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Beck, C. H. Verlag OHG

 
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Burgund. Geschichte und Kultur. Becksche Reihe (2414). Kamp, Hermann. 2016. 128 S. 5 Abb und 2 Karten. EUR 7,99. ISBN: 978-3-406-69330-4 C. H. Beck
Die heutige Region Burgund (frz. Bourgogne) im mittleren Osten Frankreichs ist vor allem für ihren guten Wein und ihre mittelalterlichen Kirchen und Klöster bekannt. Ihr Name leitet sich von jenen im Nibelungenlied besungenen, sagenumwobenen Burgundern her, die seit dem 5. Jahrhundert auch in dieser Gegend siedelten. Die Blütezeit des historischen Burgund hielten Jan van Eyck und Rogier van der Weyden in ihren Gemälden fest.
Die Entwicklung des mittelalterlichen Burgunds zu einem Nationalstaat blieb aus. Diesem Umstand mag es geschuldet sein, daß es bis heute kaum vollständige Darstellungen der Geschichte Burgunds gibt. Hermann Kamp liefert in seinem anregenden und gut geschriebenen Band einen umfassenden Überblick, von den ersten Spuren der Burgunder in der Spätantike über den Aufstieg Clunys und die glanzvolle Zeit der ‹großen› Herzöge bis zur Auflösung der gleichnamigen Provinz im Zuge der Französischen Revolution.
Die Cassirers.Unternehmer, Kunsthändler, Philosophen. Bauschinger, Sigrid. 2015. 464 S., 41 Abb. 22 x 14 cm. Gb. EUR 29,95 ISBN: 978-3-406-67714-4 C. H. Beck
Außer den Manns hat wohl keine Familie die Kultur in Deutschland stärker geprägt als die Cassirers. Durch Handel und Industrie zu Wohlstand gekommen, wirkten sie in Kunst und Philosophie, Pädagogik und Medizin, Literatur und im Theater, bis sie von Hitler zur Emigration gezwungen wurden. Sigrid Bauschinger erzählt die Geschichte dieser einzigartig begabten Familie zum ersten Mal.
Zwischen Breslau und Berlin gelang den jüdischen Cassirers Ende des 19. Jahrhunderts ihr rasanter ökonomischer und gesellschaftlicher Aufstieg. Durch sein Vermögen ermöglichte Max Cassirer auch die Gründung der Odenwaldschule – das reformpädagogische Musterinternat wurde bis 1933 von seiner Tochter Edith und ihrem Mann geleitet. Auf der Grundlage reichen Archivmaterials folgt Sigrid Bauschinger der weitverzweigten, aber eng vernetzten Familie auf ihren zahlreichen Spuren. Dabei begegnen wir unter anderem: dem Philosophen Ernst Cassirer, neben Heidegger der wichtigste deutsche Philosoph seiner Generation; dem Kunsthändler Paul Cassirer, der dem Impressionismus in Deutschland zum Durchbruch verhalf; seiner Frau, der großen Schauspielerin Tilla Durieux; dem Verleger Bruno Cassirer; Rilkes Gönnerin Eva Cassirer; und der in die Familie eingeheirateten Schriftstellerin Nadine Gordimer. Schließlich verfolgt Sigrid Bauschinger den Weg der Cassirers ins Exil, das den meisten von ihnen das Überleben sicherte, die Familie aber über den gesamten Erdball verstreute.
Der Teufel und seine Engel. Die neue Biographie. Flasch, Kurt. 2. Auflage. 2016. 462 S. 22 x 14 cm. Gb. EUR 26,95 ISBN: 978-3-406-68412-8 C. H. Beck
Der Teufel stammt nicht aus Europa, sondern aus dem Orient. Aber jahrhundertelang lag sein Schatten auf dem Kontinent und nahm von da aus den Weg in die neue Welt. Die Europäer erlitten Satan (wie er auf Hebräisch heißt), aber sie verwandelten ihn auch, veränderten den Teufel nach ihrem Bild und Gleichnis. Er nahm die Form an, die gebraucht oder gefürchtet wurde. Er wechselte sein Gesicht und passte sich den Europäern an, die ihn riefen.
Kurt Flasch erzählt in zwanzig Kapiteln die Geschichte des Teufels. Das Buch beschreibt die biblischen Anfänge und die Ausgestaltung der Satanologie durch die Kirchenväter und im Mittelalter, die verhängnisvolle Verbindung von Satan und Sexualität und von Teufelsglauben und Hexenwahn, es macht einen Besuch in der Hölle und widmet sich dem dortigen Personal, den Engeln des Bösen, aber es geht darüber hinaus bis in die Gegenwart. Der Teufel hat sich gründlich in den Alltag der Menschen eingemischt, bis endlich im Zeitalter der Aufklärung seine Macht beschnitten wurde. Trotzdem nreden heute evangelikale Kreise, fundamentalistische Gruppen und das Römische Lehramt wieder viel und realistisch von Satan. Papst Johannes Paul II. hat das von 1614 stammende Ritual der Teufelsaustreibung (Exorzismus) anno 1998 überarbeitet und erneuert. Flaschs Sympathie gilt in seiner großen Erzählung besonders jenen Denkern, die die Herrschaft des Teufels nicht bestärkt, sondern an seiner Entmachtung mitgewirkt haben.
Die Erkundung der Welt. Die großen Entdeckungsreisen von Marco Polo bis Humboldt. Sarnowsky, Jürgen. 2.Auflage 2016. 244 S., 21 Abb. 5 Karten. 22 x 14 cm. Gb. EUR 19,95 ISBN: 978-3-406-68150-9 C. H. Beck
Entdecker hat es überall gegeben. Aber warum haben die Europäer die Welt systematisch vermessen und erobert? Jürgen Sarnowsky eröffnet in seiner kurzen Geschichte der Entdeckungsreisen das große Panorama eines Zeitalters, das wie besessen war von den Geheimnissen und Reichtümern jenseits der Meere.
Auf der Grundlage zahlreicher Reiseberichte aus fünf Jahrhunderten zeigt das Buch, wie die Welt seit dem Spätmittelalter angetrieben von Neugier, Abenteuerlust und dem Wettlauf um Land und Reichtum erschlossen wurde. Der Autor erzählt von der frühen Erkundung Asiens und der afrikanischen Westküste, von Vasco da Gama, Kolumbus und Cortés, von den Südseereisen Magellans und Cooks, von der Suche nach der Nordwestpassage und den Forschungsreisen Alexander von Humboldts. Sein spannend geschriebenes Buch führt den Leser ganz nah an die Mentalität der Entdecker heran und lässt uns so die Geschichte der Globalisierung besser verstehen.
Der Hellenismus. Der Hof und die Welt. Scholz, Peter. 2015. 352 S., 20 x 12 cm. Br. EUR 16,95 ISBN: 978-3-406-67911-7 C. H. Beck
Der Aufstieg der Makedonen zur Vormacht Griechenlands begann um die Mitte des 4. Jahrhunderts v. Chr. und bildete die Voraussetzung für die Entstehung des Hellenismus – jener Epoche, in der die antike Welt grundlegend umgestaltet werden sollte. Alexander der Große wurde seit 336 v. Chr. Zum Motor dieses Prozesses, als er militärisch ein Reich von unerhörten Ausmaßen schuf. Zwar folgte auf seinen frühen Tod (322 v. Chr.) sofort der Zerfall des Imperiums, doch die Hellenisierung der Herrschaftsräume war nicht mehr aufzuhalten.
Peter Scholz entwirft in seinem Buch ein grandioses historisches Panorama, das von den makedonischen Königen über Alexander, die Diadochen und ihre Nachfolger bis zum Untergang der letzten Königin aus dem Geschlecht der Ptolemäer, Kleopatra VII. (30 v. Chr.), reicht. Er begleitet seine Leserinnen und Leser an die Höfe der hellenistischen Herrscher, in deren Pracht sich die intellektuelle und künstlerische Elite der Welt einfand, zeigt ihnen neu erblühende Städte als steinerne Zeugen eines stolzen Bürgerbewusstseins, führt sie aber auch auf die zahllosen Schlachtfelder, auf denen immer wieder um die oft nur lose zusammengehaltenen Herrschaftsgebiete gekämpft wurde. Den Abschluss des Bandes bildet die dramatische Konfrontation der hellenistischen Reiche mit Rom – der aufstrebenden Großmacht im Westen, der sich nach und nach alle hellenistischen Reiche beugen mussten und mit deren Erfolgen wiederum ein neues Zeitalter begann.
Hitlers Kunsthändler. Hildebrand Gurlitt 1895-1956. Hoffmann, Meike / Kuhn, Nicola. 400 S., 36 Abb. 22 x 14 cm. Gb. C.H. Beck Verlag, München 2016. EUR 24,95 CHF 25,70 ISBN: 978-3-406-69094-5 C. H. Beck
Der Handel mit geraubter Kunst ist das größte Thema der NS-Vergangenheit, das noch auf seine Aufarbeitung wartet. Der Name Hildebrand Gurlitt steht für dieses ungesühnte Unrecht, seit die Welt 2013 von der Entdeckung seiner Kunstsammlung erfuhr. Doch wer war der Mann, der als junger Museumsdirektor für die moderne Kunst kämpfte und sie dann als "entartet" verkaufte? Der als "Vierteljude" Raubkunst für Hitlers Führermuseum erwarb und daran Millionen verdiente?
Meike Hoffmann und Nicola Kuhn legen die erste Biographie von Hitlers berüchtigtem Kunsthändler vor. Als Pionier der modernen Kunst ist Hildebrand Gurlitt in den zwanziger Jahren vielbewundert – und wird 1930 als Museumsdirektor entlassen, als der Gegenwind von rechts zu stark wird. 1933 verliert er erneut seinen Posten. Doch kurz danach beginnt sein zweiter Aufstieg als Kollaborateur und Profiteur im Nationalsozialismus. Er verschafft dem Deutschen Reich Devisen durch den Verkauf von "Entarteter Kunst", geht nach Paris und erobert sich den Kunstmarkt in den besetzten Gebieten. Er wird reich mit Bildern, die jüdischen Sammlern geraubt wurden – und ist schon 1948 als Direktor des Kunstvereins in Düsseldorf wieder in Amt und Würden. Auf der Grundlage jahrelanger Recherchen erzählen Meike Hoffmann und Nicola Kuhn eine Geschichte von Tragik, Verbrechen und Verdrängung, die ihren Schatten bis in die Gegenwart wirft.
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Konstantinopel. Geschichte und Archäologie. Schreiner, Peter. 2. Auflage. Beck sche Reihe (RD004), Band: 2364. 2015. 128 S., 18 x 12 cm. Pb. EUR 8,95 ISBN: 978-3-406-68420-3 C. H. Beck
m Jahre 330 n. Chr. gründete Kaiser Konstantin der Große seine Stadt – Konstantinopel. Er stattete sie – wie später auch seine Nachfolger – materiell so reich aus, dass sie bis zur Eroberung durch die Türken im Jahre 1453 eine der bedeutendsten Metropolen Europas blieb. Paläste, Kirchen, Häfen, Verteidigungsanlagen, Wirtschaftsgebäude und Wohnanlagen, aber auch das Leben und die Geschichte der Bewohner Konstantinopels werden in dieser anregenden Einführung gleichermaßen verständlich und kompetent dargestellt.
Geschichte einer Grenze. Becksche Reihe (2318). Schallmayer, Egon. Der Limes. 2016. 136 S. 9 Karten und Abb. EUR 7,99. ISBN: 978-3-406-69332-8 C. H. Beck
Den Begriff Limes – im Sinne einer militärisch besetzten Grenze – verwendete erstmals der lateinische Autor Tacitus Anfang des 2. Jahrhunderts n.Chr. in seinem Werk Germania. Tatsächlich markierte einst der Limes die Ränder des Imperium Romanum. Er erstreckte sich von Britannien aus über Germanien und Raetien weiter bis in die Donauprovinzen, den Osten Kleinasiens, die römisch kontrollierten Gebiete des Orients hinaus bis nach Nordafrika. So verwundert es nicht, dass sich bis heute allenthalben archäologische Reste dieses gewaltigen Bodendenkmals erhalten haben. Im Jahr 2005 wurde der Obergermanisch-Raetische Limes in den Bundesländern Baden-Württemberg, Bayern, Hessen und Rheinland-Pfalz sogar in die Liste des UNESCO-Welterbes aufgenommen. Mit Egon Schallmayer erläutert einer der international besten Kenner der Archäologie und Geschichte des Limes in dem vorliegenden Band Entstehung, Entwicklung und Zweck des Limes als Reichsgrenze, informiert über seinen Verlauf, seine Ausbauphasen sowie über Bauwerke und Truppen am Limes und skizziert zudem die Phasen seiner Erforschung.
Die Orgel. Instrument und Musik. Maier, Hans. Beck-sche Reihe 2794. 2016. 123 S., 25 Abb. 18 x 12 cm. Pb. EUR 8,95 ISBN: 978-3-406-65490-9 C. H. Beck
"Mit Händen und Füßen“ spielen Organisten auf ihrem Instrument – einer von Manualen und Pedalen gelenkten Vereinigung von Bläserstimmen. Hans Maier, selbst ein angesehener Organist, verfolgt in diesem Buch die Kulturgeschichte der Orgel von den Anfängen an: ihren Bau, ihre Technik, ihre Register und die Entwicklung der auf ihr gespielten, für die Orgel komponierten Musik. Ein besonderer Blick gilt der Orgel als Baukunstwerk, ihrer Beziehung zu Liturgie und Gottesdienst, ihrer Spiegelung in Erzählungen und Gedichten. So liegt mit diesem Band eine knappe und fesselnde Einführung in den „König aller Instrumenten“ (Mozart) vor.
Die Varusschlacht. Becksche Reihe (2457). Moosbauer, Günther. 2016. 127 S. 4 Karten und 16 Abb. EUR 7,99. ISBN: 978-3-406-69331-1 C. H. Beck
Bei der Schlacht im Teutoburger Wald, die auch als „Varusschlacht“ in die Geschichte eingegangen ist, wurden im Jahre 9 n. Chr. drei römische Legionen in einem germanischen Hinterhalt vernichtet. In den drei Jahrzehnten vor dieser Niederlage hatten die Römer Militäranlagen am Rhein errichtet, ins rechtsrheinische Germanien ausgegriffen und auch dort Stützpunkte angelegt. Die Anzeichen – wie etwa die Gründung ziviler Siedlungen – mehrten sich, dass aus Germanien bald eine Provinz werden sollte. Doch auch nach der für Rom katastrophal verlaufenen Varusschlacht engagierte sich das Imperium militärisch weiterhin im Gebiet rechts des Rheins; diese Bemühungen hielten noch bis zum Abzug ihres Feldherrn Germanicus an, der erst im Jahre 16 n. Chr. und nur auf Befehl des Kaisers Tiberius von seinen Versuchen abließ, die Germanen zu unterwerfen.
Günther Moosbauer bietet in seinem Buch einen sehr gut lesbaren Überblick über den für jeden historisch Interessierten spannenden Verlauf der römischen Okkupationsversuche und erläutert insbesondere, welche archäologischen Spuren diese Vorgänge hinterlassen haben. Ein Schwerpunkt der Darstellung liegt auf dem Schlachtfeld in Kalkriese, das der Autor im Kontext der Varusschlacht verortet. Zentrale Kapitel sind ferner den Protagonisten der Auseinandersetzungen gewidmet – dem römischen Heer sowie den germanischen Stämmen.
Der glückliche Kunsträuber. Das Leben des Vivant Denon. Kaiser, Reinhard. 399 S. 16 fb. Abb. 22 x 14 cm. Gb. C.H. Beck Verlag, München 2016. EUR 24,95. ISBN: 978-3-406-68878-2 C. H. Beck
Vivant Denon, Direktor des Louvre in seiner allerersten Glanzzeit, war eine der schillerndsten Figuren Europas im Zeitalter der Französischen Revolution. Für seine große Liebe, die Kunst, tat er alles und war sich für nichts zu schade. Der Schriftsteller und Übersetzer Reinhard Kaiser erzählt hier zum ersten Mal Denons staunenswerte Lebensgeschichte – so lebendig und glänzend geschrieben, dass die Lektüre zu einer großen Verführung wird.
"Ich bin in alledem nur der Mann, der zufällig zur rechten Zeit am rechten Ort war", hat Denon bescheiden von sich gesagt und damit sein größtes Talent benannt, die Gunst der Stunde zu erkennen und Gelegenheiten, die sich ihm boten, nicht ungenutzt verstreichen zu lassen. Denon verehrte die Kunst auf vielerlei Weise - aber nicht wie etwas Göttliches, etwas prinzipiell Unerreichbares, sondern so wie ein Mann eine Frau verehrt, die er zu besitzen begehrt. Seine Lebensgeschichte ist eine Geschichte der Kunst und der Epoche, in der er lebte, sie führt durch halb Europa und nach Ägypten, auf die Schlachtfelder der Napoleonischen Kriege und in die großen Kunstsammlungen der Zeit, nach Berlin, Kassel, Braunschweig, München, Wien und Schwerin, sowie immer wieder nach Venedig und Paris. Sie ist auch die Geschichte einer großen, in wundervollen Briefen dokumentierten Liebe, die die Wirren der Revolutionsepoche überdauerte. „Ich habe nicht studiert. Ich habe viel gesehen“, meinte Denon. Reinhard Kaisers Buch ist eine Einladung, die Welt und das Leben mit den Augen dieses glücklichen Kunsträubers zu betrachten.
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Italienische Ausgabe. Museen der Welt. Prohaska, Wolfgang. Kunsthistorisches Museum Wien Bd. 2: Die Gemäldegalerie. Ital. 2015. 128 S. 179 fb. Abb. 25 x 20 cm. EUR 17,40. CHF 26,90 ISBN: 978-3-406-66629-2 C. H. Beck
Corpus Vasorum Antiquorum Dtschland Bd. 99: Berlin Band 16. Antikensammlung ehemals Antiquarium: Attische Salbgefässe. Bearbeitet von Zimmermann-Elseify, Nina. 2015. 127 S. 60 Tafeln, 13 Abb. und 24 Beilagen. 33 x 25 cm. EUR 98,00. CHF 139,00 ISBN: 978-3-406-68353-4 C. H. Beck
Die Ausgrabungen im spätantik-frühmittelalterlichen Bischofssitz Sabiona-Säben in Südtirol I. Frühchristliche Kirche und Gräberfeld. Bierbrauer, Volker; Nothdurfter, Hans. Münchner Beiträge zur Vor- und Frühgeschichte (58). 2015. 699 S. 290 Abb, 6 Tabellen und 36 Beilagen. EUR 98,00. CHF 139,00 ISBN: 978-3-406-10762-7 C. H. Beck
Franz Joseph I. Kaiser von Österreich und König von Ungarn. Vocelka, Michaela; Vocelka, Karl. 2015. 458 S. 41 z. T. fb. Abb. 2 fb. Karten, 1 Stammtafel. EUR 21,99. ISBN: 978-3-406-68287-2 C. H. Beck
Kaum ein Monarch wird so sehr als Repräsentant einer vermeintlich „guten alten Zeit“ verklärt wie der letzte große Habsburgerkaiser Franz Joseph I. Dabei erscheint er mal in volkstümlicher Tracht als Jäger, mal in Uniform als großväterlich-gütige Gestalt und stets mit ungeheurem Fleiß um das Wohl seiner vielen Völker bemüht. Doch wenn man so wie das Autorenpaar Michaela und Karl Vocelka in einer umfassenden, modernen, spannend geschriebenen Biographie die historische Persönlichkeit vom Schleier der Nostalgie befreit, zeigt sich ein Mann, der immer wieder im Zentrum schwerster politischer und privater Stürme stand und dessen Leben von härtesten Schicksalsschlägen gezeichnet war.
In den Wirren der 48er Revolution als Hoffnungsträger auf den Thron gelangt, verdunkelt sich die Aura des jungen Monarchen schon bald während der grausamen Unterdrückung des ungarischen Widerstands und wird umso düsterer infolge blutiger Niederlagen wie jenen von Solferino (1859) im Kampf gegen die italienische Einigung und von Königgrätz(1866) im Krieg gegen Preußen. Franz Josephs Krönung zum König von Ungarn nur ein Jahr darauf bildet den politischen Glanzpunkt seiner knapp 68 Jahre währenden Regierungszeit. Im Übrigen zeigt sich der Kaiser, durchdrungen vom Gedanken seiner Herrschaft von Gottes Gnaden, meist als retardierender Faktor einer konstitutionellen Entwicklung, deren sein Reich doch so dringend bedurfte.
Aus seinem Familienleben konnte er schwerlich Kraft gewinnen für sein öffentliches Wirken: Hatte sich ihm doch Elisabeth – die legendenumrankte Sisi –, mit der er als junger Kaiser eine Liebesheirat eingegangen war, im Laufe ihrer Ehe immer mehrentfremdet. Kronprinz Rudolf nahm sich auf Schloss Mayerling 1889 unter skandalösen Umständen das Leben; und bereits 1867 war der Bruder Franz Josephs, Kaiser Maximilian von Mexiko, von einem Revolutionstribunal zum Tode verurteilt und erschossen worden. So entsprachen die Worte, mit denen Franz Joseph 1898 die Nachricht von der Ermordung seiner trotz aller Spannungen geliebten Frau entgegennahm, durchaus den bitteren Realitäten seines Lebens: „Mir bleibt doch gar nichts erspart auf dieser Welt!“ Wie sehr der Kaiser mit diesem Diktum recht behalten sollte, zeigte sich, als nach den Schüssen von Sarajewo am 28. Juni 1914 Europa in die Katastrophe des Ersten Weltkriegs taumelte, in der das Habsburgerreich unterging.
Die Awaren. Ein Steppenvolk in Mitteleuropa 567-822 n. Chr. Pohl, Walter. 3. Auflage, 3., mit einem aktualisierten Vorwort von Herwig Wolfram versehene Auflage. 2015. 533 S. 4 Karten. 24 x 16 cm. Pb. EUR 38. CHF 53,9 ISBN: 978-3-406-68426-5 C. H. Beck
Einst haben die Awaren weite Teile des heutigen Ungarn und Österreich erobert und ein Reich errichtet, das 250 Jahre überdauerte (567 - 822 n. Chr.). Doch da sie selbst keine schriftlichen Aufzeichnungen hinterlassen haben, konnte dieses Volk für lange Zeit aus dem historischen Bewußtsein verschwinden. Walter Pohl hat die Geschichte der Awaren intensiv erforscht und ihren Aufstieg, ihre kulturellen Eigenarten und ihr dramatisches Ende in einer brillanten Darstellung beschrieben, die inzwischen zu einem Klassiker geworden ist.
Herodot und Thukydides. Die Geburt der Geschichte. Will, Wolfgang. 2015. 280 S. 1 Abb.und 2 Karten. 22 x 14 cm. EUR 24,95. CHF 37,90 ISBN: 978-3-406-68217-9 C. H. Beck
Das 5. Jahrhundert v.Chr. war in Griechenland geprägt durch zwei gewaltige Kriege – den Krieg der Hellenen gegen die Perser und den Peloponnesischen Krieg, in dem sich die Bündnissysteme der Athener und der Spartaner gegenüberstanden. Die dramatischen Ereignisse, die damals den Mittelmeerraum erschütterten, haben in Herodot und Thukydides ihre Chronisten gefunden. Ihre Werke zählen bis auf den heutigen Tag zur Weltliteratur. Anlässlich des 2500. Geburtstags des Vaters der Geschichtsschreibung, Herodot von Halikarnass, werden in diesem Buch die beiden großen Historiker gewürdigt.
Wolfgang Will versteht es meisterhaft, die Zeit des Herodot und des Thukydides wieder lebendig werden zu lassen. Er skizziert die Weltbilder, Geschichtsbilder und Menschenbilder, die ihren Werken zugrunde liegen und lässt das Bewusstsein der Griechen für die eigene Identität und ihre Abgrenzung gegenüber dem Fremden verständlich werden. Nicht zuletzt gelingt es ihm, die Kunst der großen Schlachtendarstellungen, die ausgefeilten Erzähltechniken, die Beschreibung der Götter, der Staatsorganisation, der wirtschaftlichen, aber auch der gesellschaftlichen Verhältnisse zu erklären. Einen besonderen Akzent legt er auf die Bedeutung der Humanität des Historikers. Zum Abschluss wirft er einen Blick auf das Nachleben von Herodot und Thukydides im Mittelalter und der Neuzeit und arbeitet ihre ungebrochene Bedeutung für die Gegenwart heraus.
Hirten, Bauern, Götter. Eine Geschichte der römischen Landwirtschaft. Tietz, Werner. 2015. 370 S. 28 Abb und 2 Karten. EUR 25,96 ISBN: 978-3-406-68234-6 C. H. Beck
Es waren stets die Bauern, die unablässig die Voraussetzungen für die geistige und urbane Entwicklung des römischen Altertums schufen, und Werner Tietz hat ihnen in seinem aufschlussreichen Werk ein wohlverdientes Denkmal gesetzt. Er stellt die wichtigsten Pflanzen und Tiere vor, welche die Basis der römischen Versorgung bildeten, und beschreibt anschaulich das Leben und Wirtschaften auf den kleinen Höfen der einfachen Bauern wie auf den Latifundien der Senatoren in den Tagen der Republik, aber auch die industrielle Produktion auf den riesigen Staatsdomänen der Kaiserzeit. Er berichtet vom häufig elenden Dasein der Sklaven, Pächter und Lohnarbeiter und kontrastiert ihr Leben mit jenem in den prächtigen Villen der Reichen mit ihren Wildgehegen und Fischteichen. Er erhellt Kulte und Riten für jene Gottheiten, um deren Beistand jeder Bauer betete, und erläutert die Ackergeräte, mit denen man den himmlischen Segen praktisch nutzbar machte. Ein Ausblick auf den landwirtschaftlichen und gesellschaftlichen Wandel in der Spätantike beschließt dieses wunderbare Buch. Wer die antike Welt wirklich verstehen will, wird auf dieses Buch nicht verzichten können!
Die Söhne des Mars. Eine Geschichte des Krieges von der Steinzeit bis zum Ende der Antike. Eich, Armin. 2015. 281 S. 25 Abb. 22 x 14 cm. Gb. EUR 24,95. CHF 37,90 ISBN: 978-3-406-68229-2 C. H. Beck
Zivilisation und Krieg bilden zu unserem Leidwesen kein Gegensatzpaar. Umso interessanter ist es, dass sich erst verhältnismäßig spät, in Europa beispielsweise seit dem 6. Jahrtausend v.Chr., sichere Hinweise auf tödliche Gewaltakte gegen ganze Gruppen von Menschen finden. Die erste Waffe, die ausschließlich zu Kriegszwecken entwickelt wurde – das Schwert –, setzte sich sogar erst im zweiten Jahrtausend v.Chr. durch. Was aber hat die Dynamik des Krieges entfacht und sie mehr und mehr verstärkt, so dass er anscheinend unabänderlich den Gang der Menschheitsgeschichte bis auf den heutigen Tag bestimmt?
Armin Eich hat ein faszinierendes Buch über die Frühzeit des Krieges geschrieben. Er erläutert kundig die einschlägigen Forschungsergebnisse der Prähistoriker, beschreibt die Auswirkungen von verbesserter Waffentechnologie und Strategie in der Bronzezeit und richtet dabei auch den Blick auf untergehende Hochkulturen wie die mykenische und die hethitische. In weiteren Kapiteln untersucht er die beklemmenden Zusammenhänge eines sich entwickelnden Rohstoffhandels, früher Staatlichkeit und der Monetarisierung des Kriegsgeschehens in klassischer Zeit. Den Abschluss der Darstellung bilden die traumatisierenden Verhältnisse eines entgrenzten Kriegszustands, in dem sich durch die Dauerkonfrontation mit Kriegserlebnissen die psychische Struktur der Betroffenen verändert und die organisierte Gewalt als Lebensform zu einem ausweglosen Schicksal in der Antike wird.
Schlimme Finger. Eine Kriminalgeschichte der Künste von Villon bis Beltracchi. Essig, Rolf-Bernhard / Schury, Gudrun. 2015. 304 S., 22 Abb. 20 x 12 cm. Pb. C.H. Beck, München 2015. EUR 14,95 CHF 23,50 ISBN: 978-3-406-67372-6 C. H. Beck
"Nehmt also zur Kenntnis, dass Männer wie Benvenuto, die in ihrem Beruf einzigartig sind, nicht dem Gesetz unterworfen sein müssen." Papst Paul III. über Benvenuto Cellini.
Veit Stoß fälschte Urkunden, um an sein Geld zu kommen. Carlo Gesualdo, der Komponist frommer Motetten, schlachtete seine Frau und ihren Geliebten ab. Karl May saß über acht Jahre im Gefängnis wegen Amtsanmaßung, Betrugs, Diebstahls. Und der Karikaturist Arno Funke alias Dagobert entwarf kunstvolle Übergabeapparate für erpresstes Geld.
Schlimme Finger stellt in gut zwanzig Kapiteln eine Fülle überraschender Gesetzesbrüche vor, die von Malern, Komponisten, Autoren, Musikern verübt wurden. In allen Fällen erweist sich die seit der Renaissance geläufige These, der Schritt vom Genie zum Verbrecher sei klein, als reizvolles, haltloses, aber erzählerisch höchst produktives Klischee, das unser Bild vom Künstlerdasein bis heute beeinflusst.
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