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Scheidegger & Spiess

 
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Philippe Schibig, der Prinz vom anderen Stern. Hrsg.: IG Schibig. Beitr. Ammann, Jean-Christophe; Mambourg, Albert; Wyss, Beat; Bühlmann, Karl; Zimmermann, Martin. 200 S., 130 meist fb. Abb. 32 x 24 cm, Gb. EUR 83,00 CHF 99,00 ISBN: 978-3-85881-318-3 Scheidegger & Spiess
Bei Kunstkritikern gilt der 1940 in Genf geborene Art-brut-Künstler und Plastiker Philippe Schibig noch immer als Ausnahmeerscheinung. Dies obwohl seine letzten Kataloge aus den 1980er-Jahren stammen, und er vor allem davor innerhalb der Kunstszene aktiv war. Er teilte mit Friedrich Kuhn das Atelier und stürzte sich in die Luzerner und Zürcher Bohème. Seine Zeichnungen erregten grosse Aufmerksamkeit, 1969 nahm ihn der bekannte Sammler Siegfried Rosengart, bei dem Picasso, Braque und Matisse ein- und ausgingen, in seine Galerie auf. Später kündigte Schibig dort selbst wieder; diese Welt war ihm zu gross. Schibig ist nicht bescheiden, aber – was damals noch niemand wusste – Autist.
In seinen einzigartigen Kugelschreiberzeichnungen stellt er das Innenleben von Bäumen dar, zeichnet in sich zusammenstürzende galaktische Welten und kreiert eine hieroglyphische Zeichensprache. Später zieht er sich noch mehr in seine künstlerische Gegenwelt zurück; heute lebt er in einer psychiatrischen Einrichtung.
Philippe Schibig, der Prinz vom anderen Stern präsentiert über 180 Werke und ist so – zum 70. Geburtstag des Künstlers im Herbst 2010 – die umfangreichste Monografie über sein Schaffen. Persönliche Essays und private Fotografien spüren dem Menschen Philippe Schibig und seinem Werk nach.
Soie Pirate. Geschichte und Designarchiv der Firma Abraham. 2 Bände. Auch getrennt zu erhalten.Hrsg.: Schweizerisches Landesmuseum Zürich; Beitr.: Georg, Mattias; Indermühle, Joya T; Karrer, Tanya; Keller, Barbara; Koellreuter, Isabel; Müller, Franziska K; Mürau, Elke; Muscionico, Daniele; Pallmert, Sigrid; Schultheiss, Ursula; Wälchli, Karin; Widmer, Martin. 416 S. 700 fb. u. 50 sw. Abb. 30 x 24 cm. Gb. EUR 69,00 CHF 99,00 ISBN: 978-3-85881-311-4 Scheidegger & Spiess
Die Zürcher Seidenfirma Abraham war im 20. Jahrhundert ein bedeutender Pfeiler des europäischen Textilgewerbes. Spezialisiert war sie auf Stoffdesign für die Haute Couture und das Prêt-à-porter. Zu ihren Kunden gehörten weltberühmte Modehäuser wie BALENCIAGA, GIVENCHY, YVES SAINT LAURENT, CHANEL, DIOR und UNGARO.
Abraham-Stoffe beherrschten die Laufstege der Welt, wurden von internationalen Stars getragen und bilden heute ein glanzvolles Stück europäischer Modegeschichte. Soie pirate beleuchtet erstmals umfassend Abrahams faszinierende Welt aus Mode, Kunst und Gewerbe. Band 1 ist der Firmengeschichte gewidmet und analysiert in zahlreichen Essays die Bedeutung des Unternehmens im Kontext der Zeit und im internationalen Vergleich. Band 2 präsentiert hundert der schönsten Stoffkreationen der Firma Abraham mit weiteren Schätzen aus dem aussergewöhnlich umfangreichen Firmenarchiv.
Das Archiv
Die Anfänge der Firma Abraham gehen bis auf das Jahr 1878 zurück. Seit der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts wurde das kreative Schaffen im Textilarchiv der Firma dokumentiert. Dieses visuelle Gedächtnis enthält Stoffcoupons,
Kollektionsreferenzbücher, Modefotografien und Scrapbooks mit Pressedokumentationen sowie Musterbücher, die beim Entwerfen als Inspirationsquelle dienten. Das Abraham-Archiv zeichnet sich nicht nur durch die Vielfalt seiner Bestandteile, sondern auch durch deren Systematik, Qualität und Quantität aus. Das Archiv wurde dem Schweizerischen Nationalmuseum 2007 durch die Hulda und Gustav Zumsteg-Stiftung geschenkt; die Aufarbeitung des Archivs wurde durch das Engagement der Zürcherischen Seidenindustrie-Gesellschaft ermöglicht.
Il Girasole. Ein Haus in der Nähe von Verona. Ein Film von Christoph Schaub und Marcel Meili. Beiträge von Sochitl Forster, Katja Lässer, Marcel Meili und Christoph Schaub. DVD der italienischen Originalfassung mit Untertiteln in D/F/E. DVD in gebundenem Pappeinband, 17 Min., farbiges Beiheft. 48 Seiten, 12 fb. und 11 sw Abb. 14,5 cm x 19,5 cm. EUR 35,00 CHF 39,90 ISBN: 978-3-85881-906-2 Scheidegger & Spiess
Der preisgekrönte Dokumentarfilm über das legendäre drehbare Haus von Angelo Invernizzi auf DVD.
An einem sanften Hügel an der nördlichen Kante der Poebene, nicht weit von Verona, steht ein bemerkenswertes Haus. Es ist eine silbrig glänzende, moderne Villa auf einem riesigen, rötlichen Stein, inmitten eines Parks. In ihrem Innern befindet sich ein Motor, der das Haus 360 Grad um seine eigene Achse dreht: Die Villa Girasole, 1935 erbaut von Angelo Invernizzi, folgt dem Lauf der Sonne oder den Blicken in die Landschaft. Il Girasole zeigt einen ganzen Tagesablauf. Während dieser Zeit erschliesst der Film Architektur und Atmosphäre der Villa, ihrer Räume und Einrichtungen und wird zum Imaginationsraum für das Leben von damals, das Gebäude wird zum Resonanzkörper der ausgefallenen Ideen jener Zeit.
«Schaubs Film vereint zwei Dinge: einen kühnen Zukunftsraum aus der Vergangenheit und einen nostalgischen Rückblick auf den Futurismus».
Matthias Lerf, Tages-Anzeiger
Angelo Invernizzi (1884–1958), Ingenieurstudium in Padua und Genua. Anschliessend für die Eisenbahn und das Militär tätig. 1911 wirkt er bei der «Casa Popolare» in Montorio (VR) mit. Ab 1922 betreibt er in Genua ein Architekturbüro und eine Baufirma. Erste Skizzen zur Villa Girasole entstehen ab 1929, 1931 beginnt er mit dem Bau, der – jeweils in den Sommermonaten – bis 1935 dauert. 1938–1940 erstellt er in Zusammenarbeit mit Ettore Fagiuoli das erste Hochhaus in Italien, das Betongebäude «Grattacielo dell’Orologio» an der Piazza Dante in Genua. 1958 stirbt Angelo Invernizzi während eines Aufenthalts in der Villa Girasole.
Marcel Meili, geboren 1953 in Küsnacht bei Zürich, Studium an der ETH Zürich, 1980–1982 wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut für Geschichte und Theorie der Architektur an der ETHZ. 1983–1985 Mitarbeiter im Büro Prof. Dolf Schnebli, 1985–1987 Assistent am Lehrstuhl Prof. M. Campi an der ETHZ. Seit 1987 eigenes Büro zusammen mit Markus Peter in Zürich und seit 1999 Professor für Architektur im Studio Basel der ETH Zürich, zusammen mit Jacques Herzog, Pierre de Meuron und Roger Diener.
Christoph Schaub, geboren 1958 in Zürich. Abbruch des Germanistikstudiums, autodidaktische Ausbildung als Filmer. Seit 1984 Realisation von Spielfilmen u.a. Jeune Homme (2006), Happy New Year (2008), Giulias Verschwinden (2009) und Dokumentarfilmen u.a. Die Reisen des Santiago Calatrava (1999), Birdʼs Nest – Herzog & de Meuron in China (2008).
Kunst und Wissenschaft. Das Schweizerische Institut für Kunstwissenschaft 1951–2010. Hrsg.: Schweizerischen Institut für Kunstwissenschaft SIK-ISEA. Beiträge von T. Schönenberger, A. Keller Dubach, H.-J. Heusser, U. Hobi, R. Krähenbühl, O. Bätschmann, J. Albrecht, K. Jost u. a.. 350 S. 187 Duplex- und 89 fb. Abb., 19 cm x 25 cm. Gb. EUR 83,00 CHF 99,00 ISBN: 978-3-85881-322-0 Scheidegger & Spiess
Das Schweizerische Institut für Kunstwissenschaft (SIK-ISEA) – die führende kunstwissenschaftliche Institution des Landes – feiert 2010 sein 50-jähriges Bestehen. Zu diesem Anlass erscheint das reich illustrierte und anschaulich erzählte Buch Kunst und Wissenschaft, das dem Aufbau und Wirken des Instituts seit der Gründung gewidmet ist. Das SIK forscht, dokumentiert, beurteilt, restauriert, lehrt, und publiziert u. a. Editionen von Briefwechseln oder umfassend dokumentierende Werkverzeichnisse wie den Catalogue raisonné zu Ferdinand Hodler.
Dieses Buch blickt zurück auf 50 Jahre SIK und seine verschiedenen Aufgabengebiete. Daneben bietet es aber auch eine Bestandsaufnahme der kunsthistorischen Tätigkeit im 21. Jahrhundert und wagt einen Ausblick auf die künftigen Herausforderungen einer solchen Institution sowie auf die Möglichkeiten der digitalen Datenerschliessung und -aufbereitung.
Ergänzt wird diese Institutionengeschichte durch eine Chronik, durch mehr als 250 Abbildungen und durch ein witzig-informatives A–Z von Fachbegriffen der Alltagstätigkeit – von A wie Abzeichenverkauf über K wie Kaffeeautomat und N wie Neue deutsche Rechtschreibung bis zu Z wie Zigarrenkiste.
Landschaft und Kunstbauten. Ein persönliches Inventar von Jürg Conzett, fotografiert von Martin Linsi. Hrsg.: Bundesamt für Kultur, Bern. Texte von Jürg Conzett, Fotografien von Martin Linsi. Deutsch/Englisch. 272 S. 170 Duplex-Abb. 33 Skizzen und Pläne. 30 cm x 20 cm. Gb. EUR 42,00 CHF 49,90 ISBN: 978-3-85881-321-3 Scheidegger & Spiess
Landschaft und Kunstbauten präsentiert Bauwerke, die sich durch einen besonderen Bezug zur Schweizer Landschaft auszeichnen: Brücken, Stege, Tunnel, Stützmauern, Durchlässe – Bauten also, die Verkehrswegen dienen. Das Interesse des Ingenieurs Jürg Conzett und des Fotografen Martin Linsi richtet sich auf Kunstbauten mit architektonischem Anspruch, die Technik und Wirtschaftlichkeit wie auch die bei Benutzern und Betrachtern ausgelösten Empfindungen gleichermassen berücksichtigen. Die ausgewählten Werke stammen aus unterschiedlichsten Zeiten, sie umfassen etwa die Chibrücke bei Stalden VS von 1545 wie auch die Valser Dorfbrücke, die 2010 fertiggestellt wird.
Das Buch begleitet die von Jürg Conzett konzipierte Ausstellung im Schweizer Pavillon auf der 12. Internationalen Architekturausstellung der Biennale von Venedig (29. August bis 21. November 2010).
12. Internationalen Architekturausstellung der Biennale von Venedig.
«Kaum einer ist für diese besondere Art der Schweizreise so geeignet wie Jürg Conzett.» Gerhard Mack in der NZZ am Sonntag
Jürg Conzett, geboren 1956, studierte Bauingenieur an der EPF Lausanne sowie ETH Zürich. Er war Mitarbeiter von Architekt Peter Zumthor, bis er 1988 sein eigenes Ingenieurbüro gründete. Heute führt er zusammen mit seinen Partnern Gianfranco Bronzini und Patrick Gartmann ein Ingenieurbüro in Chur. Das Büro entwirft und projektiert Brückenbauten und Tragkonstruktionen von Gebäuden. Daneben unterrichtet er Ingenieure und Architekten an der interdisziplinären Abteilung «Bau» der Hochschule für Technik und Wirtschaft HTW in Chur.
Martin Linsi, geboren 1956, studierte Fotografie am Gloucestershire College of Art and Design. Er arbeitet als selbstständiger Fotograf mit Atelier in Einsiedeln. Ein wichtiges Thema in seinen Arbeiten sind die Spuren des Menschen in der Landschaft.
Hrsg.: Kramer, Thomas; Beitr.: Adam, Andreas; Goldberger, Paul; Lydecker, Kent. New York auf Postkarten 1880–1980. Die Sammlung Andreas Adam. 560 S. 900 fb. Abb. 27 x 22 cm. Gb. Verlag Scheidegger & Spiess, 2010. EUR 59,00. CHF 79,00 ISBN: 978-3-85881-211-7 Scheidegger & Spiess
«New York auf Postkarten ist kein konventionelles Fachbuch, ja noch nicht einmal ein typischer Geschichtsatlas, denn es besitzt etwas, was diese Bücher nicht haben. Es ist eine Architekturgeschichte New Yorks und zugleich eine Geschichte der Blicke auf New York.»
Paul Goldberger, Pulitzer-Preisträger und Architekturkritiker des Magazins The New Yorker, in seinem Essay
Dieses Buch präsentiert eine einzigartige Sammlung von Postkarten über New York. Mit mehr als 900 raren Ansichtskarten aus einem ganzen Jahrhundert erzählt es die urbane Entwicklungsgeschichte dieser Stadt und zeigt die schönsten Gebäude und bedeutendsten Wahrzeichen in ihrem architektonischen und sozialhistorischen Kontext.
Die Sammlung Andreas Adam
Die Sammlung als Ganzes umfasst mehr als 4000 Postkarten von New York, rund 1500 Postkarten aus den übrigen USA – Chicago, Los Angeles, San Francisco; Stadtansichten, Hochhäuser, Hotels usw. – sowie ergänzend etwa 900 zum Teil sehr seltene Bücher und Zeitschriften (hauptsächlich zu New York, einige zu Chicago und den weiteren USA) und rund hundert weitere seltene Exponate: Stiche, Fotografien, Poster usw., vor allem zu New York. Sie deckt die ganze Entwicklungsgeschichte des amerikanischen Hochhauses, vor allem in New York und Chicago, von ihrem Beginn bis etwa 1980 ab sowie die städtebauliche Geschichte New Yorks seit seiner Gründung im 17. Jahrhundert und teilweise auch die Entwicklung Chicagos. Die Sammlung wurde bereits in Museen ausgestellt und stiess auf grosses mediales Echo.
Der Wert der Sammlung besteht nicht nur in der grossen Anzahl der Exponate, sondern vor allem auch in ihrer Systematik und thematischen Ordnung. Sie ist zudem eine interessante Dokumentation über die Geschichte der Drucktechniken und der Darstellung von Stadtentwicklung in den Medien. Die 4000 Postkarten zu New York bilden die Grundlage des vorliegenden Buchs.
Andreas Adam, geboren 1945, Ausbildung zum Architekten an der ETH Zürich mit Diplom 1971. Anschliessend Arbeits- und Studienaufenthalte in London. Seit 1976 eigenes Architekturbüro in Zürich. Diverse Auslandaufenthalte und Projekte. Neben Bautätigkeit auch Publikationen, Ausstellungen und audiovisuelle Präsentationen zu Stadtgeschichte und Themen der bildnerischen Wahrnehmung und Umsetzung. Seit 1990 auch tätig als Maler und Zeichner.
Paul Goldberger ist der Architekturkritiker des Magazins The New Yorker, für das er seit 1997 die gefeierte Kolumne «Sky Line» schreibt. Er hat zudem den Joseph Urban Chair für Design und Architektur an der New School in Manhattan inne. Er begann seine Laufbahn bei der New York Times, wo er 1984 den Pulitzer Prize for Distinguished Criticism erhielt. Goldberger hat zahlreiche Bücher geschrieben, zuletzt: Why Architecture Matters und Building Up and Tearing Down: Reflections on the Age of Architecture.
Thomas Kramer studierte Geschichte und Germanistik in Zürich, arbeitete danach vier Jahre als Filmhistoriker und Publizist in Wien. Autor und Herausgeber mehrerer Bücher zur Filmgeschichte und Architektur. 1998–2003 Redaktor und Musikkritiker beim Tages-Anzeiger, 2005–2006 Leiter der Kulturredaktion der Weltwoche. Seit 2006 Verlagsleiter von Scheidegger & Spiess.
Kent Lydecker, Kunsthistoriker und Museumsfachmann, hat Leitungsfunktionen in der National Gallery of Art (Washington), dem Art Institute of Chicago sowie im Metropolitan Museum of Art (New York) ausgeübt. Lydecker unterrichtet und publiziert in Kunstgeschichte, Architektur und Kultur, von der Renaissance bis zur Gegenwart. Er promovierte an der Johns Hopkins University, wo er auch Museumswissenschaften lehrt.
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Hrsg.: Kramer, Thomas; Beitr.: Adam, Andreas; Beitr.: Goldberger, Paul; Beitr.: Lydecker, Kent. New York in Postcards 1880–1980. The Andreas Adam Collection. Englisch. 560 S. 900 fb. Abb. 27 x 22 cm. Gb. EUR 59,00. CHF 79,00 ISBN: 978-3-85881-713-6 Scheidegger & Spiess
Meisterwerke und Kleinode. Sammlung der Peyerschen Tobias Stimmer-Stiftung, Museum zu Allerheiligen, Schaffhausen. Gesamtkatalog. Hrsg.: Peyersche Tobias Stimmer-Stiftung, Schaffhausen; Beitr.: Abegglen, Walter R; Egli, Michael; Fayet, Roger; Grütter, Daniel; Hasler, Rolf; Oberli, Matthias; Peyer, Hans K; Rapp, Anna; Roth, Rudolf; Rutishauser, Werner; Tomaschett, Michael. Deutsch. 156 S. 268 fb. u. 17 sw. Abb. 28 x 22,5 cm. Gb. EUR 49,00. CHF 59,00 ISBN: 978-3-85881-135-6 Scheidegger & Spiess
Bei der Bombardierung von Schaffhausen durch die Amerikaner 1944 wurden Porträts von Mitgliedern der Familie Peyer zerstört, die der Künstler Tobias Stimmer im 16. Jahrhundert geschaffen hatte. Aus den amerikanischen Reparationszahlungen wurde 1946 die Peyersche Tobias Stimmer-Stiftung als private, gemeinnützige Stiftung gegründet.
In den sechs Jahrzehnten ihres Bestehens hat sie eine beeindruckende Sammlung von Renaissance-Kunst erworben und diese dem Museum zu Allerheiligen, Schaffhausen, als Leihgabe übergeben. Die Peyersche Tobias Stimmer-Stiftung im Museum zu Allerheiligen Schaffhausen hat einen regionalen Schwerpunkt: die ganze Bodenseeregion, also der süddeutsche Raum und die Ostschweiz. Als besonderes Element der Sammlung gilt der grosse Reichtum unterschiedlicher Techniken. So zeichnet sie sich unter anderem durch kostbare Stickereien, herausragende Goldschmiedekunst und Glasarbeiten aus.
Nun hat das Schweizerische Institut für Kunstwissenschaft (SIK-ISEA) einen Sammlungskatalog erstellt, der sämtliche Werke der Peyerschen Tobias Stimmer-Stiftung präsentiert: mit Farbbildern, detaillierter Beschreibung und wissenschaftlichem Apparat. Zur Einordnung dienen zehn thematische Artikel anerkannter Experten, etwa über die süddeutsche Spätgotik, die deutsche Malerei der Renaissance, über Tobias Stimmer und die Ostschweizer Malerei, über Schaffhauser Glasmalerei und Scheibenrisse oder über Stickereien des 16. und 17. Jahrhunderts sowie zur Schaffhauser Goldschmiedekunst.
Grisebach, Eberhard. Ich bin den friedlichen Bürgern zu modern. Aus Eberhard Grisebachs Briefwechsel seinen Malerfreunden. Hrsg.: Kirchner Museum Davos; Zusammengestellt von Grisebach, Lothar; Überarbeitet von Grisebach, Lucius; Kommentiert von Grisebach, Lucius. 336 S. 25 fb. u. 5 sw. Abb., 9 Faks. von Briefen. 21,5 x 14 cm. Gb. EUR 39,00. CHF 59,00 ISBN: 978-3-85881-315-2 Scheidegger & Spiess
Eberhard Grisebach (1880–1945), der aus einer kunstsinnigen Bürgerfamilie stammte, erwarb schon als Student sein erstes Gemälde von Ferdinand Hodler und wurde dessen Freund. Persönlich kannte er Edvard Munch, Ernst Ludwig Kirchner, Cuno Amiet, Giovanni Giacometti, August Macke, Erich Heckel und viele andere Künstler und Intellektuelle seiner Zeit. Grenzüberschreitend zwischen Jena, wo er Philosophie lehrte, und Davos, wo die Familie seiner Frau Charlotte Spengler zuhause war, pflegte er mit ihnen einen regen Briefwechsel. Die ausgewählten Briefe in chronologischer Reihenfolge – erstmals 1962 erschienen – lassen eine Art Briefroman entstehen, in dem sich mehrere Erzählungen überlagern. Von der Kunst ist darin weniger die Rede als von der Begegnung mit Künstlern, von freundschaftlicher Nähe ebenso wie von den Unterschieden in der Lebensweise. Grisebach war ein aufmerksamer und warmherziger Beobachter, er schätzte die Kunst nicht nur als intellektuelles Phänomen, sondern als lebendigen Teil des gegenwärtigen Lebens.
Der neue Anhang mit 390 Anmerkungen zu Ereignissen, Personen und Kunstwerken versteht sich als kunsthistorische Begleiterzählung. Mit diesen Erläuterungen entsteht ein informationsreiches und farbenfrohes Mosaik über die Zeit an der Schwelle zwischen Expressionismus und Moderne.
Lucius Grisebach, geboren 1942, ist Lothar Grisebachs Sohn. Nach dem Abitur 1962 studiert er Kunstgeschichte in Freiburg im Breisgau und an der Freien Universität Berlin, wo er 1972 mit einer Arbeit über den holländischen Maler Willem Kalf (1619–1693) promoviert wird. Nach kurzem Zwischenspiel als Assistent an der Universität Göttingen ist er 1974–1988 als Kurator an der Neuen Nationalgalerie in Berlin tätig und 1988–1997 als Direktor der Kunsthalle Nürnberg. 1997 wird er Gründungsdirektor des Neuen Museums in Nürnberg, dem er bis 2007 vorsteht. Er lebt heute als freiberuflicher Kunsthistoriker in Rüschlikon bei Zürich.
Lothar Grisebach, 1910–1989, war das älteste der fünf Kinder von Eberhard und Charlotte Grisebach; Ferdinand Hodler war sein Pate. Er ist der Herausgeber dieses Buches, das 1962 erstmals unter dem Titel Maler des Expressionismus im Briefwechsel mit Eberhard Grisebach erschienen ist.
Eberhard Grisebach, 1880–1945, Studium der Philosophie, 1913 Habilitation, 1912-1921 ehrenamtlich Geschäftsführer des Kunstvereins Jena. Bis 1931 lehrte er Philosophie an der Universität Jena und folgte anschliessend einem Ruf an die Universität Zürich. Grisebach hat mit Karl Barth die philosophische und theologische Diskussion der 1920er- und 1930er-Jahre mit angeregt. Das Buch Gegenwart. Eine kritische Ethik von 1928 gilt als sein philosophisches Hauptwerk.
Strasser, Jakob. Die Kritiker nannten mich einen eigenwilligen Maler. Jakob Strasser 1896–1978. Hrsg.: Verein Jakob Strasser Kunstmaler; Beitr.: Hoefliger Griesser, Yvonne; Leemann, Chris; Magnaguagno, Guido. 240 S. 200 fb. u. Abb. Abb. 27 x 20 cm. Gb. EUR 69,00. CHF 99,00 ISBN: 978-3-85881-319-0 Scheidegger & Spiess
Jakob Strasser ist Kunstmaler im 20. Jahrhundert. Er erlebt die grossen Veränderungen seiner Zeit. Er weiss von der schillernden Halbwelt Berlins, vom frivolen Künstlerleben in den europäischen Grossstädten, er kennt die Moden und den Glanz der Goldenen Zwanzigerjahre, er weiss von Bauhaus, Brücke, Blauem Reiter, ist betroffen von der Krise der Dreissigerjahre. Die Kriegsjahre erfährt er als Hilfsdienstpflichtiger und besorgter Familienvater. Er hört von den Abscheulichkeiten hinter den enger werdenden Grenzen der Schweiz, von den Einschränkungen der künstlerischen Freiheit, vom Kalten Krieg und er ist Zeitzeuge des Wirtschaftswunders, als der millionste VW Käfer vom Band läuft und die Gastarbeiter aus Italien das Strassenbild verändern.
Sieben Jahrzehnte des vergangenen Jahrhunderts gestaltet er das, was ihn betroffen macht. In der Stille der Kleinstadt Rheinfelden. Er malt Bilder, überraschende Momentaufnahmen, den Alltag im Städtchen, das Treiben und Geschäften auf den Gassen. Beeinflusst von den künstlerischen Strömungen seiner Zeit, aber ihnen nie ergeben, sorgen seine Werke dafür, dass man hinschauen muss, auch mehrmals, und immer wieder etwas Neues, noch Unbekanntes an die Bildoberfläche drängt. Sein umfangreiches Werk zählt über 2500 Ölbilder und 4500 Zeichnungen, Aquarelle, grafische Blätter. Teilweise sind sie noch ungesehen oder weniger bekannt, teilweise hängen sie seit Jahrzehnten in den Rheinfelder Stuben.
So wie Strasser das Bild Rheinfeldens prägt, so formt das Städtchen das Leben des Künstlers und seine Bildwelt. Er beteiligt sich an mehr als 80 Ausstellungen und ist in den Fünfzigerjahren auch als Ausstellungsmacher tätig. Die Enge der kleinbürgerlichen Gesellschaft in der Provinz ist dabei Herausforderung und Chance zugleich, sie bedeutet Konfrontation mit deren ungeschriebenen Gesetzen und bietet ebenso einen geschützten Raum in Ehe und Familie, der dem Kunstmaler die künstlerische Freiheit in Denken und Arbeiten möglich macht.
Mehr Informationen zum Verein Jakob Strasser Kunstmaler Jakob Strasser (1896–1978), aufgewachsen in Rheinfelden, wo sein Vater eine Velohandlung eröffnet. Besuch der Allgemeinen Gewerbeschule in Basel und zahlreiche Reisen nach Florenz und Siena. Lebte als Maler in Rheinfelden. Dem Radrennsport war er durch den Beruf des Vaters und dem Engagement seines Bruders als Amateurrennfahrer verbunden.
Yvonne Hoefliger ist Kunsthistorikerin und war in verschiedenen Schweizer Museen als Kuratorin und Museumsleiterin tätig.
Chris Leemann ist Gestalter, Werbe- und Marketingfachmann in Rheinfelden.
Guido Magnaguagno, geboren 1946, Studium der Kunstgeschichte an der Universität Zürich. Ab 1980 Konservator, Ausstellungsmacher und später Vizepräsident am Kunsthaus Zürich. Diverse Publikationen. Von 2001 bis 2009 Direktor des Museums Jean Tinguely Basel.
Fritz Zbinden. Ein Malerleben 1896-1968. Beitr. v. Fischer, Matthias /Spälti, Marianne /Zbinden, Nadja /Zbinden, Nicolas /Hrsg. v. Fischer, Matthias. 2009. 304 S., 200 fb. u. sw. Abb. 28 x 23 cm. Gb EUR 69,00 ISBN: 978-3-85881-289-6 Scheidegger & Spiess
Der aus Basel stammende Maler, Zeichner, Aquarellist und Wandmaler Fritz Zbinden (1896–1968) steht mit seinem Leben und Werk exemplarisch für viele Kunstschaffende seiner Generation: Nach der Ausbildung und einem zehnjährigen Aufenthalt in Paris lebte er ab 1931 mit seiner Frau, der Basler Künstlerin Hélène Amande (1896–1987), in Horgenberg über dem Zürichsee. Dort und auf Reisen – in der Schweiz, in den Süden oder in die skandinavischen Länder – entstand sein umfangreiches Werk: Landschaften, (Selbst-)Porträts und Stillleben.
Fritz Zbindens Kunst besticht durch die intensive Auseinandersetzung mit den Möglichkeiten der Farbe. Nach seiner Ausbildung war der Künstler bei Cuno Amiet den dort schaffenden Malern begegnet, darunter Ernst Morgenthaler und Werner Miller. Es folgte der zehnjährige Aufenthalt in der damals für alle Künstlerinnen und Künstler so inspirierenden Stadt Paris. Dort entwickelte Fritz Zbinden seinen eigenen künstlerischen Weg. Zurück in der Schweiz, knüpfte er von Horgenberg aus Verbindungen zu zahlreichen Persönlichkeiten aus Kultur, Politik und Wirtschaft und schuf sich einen Namen in der regionalen und nationalen Kunstszene.
Diese Monografie zeichnet Fritz Zbindens Malerleben im Umfeld der Schweizer Kunstszene nach und beleuchtet auch das Werk von Hélène Amande, die für Zbindens Schaffen von grosser Bedeutung war, aber auch selbst als Künstlerin tätig blieb. Mit zahlreichen Werkabbildungen und Dokumenten, einem grossen Essay zu Leben und Werk des Kunsthistorikers Matthias Fischer sowie persönlichen Erinnerungen der Kinder Nadja und Nicolas Zbinden, der Schüler Marianne Spälty und Thomas Locher sowie dem Nachbarn Bernhard Koch.
Matthias Fischer, geboren 1960 in München, Studium der Politischen Wissenschaften, Kunstgeschichte und Klassischen Archäologie in München und Bern. Promotion über «Der junge Hodler. Eine Künstlerkarriere 1872–1897». Tätig als Kunsthistoriker, Kurator und Autor. Wichtigstes Arbeitsgebiet: Kunstgeschichte des 19. und 20. Jahrhunderts, Ferdinand Hodler, Schweizer Kunst und ihre europäischen Verbindungen, Schweizerische Kunstinstitutionen, Ausstellungs- und Mediengeschichte der Kunst.
Bernhard Koch, geboren 1932, Nachbar von Fritz Zbinden auf dem Horgenberg von 1959 bis 1968.
Thomas Christoph Locher, geboren 1927 in Zürich, Studium der Naturwissenschaften, Hauptfach Geologie. Hatte als Schüler der Rudolf Steiner-Schule Zeichenunterricht bei Fritz Zbinden.
Marianne Spälty, geboren 1935, bildende Künstlerin. Mitte der 1950er-Jahre Schülerin von Fritz Zbinden, Horgenberg (Aquarellkurse). 1957/58 Kunstgewerbeschule Zürich, 1958 bis 1960 Werkseminar Zürich. Seit 1968 freischaffende Künstlerin in Küsnacht ZH.
Nadja Zbinden, geboren 1931 in Zürich. Tochter von Hélène und Fritz Zbinden Amande. Gartenbaulehre in Hünibach bei Thun, längere Auslandsaufenthalte in Marokko, Frankreich und England. 1962 Seminar für Heilpädagogik in Zürich, 1985 Ausbildung zur Maltherapeutin, zehn Jahre eigenes Atelier mit Einzel- und Gruppenunterricht in Winterthur. Lebt seit 1999 in Zollikon/ZH.
Nicolas Zbinden, geboren 1935, Sohn von Hélène und Fritz Zbinden Amande. Studium der Geschichte, Germanistik, Archäologie und Kunstgeschichte in Athen und Zürich. Lehrtätigkeit am Seminar Küsnacht/ZH, an der Kantonalen Maturitätsschule für Erwachsene in Zürich, Rudolf Steiner-Schule Oberstufenunterricht, Co-Leitung der Rudolf Steiner-Seminar in Zürich und Athen. Mitbegründer der Rudolf Steiner-Schule Zürcher Oberland und 25 Jahre Vorstand. Tätigkeit als Theaterregisseur, Vortragsredner, Volkskundler, Maler, Ausstellungskurator und Publizist. Lebt auf dem Horgenberg, malt, schreibt und reist.
Roger Eberhard. Wilted Country. Hrsg.: Keller, Walter; Abb. von Eberhard, Roger; Bannon, Anthony; Wells, Benedict. 100 S. 50 fb. Abb. 26,5 x 20 cm. Gb. EUR 37,00. CHF 49,90 ISBN: 978-3-85881-306-0 Scheidegger & Spiess
Der 1984 in Zürich geborene Fotograf Roger Eberhard, der 2005–2007 in Santa Barbara / USA studiert hat, lebt heute in Deutschland und der Schweiz. Wilted Country ist das Resultat einer langen Reise durch Amerika. Von Reno, Nevada, über Nebraska, Wyoming und bis hinauf nach North Dakota und wieder zurück an die Grenze zu Mexiko: Es ist ein welkendes, ein ausgebleichtes Land, das uns der Fotograf hier vor Augen führt.
So wie die Sonne unbarmherzig auf Tankstellen, Wassertürme und Holzhäuser brennt, so scheint sie auch die Farbe aus den Bildern getrieben zu haben. Teilweise an der Grenze zur Unsichtbarkeit, zeigen diese Landschaftsaufnahmen, wie die Zeichen des American Dream im Verschwinden begriffen sind. Roger Eberhard knüpft mit seinem lakonisch-melancholisch fotografierten Roadmovie an die späten Polaroidbilder von Walker Evans an.
Begleitet werden die Fotografien durch einen Essay von Anthony Bannon, dem Direktor des renommierten George Eastman House in Rochester, N.Y., sowie einer persönlichen Erzählung des jungen deutschen Schriftstellers Benedict Wells. Ausstellung bei 25books, Berlin, 6. August bis 1. September 2010.
Roger Eberhard, geboren 1984 in Zürich, studierte Fotografie am Brooks Institute of Photography in Santa Barbara, CA. Wilted Country ist seine zweite Buchveröffentlichung, 2008 erschien Callas bei Modernbook Editions. Eberhard lebt und arbeitet in Berlin und Zürich.
Anthony Bannon, geboren 1943 in Hanover, New Hampshire, USA, ist seit 1996 Direktor des weltweit ersten Museums für Fotografie und Film, des George Eastman House in Rochester, N.Y. Bannon studierte zuerst Biologie und Englisch, konzentrierte sich dann auf Kulturwissenschaften, war auch als Kritiker für verschiedene Medien tätig und hat mehrere Bücher herausgegeben, zuletzt: Hiroshi Watanabe, Findings, Photolucida Press, 2007.
Walter Keller, geboren 1953, ist als Verleger, Autor, Gründer des Scalo Verlags und Mitbegründer der Zeitschriften Der Alltag und Parkett sowie des Fotomuseums Winterthur international angesehen. Seit 2006 ist er als freier Kurator und Autor tätig und zeigt in seiner Galerie Walter Keller in Zürich zeitgenössische Fotografie.
Benedict Wells, geboren 1984 in München, zog 2003 nach Berlin, um zu schreiben. Sein vielbeachtetes Debüt Becks letzter Sommer erschien 2008 im Diogenes Verlag und wurde mit dem bayerischen Kunstförderpreis ausgezeichnet. Spinner, eigentlich sein erster Roman, schrieb Wells im Alter von 19 Jahren (Diogenes, 2009).
Schweiz ohne Schweiz. Alpenlose Landschaften. Beitr.: Reissmann, Manuela; 160 S. 70 fb. Abb. 26,0 x 20 cm. Gb. EUR 37,00. CHF 49,90 ISBN: 978-3-85881-317-6 Scheidegger & Spiess
Seit Langem wird die Schweiz mit den Alpen gleichgesetzt. Das idealisierende Etikett der Alpenrepublik ist jedoch nicht nur in gesellschaftlicher und politischer Hinsicht Folklore – auch die Topografie des Landes setzt sich aus vielerlei unterschiedlichen Landstrichen zusammen. Trotzdem wurden in Kunstausstellungen fast immer die Alpen fokussiert, was das bestehende Klischee weiter festigte.
Erstmals thematisiert das vorliegende Buch die künstlerische Darstellung alpenloser Schweizer Landschaften und vermittelt ein neues, ungewohntes Bild der Schweiz. Es zeigt sich ein stattliches Landschaftsband, das vom Bodensee über den Rheinfall, das ausgedehnte Mittelland, den Jura, das See- und Waadtland bis hinab zum Genfersee reicht.
Nach thematischen Aspekten geordnet, treten Bilder und Fotografien vom 17. Jahrhundert bis zur Gegenwart über die Zeiten hinweg in überraschende Dialoge. Mit Werken von Cuno Amiet, Klodin Erb, Peter Fischli / David Weiss, Simone Kappeler, Rudolf Koller, Jean-Frédéric Schnyder Christoph Schreiber, Monica Studer / Christoph van den Berg, Cécile Wick, Robert Zünd und anderen Künstlerinnen und Künstlern.
Ausstellung im Museum zu Allerheiligen, Schaffhausen, 4. Juli bis 26. September 2010.
Manuela Reissmann ist Mitarbeiterin der Kunstabteilung am Museum zu Allerheiligen Schaffhausen. Sie hat u. a. über die junge Peggy Guggenheim geforscht.
Markus Stegmann ist Kurator der Kunstabteilung am Museum zu Allerheiligen Schaffhausen. Er hat verschiedene Bücher über Kunst und mehrere Gedichtbände veröffentlicht. 2001 hat er den Eidgenössischen Preis für Kunstvermittlung erhalten.
Christian Waldvogel. Earth Extremes. Hrsg.: Burckhardt, Jacqueline; Beitr.: Burckhardt, Jacqueline; Heiser, Jörg; Waldvogel, Christian; Abb. von Waldvogel, Christian. 304 S. 200 fb. Abb. 31,5 x 21 cm. Gb. EUR 59,00. CHF 79,00 ISBN: 978-3-85881-305-3 Scheidegger & Spiess
Der Künstler und Architekt Christian Waldvogel ist seit 2004, als er die Schweiz an der Architekturbiennale in Venedig vertrat, in der europäischen Kunstszene durch eigenwillige konzeptuelle Arbeiten aufgefallen. Diese sind im Bereich zwischen Kunst und Wissenschaft angesiedelt und operieren mit den Medien Fotografie, Video und digitale Bilderzeugung. Waldvogel beschäftigt sich mit der Erde im Sonnensystem, dem Menschen in seiner Welt und mit neuartigen Vorstellungswelten, wobei sich seine Gedankenexperimente auf wissenschaftlich gesicherte Daten stützen. So hat er beispielsweise NASA-Vertreter oder die Schweizer Luftwaffe für die Mitarbeit an Projekten gewinnen können.
Diese erste Monografie über Christian Waldvogels Schaffen gibt – über die Darstellung von neun Projekten aus den letzten sechs Jahren – einen Einblick in seine Bilder- und Ideenwelt, die ein starkes narratives Element besitzt.
Mit ausführlichen Texten zu jedem Projekt und einem Essay des Frieze-Co-Chefredaktors Jörg Heiser.
Ausstellung im Kunst(Zeug)Haus Rapperswil, 27. Juni bis 22. August 2010
Christian Waldvogel, geboren 1971 in Austin,Texas, studierte von 1992 bis 1999 Architektur an der ETH Zürich und an der Rhode Island School of Design, USA. Er lebt als Künstler, Architekt und Programmierer in Zürich. Zahlreiche Einzel- und Gruppenausstellungen seit Mitte der 1990er-Jahre sowie Publikationen, u. a. Globus Cassus, Lars Müller Publishers, 2004.
Jacqueline Burckhardt ist Mitherausgeberin der Kunstzeitschrift Parkett, Autorin zahlreicher Essays und eine der einflussreichsten Kunstvermittlerinnen der Schweiz.
Jörg Heiser, geboren 1968, ist Co-Chefredaktor der englischen Kunstzeitschrift Frieze und Autor des Buchs Plötzlich diese Übersicht: was gute zeitgenössische Kunst ausmacht. Er schreibt zudem für die Süddeutsche Zeitung, ist als Kurator und als Gastdozent an der Universität Linz tätig.
Sigel, Brigitt /Jong, Erik de: Der Seeuferweg in Zürich. Landschaftsarchitektur zwischen Naturalismus und Abstraktion. 2009. 80 S., 80 fb. Abb., Mit Faksimile des Originalplanes 30 x 21 cm. Ebr EUR 35,00 ISBN: 978-3-85881-250-6 Scheidegger & Spiess
Der 1963 entstandene Seeuferweg Zürichhorn ist ein Schlüsselwerk der Schweizer Landschaftsgestaltung. Mit seinem Konzept erneuerte der Landschaftsarchitekt Willi Neukom den traditionellen Spaziergang am Wasser und öffnete im wahrsten Sinne des Wortes einen Zugang zur Erfahrung von Landschaft.
Neukom entwarf keine Uferpromenade im Stil des 19. Jahrhunderts, sondern einen schmalen Weg direkt am See, intim, vielschichtig, voller Ausblicke und Einsichten. Dabei erfüllte das Projekt die von Architekten und Künstlern erhobene Forderung nach einer funktionalen und modernen Gestaltung, ohne dass die Rolle der Natur, der Pflanzenvielfalt und der Einbettung in die Landschaft vernachlässigt wurden.
Nach dem Zweiten Weltkrieg waren die japanische Gartenkunst, die funktionalistische Parkbewegung Schwedens und die zeitgenössische Kunst für die Landschaftsarchitekten wichtige Inspirationsquellen. Diese Publikation gibt einen Einblick in die Situation der europäischen Landschaftsarchitektur jener Jahre, zeichnet detailliert die Rezeptionsgeschichte der japanischen Gartenkunst und ihre Auswirkungen auf die Schweizerische Gartenbau-Ausstellung G/59 nach und dokumentiert die Entstehungsgeschichte des Seeuferweges. Integraler Bestandteil dieses landschaftsarchitektonischen Denkmals ist ein fünf Meter langer Plan, eine kraftvolle, souveräne Bleistiftzeichnung, die dieser Publikation auf die Hälfte verkleinert als Leporello beiliegt.
Erik A. de Jong, Garten- und Landschaftshistoriker, ist Lehrbeauftragter für Geschichte und Theorie der Landschaftsarchitektur an der Universität Wageningen (NL) und Inhaber der ARTIS-Professur für Kultur, Landschaft und Natur der Universität Amsterdam.
Brigitt Sigel, Kunsthistorikerin, war langjährige Mitarbeiterin am Institut für Denkmalpflege der ETH Zürich mit Forschungsschwerpunkt Denkmalpflege in historischen Gärten. Heute ist sie in diesem Bereich und im Bereich Gartenkunstgeschichte freiberuflich tätig.
Bastian, M S /L., Isabelle /Tobler, Konrad: Bastokalypse. 2010.128 S.,40 sw. Abb. 26 x 21 cm. Lep EUR 35,00 CHF 49,90 ISBN: 978-3-85881-296-4 Scheidegger & Spiess
Die biblische Apokalypse – die geheime Offenbarung des Johannes – hat als Erzählung vom Weltende und Weltgericht seit Jahrhunderten die Fantasie von Malern und Zeichnern angeregt. In diese Tradition schreibt sich das figurativ-expressive Monumentalwerk Bastokalypse von M.S. Bastian und Isabelle L. ein. Es ist ein Bilderreigen des Entsetzens, der voller Anspielungen an die Kunstgeschichte steckt: Picassos Guernica, Munchs Schrei oder die Maus-Zeichnungen Art Spiegelmans sind beispielsweise zu finden.
Die Bastokalypse – der Titel ist ein Wortspiel aus Apokalypse und dem Namen Bastian – vereint die verschiedensten Motive des Unheils: Jahrtausendealte Mythologien und Schreckensszenarien der Moderne sind ebenso zu finden wie Szenen aus Graphic Novels und der Trivialkunst, auch Bilder des täglichen Grauens, wie sie in den Medien aufscheinen.
32 schwarzweisse Gemälde auf Leinwand in der Grösse von 1 x 1,60 Meter ergeben einen monumentalen Bildstreifen von 51,2 Metern Länge. Dieser ist die Druckvorlage für dieses ungewöhnliche Leporello. Der Kunstkritiker Konrad Tobler zeigt in seinem mit Bildbeispielen von apokalyptischen Darstellungen aus mehreren Jahrhunderten illustrierten Text die vielfältigen Beziehungen auf, die die Bastokalypse zu Vorbildern aus der Kultur- und Kunstgeschichte aufweist.
Ausstellung im Rahmen von fumetto - Internationales Comixfestival Luzern vom 1. bis 9. Mai 2010.
M.S. Bastian, geboren 1963 in Bern und aufgewachsen in Biel, besuchte den Vorkurs und die Fachklasse für Grafik an der Schule für Gestaltung Biel. Jahresaufenthalte in New York und Paris. Seit 1993 freischaffender Künstler. Lebte und arbeitete 1998–2002 in Zürich, nach einer Weltreise ab 2003 in Biel. Ab 2000 projektbezogene, seit 2004 ständige Zusammenarbeit mit Isabelle L.
Ausführliche Biografie

Isabelle L., geboren 1967 in Biel und dort aufgewachsen, besuchte den Vorkurs und die Fachklasse für Grafik an der Schule für Gestaltung Biel. Arbeit als Grafikerin in diversen Werbeagenturen. Jahresaufenthalt in den USA. Tätigkeit als Flight Attendant der Swissair. Lebte und arbeitete 1997–2002 in Zürich, nach einer Weltreise ab 2003 in Biel. Ab 2000 projektbezogene Zusammenarbeit, seit 2004 ständige Zusammenarbeit mit M.S. Bastian. Publikationen in verschiedenen Verlagen in der Schweiz und Frankreich. Regelmässige Ausstellungen in Galerien, Museen und Kunstmessen in der Schweiz, Deutschland und Frankreich sowie an Graphic-Novel- Festivals.
Konrad Tobler, geboren 1956, studierte Germanistik und Philosophie in Bern und Berlin, ist Gymnasiallehrer und seit 2007 freier Autor, Kulturjournalist und Kunst- bzw. Architekturkritiker für NZZ, Kunst Bulletin, Basler Zeitung und die Mittellandzeitung. Von 1992 bis 2007 war er Kulturredaktor der Berner Zeitung, ab 2000 Leiter des Kulturressorts. 2006 wurde Konrad Tobler mit dem ersten Preis für Kulturvermittlung des Kantons Bern ausgezeichnet. Verschiedene Buchpublikationen. Weitere Informationen unter www.konradtobler.ch.
AZB for ever. Die Arbeitsgemeinschaft Zürcher Bildhauer als Organismus. Hrsg.: Helmhaus Zürich. Beiträge: Jürg Altherr, Kathrin Frauenfelder und Simon Maurer. Fotografien von Hans Knuche. 160 S., 127 fb. und 17 sw. Abb., 23,5 x 33 cm, Br., EUR 37,00 CHF 49,90 ISBN: 978-3-85881-314-5 Scheidegger & Spiess
Die Arbeitsgemeinschaft Zürcher Bildhauer (AZB) ist ein Phänomen: Seit über 25 Jahren arbeitet sie an der Weiterentwicklung einer bildhauerischen und sozialen Kultur. Im Gaswerkareal in Schlieren wird mehr als nur Kunst gemacht: Als Freiraum, der Lebensmöglichkeiten eröffnet, ist das Areal auch Ort generationenübergreifender sozialer Verhandlungen zwischen Künstlerinnen und Künstlern − und ihrem Publikum. Kantig und fragil, mutig und scheu zugleich, haben die Individualisten sich zu einer Arbeitsgemeinschaft zusammengeschlossen. In einer Zeit der ich-zentrierten Selbstverwirklichung ist dieses Modell zukunftsweisend.
AZB for ever enthält fotografische Einsichten in den künstlerischen Alltag, in die Werkplätze und Ateliers der Kunstschaffenden. AZB-Gründungsmitglied Jürg Altherr schreibt über die Künstlergemeinschaft als Organismus. Die Kunsthistorikerin Kathrin Frauenfelder zeichnet die Geschichte des Vereins nach. Den Modellcharakter der AZB würdigt Helmhaus-Direktor Simon Maurer. Und die Gestalterin Marie Lusa verbindet Geschichte und Gegenwart dieses beispielhaften Unternehmens in einem farbenprächtigen Bilderbogen.
Arbeitsgemeinschaft Zürcher Bildhauer (AZB)
Jürg Altherr ist Steinbildhauer und Mitglied der Arbeitsgemeinschaft Zürcher Bildhauer.
Kathrin Frauenfelder ist Konservatorin der Kunstsammlung des Kantons Zürich und verwaltet rund 14 000 Kunstwerke.
Simon Maurer ist Leiter des Helmhaus Zürich und Ressortleiter Bildende Kunst im Präsidialdepartement der Stadt Zürich. Davor war er freier Mitarbeiter im Kunsthaus Zürich, wissenschaftlicher Assistent an der Graphischen Sammlung der ETH Zürich und Kurator des Kleinen Helmhaus sowie Kunstkritiker beim Tages-Anzeiger. Ausführliche Biografie
Zürich wird gebaut. Ein Führer zur zeitgenössischen Architektur 1990- 2010. Fotos v. Frei, Roger /Beitr. v. Corts, Katinka /Ernst, Meret /Gadient, Hansjörg /Gantenbein, Köbi /Hirschbiel Schmid, Ina /Hönig, Roderick /Huber, Werner /Loderer, Benedikt /Marti, Rahel /Schärer, Caspar /Schettler, Ulrike /Schmid, Claudia /Hrsg. v. Hönig, Roderick. 2. Auflage 2010. 256 S., 120 fb. Abb. u. 190 Pläne 18,5 x 10,5 cm. (Edition Hochparterre bei Scheidegger & Spiess ) 'Ebr EUR 29,90 CHF 39,90 ISBN: 978-3-85881-127-1 Scheidegger & Spiess
Fünf Jahre nach Erscheinen des längst vergriffenen Hochparterre-Architekturführers zur zeitgenössischen Architektur in der Stadt Zürich ist die Zeit reif für eine stark erweiterte und aktualisierte Neuausgabe. Seit 2005 sind viele, auch weit über Zürich hinaus strahlende neue Bauten realisiert geworden, die jetzt neu aufgenommen sind, darunter das Dolder Grand, die Erweiterung des Rietberg Museums, der erste Baustein von Science City, das ETH E-Science Lab, der Fifa-Hauptsitz oder das Stadion Letzigrund - insgesamt rund 35 neue Objekte. Alle Gebäude sind neu farbig abgebildet. So soll diese Dokumentation des Bauens in Zürich auch zu einem kleinen Architektur-Fotobuch werden. Beibehalten wird der hohe Nutzwert des Führers: das handliche Taschenformat, die detaillierten Stadt- und Situationspläne sowie der Index der Architekten. Sie machen das Buch zur unverzichtbaren Orientierungshilfe für Stadtwanderungen durch Zürichs neue und alte Quartiere – und zu einem Nachschlagewerk zu zahlreichen führenden Architekturbüros der Schweiz (und einigen internationalen Kollegen).
Edition Hochparterre bei Scheidegger & Spiess
Roderick Hönig studierte Architektur sowie Kulturmanagement. Er ist Redaktor der Zeitschrift Hochparterre in Zürich und Herausgeber des Architekturführers Zürich wird gebaut.
Signer, Roman /Magnússon, Tumi: When You Travel in Iceland You See a Lot of Water. Ein Reisebuch. Hrsg. v. Signer, Barbara /Bodenmann, Michael. 2010. 56 S., 33 fb. Abb., 2 Karten 21 x 15 cm. Gb EUR 13,90 CHF 19,90 ISBN: 978-3-85881-299-5 Scheidegger & Spiess
An Island verliert man sein Herz ganz oder gar nicht. Der Künstler Roman Signer reist seit vielen Jahren immer wieder auf die Insel im Nordatlantik. Zahlreiche seiner Werke entstanden dort – Explosionsarbeiten, Fotografien, Videos – und Teile von Peter Liechtis Dokumentarfilm Signers Koffer wurden da gedreht.
Nun hat Roman Signer mit dem isländischen Künstler Tumi Magnússon ein Gespräch über das Reisen in Island geführt. Es ist eine Unterhaltung, die mit Whisky beginnt und über viele Wasser durch die Wildheit der Landschaft und der Kreativität führt. Das Unterwegssein – und Feststecken – in der rauen isländischen Natur ist ebenso Thema wie die Grossartigkeit der Krater oder des heissen Wassers. Anekdote reiht sich an Erinnerung, es gibt Vergleiche zwischen Island und der Schweiz, die beiden sprechen von Plänen und Experimenten, doch gerade wegen Islands beeindruckender Natur nicht direkt über Kunst. Das alles abwechselnd in Englisch und Deutsch – leichtfüssig, aber nicht oberflächlich.
Fotografien von Landschaften, manche mit den Künstlern im Bild, rhythmisieren das Gespräch.
Tumi Magnússon, geboren 1957 in Reykjavík, studierte 1976–1978 am Icelandic College of Art and Crafts, 1978–1980 an der Akademie für Bildende Kunst AKI, Enschede, Niederlande, und 1980/81 an der Universidad de Granada, Spanien. Sein Werk umfasst Fotografien, Installationen und Malerei. Seit 2005 ist er Professor an der Königlichen Kunstakademie, Kopenhagen. Er lebt in Fredriksberg, Dänemark.
Roman Signer, geboren 1938 in Appenzell und wohnhaft in St. Gallen, schlägt wie wenig andere Gegenwartskünstler sowohl die Kunstinsider wie das breite Publikum in seinen Bann. Seit den 1970er-Jahren bereichert er die Szene mit seinen spektakulären Aktionen. Die Explosionen, Kollisionen und Flüge der Objekte durch den Raum werden stets sorgfältig geplant und aufgezeichnet. So arbeitet Signer an einer Neudefinierung der Gattung Skulptur. Dokumentationen seines Schaffens werden international in zahlreichen Einzel- und Gruppenausstellungen gezeigt, zuletzt in Berlin und Edinburgh, von Mai bis September 2008 im Rochester Art Center, Minnesota.
Michael Bodenmann, geboren 1978, lebt als Fotograf und Grafiker in Waldstatt AR. Seit 2001 arbeitet er regelmässig für Roman Signer.
Barbara Signer, geboren 1982, lebt und arbeitet in Zürich und St. Gallen. Neben ihrer Tätigkeit als Künstlerin fotografiert sie für das Kulturmagazin Saiten.
Margrit und Ernst Baumann - Die Welt sehen. Fotoreportagen 1945-2000. Fotos v. Baumann, Margrit /Baumann, Ernst /Beitr. v. Meichtry, Wilfried /Schürpf, Markus /Hrsg. v. Meichtry, Wilfried /Olonetzky, Nadine. 2010. 288 S., 80 fb. u. 250 sw. Abb., DVD 28 x 22,5 cm. Gb EUR 69,00 CHF 99,00 ISBN: 978-3-85881-302-2 Scheidegger & Spiess
Zuerst in einem 2CV, dann in einem umgebauten VW-Bus: Das Berner Fotografenpaar Margrit und Ernst Baumann, 1929 bzw. 1928 geboren, begann in den 50er-Jahren rund um den Erdball zu reisen. Ihre Fotografien publizierten sie in Zeitschriften und Zeitungen wie Stern, Neue Zürcher Zeitung oder Das gelbe Heft und brachten so die Welt in unzählige Wohnzimmer. Kosmopolitan und neugierig kamen sie zu Motiven mit Seltenheitswert: Farbporträts von Che Guevara gehören ebenso dazu wie Reportagen über die letzten Kopfjäger im ecuadorianischen Urwald.
Ein Schwerpunkt dieser reich bebilderten Doppelmonografie ist ihre Reise entlang der «Panamericana» 1957–1959, die Süd- und Nordamerika verbindet. Margrit und Ernst Baumann fotografierten Reportagen, Porträts und Landschaftsbilder und drehten den wohl ersten Farbfilm über den legendären Verkehrsweg. Er ist zusammen mit einem Interview mit den beiden Fotografen auf DVD dem Buch beigefügt.
Das Buch präsentiert Funde aus ihrem Fotoarchiv – viele Bilder erstmals im Originalausschnitt – sowie Publikationen in Zeitschriften. Der Historiker und Schriftsteller Wilfried Meichtry erzählt vom ereignisreichen Leben des Paars, das sich zeitlebens als journalistische Handwerker verstanden hat. Der Fotohistoriker Markus Schürpf ordnet ihr Werk in die Schweizer Foto- und Pressegeschichte ein, Nadine Olonetzky verfasst Begleittexte zu den Bildern. Eine Entdeckung in der Schweizer Fotogeschichte.
Ausstellung im Kornhausforum Bern vom 16. Juni bis 31. Juli 2010.
Margrit Baumann (-Bäumlin), geboren 1929 in Baar, machte 1945–47 eine Lehre als Fotografin in Zug und Zürich und arbeitete von 1948–53 als Fotoreporterin bei der «Illustrations- & Photopress AG, Zürich-Bern». Ab 1954 war sie als selbstständige Fotografin tätig. Zusammen mit Ernst Baumann, den sie 1955 heiratete, verwirklichte sie zahlreiche Reportagen. Ihre wichtigste gemeinsame Reise führt sie von 1957–59 entlang der «Carretera Panamericana» von Süd- nach Nordamerika. Ihre Reportagen publizierten sie u. a. in der Sie und Er, in der NZZ oder im Brückenbauer. Ab 1983 arbeitete Margrit Baumann u. a. mit den Journalistinnen Maja Spiess und Marie-Louise Zimmermann zusammen und publizierte zahlreiche Reportagen in Schweizer Zeitschriften und Zeitungen. Margrit Baumann lebt in Bern.
Ernst Baumann, geboren 1928 in Tann-Dürnten, machte 1944–47 eine Lehre als Fotograf in Zürich und arbeitete von 1947–51 als Fotoreporter bei der «Illustrations- & Photopress AG, Zürich-Bern». Ab 1951 war er selbstständiger Fotograf und Journalist und bereiste bis 1954 den nahen und fernen Osten. Zusammen mit Margrit Bäumlin, die er 1955 heiratete, fotografierte und schrieb er zahlreiche Reportagen. Auf der Reportagereise entlang der «Carretera Panamericana» 1957–59 drehte er zudem den Dokumentarfilm Panamericana – Ein Filmbericht von Margrit und Ernst Baumann. Ernst Baumann lebt heute bei Macon in Frankreich und in Luzern.
Wilfried Meichtry, geboren, 1965 in Leuk, ist Historiker und Schriftsteller. Er hat sich einen Namen mit der Doppelbiografie Verliebte Feinde – Iris und Peter von Roten (Ammann Verlag, 2007) gemacht, in der er das turbulente Arbeits- und Eheleben der Wegbereiter des Frauenstimmrechts in der Schweiz schildert. Weitere Bücher: Du und ich – ewig eins. Die Geschichte der Geschwister von Werra, Amman Verlag, 2005; Arnold Zwahlen. Der Dorffotograf 1940–60, Benteli Verlag, 2006. Wilfried Meichtry lebt in Burgdorf.
Nadine Olonetzky, geboren 1962 in Zürich, schreibt als freie Autorin u. a. für die NZZ am Sonntag, Kataloge und Bücher zu Themen aus Fotografie, Kunst und Kulturgeschichte und ist Lektorin im Verlag Scheidegger & Spiess. Mitglied der Ateliergemeinschaft kontrast (www.kontrast.ch) in Zürich. Bücher: Nachtstücke, mit Cécile Wick, Verlag für moderne Kunst Nürnberg, 2006; Sensationen – Eine Zeitreise durch die Gartengeschichte, Birkhäuser Verlag, 2007; Ein Amerikaner in Luzern – Allan Porter und ‹camera›. Eine Biografie, Pro Libro Verlag, 2007.
Markus Schürpf, geboren 1961 in Aarau, ist Kunsthistoriker und Kurator. Nach der Fachklasse für Freie Kunst an der Schule für Gestaltung Luzern (1983–1987), studierte er an der Universität Bern Kunstgeschichte, Ethnologie und Architekturgeschichte (1987–94). Ab 1992 beschäftigt er sich mit Fotografiegeschichte und leitet seit 1999 in Bern das Büro für Fotografiegeschichte (www.foto-ch.ch) sowie das Paul Senn-Archiv. Markus Schürpf lebt in Bern.
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