1938, war bereits als Absolvent eines humanistischen Gymnasiums in Berlin von der griechisch-römischen Antike und ihren Einflüssen auf das Werden unserer Kultur gefesselt. Nach privaten und auf einzelnen Gebieten am Institut für klassische Archäologie der Universität Tübingen ergänzten Studien sowie nach einem erfolgreichen, von juristischen Veröffentlichungen begleiteten Berufsleben als Justiziar setzt er nunmehr einen neuen Schwerpunkt in der römischen Provinzialarchäologie der Region Burgund. Ein Domizil bei Autun dient ihm seit Jahren als Basis für die unmittelbare Erkundung der burgundischen Ausgrabungsstätten und Museen. Als Mitglied der Société Éduenne, Autun, ist er der regionalen Pflege des gallo-römischen Erbes eng und aktiv verbunden.
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Wulf, Christine: Die Inschriften der Stadt Hildesheim. 2 Bde/Tle. 2003. 900 S., 119 sw. u. 1 fb. Abb. 27 cm. (Dt. Inschr. 58)(Die Dt. Inschr. Göttinger Reihe 10) EUR 99,- ISBN: 3-89500-327-1 L, Reichert
Dieser Band bietet eine kommentierte Edition der Texte von insgesamt 781 Inschriftenträgern sowie Jahreszahlen und Initialen von weiteren 178 Objekten. Die Arbeit ergänzt die neueren historischen und kunsthistorischen Forschungen zu herausragenden Stücken der Hildesheimer Kirchenschätze. Schwerpunkte des mittelalterlichen Bestandes bilden die Inschriften der Stiftermemorie Bischof Bernwards aus dem frühen 11. Jahrhundert, sowie Texte auf den kunsthandwerklich herausragenden Stücken der Kirchenausstattungen des 12. und 13. Jahrhundert mit ihren theologisch und sprachlich raffiniert konzipierten Text-Bild-Programmen. Aus der frühen Neuzeit sind zahlreiche von bürgerlicher Gelehrsamkeit geprägte Inschriften an den Hildesheimer Bürgerhäusern von Interesse. Für diesen im Zweiten Weltkrieg nahezu vollständig zerstörten Bestand bietet die Edition auf der Grundlage älterer Quellen ein sehr dicht gefügtes Bild der alten Fachwerkstadt Hildesheim.
Cruikshank Dodd, Erica: Medieval Painting in the Lebanon. Durchgehend englischer Text. 448 S., 371 sw. u. 94 fb. Abb., 31 cm. (Sprachen und Kulturen des Christl. Orient 8) Gb. L. Reichert, Wiesbaden 2004. EUR 248,- ISBN: 3-89500-208-9 L, Reichert
Christians in Lebanon have been painting their churches ever since the time of Christ hut their work is largely unknown. Presently, the larger study of Byzantine painting has barely touched upon medieval Lebanon and very linie has been published on a closely connected group of paintings in medieval Syria.
This study of Medieval Painting in the Lebanon approaches Lebanese paintings from two aspects. In the first place, Erica Dodd describes twenty-six monuments still visible today and, in a few cases, what was there before it disappeared during the course of the work. A dose description of the paintings and the painted inscriptions that explain them is given in the catalogue, including a black-and-white illustration of every painting. The main body of the text then discusses the paintings as a group, including chapters on history, architecture, iconography and style.
These chapters expiore and attempt to explain relationships between Lebanese painting and other paintings in contemporary, Christian communities. Ideas moved with great rapidity across the Mediterranean during the twelfth and thirteenth centuries and the Lebanese frescoes reflect the vigorous and colourful society of Outremer. Among all historical circumstances since the fall of the Ro-man Empire, the Crusades had the most far-reaching impact on European history and culture. Arab history was not unaffected by the Crusades hut the greater impulse was from the East to the West. For the Arabs, the Crusades were only an interlude of two centuries, whereas the Crusades changed the face of Europe. There were momentous impulses that reached across the seas at this time, not the least of them being the burgeoning commerce of the silk route and the approach of the Mongols. Lebanese painting reflects changes of this kind during this period. They not only illumine our understanding of medieval history in the Mediterranean basin, hut also our understanding of the East and the West we experience today.
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Abitare in città. La Cisalpina tra impero e medioevo. Leben in der Stadt. Oberitalien zwischen römischer Kaiserzeit und Mittelalter. Hrsg.: Heinzelmann, Michael /Ortelli, Jacopo. 2004. 240 S., 205 sw. Abb. 29 cm. (Palilia 12) Kt EUR 39,- ISBN: 3-89500-314-X L, Reichert
In der Spätantike erlebten die Städte im Kernland des Römerreiches einen tiefgreifenden Wandel: Mit der Schwächung des Zentralstaates war das römische Modell städtischen Zusammenlebens kaum mehr aufrechtzuerhalten und Siedlungen nahmen ein immer unterschiedlicheres Gesicht an,je nachdem, ob sie etwa als Bischofssitz oder Herrscherresidenz neue Funktionen übernahmen oder zum Agrarzentrum herabsanken. Traditionelle Strukturen urbanen Lebens lösten sich allmählich auf oder wurden sogar gewaltsam zerbrochen und die mittelalterliche Stadtlandschaft begann sich zu formen. Archäologisch lassen sich diese Entwicklungen anhand der Wandlungen im Wohnbau besonders gut fassen, während neue Repräsentationsbauten selten sind.
Dieses Buch präsentiert ausgewählte Beiträge einer Tagung am Deutschen Archäologischen Institut Rom zu den oberitalienischen Städten in der Spätantike und bündelt aktuelle Fragen der spätrömischen Siedlungsarchäologie.

Le nostre conoscenze sulle città romane sono generalmente orientate verso le fasi del loro massimo sviluppo e verso alcuni monumenti particolarmente rappresentativi o ben conservati. Una prospettiva di questo tipo rischia tuttavia di farci perdere di vista la loro effettiva natura di organismi viventi che, con il trascorrere dei secoli, si sono evoluti e modificati assumendo molteplici forme, dalla nascita alla maturità, fino ad una decadenza che in certi casi poté provocarne la scomparsa.
I contributi di questo volume, che raccoglie gli atti del convegno tenutosi presso l‘Istituto Archeologico Germanico di Roma, intendono porre in luce, per I‘Italia settentrionale, uno dei periodi più complessi e dinamici, e al tempo stesso meno noti, nella vita dei centri urbani:
quella tarda antichità che con atterne vicende, tra crisi e riprese, avviò il trapasso verso il medioevo.
Sulla base delta più aggiornata documentazione archeologica si ricostruiscono dunque le forme e le trasformazioni di una componente fondamentale delle città, yale a dire le case di abitazione, considerate tanto di per sé quanto come elementi primari del paesaggio urbano. Il loro studio permette infatti di cogliere non solo importanti indicazioni di ordine topografico ed architettonico, ma anche cconomico, sociale e culturale, tau, nell‘insieme, da delineare un articolato quadro dcl particolare momento storico.
Con l‘indebolirsi dello stato centrale le manifestazioni inscdiative appaiono sempre più diversificate e condizionate dalle varie situazioni locali; tutto ciò, insieme alla frammentarietà dci dati tipica dell‘archeologia urbana, non consente di giungere a conclusioni univoche o definitive. Resta comunque l‘importanza di qucsta miziativa come occasione di verifica e di confronto, utile per l‘avanzamento e ii rinnovamcnto degli studi suite cittá antiche.
Dorothee Kemper. Bauornamentik des 11. bis 15. Jahrhunderts im Rheinischen Landesmuseum Bonn. 296 S., 290 Abb, Gb., EUR 49,- ISBN: 3-89500-362-X L, Reichert
Das Sammlungsgebiet des Rheinischen Landesmuseums Bonn erstreckt sich geographisch über die vier Regierungsbezirke der ehemaligen Rheinprovinz: Aachen, Düsseldorf, Koblenz und Köln. Dieses politisch definierte Gebiet entspricht in weiten Teilen auch der Kunstlandschaft mit Zentren wie Maastricht, Köln, Brauweiler und Bonn mit vielfachen ikonographischen, formalen und stilistischen Relationen innerhalb des rheinischen Formenbestandes. Der vorliegende Katalog versammelt wandgebundene Bauornamentik des 11. bis 15. Jahrhunderts. Die Beschränkung auf diesen Zeitraum ergibt sich aus dem vorhandenen Material sowie aus der notwendigen Begrenzung des Umfangs. Neben vereinzelt überlieferten Bauteilen ungeklärter Provenienz oder durch Schenkung, Ankauf oder Grabung erworbenen Stücken bewahrt das Haus einige größere Bestande aus abgebrochenen Kirchen und Kreuzgängen (Brauweiler, Knechtsteden und andere), deren Untersuchung Rückschlüsse auf die jeweiligen heute verlorenen mittelalterlichen Bauzustände erlaubt. Zahlreiche Abbildungen illustrieren diese hier erstmals publizierte Sammlung.
Holger A. Klein. Byzanz, der Westen und das 'wahre' Kreuz. (Spätantike - Frühes Christentum - Byzanz. Bd. 17). 560 S., 99 Abb., 24 cm, Gb., EUR 58,- ISBN: 3-89500-316-6 L, Reichert
Seit der legendären, früh mit Kaiserin Helena in Verbindung gebrachten Auffindung des Passionskreuzes Christi in Jerusalem gehören Reliquien des sog. ‚wahren‘ Kreuzes zu den heilsgeschichtlich bedeutendsten Objekten der Christenheit.

Gegenstand des vorliegenden Buches ist die faszinierende Geschichte dieser in Byzanz und im Abendland gleichermaßen hochverehrten Reliquie, wie sie sich aufgrund der erhaltenen Quellen für die bereits in konstantinischer Zeit etablierten Kultzentren Jerusalem, Konstantinopel und Rom sowie — von dort ausgehend — für das gesamte christliche Abendland rekonstruieren läßt.
Weitere Untersuchungsschwerpunkte bilden die künstlerische Entwicklung der zur Aufbewahrung von Kreuzreliquien angefertigten Reliquiare sowie die Frage nach den historischen Voraussetzungen und künstlerischen Implikationen der Verbreitung byzantinischer Kreuzreliquiare im Abendland. Im Mittelpunkt des kunst- und kulturhistorischen Interesses stehen dabei vor allem Werke, deren Transiations- und/oder Rezeptionsgeschichte aufgrund historischer Quellen bzw. anhand der Objekte selbst rekonstruiert werden kann. Den Ausgangspunkt bilden hier zunächst jene Reliquiare, deren liturgische und zeremonielle Verwendung schon früh für Jerusalem, Konstantinopel, Apameia und Rom nach-gewiesen werden kann.

Diesen nur aus der literarischen Überlieferung bekannten kasten- und kreuzförmigen Reliquiaren werden solche gegenübergestellt, deren ursprüngliche Funktion aufgrund ihres unspezifischen Äußeren nicht mit Sicherheit bestimmt werden kann. Auf die Analyse der frühesten erhaltenen byzantinischen und abendländischen Kreuzreliquiare folgt zuletzt die systematische Analyse der Typologie, Kult- und Rezeptionsgeschichte byzantinischer Kreuzreliquiare vom Ende des Bilderstreits bis ins frühe 15.Jahrhundert.

Über den Autor:
Holger A. Klein studierte Kunstgeschichte, Christliche Archäologie und Neuere deutsche Literaturwissenschaft in Freiburg im Breisgau, München, London (Courtauld Institute of Art) und Bonn. Nach Stipendien am Dumbarton Oaks Centerfor Byzantine Studies in Washington, D.C. (1998/99), dem Metropolitan Museum of Art in New York (1999) und dem Walters Art Museum in Baltimore (1999/2000) zunächst für vier Jahre als Assistant Professor an der Columbza University in New York tätig, leitet er seit 2004 als Robert P Bergman Curator of Medieval Art die Mittelalter- und Byzanzabteilung am Cleveland Museum of Art.

Fachgebiete:
Christliche Archäologie; Byzantinistik; Geschichte, Mittelalterliche; Geschichte, Byzantinische; Kunstgeschichte; Theologie, Kath./Protest.
Robert Fajen. Die Lanze und die Feder. Untersuchungen zum Livre du Chevalier errant. von Thomas III., Markgraf von Saluzzo. IMAGINES MEDII AEVI. Interdisziplinäre Beiträge zur Mittelalterforschung. H. Brunner, E. Hösch, R. Sprandel, D. Willoweit. ( Hrsg.) Bd. 15. 316 S., 24 fb. Abb., Gb., EUR 52,- ISBN: 3-89500-303-4 L, Reichert
Die Studie analysiert und interpretiert den spätmittelalterlichen Roman sowie den um 1420 entstandenen Freskenzyklus in der Burg von Manta, der zu den bedeutendsten Schöpfungen der oberitalienischen Gotik zählt. Durch die Verbindung von literaturwissenschaftlichen, historischen und kunstgeschichtlichen Perspektiven wird ein differenziertes und lebendigs Bild höfischer Kultur am Ende des Mittelalters gezeichnet.
Die Nibelungen. Sage - Epos - Mythos. Hrsg. v. Heinzle, Joachim /Klaus, Klein /Ute, Obhof. 650 S., 100 Abb. 24 cm. Gb., Reichert, Wiesbaden 2003, EUR 49,- ISBN: 3-89500-347-6 L, Reichert
Der Band bildet die Summe der gegenwärtigen Forschung zu den Nibelungen und eröffnet Perspektiven für künftige Arbeit an dem Überlieferungskomplex, der bis auf den heutigen Tag zu den wirkungsmächtigsten literarischen Mythen im kulturellen Gedächtnis der Deutschen gehört. Im Zentrum dieses Bandes steht das Nibelungenlied, seine literarische Stellung in der höfischen Literatur der Zeit um 1200 und die Entfaltung des Textes in der Über-lieferung vom 13. bis ins frühe 16. Jahrhundert. Gegen den herrschenden Trend, den Text ohne Rücksicht auf die Sage zu lesen, aus der er erwachsen ist, wird diese im Horizont aktueller kulturwissenschaftlicher Fragestel-lungen neu ins Bewußtsein der Forschung gehoben. Breiter Raum ist der Rezeption des Nibelungenstoffs in der Neuzeit gewidmet: seiner nationalideologischen Vereinnahmung im 19. und 20. Jahrhundert, seiner Neu-formulierung in Literatur, Oper und Film sowie seiner Darstellung in der bildenden Kunst von Johann Hein-rich Füssli bis in die Gegenwart. Der Band erschien in Zusammenhang mit der Ausstellung,, Uns ist in alten Maeren ... Das Nibelungenlied und seine Welt“. Anlaß der Ausstellung war der Erwerb der Nibelungenlied-Handschrift C mit Geldern der Landesbank Baden-Württemberg, der Kulturstif-tung der Länder, der Bundesregierung und der Freifrau Christina von Laßberg. Seit dem Jahre 2001 befindet sich die Handschrift als Eigentum der Landesbank Baden-Württemberg und der Bundesrepublik Deutschland in der Badischen Landesbibliothek. Aus dem Inhalt: Joachim Heinzle (Marburg): Die Nibelungensage als europäische Heldensage. — Hermann Reichert (Wien): Die Nibelungensage im mittelalterlichen Skandinavien. — Elisabeth Lienert (Bremen): Perspektiven der Deutung des Nibelungenliedes. – . Nikolaus Henkel (Hamburg): Die Nibelungenklage und die *C..Bearbeitung des Nibelungenliedes.— Alois Wolf (Freiburg i.Br.): Literarische Verflechtungenund Ansprüche des Nibelungenlieds.-.ElkeBrüggen(Bonn): Räume und Begegnungen. Konturen höfischer Kultur im Nibelungenlied. — Joachim Heinzle (Marburg): Die Handschriften des Nibelungenliedes und die Entwicklung des Textes. — Klaus Klein (Marburg): Beschreibendes Verzeichnis der Handschriften des Nibelungenliedes.— Ute Obhof (Karlsruhe): Die Handschrift C.—Bernd Schirok (Freiburg i.Br.): Die Handschrift B.— Karin Schneider (Herrsching): Die Handschrift A.— Lothar Voetz (Heidelberg): Die späten Bearbeitungen. — Klaus von See (Frankfurt a.M.): Das Nibelungenlied — ein Nationalepos? —Werner Wunderlich (St. Gallen): Nibelungenpädagogik — Peter Krüger (Marburg): Etzels Halleund Stalingrad: Die Rede Görings vom 30.1.1943.— Ulrich Müller (Salzburg): Die Nibelungen in Literatur, Musik und Film im 19. und 20.Jahrhundert.— Horst Albert Glaser (Torre del Lago): Das Totenschiff und die Lust am Untergang. Friedrich Hebbels Nibelungen.— Volker Mertens (Berlin): Das Nibelungenlied, Richard Wagner und kein Ende. —Heinz-B. Heller (Marburg): „... nur dann überzeugend und eindringlich, wenn es sich mit dem Wesen der Zeit deckt ...„ Fritz Langs Nibelungen-Film als „Zeitbild“. — Werner Hoffmann (Mannheim): Werner Jansen, Das Buch Treue. — Carsten Peter Thiede (Paderborn): Die Tarnkappe. Das Nibelungenlied in Reinhold Schneiders Theaterstück: Versuch einer christlichen Rezeption? — Bernhard Greiner (Tübingen): Siegfried eine Jüdin aus Polen: Heiner Müllers Umgang mit dem Nibelungenstoff. — Claudia Hattendorff / Marcus Kiefer (Marburg): Arbeit am Nibelungenmythos. Johann Heinrich Füssli und das Nibelungenlied. — Frank Büttner (München): Nibelungen-Bilder der deutschen Romantik. — Heinz-Toni Wappenschmidt(Swisttal): Nibelungenlied und Historienmalerei im 19. Jahrhundert. Wege der Identitätsfindung.— Elisabeth von Hagenow (Hamburg) / Susanne Wernsing (Köln/Wien): Die Nibelungen in populärer Bildpublizistik. — J.A. Schmoll gen.Eisenwerth (München): Der Wormser Nibelungen-Wandbildzyklus von Karl Schmoll von Eisenwerth. — Harald Kimpel/Johanna Werckmeister (Kassel): Leidmotive. Möglichkeiten der künstlerischen Nibelungen-Rezeption seit 1945
Krause, Karin: Die illustrierten Homilien des Johannes Chrysostomos in Byzanz. Spätantike - Frühes Christentum - Byzanz. Reihe B. Studien und Perspektiven. Bd. 14. 368 S., 250 Abb., dav. 57 fb., 24 cm, Gb. EUR 98,- ISBN: 3-89500-320-4 L, Reichert
Das Werk ist die erste umfassende Studie der illustrierten Homilien des Johannes Chrysostomos, des wohl bedeutendsten Kirchenlehrers von Byzanz. Die bislang weitgehend unbekannten Manuskripte uhd ihre Miniaturen werden mittels neuer methodischer Ansätze umfassend präsentiert und in ihrem jeweiligen Entstehungskontext gewürdigt. Im Mittelpunkt steht die stilistische und ikonographische Untersuchung der Illustrationen sowie die Analyse ihrer verschiedenartigen Textbezüge. Unter Befragung zeitgenössischer Quellen werden mögliche Benutzungsarten der Homiliare sowie die Bedeutung des Autors und seiner Texte in Byzanz diskutiert. Der Schwerpunkt der Untersuchungen liegt beim 11. und 12. Jahrhundert, als die Texte selbst und ihre Bebilderung im byzantinischen Osten eine Blütezeit erfahren haben. Dabei wird immer wieder ein Blick zurück in das 10. Jahrhundert geworfen, aus dem mit vereinzelten Exemplaren die ersten bebilderten Chryosostomoshomiliare stammen. Die gründliche Beschreibung der Manuskripte und ihrer Miniaturen ermöglicht auch bislang unentdeckte Einblicke in die Organisation von Werkstätten byzantinischer Buchproduktion. Im Sinne vergleichender Betrachtungen finden zusätzlich auch illustrierte Codices anderer Textgattungen eine ausgiebige Würdigung.

Die zumeist qualitätvollen Miniaturen in Chrysostomoshomiliaren sind in ihrer Ikonographie variantenreich und in der byzantinischen Buchmalerei thematisch sogar nicht selten einzigartig. Neben repräsentativen, mit ganzseitigen Darstellungen versehenen Homiliaren, die teilweise mit dem byzantinischen Kaiserhof assoziiert sind, existieren kleinformatig bebilderte Exemplare, in denen die figürliche Initiale der häufigste Illustrationstypus ist. Den Entstehungsvoraussetzungen und Kennzeichen dieser in der byzantinischen Buchmalerei sehr geläufigen und dennoch zuvor weitgehend unerforschten Gattung ist ein eigenes Kapitel gewidmet. Erläutert wird dort auch, welche Rolle in Byzanz gerade die homiletische Literatur für die Entwicklung solcher Zierbuchstaben gespielt hat. Neben Initialen einfacherer Form, für die Musterbücher existiert haben müssen, begegnen in den Homiliaren solche, die komplexe Textinhalte auf kleinstem Raum ins Bild setzen und in der mittelalterlichen Buchmalerei ihresgleichen suchen. Bemerkenswert sind auch die in der byzantinischen Kunst sonst selten anzutreffenden Darstellungen profaner Thematik, die interessante Einsichten in die Mentalität und das Alltagsleben der Byzantiner eröffnen.
Die erstmalige systematische Analyse der verschiedenen, nicht zuletzt gottesdienstlichen Benutzungsarten chrysostomischer Texte auf der Grundlage einschlägiger Quellentexte läßt wichtige Rückschlüsse auf die bestimmenden Faktoren der Homilienillustration zu. Darüber hinaus verrät sie die besondere Wertschätzung des Chrysostomos und seiner Schriften zur Entstehungszeit der Manuskripte. Der immense Rang des Autors, der sich in der weitreichenden liturgischen Verwendung seiner Texte niedergeschlagen hat, zeigt sich auch in bestimmten Darstellungen des Kirchenlehrers, die in Byzanz textgattungsübergreifend begegnen. Diesen verschiedenen Bildentwürfen, die die göttliche Inspiration des Autors und seiner Texte propagieren, ist das Schlußkapitel des Buches gewidmet.
Andreas Thiel. Die Johannesbasilika von Ephesos. (Spätantike - Frühes Christentum - Byzanz. B 16). 256 S., 225 Abb., 24 cm, Gb., EUR 78,- ISBN: 3-89500-354-9 L, Reichert
Das Heiligtum des Theologen Johannes war eines der bedeutendsten Pilgerzentren des östlichen Mittelmeerraumes. Es lag abseits des hellenistisch-römischen Ephesos auf einem Hügel in der Nähe des Artemisions. Seit dem 6./7. Jh. n. Chr., als das Gebiet der antiken Stadt durch natürliche Veränderungen der Topographie zunehmend unbewohnbar wurde, entstand aus der Siedlung um das Heiligtum das stark verkleinerte mittelalterliche Ephesos. Eine letzte Blütezeit erlebte diese Stadt im 14. Jh. unter der Herrschaft der Seldschuken. Bereits seit dem Ende des 19. Jhs. wußte man um den genauen Ort des Heiligtums.
Nach der Publikation fand die Kirche in den späteren 50er Jahren noch Interesse als eines der Baudenkmäler, an denen eine Teilrekonstruktion versucht wurde. Daneben wurde der Bau in allgemeinen Handbüchern sowie in Darstellungen und Analysen spätantiker Architektur berücksichtigt. Vor allem F.W. Deichmann verdankt man im Rahmen verschiedener Spezialuntersuchungen Arbeiten über die Mauertechnik, die Bauplastik und zuletzt über die Werkmarken der Kirche.
Umfangreiche Grabungen und Restaurierungen der letzten Jahrzehnte haben den Ruinenbestand bzw. -befund im Bereich des Heiligtums wesentlich verändert. Es schien deshalb an der Zeit, bisherige Forschungen zusammenzufassen, erneut zu prüfen und, wo nötig, zu korrigieren und zu ergänzen. Daneben sollten Baugruppen der unmittelbaren Umgebung, deren Publikationen von unterschiedlichem Umfang und Genauigkeit sind, mit berücksichtigt werden.
Nach einer zusammenfassenden Würdigung der verschiedenen Arbeiten zu Detailfragen des Gesamtkomplexes ist schließlich eine neuen Gesamtrekonstruktion des justinianischen Heiligtums, insbesondere aber des Kirchenbaus angestrebt.
Interessenten:
Klassische Archäologen, Christliche Archäologen und Byzantinische Kunsthistoriker, Architekturhistoriker, Kunsthistoriker, Althistoriker, Theologen, Kirchenhistoriker, Epigraphen
Wolfgang Beck. Die Merseburger Zaubersprüche. IMAGINES MEDII AEVI; Band 16. Interdisziplinäre Beiträge zur Mittelalterforschung. Hrsg. von H. Brunner, E. Hösch, R. Sprandel und D. Willoweit. 2003. 500 S., 20 Abb., Ln., EUR 64,.- ISBN: 3-89500-300-X L, Reichert
Die Arbeit ist die erste ausführliche Monographie zu diesen bedeutenden Texten. Das umstrittene Wortmaterial wird etymologisch untersucht, in einem umfassenden kulturhistorischen Zugriff werden Fragen nach dem Kontext, der Überlieferungsgeschichte, den sprach- und religionsgeschichtlichen Problemen sowie funktionalen Aspekten beantwortet.
A New Etymological Vocabulary of Pashto. By Georg Morgenstierne, Josef Elfenbein, D. N. MacKenzie and Nicholas Sims-Williams. Beiträge zur Iranistik, Band 23. Gegründet von Georges Redard. Hrg. von Nicholas Sims-Williams. 2003. 148 S., Ln., EUR 49,- ISBN: 3-89500-364-6 L, Reichert
Krause, Christiane: Strategie der Selbstinszenierung. Das rhetorische Ich in den Reden Dions von Prusa. 2003. 192S. 24 cm. (Serta Graeca 16) Ln. EUR 39,- ISBN: 3-89500-322-0 L, Reichert
Dating Tibetan Art. Essays on the Possibilities and Impossibilities of Chronology from the Lempertz Symposium, Cologne. Ed. by Ingrid Kreide-Damani. 2003. 144 S., 62 Abb, 24 cm, Gb., EUR 35,- ISBN: 3-89500-355-7 L, Reichert
During the past twelve years, international trade in Tibetan art has enjoyed an unprecedented upswing, as buyer demand has confronted limited supply. Prices have risen to dizzying heights, in line with the maxim: “The older the piece, the higher the price.“ In order to analyze, whether such a development in prices is academically justified, and to establish transparency, Lempertz Auction House of Cologne, Germany, invited nine leading European scholars to present papers on research methods and problems relating to the dating of Tibetan art. The meeting, held amid a circle of collectors and connoisseurs took place on November 17th to 18th, 2001 at the Cologne Museum for Last Asian Art and at Lempertz Auction House. This publication presents the revised papers of seven of the nine speakers at the Lempertz Symposium. Their diverging points of view as to the possibilities ot dating of Tibetan art are based on different scholarly approaches and reflect the freedom of academic research: The practicing Buddhist and reincarnate high lama Loden Sherap Dagyab Rinpoche subjects the supposedly universal validity of a Western understanding of art to critical examination and confronts the Western view with a different interpretation of reality. Roger Goepper‘s dating of Sumtsek in Alchi (questioned by Lionel Fournier 2001) is corroborated by new arguments from Goepper himself and from Christian Luczanits. Heather Stoddard presents historical and political facts that place stylistic developments within West-Tibetan art in a new, hitherto unconsidered light. Martin Brauen‘s reconstruction of an unresolved Swiss court case was a challenge for David Jackson to test the reliability of his own method of dating Tibetan art and to supplement his contribution in this publication accordingly. Jane Casey Singer‘s scholarly detective work documents just how difficult it is to establish the dating of a work of art with absolute certainty. The intention of the Lempertz Symposium was to ignite open discussion. Further comments on opinions and conclusions expressed in this book are welcome.
Barbara Zimmermann. Die Wiener Genesis im Rahmen der antiken Buchmalerei. Ikonographie, Darstellung, Illustrationsverfahren und Aussageintention. Spätantike - Frühes Christentum - Byzanz. Kunst im ersten Jahrtausend. Hg. von Beat Brenk, Johannes G. Deckers, Arne Effenberger, Lieselotte Kötzsche. Reihe B: Studien und Perspektiven, Band 13. 2003. 336 S., 100 z. T. fb. Abb., 24 cm, Gb., EUR 49,- ISBN: 3-89500-319-0 L, Reichert
Die 48 Miniaturen der sog. Wiener Genesis (Cod. Vind. theol. gr. 31), einer prachtvollen, illustrierten Purpurhandschrift des 6. Jh., wurden jüngst noch als Beleg für die Existenz illustrierter Bibelhandschriften in jüdisch-hellenistischen Kreisen gewertet; eine solche Buchrolle wurde auch als Archetyp für den Miniaturenzyklus der Wiener Genesis angenommen. Diese Theorie beruht auf den For-schungen von Kurt Weitzmann (und in Folge der ‚Weitzmannschen Schule‘), der — basierend auf der Methode des ‚picture-criticism‘ — eine blühende Buchmalerei schon in hellenistischer Zeit postulierte, auf welche nahezu alle antiken narrativen Zyklen zurückgingen. Eine Forschungsgeschichte mit einer ausführlichen Methodendiskussion, die deutlich macht, daß der ‚Schulenstreit‘ bis heute noch nicht beendet ist, leitet daher die Studie ein. Um die von Weitzmann rekonstruierte Geschichte der antiken Buchmalerei überprüfen zu können, enthält der erste Teil des Buches einen Überblick über alle erhaltenen illustrierten Handschriften(-Fragmente) und sog. Illustrationszeugen, wobei streng nach wissenschaftlichem und narrativem bzw. antikem und mittelaherlichem Material getrennt wird. Dieser Überblick dient als Voraussetzung für die den Hauptteil umfassende Analyse der einzelnen Miniaturen der Wiener Genesis. Die Resultate zu den ein-zelnen Miniaturen werden schließlich in einem auswer-tenden Teil zusammengefaßt und interpretiert. Wichtigste Ergebnisse sind: Die Wiener Genesis ist — entgegen bisheriger Annahmen — eine Neuschöpfung des 6. J h.; der Miniaturenzyklus wurde eigens für das Codexfor-mat geschaffen, basierend auf gängigem Bildformular und in engstem Zusammenhang mit dem paraphrasierten Bibeltext. Alle Ungereimtheiten, die bislang als Beweis für einen Archetyp in Rollenform angeführt und/oder mit exegetischen Texten erklärt wurden, können aus dem engen Bild-Text-Verhältnis innerhalb der Handschrift, aus dem Bildformular und dem zugrunde liegenden — hier rekonstruierten — Illustrationsverfahren erklärt werden. Überlegungen zu Malerhänden und Entstehungsprozeß der Handschrift bekräftigen diese Ergebnisse. Die Resultate der ikonographischen Analyse zusammen mit dem Überblick über die Illustrationszeugen lassen den Schluß zu, daß erst mit der Akzeptanz des Codex als Buchform und dessen Eindringen in große Bibliotheken im Laufe des 4. Jh. ein neuer Kunstzweig entsteht: die malerische Ausstattung von Büchern diverser Gattungen für ein breites Publikum.
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