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Reichert, Dr. Ludwig Verlag

 
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Das Brixener Passionsspiel 1551 im Kontext seiner Zeit.Edition – Kommentar – Analyse. Fischer, Martin. Imagines Medii Aevi. Interdisziplinäre Beiträge zur Mittelalterforschung (SZ140), Band: 36. 2016. 336 S., 47 Abb. 24 x 17 cm. Gb. EUR 98,00 ISBN: 978-3-95490-148-7 L, Reichert
In den letzten beiden Jahrzehnten nahm die mediävistische Forschung zum geistlichen Spiel des Mittelalters und der Frühen Neuzeit einen ungeahnten Aufschwung. Dennoch stellen für einige Spiele, insbesondere des Südtiroler Raumes, immer noch Editionen des ausgehenden 19. Jahrhunderts die einzig verfügbare Textgrundlage dar, was in der Folge auch zum Ausbleiben einschlägiger Untersuchungen zu diesem Bereich geführt hat. Im Rahmen der vorliegenden Studie wird das Brixener Passionsspiel 1551 erstmals vollständig und nach aktuellen editorischen Maßstäben ediert. Damit stehen nun Text und Melodien in einer verlässlichen Edition auch anderen mediävistischen Disziplinen, wie etwa den Musik- und Theaterwissenschaften, der Judaistik und den Geschichtswissenschaften, zur Verfügung. Nach einer ausführlichen Beschreibung der Handschrift F.B.575 wird das Brixener Passionsspiel im Kontext der Tiroler Spieletradition verortet und mit Blick auf mögliche Vorlagen bezüglich des medialen Status seiner Überlieferung untersucht. Die literarischen Inszenierungsstrategien, Aspekte der Performativität sowie das literarische und historische Umfeld stehen im Zentrum des Analyseteils, wobei in der Verknüpfung von szenisch-dramatischer und theologisch-liturgischer Deutung des Geschehens Konturen der Spielintention sichtbar werden, die neben der Unterweisung im christlichen Glauben und der Heilssicherung wohl vorrangig in der Belehrung und Erbauung des (städtischen) Publikums bestand, an dessen Mitgefühl (compassio) durch die Veranschaulichung der Passion Jesu appelliert wurde. In diesem Zusammenhang ist im Vergleich zu den meisten anderen Passionsspielen der Tiroler Spielegruppe sowohl die hohe Zahl als auch die deutlich negative Darstellung der auftretenden Juden auffällig, was möglicherweise in direktem Zusammenhang mit der Politik Maximilians I. stehen könnte.
Malkurs Chinesische Blumenmalerei. Schritt für Schritt mit Lili Yuan. Yuan, Lili. 2014. 96 S., 200 fb. Abb. 23 x 25 cm. Gb. EUR 24,80 ISBN: 978-3-95490-014-5 L, Reichert
Die Kunst der chinesischen Malerei, die auf einer über fünftausendjährigen Tradition chinesischer Philosophie und Denkweise basiert, ist einzigartig. Man kann mit Fug und Recht behaupten, dass sie mit zu den wertvollsten Schätzen der Weltkultur gehört. Chinesische Malerei strebt nach einer Natürlichkeit, Stille und Gelassenheit, die auf den Ursprung des Daoismus zurückzuführen ist. Das Wesen der Malerei wurde am gründlichsten durch die Philosophie des Laozi und des Zhuangzi beeinflusst. Die einleitend dargelegte künstlerische Gedankenwelt reflektiert die Seele der Lao-Zhuang-Philosophie. Sie ist gekennzeichnet durch eine enge Verbundenheit von Mensch und Natur, durch Offenheit, Toleranz und Ruhe gegenüber der Außenwelt und durch ihre Natürlichkeit. Diese Philosophie ist die geistige Quelle, aus der die chinesischen Maler zu allen Zeiten schöpften.Die in Shanghai geborene Künstlerin und Autorin diese Buches, Lili Yuan, leitet seit achtzehn Jahren zahlreiche Malkurse der chinesischen Tuschemalerei in Deutschland und wurde in China mehrfach ausgezeichnet.Durch dieses Buch möchte Sie ihre Erfahrungen der Blumenmalerei teilen und weitergeben. Insgesamt werden 20 Blumenmotive im Stil der feinen Xieyi-Malerei behandelt. Der Malprozess eines jeden Blumenmotivs steht dabei im Mittelpunkt und wird anhand von über zweihundert farbigen Abbildungen mit kurzen Textbeschreibungen erläutert. Dabei ist die Pinselführung Schritt für Schritt zu erkennen. Darunter befinden sich klassische Motive wie Pflaumenblüten, Orchideen, Bambus und Chrysanthemen, aber auch Motive, welche in der chinesischen Malerei üblicherweise nicht vorkommen, wie Rosen, Mohn, Iris und Weihnachtssterne.
Die Mauern von Syrakus. Das Kastell Euryalos und die Befestigung der Epipolai. Beste, Heinz-J.; Mertens, Dieter, Ortisi, Salvatore. Sonderschriften des Deutschen Archäologischen Instituts Rom (RQ663), Band: 18. 2016. 328 S. 374 z. T. fb. Abb. 9 Pläne. 34 x 25 cm, Gb. EUR 98,00 ISBN: 978-3-95490-033-6 L, Reichert
Nach dem dramatischen Ringen 414/413 v. Chr. mit den Athenern, welche Syrakus lange Zeit von der im Norden über der Stadt gelegenen Hochfläche Epipolai aus belagert hielten, beschloss der Tyrann Dionysios I. angesichts der erneuten Bedrohung durch die Karthager 402 v.Chr., das Plateau mit einer Mauer zu schützen. So entstand als wichtigster Teil seiner aufwendigen Aufrüstungsmaßnahmen die größte Verteidigungsanlage der gesamten griechischen Welt mit einer Länge von ca. 21 km und einer großen Schutzburg, dem sog. Kastell Euryalos, an seiner Westspitze. Die Anlage wurde von den nachfolgenden syrakusanischen Strategen, Tyrannen und hellenistischen Königen (Dionysios II, Timoleon, Agathokles, Hieron II) bis zum Ende des 3. Jhs. v. Chr. immer weiter und monumentaler ausgebaut. Die sog. Langen Mauern dienten dabei weniger der unmittelbaren Befestigung der Stadt, sondern fungierten vielmehr als sog. Landschaftsfestung, um im Kriegsfalle die Landbevölkerung sicher unterzubringen. Die erstmalige Untersuchung dieses gewaltigen Mauerzuges, dessen Bau noch vom augustuszeitlichen Historiker Diodorus Siculus eindrücklich beschrieben wird, erbrachte neben der Neuentdeckung wesentlicher Bestandteile – Tore, Türme, ein eigenes Lagerkastell, Straßenverbindungen mit dem Umland – Einblicke in die rasche Wandlung der Verteidigungskonzepte der Zeit nach der Erfindung des Katapults eben durch Dionysios‘ Techniker. Dies gilt besonders für das Kastell Euryalos, dessen Entwicklung hin zur komplexesten Burganlage der Klassischen Antike beispielhaft ist für die uns auch durch die antike Technik-Literatur der Poliorketiker vollzogenen Gedanken. Der große Archimedes hat dazu nach den neuen Erkenntnissen aber nur noch die – letztlich erfolglose – Bestückung mit Maschinen eingebracht. Die Untersuchung erfolgte auf der Grundlage eines völlig neuen Planes der gesamten Stadt im M 1: 2.000, in dem neben den Mauerzügen alle heute noch sichtbaren archäologischen Reste eingetragen sind. So beginnt die Arbeit auch mit einer umfangreichen zusammenfassenden Studie zur Stadtgeschichte insgesamt, soweit sie sich in ihren Mauern spiegelt. Darin spielt die Rezeptionsgeschichte des antiken Syrakus seit der Renaissance, in der die weitläufigen Mauern der Epipolai als die Stadtmauern der berühmten antiken Großstadt missverstanden wurden, eine bis heute wirkende Rolle.
Munyat ar-Rummaniya. Ein Islamischer Landsitz bei Córdoba. Teil 1 Palastanlagen. Arnold, Felix; Canto Garcia, Alberto; Vallejo Triano, Antonio. Madrider Beiträge (UG577), Band: 34. 2016. 448 S., 295 fb. u. 331 sw Abb., 6 Falttafeln, 9 Beilagen. 32 x 21 cm. Gb. EUR 198,00 ISBN: 978-3-95490-066-4 L, Reichert
In der Glanzzeit des Kalifats war die Stadt Córdoba (Spanien) von luxuriösen Landvillen umgeben. Historische Quellen berichten von prachtvollen Palastanlagen, exotischen Gärten und ausgedehnten Ländereien. Die Bauten stehen am Anfang einer Entwicklung, die später zum Bau der Alhambra in Granada führte, aber auch auf die europäische Architektur- und Landschaftsgestaltung Einfluss nahm. Der vorliegende Band stellt erstmals die archäologischen Zeugnisse einer solchen Landvilla umfassend vor.Der Landsitz ar-Rummaniya liegt am Fuß der Sierra Morena, rund 10 km westlich des Stadtzentrums von Córdoba und 2 km westlich der Palaststadt Madinat al-Zahra’. Die Anlage wurde vermutlich von ad-Durri „dem Kleinen“, einem Finanzminister des Kalifen al-Hakam I., um das Jahr 965 errichtet. Auf einer Gesamtfläche von 4,5 ha umfasst sie vier Terrassen, von denen drei als opulente Gärten gestaltet waren. Auf der obersten Terrasse lagen ausgedehnte Wohngebäude sowie ein ungewöhnlich großes Wasserbecken. Architektonischer Höhepunkt war ein prächtiger Saalbau, der sich einerseits zu dem Wasserbecken, andererseits zu dem Garten öffnete. Der Saal ist insofern von besonderer Bedeutung, als bei der Anlage seiner Arkaden erstmals die Prinzipien der menschlichen Perspektive Berücksichtigung fanden, fünf Jahrhunderte früher als vergleichbare Versuche in der italienischen Renaissance.Die vorliegende Publikation ist Ergebnis eines seit 2006 laufenden Gemeinschaftsprojektes des Deutschen Archäologischen Instituts, der Universidad Autónoma de Madrid und des Conjunto Arqueológico de Madinat al-Zahra. Die Monographie umfasst eine detaillierte Dokumentation aller erhaltenen Überreste des Landsitzes in großformatigen Grundrissen und Ansichten, eine ausführliche Baubeschreibung sowie eine komplette Vorlage der Ergebnisse der archäologischen Grabungen der letzten Jahre, inklusive der dabei gemachten Keramik- und Metallfunde. Berücksichtigt wird dabei auch die jüngere Nutzungsgeschichte der Anlage, von der Reconquista bis zum Bau eines modernistischen Landhauses ab 1926. Ergänzt wird diese erschöpfende Darstellung durch Beiträge zur Geschichte, Geologie, Wassertechnik und Botanik des Fundplatzes. Zudem stellt der Band den Landsitz in den Kontext der Entwicklung der Palastarchitektur in Córdoba und der islamischen Baugeschichte in ihrer Gesamtschau.Der Band bildet einen substanziellen Beitrag zur islamischen Baugeschichte des westlichen Mittelmeerraumes. Zudem präsentiert er neue Aspekte zur Vorgeschichte des gezielten Einsatzes der menschlichen Perspektive in der Architektur und ist damit für Kunsthistoriker der italienischen Renaissance von besonderem Interesse.
Divrigi. Unterwegs zur türkischen Mystik in Stein. Wöhrlin, Traugott. 2013. 224 S., 28 x 21 cm. 226 meist fb. Abb. Gb. EUR 110,00 ISBN: 978-3-89500-981-5 L, Reichert
Die islamische Mystik – insbesondere deren persische und türkische Version – hat sich in einer kaum übersehbaren Fülle literarischer und lyrischer Werke ausgedrückt. Angesichts dieser Dominanz des Wortes fand bislang die Möglichkeit kaum Beachtung, mystische Gedankenbilder könnten sich auch im Ornament z.B. als Portaldekor niedergeschlagen haben. Die erheblich von der orthodox-islamischen Kunst abweichende Bauplastik an der aus dem frühen 13. Jahrhundert stammenden Freitagsmoschee und dem dort angegliederten Spital in der ostanatolischen Kleinstadt Divriği wurde daher bis in die jüngste Vergangenheit als Exotismus oder als „barocke Entartung“ abgetan. Dennoch waren es nicht zuletzt gerade die merkwürdigen steinernen Reliefgebilde, die dem Bauwerk 1986 zum Prädikat „Weltkulturerbe“ verholfen haben, ohne dass jedoch jemand an eine ikonografische Würdigung oder Deutung der eigenartigen Figuren gedacht hätte.Für den mit ornamentaler Symbolik vertrauten Baumenschen und Lehrer im Gestaltungsbereich Traugott Wöhrlin, bestanden nie Zweifel, dass der scheinbar exaltierten Formensprache zumindest eine Ideologie, wahrscheinlicher aber eine religiöse Überzeugung zugrunde liegen müsse. Auf seinen zahlreichen Begegnungen in den Ländern des Orients mit den verschiedensten Spielarten der islamischen Kultur und Religion hatte er auch Einblicke in die mystische Dimensionen des Islam gewonnen und mit ihnen die Vermutung, die Kunst von Divriği könne mit dem Sufitum in Verbindung stehen. Ermuntert durch die 2003 verstorbene große alte Dame der deutschen Islamwissenschaft, Annemarie Schimmel, diese Spur weiter zu verfolgen, kam es zu einer intensiven zeichnerischen Bestandsaufnahme vieler ornamentaler Details und dabei zur allmählichen Entzifferung einer mystischen Bildersprache. Ohne das islamische Bilderverbot zu verletzen aber auch ohne sich den dogmatischen Zwängen der orthodoxen Kunst zu beugen schildert diese ebenso abstrakte wie deutliche Sprache die Liebe als Energiequelle für alles Leben und damit als Wesenskern des Göttlichen.Der Autor beschreibt im Buch aber nicht nur die Ergebnisse seiner Studien sondern auch den langen und teils mühsamen Weg dorthin: Abstecher in die geschichtlichen und geografischen Zusammenhänge ebenso wie die notwendige Auseinandersetzung mit Regeln und Erscheinungsformen der orthodox-islamischen Kunst sowie den Grundzügen der islamischen Mystik und anderen religiösen Strömungen lokaler Bedeutung. Durch den bewussten Verzicht auf eine rein wissenschaftliche Darstellung und durch die Einbeziehung subjektiver Erlebnisse und Wahrnehmungen, wird das Buch auch für interessierte Laien interessant und leicht lesbar.
Baubefunde und Siedlungsentwicklung der Südumgehung im Oppidum von Manching. Die Ausgrabungen in Manching (20). Winger, Katja. 2016. 304 S. 90 Tafeln, 259 meist fb. Abb. 32 x 23 cm. Gb. EUR 75,00. ISBN: 978-3-95490-165-4 L, Reichert
Die zwischen 1965 und 1971 ergrabene Südumgehung bietet mit ihrer Länge von etwa einem Kilometer beste Voraussetzungen, um die Entwicklung der 380 ha großen Siedlung zu erforschen. Während der nördliche Teil der Grabungsfläche im zentrumsnahen Teil des Oppidums liegt, reicht sie im Süden bis an den Verlauf des Walles. Bereits die Analysen zur Fundverteilung – besonders die Arbeit von Herbert Lorenz – ließen erahnen, dass sich das Ausgreifen der besiedelten Fläche der Südumgehung von Nord nach Süd besonders gut abzeichnet. Mit diesem Band der Reihe „Die Ausgrabungen in Manching“ werden nun erstmals die vollständigen Befunde der Südumgehung vorgelegt, mit denen die Besiedlungsgeschichte dieses Bereiches des Oppidums nachgezeichnet wird. Die 140 Gebäude verteilen sich dabei auf acht Bauphasen, in denen sich ganz unterschiedlich genutzte Bereiche - u.a. ein Kultbezirk mit einem Rundbau und Gehöfte mit Langbauten – über längere Zeit verfolgen lassen. Neben einem Kapitel zu den Sonderbauten im Kultbezirk widmet sich die Arbeit auch anderen Gebäudetypen und stellt anhand von Vergleichen sowohl innerhalb als auch außerhalb des Oppidums Überlegungen zur funktionalen Deutung an. Bereits während der Ausgrabungen fielen Gebäude mit gleichen Abmessungen bzw. Zusammensetzungen aus gleichen Bauteilen auf. Den vom Ausgräber Franz Schubert daraufhin vorgelegten Überlegungen zum keltischen Fußmaß ist ein eigenes Kapitel gewidmet, welches sich kritisch mit der Übertragbarkeit antiker Baumaße auseinandersetzt. Ein weiteres Kapitel beschäftigt sich mit den Deponierungen der Südumgehung, deren bekannteste Vertreter die beiden Vogelkopf-Achsnägel darstellen. Die Bedeutung für die Siedlungsentwicklung des gesamten Oppidums wird am Ende des Bandes besprochen. Nach den Erkenntnissen von der Südumgehung und der Zusammenschau mit anderen bereits ausgewerteten Grabungsflächen kann von einem sprunghaften Ausgreifen der besiedelten Bereiche am Ende von LT C1 ausgegangen werden. Eine Parallelisierung der Siedlungsphasen mit den drei Bauphasen der Stadtmauer legt nahe, dass der Innenraum des Oppidums auch nach der endgültigen Zerstörung des Osttors weiterhin zumindest in Teilen besiedelt wurde.
Reichenauer Buchmalerei 850-1070. Berschin, Walter; Kuder, Ulrich. Deutsch. 160. 72 meist fb. Abb. 30 x 21 cm. Gb. L. Reichert Verlag, Wiesbaden 2016. EUR 39,90. ISBN: 978-3-95490-129-6 L, Reichert
Spätestens um 850 n. Chr. sind auf der Klosterinsel Reichenau die ersten illuminierten Prachthandschriften hergestellt worden. Ab 960 entstehen sie in dichter Folge, die den Bedarf des Klosters bei weitem übersteigt. Um 1000 erreicht die Buchkunst der Reichenau den Königshof; Heinrich II. hat seine Gründung Bamberg mit vielen Reichenauer Handschriften ausgestattet. Unter Abt Bern von der Reichenau (1008–1048) steigt die Menge der auf der Reichenau für auswärtige Besteller geschaffenen Prachthandschriften nochmals an; um 1070 erlischt diese Kunst auf der Insel. Es sind insgesamt noch 58 Prachthandschriften vorhanden, über deren Reichenauer Herkunft weitgehend Konsens besteht. Damit weist die Reichenauer Malerschule ein OEuvre auf, das von keiner anderen der Zeit erreicht oder übertroffen wird. Das große Thema dieser Schule ist das Leben Christi: Unter Reichenauer Mitwirkung ist der erste ausführliche Leben-Jesu-Zyklus der westlichen Buchmalerei entstanden. Daneben hat aber auch anderes Platz: das Dedikationsbild, der Evangelist, die altgeorgische Figur, das Bischofsportrait, das Herrscherbild, die Sängerschar, das Leben Johannes des Täufers. Ungewöhnliche Themen innerhalb der abendländischen Buchmalerei sind der Marientod und Christi Höllenfahrt. Hier werden byzantinische Sujets aufgenommen, wie auch der durchgehende Goldgrund, der um 985 in Konstantinopel nachweisbar ist, bald darauf auf der Reichenau erschent. Das Buch versteht sich als chronologisch geordneter Rundgang durch eine imaginäre Ausstellung aller dieser weit verstreuten Handschriften. Aus jeder Prachthandschrift wird eine repräsentative Seite abgebildet und erläutert – in einem Ausnahmefall (nr. 32) sind es drei Bilder. Die Einleitung skizziert die Forschungsgeschichte der Wiederentdeckung Reichenauer Buchmalerei und fasst zusammen, was über Themen, Formate, Empfänger, Schreiber und Maler etc. aus den Handschriften zu entnehmen ist. Der weltweit bekannteste Teil des Reichenauer Weltkulturerbes soll so in seiner Gesamtheit sichtbar gemacht werden.
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Arnold Gorski. „In den Kulissen“. Gorski, Arnold. Kunstgeschichte Wiesbaden (3). Hrsg.: Kunstarche Wiesbaden e. V. 2016. 68 S. 21 x 21 cm. Pb. EUR 10,00. ISBN: 978-3-95490-166-1 L, Reichert
In den Kulissen – Ein magischer Moment. Ohne Zweifel ist dies ein ganz besonderer Moment, die letzten Sekunden vor Beginn der Vorstellung im Theater. Für uns Zuschauer sind sie gefüllt mit Spannung, aber auch mit Erwartung, mit Unruhe, zuweilen mit Verlegenheit – ein kurzes Gespräch mit dem Sitznachbarn, ein prüfender Blick, ob das Handy ausgeschaltet ist, ein letztes Hüsteln, bevor der Vorhang sich öffnet. Anders die Situation der Schauspieler, die sich womöglich nach einem Gespräch in der Kantine, nach den Vorbereitungen in der Maske und der Garderobe auf der Bühne einfinden – und in den Kulissen innerhalb weniger Minuten sozusagen von einem Aggregatzustand in den anderen changieren: vom Alltagsbürger in die Figur, die sie an diesem Abend verkörpern sollen. Nach dem lockeren Geplauder mit Kollegen ist nun Anspannung, die volle Konzentration auf den Text, auf die Rolle angesagt. Eine Metamorphose, die immer wieder – täglich neu – eine Herausforderung darstellt und letztlich gelingen muss. Diesen Moment zu erfassen, greifbar und nacherlebbar zu machen, hat sich Arnold Gorski in seinen Studien "In den Kulissen" vorgenommen. Er kann dabei zurückgreifen auf seine eigenen Erfahrungen als Schauspieler (1959 –1964); aus der Erinnerung heraus gestaltet er – Jahrzehnte überbrückend – die Serie seiner Kulissenbilder. Es geht ihm erkennbar um die Menschen, um die Szene, um den Augenblick. Denn seine Figuren, ihre Gesichter sind nicht ausgemalt, teils werden sie im abstrahierenden Zusammenspiel der Farben eins mit der sie umgebenden Kulisse, faszinieren gerade in ihrer Schemenhaftigkeit. Soweit sich die Bildende Kunst dem Sujet Theater gewidmet hat, stand in früheren Jahrhunderten -bis zurück in die Antike - zumeist der Darsteller auf der Bühne im Blickpunkt. ob auf altgriechischen Vasen, römischen Mosaiken, den Figurinen des Rokoko oder Abbildungen aus den Aufführungen der Klassik und Romantik, stets wird uns der Charakter in typischer Haltung und Geste nahe gebracht. Gorski hingegen betrachtet das Davor, die Annäherung an die Rolle, das Innehalten, das Sich-hinein-Begeben ins Bühnengeschehen. Wir ahnen, ausgehend vom Kostüm, dass uns mal Komödianten, mal tragische Gestalten begegnen; aber sie sind für uns nicht zu fassen. Der Blick in die Kulisse, der uns sonst verwehrt ist, lässt unserer Fantasie freien Lauf, uns mit einzufinden inmitten der Schauspieler, mit ihnen zu fühlen, zu empfinden, bereit zu sein für den Auftritt. Ich bin überzeugt, dass Arnold Gorskis Bilderserie "In den Kulissen" bei vielen Theaterbesuchern Erinnerungen an eigene intensive Bühnenerlebnisse auslösen wird und Anstoß zu den unterschiedlichsten Assoziationen über die Welt als Bühne sein kann. In diesem Sinne wünsche ich diesem Büchlein interessierte und begeisterungsfähige Betrachter. Helmut Nehrbaß Vorsitzender der Gesellschaft der Freunde des Staatstheaters Wiesbaden e.V.
Archäologische Untersuchungen zur Siedlungsgeschichte von Thugga. Die Ausgrabungen südlich der Maison du Trifolium 2001 bis 2003. Thugga (XCQ48), Band: 3. Ritter, Stefan / Rummel, Philipp von. 2016. 388 S., 520 z. T. fb. Abb. 34 x 25 cm. Gb. EUR 98,00 ISBN: 978-3-95490-031-2 L, Reichert
In diesem Band werden die Ergebnisse eines deutsch-tunesischen Grabungsprojektes vorgelegt, das in Zusammenarbeit zwischen dem Archäologischen Institut der Universität Freiburg i. Br. und dem Institut National du Patrimoine, Tunis von 2001 bis 2003 im antiken Thugga durchgeführt wurde. Thugga, das heutige Dougga, ist zwar eine der besterhaltenen römischen Städte in Nordafrika, doch dokumentieren die imposanten Ruinen lediglich den Zustand der Stadt in der späteren römischen Kaiserzeit. Ziel des Projektes war es daher, erstmals einen umfassenden Einblick in die Stadtgeschichte zu gewinnen. Zu diesem Zweck wurde in einem Wohnareal der Unterstadt, südlich der Maison du Trifolium, exemplarisch eine lokale Siedlungsstratigraphie bis zu den frühesten Spuren menschlicher Aktivitäten hinunter untersucht.Die Auffindung zweier Gräber aus der ersten Hälfte des 2. Jahrtausends v. Chr. erbrachte die überraschende Erkenntnis, dass der Stadtberg von Thugga bereits im späten Neolithikum aufgesucht und für Bestattungen genutzt wurde. Mit diesen Gräbern wurden Zeugnisse einer Epoche entdeckt, die in Nordafrika insgesamt bisher kaum bekannt ist. Größere Siedlungsaktivitäten setzten allerdings erst mehr als ein Jahrtausend später ein. Die Ausgrabung eines großen, mit einem zentralen Wirtschaftshof ausgestatteten Wohnhauses aus hellenistischer Zeit beweist, dass sich bereits die punisch-numidische Stadt bis weit in den Süden des kaiserzeitlichen Siedlungsraumes erstreckte. Dieses Wohngebäude wurde um 100 n. Chr. durch einen größeren, aber strukturell ähnlichen Neubau ersetzt. Der Neubau bezeugt, dass es noch bis in die mittlere Kaiserzeit Häuser gab, die nach dem herkömmlichen Schema punischer Hausarchitektur gestaltet waren, und markiert zugleich die beginnende Umwandlung dieses Stadtbezirkes zu einem gehobenen Wohnviertel. Die spätantiken Befunde liefern erstmals Anhaltspunkte dafür, dass in den Randbezirken Thuggas bereits im 4. Jahrhundert n. Chr. Wohnquartiere aufgegeben wurden. Die Auffindung von zehn Steinkistengräbern aus vandalisch-byzantinischer Zeit schließlich bezeugt erstmals für Thugga die andernorts gut bekannte Sitte, Friedhöfe in aufgelassenen Wohngebieten anzulegen.Mit diesen stratigraphischen Untersuchungen konnte zum ersten Mal in Thugga ein umfassender Einblick in die Besonderheiten der lokalen Siedlungsabfolge, von punisch-numidischer Zeit bis in die Spätantike gewonnen werden. Mit der Aufarbeitung und Vernetzung des reichen stratifizierten Fundmaterials wurde ein zuverlässiges chronologisches Gerüst erstellt, welches die historische Einordnung künftiger Fundkomplexe aus Thugga und der Region ermöglicht. Zugleich wird erstmals ein reiches Spektrum an chronologisch fixierten, aus geschlossenen Befunden stammenden Funden aus Thugga für überregionale Vergleichsstudien verfügbar gemacht.
Architektur und Kult im Kontext. Kleonai (1). Mattern, Torsten. Das Herakles-Heiligtum von Kleonai. 2015. 252 S. 62 Tafeln, 1 Beilage, 224 Abb. 30 x 21 cm. Gb. EUR 79,00. ISBN: 978-3-95490-052-7 L, Reichert
Ca. 500 m südwestlich der antiken Stadt liegt das Herakles-Heiligtum von Kleonai. Es besteht aus einem tetrastylen dorischen Prostylos und einem ihm gegenüber liegendem Peribolos. Beide stammen aus dem 2. Jahrhundert vor Christus. Der Tempel, dessen Kultbildtorso erhalten ist, kann weitgehend gesichert rekonstruiert werden. Er ist aufgrund der weiten Verbreiterung des Mittelinterkolumniums und der Integration des Altars in die Krepis sehr ungewöhnlich gestaltet. In dem Band wird zunächst der architektonische Befund des Ensembles vorgelegt und rekonstruiert und anschließend kontextualisiert. Grundlage für das Verständnis der Entstehungszeit und der Wahl der Kultinhabers ist die Geschichte der Stadt Kleonai, die deswegen mit Hilfe historischer, epigraphischer und archäologischer Quellen entwickelt wird. Anschließend wird der Heraklestempel in seinen architekturgeschichtlichen Kontext eingeordnet. Dabei wird besonderes Augenmerk auf die Charakteristika des Baus gelegt und wichtige Elemente hellenistischer Architektur, z.B. Grundrisstypologien oder Mehrmetopenschemata, ausführlich behandelt. Insgesamt erweist sich der Herakles-Tempel als ein gutes Beispiel für die Architektur des „Dritten Griechenlands“, der kleineren Orte, welche jenseits der großen kulturellen Zentren das Bild des antiken Griechenlands prägten, während die archäologische Überlieferung zumeist von den Zentren dominiert wird. Jene lokalen Architekturen waren aber in ihrer Gestaltung freier von großen Traditionen und können damit ein Korrektiv für unser Bild des antiken Architekturbestandes bilden.
Les figures du temps chrétien au Moyen Âge. Wolfgang-Stammler-Gastprofessur (21). Schmitt, Jean-Claude. L’histoire en lignes et en rondelles. Franz. 2015. 84 S. 45 fb. Abb. 24 x 17 cm. Gb. EUR 29,95. ISBN: 978-3-95490-039-8 L, Reichert
Die Frage nach der Zeit steht im Zentrum der Definition von Geschichte als Geisteswissenschaft. Aber was bedeutet die Zeit für einen Historiker? Die Zeit ist der zwangsläufige Träger von evolutionären Phänomenen, die der Historiker untersucht und zu erklären versucht, die er aber viel seltener selbst zum Objekt seiner Reflexionen macht. Und wenn doch, dann fragt er sich: Was ist Zeit? Was die Vergangenheit, die Gegenwart, die Zukunft? Die Dauer, das Ereignis, das Datum, das Jahrhundert? Wie ist das Verhältnis zwischen der Zeit der Geschichte und der Zeit der Erinnerung? Die historische Dimension des Ganzen: Was sind die Konzeptionen und die Repräsentationsweisen der Zeit in den vergangenen Gesellschaften? Wie haben die Menschen die Zeit in den vorausgegangenen Zivilisationen gemessen? In welchen zeitlichen Maßstäben haben sie ihre täglichen Aktivitäten rhythmisiert? Wir leben heute in einer globalisierten Zeit, mit einer universellen Uhrzeit, gemessen mit den gleichen atomaren Techniken, die immer genauer werden, wohingegen früher der Bereich der Ausdehnung der Zeiterfassung und der Kalender die räumlichen Grenzen eines einzelnen Volkes, einer Kultur, eines Königreiches nicht überschritten haben. Die Fragen bezüglich der Zeit sind in unserer heutigen Gesellschaft entscheidend. Deshalb ist es umso wichtiger, sie in einer Geschichte zu verorten, die sich aufmerksam den technischen Veränderungen der Zeitmessung, den Konzepten und jeglichen erdachten und abgebildeten Zeit-Formen in der Vergangenheit widmet. Dazu möchte die vorliegende Publikation mit einer Analyse der mittelalterlichen Darstellungsweisen von Zeit einen Beitrag liefern.
Studien zu den Gladiatorenreliefs der späten Republik und der Kaiserzeit aus Italien. Studien zur Antiken Stadt (15); Studien zur Antiken Stadt (15). Flecker, Manuel. Römische Gladiatorenbilder. 2015. 312 S. 272 Abb. 32 x 24 cm. Gb. EUR 98,00. ISBN: 978-3-95490-097-8 L, Reichert
Die Darstellung von Gladiatoren und ihren Kämpfen gehört zu den zentralen Themen der kaiserzeitlichen Bilderwelt. Durch die Untersuchung von Ikonographie und Erzählweise geht die vorliegende Studie erstmals umfassend der Entstehung und Entwicklung der Gladiatorenbilder sowie ihren Funktionen und Botschaften in später Republik und Kaiserzeit nach. Im Zentrum der Arbeit steht dabei die sozialhistorische und kunstgeschichtliche Einordnung von Relieffriesen, die einst die Grabbauten munizipaler Würdenträger in Italien schmückten. Als konkrete Erinnerungsbilder verwiesen sie auf die Rolle der Grabinhaber als Veranstalter von munera gladiatoria. Die teilweise monumentale Wiedergabe von Gladiatorenspielen auf den Gräbern der editores muneris setzte ganz vereinzelt im späten 2. Jh. und der 1. Hälfte des 1. Jhs. v. Chr. in Mittelitalien ein und hatte ihren Höhepunkt in augusteischer Zeit. Bereits für die nachaugusteische Zeit zeichnet sich jedoch ein starker Rückgang der Gladiatorenreliefs ab. Die Bilder sind vor allem in den Regionen Mittel- und Süditaliens zu finden, in denen die Stiftung von Gladiatorenkämpfen durch städtische Magistrate noch ein Novum und damit eine außergewöhnliche Leistung war. Der Vergleich mit anderen liberalitas-Darstellungen erweist darüber hinaus die herausragende Bedeutung der Gladiatorenreliefs und der dahinter stehenden Veranstaltungen in diesem Zeitraum. Wohl gemeinsam mit nicht erhaltenen Tafelbildern, die bereits für das 2. Jh. v. Chr. literarisch belegt sind, stellen die Grabreliefs das erste bildliche Medium überhaupt dar, das in großem Umfang Gladiatorenkämpfe zeigt. In diesem Zusammenhang entwickelte sich eine eigene, nahezu ex novo entstandene Bildsprache, die vorbildhaft für die gesamte Kaiserzeit werden sollte und die in dieser Studie erstmals detailliert nachvollzogen wird. Die treibende Kraft hinter den sich rasch wandelnden Bildkonzepten sind dabei die Grabinhaber in ihrer Rolle als Spielgeber. Der Blick auf weitere Denkmälergattungen wie Reliefkeramik, Bildlampen, Graffiti, aber auch auf Wandmalerei und Mosaik vermag es ferner, gewandelte Darstellungsinteressen in unterschiedlichen Kontexten, Zeiten und Regionen aufzuzeigen. Neben der Analyse unterschiedlicher Erzählstrategien gilt das Augenmerk darüber hinaus Fragen wie dem Verhältnis von Bild und Realität, der Rolle von Gewalt oder dem Verhältnis von Gladiatur und Eros in den Bildern. Neues Licht auf das Gladiatorenwesen und ihre Ikonographie wirft dabei besonders die Untersuchung der einzelnen armaturae und ihrer Bewaffnung, die in ihrer Bedeutung zwischen Barbarenklischee, existierendem Feindbild, mythischem Heros sowie Kampfstil und besonderen Kampftechniken changieren.
Griechische Keramik nördlich von Etrurien: Mediterrane Importe und archäologischer Kontext. Internationale Tagung Basel 14.-15. Okober 2011 . Hrsg.: Bonomi, Simonetta; Guggisberg, Martin A. 2015. 232 S. 154 z. T. fb. Abb. 30 x 21 cm. Gb. EUR 78,00. ISBN: 978-3-95490-072-5 L, Reichert
Griechische Keramik gehört zu den auffälligsten Gütern, die im 6. und 5. Jahrhundert v. Chr. in die keltischen Machtzentren Mitteleuropas importiert wurden. Lange Zeit galt ihr Nachweis als zentrales Kriterium zur Definition der keltischen ‚Fürstensitze’. Griechische Keramik, so die Annahme, diente der Vermittlung mediterraner Trinksitten in den mitteleuropäischen Raum. Neue Funde aus Kontexten, die nicht mit dem herkömmlichen Bild des ‚Fürstensitzes’ korrespondieren, sowie das immer dichter werdende Netz der Fundpunkte diesseits und jenseits der Alpen legen jedoch eine differenziertere Bewertung des Phänomens „Importkeramik“ nahe. Die im vorliegenden Band vereinten Tagungsbeiträge beleuchten die Rolle der griechischen Luxuskeramik als Medium des kulturellen Austauschs zwischen der mediterranen und der mitteleuropäischen Welt am Beispiel von Alt- und Neufunden aus der Zone nördlich und südlich der Alpen.
Hellenistische Herrscherporträts auf Siegelabdrücken aus Paphos (Paphos IV B) . Kyrieleis, Helmut. Archäologische Forschungen (34). 2015. 220 S. 956 Abb. 30 x 21 cm. Gb. EUR 78,00. ISBN: 978-3-95490-077-0 L, Reichert
Bei Ausgrabungen unter den Mosaiken im „Haus des Dionysos“ in Paphos auf Zypern wurden im Jahr 1970 etwa 11000 Tonbullen mit Siegelabdrücken entdeckt. Von diesen Siegeln werden mit dem vorliegenden Band von Helmut Kyrieleis diejenigen publiziert, die Porträts aufweisen. Die eingehende und ausführlich dokumentierte Untersuchung der mehr als 1000 Siegel erbringt wesentliche Erkenntnisse zur späthellenistischen Ikonographie sowie zum Siegelwesen der Epoche.
In the series of “Archäologische Forschungen” (Archaeological Studies), monographs on the various areas of research in Classical Archaeology are published, mainly concentrating on studies concerning architecture, urban research, topography and everyday culture of Greece, Asia Minor, and the periphery of the Greek world. The chronological scope ranges from the beginning of periodized history to late antiquity. The following volumes, partly to be published in sub-series, will present the findings of research and excavations in the Hellenistic and Roman towns of Priene, Aizanoi and Pompeii. “Archäologische Forschungen” are edited by the Head Office of the Deutsches Archäologisches Institut (German Archaeological Institute) in Berlin.
Der „Korinthische Tempel“ von Knidos. Ein repräsentativer Grabbau der römischen Kaiserzeit. Mert, Ibrahim Hakan. Knidos-Studien (2). 2015. 176 S. 134 Abb. 30 x 21 cm. Gb. EUR 98,00. ISBN: 978-3-95490-057-2 L, Reichert
Der Band stellt einen wichtigen Bau der bekannten, aber noch immer unzureichend untersuchten und dokumentierten antiken Stadt Knidos vor. Das bisher als Tempel bekannte Monument erweist sich als aufwendiger Grabbau und damit als aussagekräftiges Dokument für die Selbstdarstellung eines Angehörigen der lokalen Elite im römisch-kaiserzeitlichen Knidos. Besonderes Interesse findet in diesem Zusammenhang die Kombination östlich-griechischer und westlich-römischer Architekturelemente.
Rings of the Ancient World. Egyptian, Near Eastern, Greek, and Roman Rings from the Slava Yevdayev Collection. Spier, Jeffrey; Ogden, Jack. Engl. 2015. 152 S. 179 meist fb. Abb. 24 x 17 cm. Gb. EUR 79,00. ISBN: 978-3-95490-048-0 L, Reichert
The Yevdayev Collection of ancient rings comprises 59 superb examples from Egypt, Phoenicia, Persia, Greece, Etruria, and Rome, dating from the second millennium BC to the fourth century AD. The rings are of many different shapes, most made of gold or silver and often set with gems, but some are carved from semiprecious stone, amber and shell. The collection begins with four Egyptian rings of the New Kingdom period of various types and materials, including an amethyst scarab set in a gold swivel-ring, a ring carved from cornelian with the cartouche of Pharaoh Thutmose III, and a silver ring with the name of Amenhotep II. These are followed by rare examples of a Hittite gold ring and a Persian ring carved from shell. There is a good selection of Phoenician rings dating from the seventh to fifth century BC, including rings in gold and stone scarabs set in rings. Other unusual rings include Persian examples of the Achaemenid and Sasanian period, a unique diamond ring that is likely Kushan, a Central Asian ring in Scythian style, and a gold ring with South Arabian inscription.Greek and Roman rings are particularly well represented. Classical Greek rings dating from the fifth and fourth centuries BC include examples in gold with engraved bezels, bezels decorated with filigree and granulation, and a rare ring with a swivel bezel decorated with figures in gold foil under glass. Hellenistic rings, dating from the third to first centuries BC are often set with large and fine gems, often engraved, and hoops carved in architectural style. There is also a Hellenistic ring carved from black glass and a fine example of a gold snake ring decorated with an emerald. The Roman rings date from the time of Augustus in the late 1st century BC to the fourth century AD. Many of the rings are gold set with finely engraved gems in amethyst, cornelian, green chalcedony, red jasper, and nicolo and include important portraits of Agrippina Senior in cameo and Septimius Severus in chalcedony. Other rings are set with rare gems, including an aquamarine and a diamond. There are also rings carved from other materials, including rock crystal and amber. The catalogue concludes with gold rings of the later empire (third-fourth century AD), typically with large, carved gold hoops and unengraved gems.The rings in the Yevdayev collection are notable not only for their exceptional design and craftsmanship, but for their rich imagery engraved on the rings and gems. The publication will appeal to both students of ancient art and history and to collectors and lovers of jewelry and fine art. The accompanying text places the rings in their historical and artistic context and provides valuable technical observations.
Ägyptens Aufbruch in die Geschichte. Frühe (Kultur-)Technologien im Niltal – Highlights aus dem Ägyptischen Museum und Papyrussammlung Berlin. Kuhn, Robert. Ägypten im Blick (1). 96 S. 100 meist fb. Abb. 22 x 16 cm. Pb. L, Reichert Verlag, Wiesbaden 2015. EUR 15,90. ISBN: 978-3-95490-119-7 L, Reichert
Mit diesem Thema rückt eine Epoche in den Vordergrund, die für die Entwicklung der ägyptischen Kultur grundlegend war und doch in der Wissenschaft häufig als ein bloßer „Vorspann“ der nachfolgenden Perioden angesehen worden ist. Tatsächlich vollziehen sich während dieser nahezu 500.000 Jahre andauernden Periode nicht nur die Besiedlung des Niltals, sondern auch der stufenweise Prozess der Neolithisierung mit herausragenden technologischen Neuerungen und der Entwicklung ausdifferenzierter Sozialgefüge und Siedlungsstrukturen. Aus dieser Zeit, die schließlich in der Gründung eines der ersten Einheitsstaaten der Weltgeschichte um ca. 3100 v. Chr. mündet, verfügt das Berliner Ägyptische Museum und Papyrussammlung über einen reichen Bestand, der erstmals einem breitem Publikum präsentiert wird.
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Iara, Kristine. Hippodromus Palatii. Die Bauornamentik des Gartenhippodroms im Kaiserpalast auf dem Palatin in Rom. 2015. 272 S. 87 Abb. 29 x 22 cm. Palilia (30). EUR 29,90. ISBN: 978-3-95490-088-6 L, Reichert
Der Kaiserpalast auf dem Palatin in Rom hatte als Sitz der römischen Kaiser über Jahrhunderte Bestand. Bedeutende Teile sind von ihm erhalten, allerdings hauptsächlich als Mauern in Opus caementicium ohne die ursprüngliche architektonische Ausstattung. Trotz seiner immensen architekturhistorischen und soziopolitischen Bedeutung ist der Palast erst seit den letzten 20 Jahren Gegenstand von systematischen wissenschaftlichen Untersuchungen. Diese Monographie hat einen bedeutenden Teil des Palastes zum Thema – den Gartenhippodrom und seine Architekturdekoration. In zweierlei Hinsicht erhellt sie zentrale Punkte der römischen Architekturgeschichte: Durch die geschlossene Vorlage und die umfassende Analyse der Architekturdekoration des Gartenhippodroms trägt sie zur Erforschung des stadtrömischen Ornaments bei. Zugleich schließt sie eine Lücke in der Erforschung des Kaiserpalastes.Der Hippodrom mit einer flavischen und einer severischen Hauptbauphase ist eine der größten Gartenanlagen des Palastes. Er ist zum Teil in aufgehendem Mauerwerk, zum Teil in rund 900 fragmentierten Marmorbauteilen erhalten. Im ersten Teil der Arbeit werden diese Bauteile und ihre Ornamentik erstmals vorgelegt und analysiert. Auf dieser Grundlage wird die Rekonstruktion der Architekturdekoration des Hippodroms unternommen.Der zweite Teil der Arbeit ist der Gesamtbewertung der Baudekoration und des Bauwerks gewidmet. Typologisch gehört es zu den hippodromi, einer bestimmten Ausprägung römischer Gärten aus der Villenarchitektur. Die Analyse seiner Architekturdekoration und seine Bewertung innerhalb der Palastanlage insgesamt sowie im Kontext der Garten- und Villenarchitektur der Kaiserzeit führen zu einem neuen Verständnis des Bauwerks und seiner Integration in den stadtrömischen Kaiserpalast. Der Gartenhippodrom auf dem Palatin ist ein herausragendes Exemplar dieses Bautypus. Er zeigt die aus der aristokratischen Villenarchitektur übernommene Bauform in einer gesteigerten, raffinierten Version. Die Integration einer bekannten, in der Villenarchitektur bereits etablierten Bauform in den Palast des Kaisers hatte größtmögliche Wirkung bei gleichzeitiger Akzeptanz in der Bevölkerung zum Ziel: Durch die Bekanntheit des Bautypus wurde der Eindruck von Extravaganz vermieden, zugleich aber war bereits mit dem Namen hippodromus die Großartigkeit einer solchen Anlage gewiß und verwies auf den Bauherrn, den Kaiser. Aufgrund der Bauform, der Ausstattung und der damit verbundenen Konnotationen bedeutet die Errichtung eines Hippodromgartens im stadtrömischen Palast kaiserliche Repräsentation auf höchster Ebene.
Christa Moering. Werkkatalog (1929- 2012) und Edition Tagebuch (1944-1956). Hrsg.: von Breitenbach, Petra; Zimmermann, Reinhard. 2015. 576S. 3,2 x 3 cm. 167 Abb., 1413 fb. Abb. EUR 69,00. CHF 89,00. ISBN: 978-3-95490-081-7 L, Reichert
Christa Moering (10.12.1916 – 9.6.2013), aufgewachsen in Beesenstedt bei Halle und in Naumburg, künstlerisch in Stettin, Leipzig, Berlin und Frankfurt am Main ausgebildet, verlebte die Nachkriegszeit im Taunus und lebte seit 1950 in Wiesbaden. Dort war sie eine der prägenden Figuren des Kunstlebens. Sie war Mitbegründerin der „Gruppe 50“, eröffnete 1958 das „Atelier Moering“ und leitete eine eigene Malschule. Bewusst entschied sie sich entgegen der aktuellen künstlerischen Strömung (abstrakte Malerei) für gegenständliche Malerei und entwickelte eine eigene künstlerische Ausdrucksweise. Ihr umfangreiches Werk, in dem auch die Eindrücke ihrer zahlreichen Reisen verarbeitet wurden, ist geprägt von farbenfrohen, atmosphärisch dichten Ölbildern, Pastellen und Aquarellen. 1978 erhielt sie das Bundesverdienstkreuz und wurde 1996 als erste Frau Ehrenbürgerin der Stadt Wiesbaden. 2008 wurde der zentrale Platz im neuen Künstlerviertel Wiesbaden nach ihr benannt. 2009 wurde Christa Moering Namensgeberin für das von der Stadt Wiesbaden eingerichtete Stipendium für bildende Künstlerinnen in Wiesbaden.
Von Mekka bis Berlin. Archäologie und Kulturgeschichte des islamischen Friedhofs. Sörries, Reiner. 2015. 288 S. 209 fb. Abb. 112 Tafeln. 24 x 17 cm Gb. EUR 49,00 CHF 65,90 ISBN: 978-3-95490-051-0 L, Reichert
In diesem Buch wird erstmals die islamische Bestattungskultur anhand ihrer Friedhöfe, Mausoleen und Grabarchitekturen umfänglich von den Anfängen zur Zeit Mohammeds bis in die Zeiten moderner Diaspora dargestellt. Berücksichtigt werden die wesentlichen archäologischen und kunsthistorisch relevanten Beispiele im gesamten islamischen Raum. In einem ersten Teil „Grundlagen“ werden die kulturellen und religiösen Voraussetzungen sowie die wichtigsten Friedhofs- und Grabformen vorgestellt. Erörtert werden zudem und notwendigerweise die volksreligiösen Bedingungen, unter denen sich entgegen der islamischen Theologie nicht nur eine Wert- und Hochschätzung der Gräber, sondern auch ein eigener Heiligenkult herausgebildet haben. Zudem werden die wichtigsten konfessionellen Unterschiede herausgestellt. In einem zweiten Teil „Historischer Überblick“ werden die relevanten Zeugnisse in chronologischer Folge von der Frühzeit bis zur Postmoderne vorgestellt. Der dritte Teil „Islamische Friedhofskultur der Neuzeit in Europa“ befasst sich mit den Zeugnissen außerhalb der islamischen Welt bis hin zu den Bestattungsformen unter dem Vorzeichen der Migration. Ein Orts- und Sachregister sowie das Literaturverzeichnis bilden den Schluss.
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