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Reichert, Dr. Ludwig Verlag

 
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Palilia. Hg. vom Deutschen Archäologischen Institut in Rom Band 15: Die vestalischen Jungfrauen in der römischen Kaiserzeit. Von Nina Mekacher. 2006. 4°. 272 S., 110 s/w-Abb., Gb., EUR 45,– ISBN: 978-3-89500-499-5 L, Reichert
Die Vestalinnen bildeten die einzige selbständige weibliche Priesterschaft des traditionellen römischen Staatskults. Sie bewachten das ewige Feuer im Tempel der Vesta am Forum Romanum und waren an zahlreichen Zeremonien des römischen Festkalenders maßgeblich beteiligt. Detaillierte rechtliche Bestimmungen garantierten, daß die Vestalinnen kultisch rein und rechtlich frei waren. Während ihrer mindestens dreißigjährigen Dienstzeit unterstanden sie einem strengen Keuschheitsgebot. Die Priesterinnen waren von einem ganz besonderen Charisma umgeben und verkörperten in gewissem Maße die Göttin Vesta, das Feuer und die Gemeinschaft. In der römischen Frühzeit und während der Republik hoben sich die Vestalinnen durch zahlreiche Vorrechte von allen anderen römischen Frauen ab. Im Laufe der ersten drei Jahrhunderte nach Christus erlangte auch ein immer größerer Anteil römischer Bürgerinnen nach und nach fast alle wichtigen vestalischen Privilegien. Der soziale Status der Priesterinnen beruhte nun in erster Linie auf dem alten religiösen Charisma und auf der Nähe zum ersten Mann im Staat, dem Kaiser, der gleichzeitig Pontifex maximus und damit Vorsteher der Vestalinnen war. In einer Gesellschaft, die sich im Laufe der Zeit immer mehr zur Monarchie hin entwickelte, gewann dieses neu erlangte Prestige stetig an Bedeutung.
Dieser Band stellt die antiken Zeugnisse zu den Vestalinnen umfassend vor und deutet sie im Zusammenhang. Im Mittelpunkt stehen nicht so sehr, wie in Forschungen früherer Wissenschaftler, Vermutungen über die Priesterschaft in der römischen Frühzeit, sondern das nachprüfbare Wissen über ihr Wirken in der Kaiserzeit, im Lichte einer reichhaltigen Quellenlage. Besondere Rollen spielen dabei die Schriften der antiken Autoren, die erhaltenen Bildnisse der Priesterinnen, die hier erstmalig umfassend dokumentiert werden können, die Texte der Ehreninschriften auf Statuenbasen für Vestalinnen, römische Münz- und Medaillonbildnisse und nicht zuletzt die archäologischen Befunde im Haus der Priesterinnen am Forum Romanum.
Interessenten:
Archäologen, Althistoriker, Altphilologen, Religionshistoriker
„O glückliche, reiche, einzige Tage“. Fanny und Wilhelm Hensels italienische Reise. Mit dem Faksimile der Bildseiten aus dem „Reise-Album 1839-1840“ Von Hans-Günter Klein. 2006. 4° quer. 70 S., 20 fb. und 11 s/w. Abb., Gb. EUR 59,– . ISBN: 3-89500-482-0 L, Reichert
Zur Erinnerung an ihre gemeinsame Italien-Reise 1839/40 legten sich die Komponistin Fanny Hensel und ihr Ehemann, der preußische Hofmaler Wilhelm Hensel, ein Album an, in dem sie zunächst auf verschiedenfarbigen Papieren 18 eigene Kompositionen notierte und ihr Mann dann jeweils die erste Seite mit einer Vignette schmückte. Musikstücke und Zeichnungen beziehen sich auf einzelne Reisestationen und reflektieren den Reiseverlauf. So entstand mit dem Album, das nur für den privaten Gebrauch bestimmt war, in seiner Kombination von Bild und Musik ein einzigartiges künstlerisches Dokument.
Tradition und Wandel. Untersuchungen zu Gräberfeldern in der westlichen Han-Zeit (206 v. Chr. bis 9 n. Chr.). [China] Von Margarete Prüch und Annette Kieser. 2006. 4°. 336 S., 52 s/w- und 4 fb. Abb. Gb., EUR 69,– ISBN: 978-3-89500-543-5 L, Reichert
Vor der Reichseinigung durch den Ersten Kaiser Qin Shihuangdi (reg. 221–210 v. Chr.) ist China geprägt durch die Machtkämpfe der sogenannten Streitenden Reiche. Im Widerstreit stehen vor allem die beiden kulturell unterschiedlichen Staaten Qin und Chu. Mit der Gründung des Zentralstaates im Jahr 221 v. Chr. durch die Qin geht schließlich eine Vereinheitlichung in allen Bereichen des Lebens einher. Die Qin bleiben allerdings nur 15 Jahre an der Macht und werden durch die Westlichen Han (221 v. Chr.–6 n. Chr.) abgelöst. Nach einer Phase der Konsolidierung durch Kaiser Wen (180–157 v. Chr.) steht die Regierungszeit des Kaisers Wu dann im Zeichen forcierter Expansion. Es sind gerade diese Jahre der ausgehenden Zeit der Streitenden Reiche bis zur Regierungszeit des Kaisers Wu, die in den Fokus des wissenschaftlichen Interesses gerückt sind, da sich in der Westlichen Han-Zeit noch Traditionen der beiden Staaten Qin und Chu im Grabkult nachweisen lassen. Ausgrabung von Gräbern der Westlichen Han-Zeit in den Provinzen Huna, Hubei, Henan und Shandong sind von besonderem Interesse.
Was das kulturelle Leben und v. a. den Totenkult der damaligen Zeit betrifft, so können uns heute archäologische Funde zumindest einen Teileinblick geben. In diesem Spannungsfeld von Traditionen und Neuerungen im Bestattungsritus liegen zwei Gräberfelder der Westlichen Han-Zeit, zum einen das von Fenghuangshan, Jiangling, Provinz Hubei auf dem Gebiet des ehemaligen Zentrums des Staates Chu. Zum anderen das in Linyi, Provinz Shandong, am östlichen Rand des ehemaligen Staates, in der Nähe der späten Hauptstädte von Chu.
Im Fokus der vorliegenden Arbeit stehen die beiden Gräberfelder, die durch die Bodenbeschaffenheit, die Feuchtigkeit und vor allem die besondere Bestattungsform in einem sehr guten Erhaltungszustand waren. Lassen sich dort außer den ausgeprägten Bestattungsformen von Chu auch andere Traditionen nachweisen? Wie entwickelten sich die Bestattungsformen in diesen beiden Gebieten, gerade in der formgebenden Phase der neuen Dynastie der Han, unter den Kaisern Wen und Wu? Überlebte in diesen östlichen Gebieten ebenfalls der Grabkult der Chu bis in die Han-Zeit?
Aspekte von Tradition und Wandel im Grabkult der Westlichen Han-Zeit werden anhand der beiden Gräberfelder exemplarisch untersucht.
Interessenten: Archäologen, Prähistoriker, Sinologen, Ethnologen
Die Inschriften des Landkreises Göttingen. (Die Deutschen Inschriften, Bd. 66, Göttinger Reihe 12. Band). Ges. u. bearb. von Sabine Wehking. 2006. 470 S. 112 Tafeln mit 313 Abbildungen. EUR 62,– ISBN: 3-89500-516-9 L, Reichert
Der Band ‚Die Inschriften des Landkreises Göttingen‘ umfaßt die kommentierte Edition von 450 Inschriften bis zum Jahr 1650. Die Anhänge enthalten Jahreszahlen und Initialen, eine repräsentative Auswahl der Inschriften und Motive der Mündener Keramik, Hausmarken und Meisterzeichen sowie Nachträge zum Inschriftenband Stadt Göttingen. Zwei Schwerpunkte dieses Bandes bilden die Inschriften der Städte Duderstadt und Hannoversch Münden, deren Vergleich aufgrund der unterschiedlichen territorialen und konfessionellen Zugehörigkeit zum Kurfürstentum Mainz bzw. zum Herzogtum Braunschweig besonders interessant ist. Aber auch die Dorf- und Klosterkirchen des Landkreises haben eine beträchtliche Anzahl und Vielfalt an Inschriften aufzuweisen. Die größte Inschriftengruppe bilden die Hausinschriften, die sich auf die Fachwerkhäuser der beiden Städte konzentrieren, gefolgt von den Grabinschriften und einem recht großen Bestand an Glockeninschriften, deren älteste noch aus dem 13. Jahrhundert stammen.
Justinianische Kämpferkapitelle mit einem Dekor aus Paaren von Zweigen und die Nachfolgekapitelle im Veneto. Von Joachim Kramer. 2006. 208 S., 108 s/w-Abb., 17 x 24 cm, Gb., EUR 84,– ISBN: 978-3-89500-491-9 L, Reichert
Dieses Werk widmet sich einer speziellen Form von Kapitellen, die für die nachfolgende Baukunst von großer Bedeutung ist. Die im Kuppelraum der Hagia Sophia in Istanbul eingesetzten Säulenkapitelle werden als Kämpferkapitelle mit Voluten bezeichnet. Diese bedeutenden Zeugnisse der Steinmetzkunst des 6. Jahrhunderts entsprechen dem hohen Rang dieses Kirchenbaus. Der vorliegende Band bietet eine möglichst vollständige Übersicht über die mit ihnen verwandten, etwa gleichzeitig entstandenen Kapitelle, deren Zahl nicht gering ist, und interpretiert deren Formen und Abwandlungen. Die Varianten lassen erkennen, wie die Modelle zusammengesetzt sind und welche ornamentalen Besonderheiten sie bieten. Für die Kirche von San Marco in Venedig wurden im Mittelalter – diesen Beispielen nahekommend – weitere Kapitelle hergestellt, die aufgrund der historischen Distanz ihren eigenen Charakter haben, aber als echte Nachschöpfungen zu bezeichnen sind.
Interessenten:
Klassische und Christliche Archäologen, Kunsthistoriker, Byzantinisten, Mediävisten
Kleinfunde aus Tiryns. Terrakotta, Stein, Bein und Glas/ Fayence vornehmlich der späten Bronzezeit. Von Lorenz Rahmstorf. 2007. 4°. 624 S., 132 s/w- und 140 fb. Abb. EUR 88,– ISBN: 3-89500-486-3 L, Reichert
Zeitschrift für Archäologie Außereuropäischer Kulturen (ZAAK) Forschungen zur Archäologie Außereuropäischer Kulturen (FAAK).
Hg. von der Kommission für Archäologie Außereuropäischer Kulturen des Deutschen Archäologischen Instituts Beide Publikationsreihen beschäftigen sich mit den vorkolonialzeitlichen Kulturen Amerikas, Afrikas, Süd- und Ostasiens sowie des pazifischen Raumes.
Die „Zeitschrift für Archäologie Außereuropäischer Kulturen“ (ZAAK) soll die geographisch weit gestreuten Forschungsprojekte der Institution darstellen sowie in- und ausländischen Wissenschaftlern die Möglichkeit bieten, die Zeitschrift als Diskussionsforum zu nutzen.
Kulturland Georgien. Kurzführer für Touristen. Von Heinz Fähnrich. 2006. 256 S. mit Karten, kart., EUR 29,90 ISBN: 3-89500-550-9 L, Reichert
Georgien ist ein faszinierendes Land, das glanzvolle kulturelle Werke hervorgebracht hat. Schon im 2. Jahrtausend v. Chr. gab es hier Staatswesen, die sich z. T. bis in die Gegenwart erhalten haben. Die eigenständige Schrift wurde Jahrhunderte vor der Zeitenwende entwickelt und eine reiche Literatur verfaßt, deren beste Arbeiten zu den Schätzen der Weltliteratur zählen. Dieser Band zeigt dem Reisenden besonders interessante Stellen: Bauwerke, architektonische Relikte, prähistorische Fundstätten, Ausgrabungen, Geburtsorte von Kulturschaffenden aber auch Naturschutzgebiete und Kurorte. Die Zahl der kulturhistorisch bedeutsamen Objekte, die sich auf dem Territorium der Republik Georgien befinden, ist so groß, daß in diesem Überblick natürlich nur ein Teil aufgeführt werden kann.
Madrider Mitteilungen Band 47 (2006). Hg. vom deutschen Archäologischen Institut, Abteilung Madrid. 2006. 8°. VIII, 470 S., eine Faltkarte, 235 sw Abb und 5 fb. Abb. Ln, EUR 88,– ISBN: 3-89500-533-9 L, Reichert
D. BRANDHERM, Zur Datierung der ältesten griechischen und phönizischen Importkeramik auf der Iberischen Halbinsel. Bemerkungen zum Beginn der Eisenzeit in Südwesteuropa, mit 4 Textabbildungen
F. GÓMEZ TOSCANO, El final de la Edad del Bronce entre el Guadiana y el Guadalquivir. Síntesis histórico-arqueológica según las más recientes evidencias
M. BELÉN y M. C. GARCÍA MORILLO, Das tartessische Carmona. Eine Stadt mit Statuen. Zu dem Neufund einer Statuette
M. ALMAGRO-GORBEA y M. TORRES, Plástica sirio-fenicia en occidente. La sirena de Villaricos y el origen de la plástica ibérica
L. CASTRO y S. REBOREDA, Reflexiones sobre el relieve castreño de Formigueiro (Amoeiro, Ourense)
TH. G. SCHATTNER und C. BASAS FAURÉ, Der Kanal in der Thermengasse. Ein Beitrag zur Verfallsgeschichte der Bauten auf dem Stadthügel von Munigua. Mit Beiträgen von Francisca Chaves Tristán und Begoña López-Boado Crespo
A. KRUG, »Corriger la fortune«. Falschspiel in Munigua
A. KRUG, Munigua – der Anfang vom Ende. Die Aussage der Bronzeskulpturen und anderer Funde
TH. G. SCHATTNER, J. SUÁREZ und M. KOCH, Monte do Facho. Bericht über die Ausgrabungen im Heiligtum des Berobreus
TH. SCHATTNER, M. MARINÉ, M. KOCH und N.
GELDMACHER, Bericht über die Kampagnen der Jahre 2004/05 im Heiligtum des Vaelicus in Postoloboso (Candeleda, Prov. Ávila). Mit einem Katalogbeitrag von M. A. Cebrián Sánchez
TH. ULBERT und CH. EGER, Valdecebadar bei Olivenza (Badajoz). Neue Untersuchungen in der kreuzförmigen Kirche und ihrem Umfeld
F. SCHLIMBACH, Die Ermita de Nuestra Señora de Peñalba bei Arnedillo (La Rioja) R. GÓMEZ CISCAR y A. HEIDENREICH, Rudolf Schnyder y su articulo »La cerámica de paterna y la loza hispano-árabe del siglo XIV«
F. TEICHNER, Die mittelalterliche und neuzeitliche Keramik aus den Grabungen des Deutschen Archäologischen Instituts in Évora. In memoriam Volker Pingel, von H. Schubart

Interessenten: Archäologen, Historiker, Romanisten, Ur- und Frühgeschichtler, Geologen
Mycenaean Pottery in Frankfurt. The Archaeological Collection of Frankfurt University. Von Penelope A. Mountjoy. 2006. 4°. 248 S., 327 s/w-Abb. und 50 fb. Abb. EUR 79,– In Vorbereitung ISBN: 978-3-89500-541-1 L, Reichert
The book presents the Mycenaean and Minoan material from the Frankfurt University collections, which comprises a large number of sherds and two complete vessels. The pieces are described chronologically, each piece being illustrated by a drawing and a photograph. In order to aid identification a complete example of each shape is also illustrated and, if the decorative motif on the sherd is difficult to identify, the motif is drawn out fully with the extant part on the sherd shown. The salient features of each shape represented are also described. Most of the pottery now has no provenance, but a few of the Mycenaean pieces can be assigned to Tiryns, Mycenae, Argos, Asine and Aegeira and some of the Minoan ones to Knossos. The book is designed as a handbook for museum staff and students dealing with museum and university collections of Mycenaean pottery with particular reference to sherd material. It should be also useful for work in the field.
The Author:
P. A. Mountjoy has worked on Mycenaean pottery in Greece, Egypt, Israel and Turkey. She is the author of many publications, both articles and books, the most important of which are: Mycenaean Decorated Pottery: a Guide to Identification (1986), Mycenaean Pottery: an Introduction (1993) and Regional Mycenaean Decorated Pottery (1999).
Nomaden und Sesshafte. Band 5: Vom Beutezug zur Territorialherrschaft. Das lange Jahrhundert des Aufstiegs von Beduinen zur Vormacht in Syrien und Mesopotamien (286–420/899–1029). Von Kurt Franz. 8°. 232 S., 4 Abb., Gb EUR 68,– ISBN: 3-89500-530-4 L, Reichert
Beduinen machen Geschichte und gründen inmitten des Kulturlandes Kleinstaaten – diese im islamischen Mittelalter einzigartige Sonderentwicklung des 10. Jahrhunderts hat zum Wort von der Beduinisierung des Fruchtbaren Halbmondes geführt. Kurt Franz legt eine kritische Gesamtdarstellung der Kräfteverhältnisse zwischen den Nomaden und Sesshaften jener Zeit vor. Er nähert sich dem beduinischen Blickwinkel an und zeigt das Nebeneinander von territorial-institutionellen und mobil-beuteorientierten Expansionsstrategien. Dabei wird die Auffassung vertreten, dass die Schutzherrschaft der Beduinenemire ein neues Modell indigener Herrschaft bildete, das als regionale Alternative zur Herrschaft von Militärsklaven hätte dienen können.
Spätantike und byzantinische Elfenbeinbildwerke. Hg. von Arne Effenberger und Gudrun Bühl. 2007. 456 S., 124 s/w-Abb. und 10 fb. Abb. 17 x 24 cm, Gb., EUR 118,– ISBN: 3-89500-497-9 L, Reichert
Contents:
Arun Banerjee: Non-destructive Investigation of Ivory by FTIR and Raman Spectroscopy - Gudrun Bühl: The Making of Early-Byzantine Pyxides - Jean-Pierre Caillet: Remarques sur l’iconographie Christo-Mariale des grands diptyques d’ivoire du VIe siècle. Incidences éventuelles quant à leur datation et origine - Alan Cameron: Basilius and His Diptych Again - Carolyn L. Connor: Color on Late Antique and Byzantine Ivories: Problems and Challenges of Conservation - Anthony Cutler: Resemblance and Difference: Carving in Byzantium and Ottonian Germany in the Ivory Century. - Archer St. Clair: Carving in the Center: Evidence for an Urban Workshop on the Palatine Hill in Rome- Josef Engemann: Zur Bedeutung der Veranstaltung in Amphitheater und Circus in der Spätantike - Helen Evans: Digenis Akritis and a Middle Byzantine Rosette Casket in The Metropolitan Museum of Art - John Hanson: Editions of the Joseph Narrative in Ivory between East and West - Hiltrud Jehle: Technologische Aspekte ausgewählter Elfenbeinarbeiten des Museums für Byzantinische Kunst, Berlin - Dale Kinney: First-Generation Diptychs in the Discourse of Visual Culture - Holger A. Klein: Die Elfenbein-Staurothek von Cortona im Kontext mittelbyzantinischer Kreuzreliquiarproduktion - Ulrike Koenen: „Kopien„ imaginärer Vorbilder und Reproduktionen. Spätantike, karolingische und byzantinische Elfenbeinwerke im forschungsgeschichtlichen Diskurs - Barbara Schellewald: „... als Kunstgeschichte so exakt werden wollte wie die Philologie oder die Zoologie“. Die frühe Elfenbeinforschung in Deutschland - Clementina Rizzardi: La cattedra di Massimiano a Ravenna: Status quaestionis e nuove linee interpretative - Avinoam Shalem: The Second Life of Objects: Ivory Horns in Medieval Church Treasuries - Petra Sevrugian-Janke: Die byzantinischen Elfenbeintafeln im Domschatz zu Halberstadt - Paul Speck (†): Beharrlichkeit oder Die Verteidigung alter Feststellungen.
Aus dem Inhalt:
Arun Banerjee: Non-destructive Investigation of Ivory by FTIR and Raman Spectroscopy - Gudrun Bühl: The Making of Early-Byzantine Pyxides - Jean-Pierre Caillet: Remarques sur l’iconographie Christo-Mariale des grands diptyques d’ivoire du VIe siècle. Incidences éventuelles quant à leur datation et origine - Alan Cameron: Basilius and His Diptych Again - Carolyn L. Connor: Color on Late Antique and Byzantine Ivories: Problems and Challenges of Conservation - Anthony Cutler: Resemblance and Difference: Carving in Byzantium and Ottonian Germany in the Ivory Century - Archer St. Clair: Carving in the Center: Evidence for an Urban Workshop on the Palatine Hill in Rome - Josef Engemann: Zur Bedeutung der Veranstaltung in Amphitheater und Circus in der Spätantike. - Helen Evans, Digenis Akritis and a Middle Byzantine Rosette Casket in The Metropolitan Museum of Art - John Hanson: Editions of the Joseph Narrative in Ivory between East and West - Hiltrud Jehle: Technologische Aspekte ausgewählter Elfenbeinarbeiten des Museums für Byzantinische Kunst, Berlin - Dale Kinney: First-Generation Diptychs in the Discourse of Visual Culture - Holger A. Klein: Die Elfenbein-Staurothek von Cortona im Kontext mittelbyzantinischer Kreuzreliquiarproduktion - Ulrike Koenen: „Kopien„ imaginärer Vorbilder und Reproduktionen. Spätantike, karolingische und byzantinische Elfenbeinwerke im forschungsgeschichtlichen Diskurs - Barbara Schellewald: „... als Kunstgeschichte so exakt werden wollte wie die Philologie oder die Zoologie“. Die frühe Elfenbeinforschung in Deutschland - Clementina Rizzardi: La cattedra di Massimiano a Ravenna: Status quaestionis e nuove linee interpretative - Avinoam Shalem: The Second Life of Objects: Ivory Horns in Medieval Church Treasuries - Petra Sevrugian-Janke: Die byzantinischen Elfenbeintafeln im Domschatz zu Halberstadt - Paul Speck (†): Beharrlichkeit oder Die Verteidigung alter Feststellungen
Spanische Buchmalerei des Mittelalters. Mireille Mentré. 4°; 320 S. 106 sw. Abb., 146 fb. Abb., L. Reichert, Wiesbaden 2006. EUR 78,- ISBN: 3-89500-196-1 L, Reichert
Die besonderen historischen Bedingungen des christlichen Spanien unter arabischer Herrschaft um das Jahr 1000 führen in der Kunst und insbesondere in der Buchmalerei zu einer ungewöhnlich ausdrucksstarken Bildsprache, deren Wert erst seit kurzem erkannt und geschätzt wird. Hier werden Formen entwickelt, die Vorgaben der Antike und Spätantike umformulieren, indem sie figürliche Motive auf ihre Grundformen reduzieren und mit einer neuen graphischen Oberfläche versehen. Durch die ungewöhnliche Wahl und Kombination von Primärfarben, die flächendeckend die Miniaturen ausfüllen, entsteht eine „moderne Kunst“ schon zum ersten Jahrtausendwechsel.
Unter unterschiedlichen Aspekten erörtert die Autorin Herkunft, Eigenart und Bedeutung dieser Formen und belegt ihre Thesen durch reiches Bildmaterial, das dem Betrachter die Besonderheit der mozarabischen Buchmalerei in ihrer ganzen Expressivität vor Augen führt.
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Die römischen Terrakottamasken in den Nordwestprovinzen. Herkunft – Herstellung – Verbreitung – Funktion (= MAR XXXVII) Von Hannelore Rose. 2006. 4°. 144 S., 573 s/w-Abb., Ln., EUR 98,– ISBN: 3-89500-504-5 L, Reichert
Diese Untersuchung ist die erste Gesamtbetrachtung dieser Objektgattung für einen antiken Kulturraum. Sie entstand im Kontext interdisziplinärer Fragestellungen der Archäologie der Römischen Provinzen und der Klassischen Archäologie an der Universität zu Köln. Ausgewertet wurden fast 500 Maskenindividuen aus den Provinzen Germania inferior und Germania superior sowie Gallia Belgica und Britannia. Dies gewährleistet eine repräsentative Materialbasis für diese Regionen. Soweit möglich ist jedes Objekt durch eine Photographie bzw. Zeichnung illustriert. Die Materialsammlung dient als Basis für die hier erörterten Fragen nach Herkunft, Herstellung, Produktionsorten, Verbreitung und Funktion der Masken.
Einige Masken sind weitgehend vollständig erhalten, von anderen gibt es nur noch kleine Fragmente. Häufig sind Reste der originalen Bemalung vorhanden, die dem Betrachter ein lebhaftes Bild ihres ursprünglichen Aussehens vermitteln.
Die in Gipsformen gefertigte Ware konnte in bislang 35 verschiedene Serien eingeteilt werden, diese umfassen Gruppen, z. T. mit einer weiteren Einteilung in mehrere Varianten. Durch Kombination seriengleicher Fragmente war es möglich, unvollständig überlieferte Serien zu rekonstruieren und in schematischen Zeichnungen zu visualisieren.
Die Masken sind etwa lebensgroß und zeigen eine große Typenvielfalt – vorherrschend sind groteske männliche Masken mit auffallend gebleckten Zähnen. Ihre Herstellung erfolgte in wenigen spezialisierten Töpfereien (Köln, Trier, Nimwegen, Rheinzabern, Frankfurt-Nied, Westheim, Straubing), die sich durch das verwendete Material sowie technische und ikonographische Details voneinander absetzen.
Exkurse zu anderen Regionen des römischen Reiches (Pompeji, Lyon, Athen, Korinth) ermöglichen eine Abgrenzung der lokalen Besonderheiten. Zeitlich gehören die Masken in die Phase vom 1. bis zum 3. Jahrhundert n. Chr.; ihre Blüte lag im 2. Jahrhundert n. Chr.
Zwar leiten sich die Terrakottamasken von Typen verschiedener Theatergattungen ab, sie dienten allerdings als Hausdekoration, vornehmlich in römischen Wohn- und Kastellbauten. Dort schmückten sie Säulenhallen und Gärten als Glücks- und Schutzsymbol und waren Ausdruck für die Zugehörigkeit zur römischen Kulturgemeinschaft. Ihre Verwendung in den verschiedenen Bereichen wird unter anderem anhand gut dokumentierter Fundkontexte anschaulich gemacht.
The Phenomenon of “Foreign” in Oriental Art. Ed. by Annette Hagedorn. Engl. 2006. 8°. 202 S., 17 fb. und 66 s/w Abb, Geb., EUR 88,– ISBN: 3-89500-476-6 L, Reichert
Die Frage, wie Fremdheit wahrgenommen und bildlich festgehalten wird, bildet eines der grundlegenden Themen aller visuellen Disziplinen. Dieses Phänomen wird hier für die orientalische Kunstgeschichte durch namhafte Vertreter verschiedener Teilbereiche des Faches beleuchtet. Die Beiträge zeigen die wechselseitige Beeinflussung der Kunst des Vorderen Orients und Chinas, Beziehungen zwischen der chinesischen und europäischen Kunst sowie derjenigen Irans und Ägyptens, und schließlich den Einfluss der indischen Kunst auf Europa sowie die Rezeption islamischer Kunstwerke in Europa.
Tiryns. Hg. vom Deutschen Archäologischen Institut in Athen. Studien zur spätmykenischen Keramik. Von Christian Podzuweit (†). 2006. 4°. 616 S., 1339 s/w- Abb., und 100 Tabellen, EUR 78,00 ISBN: 3-89500-548-7 L, Reichert
Stadtspuren. Zeugnisse zur Urbanisierung der Chalkidiki. [Griechenland] Von Eva Winter. 2006. 372 S., 99 s-w und 17 fb. Abb. 10 Karten, Gb. EUR 68,– ISBN: 3-89500-558-4 L, Reichert
Diese Studie rekonstruiert die Siedlungsgeschichte der Chalkidiki anhand von archäologischen Funden und Befunden, Geländebeobachtungen und der Überlieferung in den antiken Schriftquellen für die Zeitspanne vom Protogeometrischen bis zur Einrichtung der römischen Provinz Macedonia (ca. 1000 – 148 v.Chr.).
Vor dem Hintergrund der zeit- und forschungsgeschichtlichen Sonderstellung der Region an der nördlichen Peripherie Griechenlands werden hier alle verfügbaren Zeugnisse entweder einem überlieferten antiken Ortsnamen oder einem modernen Fundort zugeordnet und ausgewertet. Karten und Pläne, sowie zahlreiche Abbildungen dokumentieren häufig zum ersten Mal die topographische Situation der Ortschaften.
Auf dieser Grundlage wird einerseits versucht, die antike Infrastruktur der Chalkidiki zu rekonstruieren, und andererseits erste Aussagen zur Typologie der Siedlungsstandorte sowie zur Gestaltung der Orte zu formulieren.
Interessenten: Archäologen, Kulturgeographen
Der Zeuskult in Sizilien und bei den Westgriechen. Palilia. Band 17. Hrsg. Deutsches Archäologisches Institut Rom. Von Mirko Vonderstein. 2007. 4°. 250 S., 65 s/w-Abb., Gb., EUR 29,90 ISBN: 978-3-89500-546-6 L, Reichert
Zeus gehörte zu den wichtigsten griechischen Gottheiten und wurde in der gesamten griechischen Welt verehrt. Das hohe Ansehen, das der Gott sowohl im öffentlichen als auch im privaten Bereich genoss, ist durch zahlreiche Kulte und eine Vielzahl unterschiedlicher Kultbeinamen wie Eleutherios, Olympios oder Soter belegt.
Dieser Band gibt erstmals einen umfassenden Überblick über die unterschiedlichen Verehrungsformen und Kulte des Gottes in der Magna Graecia und auf Sizilien. Dabei werden vor allem auch die lokalen Unterschiede in der Verehrung des Gottes vor dem Hintergrund seiner gesamtgriechischen und von antiker Literatur und Mythos geprägten Gestalt beleuchtet. Der zeitliche Rahmen der Untersuchung reicht von der Gründung der ersten griechischen Städte im Westen im späten 8. Jh. v. Chr. bis zur Eingliederung der Poleis in das römische Reich.
Für die Rekonstruktion der Zeusverehrung in den jeweiligen Poleis berücksichtigt der Autor sämtliche aussagekräftigen Kultbelege, zu denen archäologisches Material wie Terrakotten, Großplastik und Baubefunde ebenso gehören wie inschriftliche und literarische Zeugnisse. Eine wichtige Quelle sind zudem die Münzen: Für einige Städte unterstreichen sie die Stellung des Göttervaters als Polisgottheit, in anderen Fällen dokumentieren sie das eng mit Ereignissen der politischen Geschichte verbundene, kurzzeitige Aufblühen von Kulten wie jenen des Zeus Eleutherios oder des Zeus Hellanios. Für den am Ätna verehrten Zeus Aitnaios überliefern uns die Münzbilder schließlich auch eine Vorstellung von dem einst prächtigen, heute nicht mehr erhaltenen Kultbild.
Mit Hilfe der Kultbelege wird die Zeusverehrung städteweise und in Hinblick u. a. auf die sakrale Topographie, Art und Funktion der Priesterschaft, besondere lokale Kultbräuche und Charakter der Votive nachvollzogen. Da die Siedler neben politischen und künstlerischen Traditionen auch religiöse Bräuche aus ihren Heimatorten übertrugen, werden außerdem die jeweiligen mutterländischen Kulte eingehend berücksichtigt. Ein weiteres Augenmerk gilt den Beziehungen der Griechenstädte zu den einheimischen italischen und sizilischen Volksstämmen sowie den Einflüssen der Zeusheiligtümer von Olympia und Dodona auf die westgriechischen Poleis. Auf diese Weise lässt sich vor allem für die westgriechischen Städte dorisch-achäischer Abstammung eine besonders intensive Verehrung von Zeus Olympios nachweisen, die ihren Ursprung in den engen Kontakten zu Olympia seit der Zeit der Kolonisation hatte.
Interessengebiete:
Archäologie, Alte Geschichte, Religion, Altertumswissenschaften, Numismatik
Sörries, Reiner: Daniel in der Löwengrube. Zur Gesetzmässigkeit frühchristlicher Ikonographie. 2006. 244 S., 48 sw. Abb. 24 x 17 cm. Gb EUR 72,00 ISBN: 3-89500-469-3 L, Reichert
Umfassende Einzelarbeiten zu ikonographischen Themen der frühchristlichen Kunst sind selten, und wo frühchristliche Motive behandelt werden, fällt auf, daß die zur formalen oder inhaltlichen Beurteilung herangezogenen Beispiele immer wieder dieselben sind; der große Denkmälerbestand bleibt unberücksichtigt. Keine Monographie zu einem wichtigen frühchristlichen Motiv strebte bisher an, ihrer Betrachtung einen vollständigen Denkmälerbestand zugrunde zu legen. In dieser Arbeit wurde deshalb versucht, dem Thema in allen Kunstgattungen und in allen Kunstlandschaften des römischen Imperiums nachzugehen. So konnte nachgewiesen werden, daß die Bildchiffre „Mann mit erhobenen Armen zwischen zwei Löwen“ im Detail so differenziert ist, daß sich für die Darstellungen in den einzelnen Kunstlandschaften bestimmten Gesetzmäßigkeiten erkennen lassen. Der stadtrömische Typ des Daniel beispielsweise ist auf die Stadt Rom beschränkt, und in allen anderen Regionen zeigt das Motiv signifikante Abweichungen und Details. Auch stellt sich heraus, daß bestimmte ikonographische Lösungen mit speziellen Bildträgern, Materialien und Funktionen in Einklang stehen. Ein bekleideter Daniel mit ausschwingendem Glockenrock findet sich beispielsweise nur auf nordafrikanischen Tonlampen, und Kränze in den erhobenen Händen hält er nur auf nordafrikanischen und spanischen Tonkacheln.
Es werden weitere ikonographische Lösungen vorgestellt, wie der bärtige Daniel mit einem Buch auf kleinasiatischen Tonlampen.
Mit 337 Beispielen des Sujets Daniel in der Löwengrube wird hier eine Grundlage geschaffen, die erlaubt, die bildliche Umsetzung des Themas in der gesamten spätantiken Welt und über einen Zeitraum vom dritten bis zum sechsten, teilweise siebten Jahrhundert zu verfolgen. Es ist nicht Ziel dieser Arbeit, den bisherigen Deutungsversuchen neue hinzuzufügen oder gar in die Diskussion um den Stellenwert des Daniel in der Alten Kirche und in der patristischen Literatur einzugreifen. Vielmehr geht es um die Erfassung der Daniel-Ikonographie. Es werden Gesetzmäßigkeiten herausgearbeitet, die der Theorie von der „Disziplinlosigkeit“ des frühchristlichen Bildschaffens entgegen treten, außerdem soll versucht werden, eindeutige Regeln nachzuweisen, denen die Ikonographie des Daniel in den einzelnen Kunstgattungen und in den Kulturkreisen folgt.
Jucker, Ines: Skulpturen der Antiken-Sammlung Ennetwies. Teil 2. 2006. 140 S., 102 sw. Abb. 29,70 x 20,80 cm. (Monumenta Artis Romanae (MAR) Band 36) Ld, EUR 59,00 ISBN: 3-89500-490-1 L, Reichert
Nach 10 Jahren folgt hier ein zweiter, abschließender Band zur Sammlung Ennetwies. Er stellt wiederum antike Kunstwerke ganz unterschiedlicher Herkunft und Epochen vor. Sie stammen aus Ägypten, Griechenland und Italien und verteilen sich auf einen Zeitraum von der Archaik bis zur Schwelle der Spätantike. Einige Stein- und Tonplastiken sind in Großgriechenland und Etrurien entstanden. Aber die besondere Vorliebe des Sammlers gilt, wie schon der erste Band erkennen ließ, den antiken Bildnissen und den Persönlichkeiten, die sie abbilden. So stehen beispielsweise zwei Köpfe Alexanders des Großen in der Sammlung Ennetwies, ein unterlebensgroßer hellenistischer aus Ton und ein kolossaler in spätantoninisch-severischer Zeit entandener Marmorkopf. Die Geschichte dieses Alexanderporträts läßt sich vom Rom des 18. Jhs. bis zu seinen wechselnden Schicksalen in englischem Adelsbesitz verfolgen.
Doch die meisten Bildnisse stellen Römer dar, unter ihnen so berühmte Persönlichkeiten wie ein – lange verschollen geglaubter – kleiner Pompejus, Caesar oder eine Julia Domna. Alle Stücke sind durch Fotografien dokumentiert und ausführlich beschrieben. Auf dieser Grundlage konnten sie wissenschaftlich bestimmt und in ihr stilistisches und kulturelles Umfeld eingeordnet werden.
Architektur und Liturgie. Akten des Kolloquiums vom 25. bis 27. Juli 2003 in Greifswald. Hrsg. v. Altripp, Michael / Nauerth,Claudia. (Spätantike - Frühes Christentum - Byzanz. Band 21) 2006. 348 S., 98 sw. Abb., 48 Taf. 24 x 17 cm. Gb EUR 98,00 ISBN: 3-89500-474-X L, Reichert
Die Beiträge dieses Bandes gehen auf Vorträge zurück, die während des Kolloquiums „Architektur und Liturgie“ im Juli 2003 in Greifswald gehalten wurden. Im Gegensatz zu früheren Veranstaltungen mit ähnlicher Thematik bot dieses Kolloquium die Möglichkeit zu einem Austausch zwischen Vertretern der spätantik-christlichen, der byzantinischen und der westlichen mittelalterlichen Kunstgeschichte, der Liturgiewissenschaft und der Theologie. Auf diese Weise sollte der Versuch unternommen werden, das Verhältnis zwischen Architektur und Liturgie in Ost und West in seinen Strukturen zu veranschaulichen, um so Gemeinsamkeiten und spezifische Unterschiede herausstellen zu können.
Es geht damit im wesentlichen um die Frage nach der Funktion von Architektur, die man in zweifacher Hinsicht stellen kann: Während sich die Archäologie und die Kunstgeschichte einem Bau zunächst mit typologischen und stilistischen Fragestellungen nähert, verfolgt die Liturgiewissenschaft bei der Analyse einer Kirche, die Frage nach den rituellen Abläufen. In diesem Geflecht von Architekturformen, Bautopographie, Bausymbolik und liturgischer Funktion spielen u. a. auch die Bildprogramme eine wesentliche Rolle, weshalb dieser Bereich, sofern er für das Verhältnis von Architektur und Liturgie aussagekräftig ist, während des Kolloquiums ebenfalls Berücksichtigung gefunden hat. Zweitens ist für die Funktion aber auch die Frage wichtig, welche Bedeutung Architektur in Ost und West beigemessen wurde. Wie sehr war sie Ausdruck der Selbstdarstellung einzelner Stifter? Stellte sie lediglich den kultischen Raum für die Ausübung der liturgischen Riten bereit oder kam ihr selbst – durch eine symbolische Ausdeutung und die Verwendung von bestimmten Maßzahlen – eine überhöhte Bedeutung zu? Gerade bei der zweiten Interpretation von Funktion dürften die größten Differenzen zwischen den Entwicklungen im östlichen und westlichen Mittelalter zu erwarten sein. Der Ansatz zur Beantwortung dieser Fragen ist allerdings im Verhältnis zwischen Architektur und Liturgie zu suchen.
Der interdisziplinäre Diskurs, zu dem unser Kolloquium einen Anstoß geben sollte, dient dazu, den Dialog zwischen den Wissenschaftlern im Bereich der spätantiken und byzantinischen Kunst mit jenen im Bereich der westlichen mittelalterlichen Kunst sowie den Theologen und Liturgiewissenschaftlern zu intensivieren und sie zu vernetzen. Die vorliegenden Akten möchten die Fortsetzung dieses Dialoges ermöglichen.
Fachgebiete:
Christliche Archäologie, Byzantinische Kunstgeschichte, Kunstgeschichte, Architekturgeschichte, Allgemeine (westliche) Kunstgeschichte, Liturgiewissenschaft
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