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Reichert, Dr. Ludwig Verlag

 
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Untersuchung zu den Ikonographien von Mönchen und Märtyrern in Ägypten und zu ihren Grundlagen in der koptischen Hagiographie. Sprachen und Kulturen des Christlichen Orients (22). Nafroth, Carola. Das Wort im Bild. 2017. 440 S. 70 meist fb. Abb. 24 x 17 cm. Gb. EUR 148,00. ISBN: 978-3-95490-127-2 L, Reichert
Bilder christlichen Inhalts sind in der Religiosität der koptischen Kirche ein wichtiger Bestandteil und sie bezeugen in Form von Wandmalereien, Ikonen, Buchmalereien und Objekten der Kleinkunst ihre große Bedeutung für den koptischen Glauben. Zur Gestaltung der einzelnen Motive wurde auf hagiographische Schriften zurückgegriffen, in denen das Leben, Wirken und Sterben christlicher Heiliger in anschaulicher Weise dargestellt wird. In den Bildwerken wurden Passagen jener Schriften künstlerisch umgesetzt und dadurch eine für jeden Heiligen spezifische Ikonographie geschaffen. Die Einsicht in die so entstandenen Darstellungsschemata und die ihnen zu Grunde liegenden Textquellen wird durch die Tatsache erschwert, dass der Fokus der Forschung auf diesem Gebiet entweder auf den kunstgeschichtlichen Bereich mit Werken über Ikonen oder Wandmalereien oder den philologischen Bereich in Form der Texteditionen gerichtet ist. In dieser Arbeit wird erstmals zu zwölf ausgewählten Mönchen und Märtyrern in Ägypten das Bildmaterial aus dem 5.–18. Jahrhundert und die für die Ikonographien maßgeblichen hagiographischen Textquellen in einer Monographie in Zusammenhang gestellt. Die Ikonen, Wandmalereien und Buchmalereien stellen hinsichtlich ihrer Quantität und Qualität die wichtigsten Bildträgergruppen dar und bilden daher die breite Basis des Bildmaterials, das durch diverse Objekte der Kleinkunst wie Stelen, Ampullen und Textilien ergänzt wird. Da der ausgewählte Personenkreis auf Mönche und Märtyrer eingegrenzt ist, stellen die koptischen Viten, Martyrien, Enkomien und Wunderberichte sowie das kopto-arabische Synaxarium das entscheidende Textmaterial dar. Die untersuchten koptischen Handschriften werden alle in die Zeit zwischen dem 9. und 14. Jahrhundert datiert. Aus ihnen sind die relevanten Textpassagen sowohl im koptischen Original als auch in einer deutschen Übersetzung angegeben. Der untersuchte Personenkreis ist in die beiden Gruppen „Mönche“ und „Märtyrer“ unterteilt. Dadurch können die eklatanten Unterschiede in den spezifischen ikonographischen Merkmalen jeder Gruppe verdeutlicht werden. Jeder Heilige wird in einem eigenen Kapitel vorgestellt, in dem die Ergebnisse der Untersuchung sowie alle verwendeten Quellen schriftlicher und bildlicher Art in Form eines Katalogs enthalten sind. Die zentralen Ergebnisse der Studie reichen von der ikonographischen Untersuchung zur Benennung der Bildthemen und Verifizierung der Textquellen über Neu-Identifizierungen, Korrekturen und Rekonstruktionen bis zu den ikonographischen Varianten bei den Ikonen des 18. und 19. Jahrhunderts.
Götter I. Griechische und ägyptische Gottheiten. Ägyptische Terrakotten in Würzburg (Schenkung Gütte) (2). Hoffmann, Friedhelm; Steinhart, Matthias. Ägyptische Terrakotten in Würzburg (Schenkung Gütte). 2016. 104 S. 122 Abb. 24 x 17 cm. Pb. EUR 49,00. ISBN: 978-3-95490-207-1 L, Reichert
Im zweiten Band der Publikationsreihe zur Sammlung hellenistisch-römischer Terrakotten aus Ägypten im Besitz der Universität Würzburg werden 90 Darstellungen von Gottheiten publiziert, deren kultureller Hintergrund sowohl aus ägyptologischer als auch archäologischer Sicht beschrieben wird. Damit ergibt sich ein aufschlussreicher Einblick in die vielfältige religiöse Welt des spätzeitlichen Ägypten wie auch des Einflusses ägyptischer Götterkulte in der griechischen und römischen Welt.
Antike Plastik. Lieferung 31. Kunze, Christian. 2016. 164 S., 216 Abb., 35 Tafeln, 2 Beilagen. 29 x 22 cm. Gb. EUR 58,00 ISBN: 978-3-95490-177-7 L, Reichert
Im aktuellen Band 31 befasst sich Clemente Marconi mit der Skulptur der sogenannten Göttin von Morgantina, welche aufgrund der handwerklichen Qualität und ihres bemerkenswerten Erhaltungszustands ein exzeptionelles Beispiel der Plastik klassischer Zeit darstellt. Der Autor widmet dieser herausragenden Plastik des reichen Stils sowohl eine detaillierte Beschreibung als auch eine umfassende photographische Dokumentation. Fragestellungen zu Datierung, Material und Technik sowie zu Identifikation, Funktion und Herkunft werden ausführlich diskutiert.Im Beitrag von Dimitris Damaskos zur Statue der Artemis-Bendis aus Amphipolis widmet sich der Autor der vermutlich einzigen bisher bekannten großplastischen Darstellung dieser Gottheit. Die Göttin Bendis wurde im griechischen bzw. thrakischen Bereich zwischen den Flußtälern von Axios, Strymon und Nestos von den Thrakern als Schützerin der Natur und der Tiere verehrt. Der Autor diskutiert die Möglichkeit, die Skulptur als einen frühhellenistischen Kultbild-Typus anzusprechen, womit die Statue das Wissen über hellenistische Kultbilder im makedonischen Teil Griechenlands erheblich erweitert.Stavros Vlizos stellt in seinem Beitrag eine nahezu unbekannte kaiserzeitliche Statuengruppe männlicher Figuren aus dem Piräus vor. Die Skulpturen fallen durch eine besondere Art der ›Bekleidung‹ der nackten jugendlichen Körper und einer Zusammenfügung vielgestaltiger Attribute auf, die innerhalb der griechisch-römischen Plastik keine Parallelen finden.Neben einer ausführlichen Dokumentation widmet sich der Autor Fragestellungen zur Ikonographie und Deutung dieser ikonographisch singulären Figuren.Efi Sapouna-Sakellaraki dokumentiert in ihrem Beitrag ein Meisterwerk der archaischen Plastik: eine Gruppe des Herakles im Löwenkampf aus Oreos, Nord-Euböa. Die ausführliche Beschreibung und kunstlandschaftliche Einordnung dieser Gruppe des Herakles in tödlicher Umarmung mit dem Löwen verdeutlicht ihre große Bedeutung für die Kunstgeschichte der archaischen Zeit. Die Skulpturengruppe bezeugt sowohl, dass bereits in der hocharchaischen Kunst um 560/50 v. Chr. bewegte Handlungsszenen in freiplastischer Form und monumentalem Format dargestellt wurden, als auch, dass auf Euböa schon früh Bildhauerzentren existierten, in denen bedeutende Künstler arbeiteten.In ihrem Beitrag widmet Evi Touloupa den Skulpturfragmenten des sogenannten Athenatempels von Karthaia auf der Kykladeninsel Kea einen detaillierten Katalog mit einer umfassenden photographischen Dokumentation. Dadurch ermöglicht die Autorin zusammen mit dem Bauforscher Sandro Tufano eine Rekonstruktion der Giebelkomposition und der Akroterfiguren. Ihre ausführliche Betrachtung der kunstlandschaftlichen Einordnung dieser Skulpturen verdeutlicht, dass zu Beginn des 5. Jhs. auf Kea die lokale Werkstatt eines bedeutenden Künstlers tätig gewesen sein muss, welche die Bauskulpturen des sogenannten Athenatempels von Karthaia geschaffen hat.
Faience material from the Samos Heraion excavations. Webb, Virginia. 2016. 29 x 22 cm. 393 Abb., 43 Tafeln. Engl. 308 S., EUR 78,00 ISBN: 978-3-95490-176-0 L, Reichert
The Heraion on Samos has been known since excavations began in the early nineteen hundreds as the find place of exotic and unusual objects brought as gifts for the goddess Hera from regions outside Greek lands, both East and West, dedicated in the sanctuary and finally buried in deposits of ex-votos. This long awaited study of the objects made of faience complements previous major studies in the Samos series on Cypriot limestone and terracottas (Schmidt) and Egyptian and Near Eastern bronzes (Jantzen). Faience is a colourful and attractive material used for both perfume vessels, figurines, and amulets, but its manufacture is alien to Archaic Greece. Thus it forms part of the interchange of imported technologies and styles which characterises the Orientalising movement in Greece, and it illuminates new routes of contact between Greece and the old world of Egypt and the Near East. Faience objects of unmistakable Egyptian origin come from the Heraion (though they are in the minority). But the greatest number are those which belong to the first two phases of the faience industry, established in East Greece in the second half of the seventh century: in particular they include a large body of figurines which clearly reference foreign cult. The strongest influence on these faience objects comes from the Egyptian sphere, although the exact path this took is still unclear, and other probably Near Eastern influences are also detectable. Samos has already yielded a large number of high quality Egyptian bronzes of XXV/XXVIth Dynasty date, which are the subject of much discussion as to their purpose and dedication. Virginia Webb has an unrivalled knowledge of the faience objects and their context in the East Greek and Egyptian worlds and this book promises to expand our knowledge of this important but up to now little known aspect of foreign dedications.
Hellenistische Heiligtümer in Sizilien. Studien zur Sakralarchitektur innerhalb und außerhalb des Reiches König Hierons II. Wolf, Markus. Sonderschriften des Deutschen Archäologischen Instituts Rom (RQ663), Band: 20 2016. 232 S., 400 Abb. 106 Tafeln, 8 Beilagen. Gb. EUR 78,00 ISBN: 978-3-95490-171-5 L, Reichert
Grundlage der jüngsten Studie von Markus Wolf sind neue Bauaufnahmen an insgesamt fünf hellenistischen Heiligtümern in Sizilien, den Tempeln von S. Caterina und S. Pancrazio in Tauromenion, dem Großen Altar Hierons II. in Syrakus, dem Demeter-Heiligtum in Heloros und dem sog. Oratorium des Phalaris in Agrigent. Mit den Methoden der archäologischen Bauforschung gelangt Wolf so zu neuen Rekonstruktionsvorschlägen und zu weiterführenden Gedanken der zeitlichen und typologischen Einordnung der Bauten. Die in Ostsizilien gelegenen Monumente von Tauromenion, Syrakus und Heloros zeigen dabei eine starke griechische Prägung und sind zweifellos mit der Herrscherpersönlichkeit König Hierons II. und seiner Baupolitik verbunden: Dieser hat seine Hauptstadt Syrakus und die anderen Städte seines Reiches, dem letzten griechischen Reich in Sizilien in hochhellenistischer Zeit, mit einem Netz von neuen Heiligtümern ausgestattet. Der bedeutendste Bau ist dabei der Große Altar in Syrakus, mit 199.45 m Länge der größte Altar der antiken Welt, der mit seinem westlich vorgelagerten, von Hallen gesäumtem Platz außer für das Stieropfer auch für größere Versammlungen genutzt werden konnte. Dadurch wurde der Große Altar zum Zentrum des Reiches Hierons II. Beim sog. Oratorium des Phalaris in Agrigent hingegen, das die Situation in den übrigen Teilen Siziliens außerhalb des griechischen Reiches Hierons II. vertritt, die zu dieser Zeit bereits römische Provinz waren, ist in Gestalt eines Podiumstempels mit Freitreppe eine spezifisch italisch-römische Disposition verwirklicht worden, ein Zeichen der neuen römischen Baupolitik. In einer übergreifenden Betrachtung konnten schließlich alle anderen hellenistischen Sakralbauten Siziliens in die Studie einbezogen werden, um mit einem komparatistischen Ansatz die unterschiedlichen kulturellen Einflüsse – griechisch, italisch-römisch und punisch – auf die Architektur herauszuarbeiten, in einer Zeit, als Sizilien sich im Spannungsfeld verschiedener Kulturen und Bevölkerungsanteile befand. Darüber hinaus werden in der Arbeit aber auch jeweils Bezüge zu ähnlichen Anlagen in Mittel- und Unteritalien, im griechischen Mutterland und in Kleinasien hergestellt, um so ein umfassendes Bild und eine neue Zusammenschau der sakralen Architektur des Hellenismus zu gewinnen. Über die Betrachtung der Monumente hinaus bildet die Studie eine wichtige Grundlage für eine weitere Beschäftigung mit der Epoche des Hellenismus auch aus Sicht anderer Disziplinen der Altertumswissenschaften wie der Klassischen Archäologie oder der Alten Geschichte.
Orientalische Bibelhandschriften aus der Staatsbibliothek zu Berlin – PK / Oriental Bible Manuscripts from the Staatsbibliothek zu Berlin – PK. Eine illustrierte Geschichte / An Illustrated History. Hrsg.: Pehlivanian, Meliné; Rauch, Christoph; Vollandt, Ronny. 2016. 192 S., 94 meist fb. Abb. 30 x 21 cm. Gb. EUR 39,90 ISBN: 978-3-95490-209-5 L, Reichert
Die orientalische Handschriftensammlung der Staatsbibliothek zu Berlin – Preußischer Kulturbesitz gehört mit ihren 42.000 Bänden zu den bedeutendsten der Welt. Einen hohen Stellenwert nehmen darin die zahlreichen Bibelhandschriften ein. Der in deutscher und englischer Sprache verfasste Band ist reich bebildert und stellt in einundzwanzig Beiträgen die Vielfalt der Rezeptions- und Überlieferungsgeschichte der Hebräischen Bibel und des Neuen Testaments vor. In zahlreichen Sprachen Vorderasiens und Afrikas geben diese Handschriften Aufschluss über die zentrale Bedeutung der Bibel von der Antike bis ins 19. Jahrhundert – unter nahezu allen Gemeinschaften der Region.
Die Werkkunstschule Wiesbaden 1949-1970. Die legendäre Talentschmiede . Kunstgeschichte Wiesbaden (4). Hrsg.: Kunstarche Wiesbaden e. V. 2016. 240 S. 189 sw, 127 fb. Abb. 28 x 22 cm. Gb. EUR 24,00. ISBN: 978-3-95490-188-3 L, Reichert
Das Buch beschreibt das pädagogische Konzept der Werkkunstschule Wiesbaden auf dem Schulberg 10 von ihren Anfängen bis zu ihrer Auflösung 1970. Es kommen rund vierzig ehemalige Studierende zu Wort mit ihren abgebildeten Semesterarbeiten. Die Jahresberichte der Direktoren, der Stundenplan und die Selbstdarstellungen dieses sehr begehrten Ausbildungsplatzes werden durch persönliche Erinnerungen wie durch über 200 Presseberichte zu einem lebendigen Kosmos. Die zu Unrecht in Vergessenheit geratenen Lehrer werden von ihren Schülern geschildert.
Dance in Iran. Past and Present. Hrsg.: Gholami, Saloumeh. Engl. 2016. 176 S. 147 z. T. fb. Abb. 24 x 17 cm. Pb. EUR 39,90. ISBN: 978-3-95490-196-8 L, Reichert
Dance is one of the cultural topics facing some of the greatest challenges in Iran. Culturally, dance constitutes one of the richest and most extensive branches of art, having a long tradition and history. But in today’s Iran, dance is automatically regarded to be a political issue, even though dancers have no intention for it to be thought of in this way. In spite of the fact that Iran is considered to be one of the most ancient centers of dance culture, dance has still faced many challenges in its long history, particularly after the arrival of Islam in Iran. This volume is an extraordinary history of dance, full of mystery and humor. The various developments in the history of this art in Iran have never before been presented in a single book, making “Dance in Iran: Past and Present” the most comprehensive work on the subject to date. The book examines the major branches of Iranian regional, ethnic, and national dances as well as Iranian ballet and describes their history to the present. The videos are available at the website www.reichert-verlag.de and contain unique historical dance material from the pre-revolutionary period and examples of Iranian ballet from the contemporary era.The book is suitable for anyone involved or interested in the dance history of Iran.
Selinus V. Die Metallfunde aus Selinunt. Der Fundstoff aus den Grabungen des Deutschen Archäologischen Instituts auf der Agora. Sonderschriften des Deutschen Archäologischen Instituts Rom (19). Baitinger, Holger. Verfasst mit Alvarez-Dossmann, Evelyn. 2016. 308 S. 84 Tafeln, 1 Beilage, 908 z. T. fb. Abb. 34 x 25 cm. Gb. EUR 78,00. ISBN: 978-3-95490-172-2 L, Reichert
Bei den Ausgrabungen der Abteilung Rom des Deutschen Archäologischen Instituts auf der Agora der griechischen Koloniestadt Selinunt im Südwesten Siziliens sind in großer Zahl Kleinfunde aus Bronze, Eisen, Blei und Silber zutage gekommen, die im Rahmen eines von der Deutschen Forschungsgemeinschaft geförderten Projekts zwischen 2009 und 2011 wissenschaftlich ausgewertet wurden. Der Metallfundkomplex aus Selinunt ist der bislang größte dieser Art im westgriechischen Bereich und der erste umfangreiche Fundbestand aus einer griechischen Stadt archaischer Zeit, der zusammenfassend veröffentlicht wird; die größten Komplexe an Metallobjekten aus der griechischen Welt kennt man bislang vorwiegend aus bedeutenden Heiligtümern wie Olympia oder Delphi.Die 1137 im Katalog erfassten Objekte belegen ein riesiges Einzugsgebiet der Hafenstadt Selinunt, das von Süd- und Zentralfrankreich im Westen bis in den Kaukasus und Zypern im Osten reicht. Erstaunlich ist der hohe Anteil an einheimisch-sizilischen Metallfunden und an Fremdstücken aus teilweise weit entfernten Regionen des Mittel- und Schwarzmeerraums, während griechisches Material in vergleichsweise geringen Mengen vorkommt. Das breit gefächerte Spektrum der Funde umfasst unter anderem Waffen und Rüstungsstücke, Teile von Gefäßen, Schmuck und Trachtbestandteile sowie Werkzeuge und Geräte, aber auch Rohmetall, Halbfabrikate, Gussabfälle und Schlacken. Ein erheblicher Teil der aus Buntmetall hergestellten Objekte ist nur fragmentarisch erhalten und nicht selten erkennt man Spuren willentlicher Zerstörung. Verblüffende Übereinstimmungen mit Material aus südfranzösischen „Brucherzhorten“ legen die Vermutung nahe, dass ein nennenswerter Teil der Bronzen aus Selinunt bereits in fragmentarischem Zustand dorthin gelangte, es sich also nicht um normalen „Siedlungsabfall“ handelt, sondern vielmehr um Material, dem zumindest teilweise ein „prämonetärer“ Charakter zukam. In diese Richtung weist auch der Umstand, dass die Zahl der Metallobjekte insbesondere in den frühesten Schichten der Agora (spätes 7./erste Hälfte des 6. Jahrhunderts v. Chr.) sehr hoch ist, während er ab der zweiten Hälfte des 6. Jahrhunderts v. Chr. – also nach der Einführung der Münzprägung in Selinunt – stark rückläufig ist. Die Publikation der Metallobjekte von der Agora in Selinunt stellt somit ein wichtiges Referenzwerk dar, dessen Bedeutung weit über Sizilien hinaus auch für die Ägäis, den westlichen Mittelmeerraum und Westeuropa große Bedeutung besitzt.
Die Inschriften des Mainzer Doms und des Dom- und Diözesanmuseums von der Mitte des 14. Jahrhunderts bis 1434. Mainzer Reihe (2); Die Deutschen Inschriften. Herausgegeben von Akademie der Wissenschaften und der Literatur Mainz; Herausgegeben von Institut für Geschichtliche Landeskunde an der Universität Mainz e.V.; Überarbeitet von Kern, Susanne. 2016. 144 S. 90 meist fb. Abb. 2 Grundrisse. 21 x 15 cm. Pb. EUR 14,00. ISBN: 978-3-95490-141-8 L, Reichert
Der Inschriftenbestand der Stadt Mainz aus nachrömischer Zeit gehört zu den wichtigsten in Deutschland. Das von den Herausgebern initiierte Projekt "Mainzer Inschriften" will den Inschriftenbestand auf der Basis des 1958 in der Reihe Die Deutschen Inschriften veröffentlichten aber längst vergriffenen Editionsbandes von Fritz V. Arens nach modernen Richtlinien bearbeiten und ergänzen und in Teileditionen vorlegen. Die Grundlage für diesen und die folgenden Bände bildet die online unter www.inschriften.net veröffentlichte wissenschaftliche Neubearbeitung. In dem 2. Band der Mainzer Reihe wird, neben zahlreichen Klerikergrabplatten und den Grablegen von vier Erzbischöfen, erstmals der gotische Kreuzgang mit seinen Wappenschlusssteinen ausführlich behandelt. Exkurse zu verschiedenen Themen sowie ein Glossar ergänzen die monographisch verfassten Texte.
Beiträge zur islamischen Kunst und Archäologie. Hrsg.: Ernst-Herzfeld-Gesellschaft e.V.; Zusammengestellt von Gonnella, Julia; Abdellatif, Rania. Jahrbuch der Ernst-Herzfeld-Gesellschaft e.V. Vol. 4. Beiträge zur islamischen Kunst und Archäologie (4). Engl. 2016. 352 S. 85 Abb , 72 fb. Abb. EUR 79,00. ISBN: 978-3-95490-602-4 L, Reichert
There is probably no site in the entire Islamic World that can compare in extravagance with the city of Samarra. Located around 125 km north of Bagdad on the Tigris (today: Iraq), Samarra served as temporary capital of the Abbasid dynasty. Founded by the caliph al-Mu´tasim in 836, it developed into one of the largest and most extraordinary cities of the Ancient World, featuring luxurious palaces, extensive military quarters and a remarkable Great Mosque whose powerful, spiral-shaped minaret continues to be the city´s landmark until today. Samarra remained the Abbasid capital for almost six decades until financial crises forced the caliphs to return to Bagdad in 892, leaving the city to decay.It was through the excavations by the former director of the Museum of Islamic Art in Berlin, Friedrich Sarre (1865 – 1945), and the archaeologist-doyen Ernst Herzfeld (1879 – 1948) in the years 1911–13 that Samarra reached world fame in the academic field. The Samarra explorations were one of the first comprehensive archaeological studies of an Islamic site ever carried out and its discoveries not only greatly enlarged our knowledge of early Islamic city planning, architecture, and artefacts, but also stimulated some of the most fundamental theoretical discussions within the field. In 2011, the German excavations celebrated their hundred year anniversary. Together with the Ernst Herzfeld Gesellschaft, the Museum of Islamic Art in Berlin decided to dedicate the 7th Colloquy of the EHG to this former Abbasid capital. The Museum of Islamic Art holds a substantial part of the original findings, and considering the planned new Museum installations in 2019, it seemed appropriate to reconsider the entire “Samarra” complex and re-evaluate our present knowledge of Abbasid art. Since 1911–13, vast amounts of archaeological and survey research has been carried out, not only in Samarra itself but also at other important Abbasid sites. The conference brought together a selection of some of the most relevant studies from past years. The contributions deal with the history of the German excavations, the city of Samarra itself, its various find groups as well with other, more recently explored Abbasid sites, turning this volume into one of the most comprehensive publications on this topic since many years
Contemporary Actors and Practices. Iran - Turan (15). History Making in Central and Northern Eurasia. Hrsg.: Jacquesson, Svetlana. Engl. 2016. 168 S. 24 x 17 cm. Gb. EUR 79,00. ISBN: 978-3-95490-181-4 L, Reichert
This volume seeks to extend our understanding of how knowledge about the past was and is being produeed in central and northern Eurasia. Its authors use the methods of several disciplines literary studies, history, anthropology, area studies in an attempt to seize all the complexity of „history making“ as a social phenomenon and to locate the actors and practices of „history making“ in central and northern Eurasia within a broader context of seholarly reflections on what past or history is, and how it matters. They analyse „history making“ as practiced by Uzbek elders‘ responding to invitations to remember events such as collectivisation; everyday Uzbeks writing memoirs „to fill in the blank spots“ in official history; genealogists hunting for secrets and truths on the past of the Kyrgyz; shamans and academies crafting narratives on the glorious heritage of the Yakuts; Uyghur and Chinese historians recounting a local peasant rebellion; and Yakut or Kyrgyz citizens discussing history, or relating to the past, during various social events or leisure activities. The authors seek to understand the various practices of „history making“ by the ethnographie study of texts within their social contexts of production, and of performers shaping stories for different audiences.
Yuan, Lili. Malkurs Chinesische Blumenmalerei. Schritt für Schritt mit Lili Yuan. 2016. 96 S. 200 fb. Abb. EUR 24,80. ISBN: 978-3-95490-605-5 L, Reichert
Die Kunst der chinesischen Malerei, die auf einer über fünftausendjährigen Tradition chinesischer Philosophie und Denkweise basiert, ist einzigartig. Man kann mit Fug und Recht behaupten, dass sie mit zu den wertvollsten Schätzen der Weltkultur gehört. Chinesische Malerei strebt nach einer Natürlichkeit, Stille und Gelassenheit, die auf den Ursprung des Daoismus zurückzuführen ist. Das Wesen der Malerei wurde am gründlichsten durch die Philosophie des Laozi und des Zhuangzi beeinflusst. Die einleitend dargelegte künstlerische Gedankenwelt reflektiert die Seele der Lao-Zhuang-Philosophie. Sie ist gekennzeichnet durch eine enge Verbundenheit von Mensch und Natur, durch Offenheit, Toleranz und Ruhe gegenüber der Außenwelt und durch ihre Natürlichkeit. Diese Philosophie ist die geistige Quelle, aus der die chinesischen Maler zu allen Zeiten schöpften. Die in Shanghai geborene Künstlerin und Autorin diese Buches, Lili Yuan, leitet seit achtzehn Jahren zahlreiche Malkurse der chinesischen Tuschemalerei in Deutschland und wurde in China mehrfach ausgezeichnet. Durch dieses Buch möchte Sie ihre Erfahrungen der Blumenmalerei teilen und weitergeben. Insgesamt werden 20 Blumenmotive im Stil der feinen Xieyi-Malerei behandelt. Der Malprozess eines jeden Blumenmotivs steht dabei im Mittelpunkt und wird anhand von über zweihundert farbigen Abbildungen mit kurzen Textbeschreibungen erläutert. Dabei ist die Pinselführung Schritt für Schritt zu erkennen. Darunter befinden sich klassische Motive wie Pflaumenblüten, Orchideen, Bambus und Chrysanthemen, aber auch Motive, welche in der chinesischen Malerei üblicherweise nicht vorkommen, wie Rosen, Mohn, Iris und Weihnachtssterne.
Kovacs, Martin. Untersuchungen zum spätantiken männlichen Privatporträt. Reihe B: Studien und Perspektiven; Spätantike - Frühes Christentum - Byzanz (40). Kaiser, Senatoren und Gelehrte. 2016. 456 S. 660 Abb . EUR 98,00. ISBN: 978-3-95490-601-7 L, Reichert
Zielsetzung dieser Arbeit ist es, die Bildnisrepräsentation der Aristokratie des spätrömischen Reiches in ihrer Bedeutung, ihren unterschiedlichen Facetten sowie in der Bandbreite und den Entwicklungen der Bildnisstilisierungen während der Spätantike zu erfassen. Zusätzlich zur mit neuen Kriterien erfolgten Analyse des bekannten Materials (...) steht die kulturgeschichtliche Bedeutung und die Transformation des Phänomens der Ehrenstatue bzw. der Stilisierungen des Porträts im Zentrum der Untersuchung. In Abgrenzung zur seit Konstantin feststellbaren distanzierten Bedeutung des kaiserlichen Bildnisses zeigt sich, dass mit der Aufgabe des seit dem frühen Prinzipats gültigen „Zeitgesichts“ im frühen 4. Jh. die spätrömische Aristokratie neue, spezifisch eigene Formen der Bildnisrepräsentation suchte. Diese betonten durch ihre im Vergleich zum Kaiserbild dezidiert realistischere Erscheinung die Distanz zum Kaiser und reflektieren die Suche nach „angemessenen“ Stilisierungen, welche die Werte und Normen spätrömischen Standesbewusstseins repräsentieren konnten. Die in den Privatbildnissen des 4. Jhs. ablesbare Gestaltungsvielfalt findet sich in anderen spätantiken Porträtmedien nur bedingt wieder. Es ist festzustellen, dass innerhalb eines sozialen Ambientes in verschiedenen Medien unterschiedliche Porträtauffassungen vorherrschten. Ein individualisierendes Bildnis schien mit dem Beginn der Spätantike immer mehr dem rundplastischen Porträt vorbehalten zu sein. Ehrenstatuen waren Bestandteil eines traditionellen Bilddiskurses, in dem vornehmlich die Statuen eine individualisierende Aussage besitzen sollten, da diese sich mit den Ehrenstatuen der großen Vergangenheit in einer kompetitiven Situation befanden. Als besonders signifikant erweisen sich regionale Sonderformen wie in Ephesos. Die vom Kaiserbildnis abgekoppelte Entwicklung des Privatporträts verdeutlicht, wie in einer historischen Situation der Suche nach angemessenen Alternativen unterschiedliche Gestaltungsweisen erprobt und regionale Entwicklungslinien nicht nur neu geschaffen wurden sondern sich als beständige Phänomene halten konnten. Dazu gehören auch retrospektive Porträts aus dem Umfeld von Athen und Korinth. Dargestellt sind nicht profane Amtsträger, sondern lokale Geistesgrößen, die als Philosophen sowie als Träger und Förderer paganer Kulte tätig waren. Die lokale Elite in den traditionsreichen griechischen Städten trug die eigene Geschichte und Tradition mit Stolz nach außen. Das 6. Jh. erweist sich als das Ende der rundplastischen Ehrenstatue. In einer sukzessiven Veränderung der Funktionen und Anforderungen der urbanen Strukturen ist eine synchrone Entwicklung zu beobachten, die einerseits in einer Verlagerung des urbanen Lebens von den alten öffentlichen Plätzen und Bauten der bürgerlichen Zusammenkunft in die neu errichteten Kirchen, und andererseits in eine „Überführung“ des Mediums des öffentlichen Porträts in die Kirchen, und infolge dessen in die Flächenkunst kulminierte. Mit dem nicht nur auf die Porträtstatuen beschränkten Niedergang des „statue habit“ ging andererseits eine substanzielle Kontinuität des „portrait habit“ einher. (...) Die Untersuchung versteht sich sowohl als Beitrag zur kulturgeschichtlichen Erforschung des römischen Porträts im Rahmen der Klassischen Archäologie wie auch als soziale und politische Analyse der materiellen Kultur der Spätantike innerhalb der Christlichen Archäologie.
The Civil Basilica. Stinson, Philip. Engl. 2016. 248 S., 512 z. T. fb. Abb., 31 x 23 cm, Gb. EUR 79,00 CHF 81,20 ISBN: 978-3-95490-111-1 L, Reichert
The volume presents the results of a decade of field research on the Civil Basilica at Aphrodisias – a huge public building built in the late first century AD. Aphrodisias is a premier site in the field of Roman archaeology for what it tells us about a Greek city in the eastern Roman world. The Basilica occupied three city blocks and was the largest fully-enclosed public space in the town center. Its architectural design displays a distinctive combination of both Greek and Roman aspects. Later in its history, the building may have served as the seat of Roman provincial administration when Aphrodisias became the capital of its province in the mid-late third century AD. It was in use down to the mid-sixth century AD. The book contains a detailed account of the Basilicas well-preserved architectural remains and is illustrated with over a hundred drawings by the author. The reconstruction of Diocletian’s Edict of Maximum Prices inscribed on the Basilicas North Facade (pieced together in collaboration with Michael Crawford) makes it possible to analyze the well-documented display context of this famous monument of ancient public writing. The Basilica is also set in the context of several similar buildings in Asia Minor that together constitute a distinct regional form of the Roman basilica. There is a summary in Turkish, and appendices describe the excavation, ceramics, and building inscriptions.
Baubefunde und Stratigraphie der Unterburg (Kampagnen 1976 bis 1983). Die mykenische Palastzeit (SH III B2) und beginnende Nachpalastzeit (Beginn SH III C). Tiryns (UF974), Band: 17. Damm-Meinhardt, Ursula. 2016. 320 S. 11 Abb. 32 x 23 cm. Gb. EUR 58,00 CHF 59,60 ISBN: 978-3-95490-091-6 L, Reichert
Die Burganlage von Tiryns in der Argolis zählt zu den besterforschten Zentren der mykenischen Kultur. Ein besonderes Augenmerk gilt der Unterburg, die von 1976–1983 unter der Leitung von Klaus Kilian zu zwei Drittel ihrer Fläche ausgegraben wurde. Die nachgewiesene Abfolge der spätbronzezeitlichen Siedlungsphasen reicht von der älteren Palastzeit (SH III A) bis zum Ende der mykenischen Epoche (SH III C Spät). Der vorliegende 1. Teilband von TIRYNS XVII befasst sich mit dem Abschnitt der entwickelten und ausgehenden jüngeren Palastzeit (SH III B Entwickelt–Ende) bis zur frühesten Nachpalastzeit (Beginn SH III C Früh), berücksichtigt werden auch die Ergebnisse der jüngeren Ausgrabungen von 2001–2003 (Joseph Maran) und 2004/2005 (griechische Ephorie). Daran schließt sich die von Tobias Mühlenbruch in TIRYNS XVII 2 publizierte Siedlungsgeschichte der Nachpalastzeit (SH III C Früh–Spät) unmittelbar an. Im ersten Teil dieser kritischen Auswertung und maximalen Darstellung von Kilians Ergebnissen wird die Unterburg während ihrer wohl intensivsten Ausbauphase gezeigt, deren Beginn mit der Vollendung der Festungsanlage und der letztmaligen Erneuerung des Palastes auf der Oberburg einherging. Unser heutiges Bild von Tiryns ist in besonderem Maße durch diesen Zeitabschnitt geprägt. Die eng an den Palast gebundene, durch vielfältige Architekturformen und ganz unterschiedliche Inventarausstattungen auf eine sozial abgestufte Bevölkerung weisende Unterburgsiedlung prosperierte etwa zwei Generationen lang. Noch gegen Ende dieses Siedlungsabschnitts erfolgten aufwendige Umbaumaßnahmen an der nördlichen Befestigung und mehrere Neubauten im Inneren der Unterburg. Gegen 1200 v. Chr. wurde die gesamte Burganlage jedoch zerstört. Während der Palast einem Brand zum Opfer fiel, ist in der Unterburg die im Siedlungsbefund als durchgängiger Zerstörungshorizont kenntliche Katastrophe in ihren Ursachen noch nicht befriedigend erklärt. Die vom Ausgräber favorisierte Erklärung als eine Zerstörung durch Erdbeben wird derzeit auf den Prüfstein gelegt.Der zweite Teil der vorliegenden Arbeit befasst sich mit den unmittelbar auf die Zerstörung folgenden Siedlungsaktivitäten am Beginn von SH III C Früh. Kilians sorgfältigen feinstratigraphischen Beobachtungen ist es zu verdanken, dass hier, wie an keinem anderen Ort, eine Wiederbesiedlung der noch bestehenden Ruinen nachgewiesen werden konnte. Dabei muss offen bleiben, ob es sich um die angestammte Bevölkerung oder neu hinzugezogene Bevölkerungsteile handelte, auch eine Kombination von beidem wäre möglich. Diese Phase der „Ruinenbewohnung“ markiert den Beginn der Nachpalastzeit, die im Weiteren zu einer Neuordnung der Unterburg nach gänzlich veränderten Planungsvorstellungen führen sollte. Im Anfangsstadium orientierte sie sich jedoch noch an den Bauten der ausgehenden Palastzeit. Auffallend ist die vergleichsweise geringe Qualität der provisorisch wirkenden Wohnstätten, was auf einen vollständigen Bruch mit den bisherigen Ressourcen hindeutet. Historisch gesehen ist der Niedergang der mykenischen Paläste eine Phase des gesellschaftlichen Umbruchs – in der Unterburg von Tiryns kann die vermutlich nur kurze Übergangszeit im archäologischen Befund gefasst werden.
Kapitelle des 11.-13. Jahrhunderts im Veneto als Nachgestaltungen antiker und spätantik/frühbyzantinischer Modelle und das „revival“ im Kirchenbau. Spätantike - Frühes Christentum - Byzanz (41); Spätantike – Frühes Christentum – Byzanz (41). Kramer, Joachim. Kapitelle des 11.-13. Jahrhunderts im Veneto. 2016. 266 S. 10 Tafeln, 108 Abb. 24 x 17 cm. Gb. EUR 79,00. ISBN: 978-3-95490-099-2 L, Reichert
Im Säulenschmuck von mittelalterlichen Kirchen und Palästen in den Orten des Veneto wurden Kapitelle römisch-antiker und frühbyzantinischer Zeit wiederverwendet. Neben ihnen treten mittelalterliche Kapitelle auf, die als Nachahmungen der älteren anzusehen sind und an denen eine eigene Formensprache zu finden ist. Die sich in der Ausstattung entsprechenden Kapitelle aus den verschiedenen Zeitperioden werden hier nebeneinander behandelt und abgebildet. Das soll die Unterschiede (mit Hilfe vieler Fotos) erkennen und besser verstehen lassen. Hieraus ergibt sich mehrfach eine andere Beurteilung der Stücke, als es bisher üblich war.An Kirchenbauten, die seit dem Ausgang des 1 I. Jahrhunderts entstanden sind, wird die Bemühung deutlich, frühchristliche Bauten und deren Ausstattung nachzugestalten. Mehrere mittelalterliche Kirchen zeigen in ihrer Baugestaltung die Anlehnung an die älteren Formen. Das ist u. a. an der Anordnung der Säulen in deren Inneren zu beobachten (z. B. in der Harmonisierung ihres Nebeneinanders). Auf diese Tendenz zur Nachgestaltung gehen auch die hier behandelten Kapitelle des Veneto zurück.
Saints cavaliers. Culte et images en Géorgie aux IVe–XIe siècles. Iamanidzé, Nina. Spätantike - Frühes Christentum - Byzanz, Kunst im ersten Jahrtausend. Reihe B: Studien und Perspektiven (SV767), Band: 42. Franz. 2016. 204 S. 84 meist fb. Abb. 15 Tafeln. 24 x 17 cm. Gb. EUR 98,00 CHF 100,70 ISBN: 978-3-95490-114-2 L, Reichert
This is the first archeological, iconographical and hagiological study, based on the unpublished archaeological research findings, that attempts to measure the importance of the Georgian environment for the genesis of this theme and for a broad understanding of the cult and iconography of holy rider, widespread later not only in Georgia but on in the whole Byzantine world. It presents the 6th to 11th century Georgian art from a broad perspective, regarding the country as a one of the major component of the Late Antique and Early Medieval civilizations settled between Christian and Islamic worlds. Placing Georgian artistic production in a broader international context, this research, founded on archaeological evidence from different cultural areas will examine questions about the intercultural relationships and influences that converged in this one country, revealing its links to neighboring cultures.
Climate and Settlement in Southern Peru. The Northern Río Grande de Nasca Drainage between 1500 BCE and 1532 CE. Soßna, Volker. Forschungen zur Archäologie Außereuropäischer Kulturen (UD372), Band: 13. Engl. 2016. 320 S., 180 meist fb. Abb. mit DVD, 29 x 19 cm. Gb. EUR 98,00 CHF 100,70 ISBN: 978-3-95490-078-7 L, Reichert
Die Kulturen, die über die Jahrtausende an der Peruanischen Südküste zwischen den Tälern von Chincha und Yauca blühten, hatten großen Einfluss auf die Geschichte der zentralen Anden insgesamt. Bedeutende lokale Kulturen, wie Paracas (ca. 800 – 250 v. Chr.) und Nasca (ca. 250 v. – 650 n. Chr.) sind weithin bekannt für ihre Fels- und Bodenzeichnungen, aber auch für die außerordentliche Kunstfertigkeit ihrer Handwerker beim Produzieren von hochwertigen Textilien und Keramiken. Die Region spielte auch eine wichtige Rolle bei der Entstehung und Expansion der Reiche der Wari (ca. 650 – 1000 n. Chr.) und Inka (ca.1470 – 1532 n. Chr.).Trotz der Bedeutung der Südküste ist relativ wenig über ihre Siedlungsgeschichte bekannt. Dank eines archäologischen Langzeit-Projekts des Deutschen Archäologischen Instituts sind nun detaillierte Daten für den nördlichen Teil des Río Grande de Nasca-Gebietes verfügbar. Aufgrund des Reichtums an relativ gut erhaltenen archäologischen Überresten ist diese Region besonders gut für eine Fallstudie geeignet. Auf der Grundlage dieser Daten werden in diesem Buch 3.000 Jahre Siedlungsgeschichte rekonstruiert. Die Siedlungsmuster von zehn aufeinanderfolgenden Kulturphasen zeigen erhebliche Veränderungen in Bezug auf Siedlungshierarchien und Bevölkerungsentwicklung. Zudem haben sich die Siedlungsschwerpunkte verschoben. Aufgrund der Trockenheit in der Region haben bereits geringfügige Schwankungen in der Gesamtmenge und der jahreszeitlichen Verteilung von Niederschlägen einen erheblichen Einfluss auf das landwirtschaftliche Potential. Es wird daher der Frage nachgegangen, inwieweit klimatische Schwankungen in der Vergangenheit der Hauptauslöser für Änderungen im Siedlungsverhalten gewesen sein könnten.Dazu werden Analysen archäologischer Daten mit Studien zur Klimageschichte verglichen, die auf erhebliche Veränderungen in den Niederschlagsmustern hindeuten. Ein zeitliches Zusammenfallen von wichtigen Entwicklungen in der Besiedlung und beim Klima könnte einen kausalen Zusammenhang zwischen den beiden Phänomenen nahelegen. Die begrenzte und ungleichmäßige Auflösung der Daten erlaubt zwar noch keine abschließende Beurteilung, doch der allgemeine Trend scheint darauf hinzudeuten, dass dies tatsächlich während einiger bestimmter Perioden tatsächlich der Fall war. Die Mehrheit der bedeutenden Siedlungsverschiebungen und demographischen Schwankungen fällt jedoch nicht zeitlich mit eindeutig nachweisbaren Klimaänderungen zusammen.
Architektur und Struktur des nordöstlichen Stadtgebietes von Kharab Sayyar, Nordsyrien. Würz, Michael. Ausgrabungen Kharab Sayyar (WVQ04), Band: 2. Deutsch-Syrische Ausgrabungen im islamischen Kharab Sayyar (TQ191), Band: 2. 2015. 232 S., 438 Abb., 8 Pläne. 30 x 21 cm. Gb. EUR 98,00 ISBN: 978-3-95490-026-8 L, Reichert
Der zweite Band dokumentiert die Struktur und Architektur der Wohngebiete im Südosten der Stadt. Die Ausgrabungen in insgeamt acht Gebäuden, darunter einer kleinen Moschee, liefern, vor allem durch das Fehlen einer jüngeren Überbauung, besondere Einblicke in ein Wohnviertel einer abbasidischen Provinzstadt.
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